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Fotoausstellungen

03.08.2018 - 28.09.2018
Fotoausstellung Mannheim . Mit Manjari Sharma und André Wagner stellt die Prince House Gallery zwei Fotokünstler vor, die in ihren Bildern den farbenfrohen Zauber Indiens einfangen und einen Blick in Bräuche und religiöse Gepflogenheiten des Landes geben. 3. August bis 28. September 2018
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André Wagner / Manjari Sharma: Sanskrit
Fotoausstellung Mannheim . Mit Manjari Sharma und André Wagner stellt die Prince House Gallery zwei Fotokünstler vor, die in ihren Bildern den farbenfrohen Zauber Indiens einfangen und einen Blick in Bräuche und religiöse Gepflogenheiten des Landes geben. 3. August bis 28. September 2018

Manjari Sharma, Lord Hanuman, Serie Darshan Foto © Manjari Sharma


Indien  weckt   Sehnsüchte und  hat  auch  in Westen seine  Spuren hinterlassen. Von der Atemübung  beim  Yoga bis  hin  zur Inspiration für gestandene Philosophen, verzaubert dieses Land auch  heute alle, die mit den Menschen, Farben und Bräuchen in Berührung kommen.

 

 

André Wagner, Color Wave, 2014 Foto © André Wagner



André  Wagner vermag von  der indischen Gesellschaft wie  kein  anderer einen künstlerischen  Einblick zu geben. Durch seinen Blick scheint man  fast unmittelbaren Kontakt  mit den  Menschen auf ihrem Pilgerweg oder in der feierlichen Prozession zu haben. Es sind Einblicke in eine  quasi  zeitlose Epoche der indischen Bräuche und Kulte. Ekstase  und Prozession, Anbetung und Verehrung stehen für jeden  Hindu regelmäßig im Zentrum des Lebens gemäß den  Regeln  und festgeschriebenen Bräuchen,  die  auf  eine  über 4000 Jahre alte Tradition zurückblicken. “Sanskrit” war  jene   Schriftform,  in  welcher  die   als  heilig   geltende  Sammlung  göttlicher  Offenbarungen überliefert wurde. Dabei  bedeutet “Sanskrit” soviel wie “zusammen-gemacht” und  hält  zusammen, was  im täglichen Leben  der Hindus als religiöse Praxis nach außen kehrt. André Wagners Handschrift zeigt sich  vor allem  darin, ein Gespür für die authentischen Momente dieser lebendigen Ekstasen zu haben. Dazu kann man in der Ausstellung die Arbeiten von Manjari Sharma bewundern. Sie inszeniert den Götterkult des pantheistischen Götterhimmels für jede ihrer Fotografien von  neuem und  lässt  das  Ritual  und  die Inszenierung der göttlichen Stellvertretung in ihren Arbeiten aufgehen.

 

 

André Wagner, Pilgrim on Purple Dust 1, 2014 © André Wagner

 

André Wagner (*1980) war seit 2002 als freier Fotograf tätig. In dieser Zeit arbeitete er hauptsächlich für Magazine wie  „Stern“, „Rolling  Stone“  oder „Geo“. Danach wandte er sich  freien Projekten als Fotokünstler   zu.    Seine    Arbeiten    wurden   in   vielen    Einzel-    und    Gruppenausstellungen   in renommierten Kunstgalerien, Museen und  Kunstvereinen gezeigt  und  auf Kunstmessen im In- und Ausland ausgestellt, u.  a. der 55. Biennale von Venedig  (2013). Charakteristisch für die Fotografien André Wagners ist seine  intensive Auseinandersetzung mit den  Inhalten und Motiven  seiner Bilder. So rührt seine  Faszination an Indien nicht aus einer ober?ächlichen Esoterik her, sondern aus einer eingehenden Beschäftigung mit Historie, Kultur und Religion des Landes.

 

Manjari Sharma, Maa Laxmi, Serie Darshan



Manjari Sharma (*1979) ist in Mumbai, Indien geboren und  aufgewachsen und  lebt  in den USA. Die Arbeiten  der  international  ausgestellten  Foto-Künstlerin  befinden  sich  in  zahlreichen Privatsammlungen und  Sammlungen  namhafter Häuser, wie  der Sammlung des  Museum of Fine Arts in Houston, und dem  Metropolitan Museum of Art in  New York. Die Künstlerin wurde 2014 mit dem  CENTER's Curator's Choice  award ausgezeichnet. Ihre Arbeiten  zeichnen sich  durch genaue Gesellschaftsstudien und  persönlichen Erfahrungen aus, mit der sie in ihrem Werk eine individuelle Mythologie erschafft.

Prince House Gallery, Turley-Straße 8, Mannheim



28.07.2018 - 15.09.2018
Fotoausstellung Berlin . Die CWC Galerie präsentiert in einer Einzelausstellung 70 Arbeiten von Michel Comte, die einen umfassenden Einblick in der Schaffen des Fotokünstlers geben. Michel Comte zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Fashion- und Society-Fotografen, der zahllose Topmodels porträtiert hat, aber ebenso Bilder von bedeutenden Persönlichkeiten aus Schauspiel, Kultur, Sport und Musik schuf. 28. Juli bis 15. September 2018
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Michel Comte – The Nineties
Fotoausstellung Berlin . Die CWC Galerie präsentiert in einer Einzelausstellung 70 Arbeiten von Michel Comte, die einen umfassenden Einblick in der Schaffen des Fotokünstlers geben. Michel Comte zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Fashion- und Society-Fotografen, der zahllose Topmodels porträtiert hat, aber ebenso Bilder von bedeutenden Persönlichkeiten aus Schauspiel, Kultur, Sport und Musik schuf. 28. Juli bis 15. September 2018

© Michel Comte, Roy Lichtenstein
(Vanity Fair), 1993


„In Michel Comtes Bildern prallen Kunst und Wirklichkeit aufeinander. Sie sind brutal und poetisch – blenden und verstören. Die Gefühle, die sie hervorrufen, sind schmerzhaft und komplex: Nahrung für Geist und Seele.“ So Geraldine Chaplin über Michel Comte.

 

© Michel Comte, Helena Christensen
(Italian Vogue) Paris, 1993



Die Bildästhetik von Michel Comte prägte die 1990er Jahre und hat vor allem die Fashion-Fotografie bis heute nachhaltig beeinflusst. Vor seiner Kamera posierten unter anderem Nadja Auermann, Gisele Bündchen, Helena Christensen, Claudia Schiffer und Bridget Hall.
Auch in den Porträts bedeutender Persönlichkeiten offenbart sich Michel Comtes besonderer Zugang zu den Porträtierten. Bildsprache, Farbigkeit und Aufbau bewegen sich in keinen erstarrten Mustern. Vielmehr definiert sich Michel Comtes ästhetische Linie durch die künstlerische Vielfalt und Offenheit, einen cineastischen Blick sowie durch den experimentellen Einsatz zahlreicher Stilmittel. Diese passen sich den einzelnen Porträtierten an – jede Persönlichkeit ruft bei Comte eine bestimmte Bildsprache hervor, die sich aus der „Seele“ und dem Äußeren abzeichnet.

 

© Michel Comte, Halle Berry
(Vogue), New York, 1998

 

 

© Michel Comte, Alek Wek
(4 Magazine), Paris, 2000

 


Michel Comte wurde im Jahr 1954 in Zürich als Sohn des Schweizer Flugpioniers Alfred Comte geboren, absolvierte zuerst eine Ausbildung als Restaurator, bevor er sich als Autodidakt der Fotografie widmete. Mit 25 Jahren wurde Comte erstmals von Karl Lagerfeld und Chloe für eine große Werbekampagne engagiert und arbeitete fortan in Paris. Für die amerikanische „Vogue“ produzierte Michel Comte zahlreiche Kampagnen und zog deshalb anschließend nach New York.
Innerhalb weniger Jahre avancierte Michel Comte zu einem der gefragtesten und beliebtesten Fashion-, Porträt- und Aktfotografen weltweit, produziert prägende Fotostrecken für führende Magazine wie „Harper’s Bazaar“, „Vanity Fair“ oder „Vogue“. Das Interesse von Michel Comte gilt auch der Reportage- oder Dokumentarfotografie und in diesem Sinne ist er als Reporter für das Internationale Rote Kreuz tätig. Die Fotoarbeiten von Michel Comte sind Bestandteil zahlreicher Sammlungen und werden in internationalen Ausstellungen gezeigt.

CWC Gallery Auguststraße 11-13, Berlin

Die in Berlin ansässige Galerie CAMERA WORK wurde 1997 gegründet und hat sich seitdem zu einer der weltweit führenden Galerien für Fotokunst entwickelt. Um der zeitgenössischen (Foto-)Kunst einen noch größeren Stellenwert in der strukturellen Ausrichtung beizumessen, eröffnete CAMERA WORK zu Beginn des Jahres 2012 mit der CWC GALLERY eine Dependance in Berlin, die verstärkt moderne Positionen präsentiert.



19.07.2018 - 09.09.2018
Fotoausstellung Hannover . Das nördlich von Bremen gelegene Teufelsmoor zählt mit seinen etwa 500 km² zu den größten Mooren in Norddeutschland. Im Stile der großen Landschaftsfotografen Ansel Adams und Edward Weston hat der Worpsweder Fotograf seit etwa 30 Jahren das Teufelsmoor fotografiert. Entstanden sind zeitlose schwermütige Bilder in denen man die Mystik dieser Landschaft wiederfindet und die nun in der Galerie für Fotografie (GAF) ausgestellt werden. 19. Juli bis 9. September 2018
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Rüdiger Lubricht – Moorland
Fotoausstellung Hannover . Das nördlich von Bremen gelegene Teufelsmoor zählt mit seinen etwa 500 km² zu den größten Mooren in Norddeutschland. Im Stile der großen Landschaftsfotografen Ansel Adams und Edward Weston hat der Worpsweder Fotograf seit etwa 30 Jahren das Teufelsmoor fotografiert. Entstanden sind zeitlose schwermütige Bilder in denen man die Mystik dieser Landschaft wiederfindet und die nun in der Galerie für Fotografie (GAF) ausgestellt werden. 19. Juli bis 9. September 2018

 

Seit etwa 30 Jahren fotografiert der Worpsweder Rüdiger Lubricht, 71, immer wieder die Landschaft im Teufelsmoor. Mittlerweile kennt er alle Orte im Moor, die bei richtigem Licht gute Bilder versprechen.

Rüdiger Lubricht arbeitet vor allem als Industrie- und Architekturfotografie. Daneben widmet er sich regelmäßig eigenen Projekten. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählt „Verlorene Orte – gebrochene Biografien: Fotografien zu Tschernobyl“. Viele Male hat Rüdiger Lubricht dafür die verstrahlten Orte in Weißrussland und der Ukraine bereist. Zwischen 2001 und 2010 war er als Dozent an der Hochschule Bremen und der Kunstakademie Münster tätig.

 

 

Anfangs hat Rüdiger Lubricht seine Fotos auch mit einer Großbild- und Mittelformatkamera gemacht, eher er nach dem qualitativen Durchbruch der digitalen Fotografie mehr und mehr auf eine hochauflösende Kleinbildkamera umgestiegen ist, mit der er auch nicht so viel Ausrüstung zu schleppen hat. Die mystisch aufgeladene Landschaft des Moores und der häufige Nebel machen Lubrichts Bilder dann aber doch zu einer typisch deutschen Angelegenheit, auch wenn zugewachsene Eisenbahnschienen, vereinzelte Telefonmasten  oder eine einsam herumstehende Mini-Lokomotive amerikanisches Westernambiente suggerieren.

Im Zentrum des Moores liegt die Künstlerkolonie Worpswede. Maler wie Heinrich Vogeler, Mackensen, Otto Modersohn, Paula Modersohn-Becker und Dichter wie Rilke wirkten hier und ließen sich in ihrer Arbeit von der besonderen Stimmung der Moorlandschaft inspirieren.

 

 

Das Teufelsmoor wurde erst im 17. und 18. Jahrhundert besiedelt. Die Lebensbedingungen in den feuchten Moorkolonien war sehr schlecht und die Lebenserwartung ihrer Einwohner kurz. Mit der Besiedelung des Moores begann ein massiver Eingriff in die Natur. Ein dichtes Entwässerungsnetz wurde angelegt und das Moor damit ausgetrocknet. Über Jahrhunderte hinweg hat sich in dem sauerstoffarmen Boden des Teufelsmoors somit eine Torfschicht aus nicht abgebauten Pflanzenresten gebildet.

Der Torfabbau wurde mit Ende des Jahres 2012 vollständig eingestellt. Aber der Eingriff des Menschen in die Natur ist damit nicht beendet. Drainierungen und Flussregulierungen sollen die Erträge der Landwirtschaft steigern. Jetzt fallen die Wassergräben manchmal im Sommer trocken, Moorbrände entstehen und das Moor muss künstlich bewässert werden.

Galerie für Fotografie (GAF) Eisfabrik, Seilerstraße 15d, Hannover

17.07.2018 - 27.01.2019
Fotoausstellung München . Die Pinakothek der Moderne präsentiert im Saal 8 Fotografien aus den 1920-er bis 1940-er Jahren von Aenne Biermann, Florence Henri, Germaine Krull, Man Ray, Albert Renger-Patzsch und Friedrich Seidenstücker aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde. 17 Juli 2018 bis 27. Januar 2019
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Stiftung Ann und Jürgen Wilde
Fotoausstellung München . Die Pinakothek der Moderne präsentiert im Saal 8 Fotografien aus den 1920-er bis 1940-er Jahren von Aenne Biermann, Florence Henri, Germaine Krull, Man Ray, Albert Renger-Patzsch und Friedrich Seidenstücker aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde. 17 Juli 2018 bis 27. Januar 2019

Germaine Krull, Devant un grand Magasin, um 1929
Silbergelatineabzug, 17,5 x 15,8 cm
Stiftung Ann und Jürgen Wilde, Pinakothek der Moderne, München

 

Die moderne Fotografie ist aufs engste verbunden mit der Kultur der Großstadt. Im urbanen Umfeld finden Fotografinnen und Fotografen der 1920er Jahre Inspiration für experimentelle Bildgestaltungen und die Visualisierung eines Neuen Sehens, wie es heute als ikonisch für die Avantgardefotografie gilt. Zugleich aber richten zahlreiche Fotografen ihren Blick auf das soziale Gefüge der Großstadt. Als Flaneure und Straßenfotografen dokumentieren sie das alltägliche Leben und das dynamische Treiben der Menschen. Diese Ansichten zeigen die Stadt als kollektiven Lebensraum und entwerfen eine vielschichtige Beschreibung der Menschen und ihrer Lebensbedingungen im urbanen Raum.

 

Friedrich Seidenstücker, im Wedding, Berlin, 1923
Silbergelatineabzug, 18 x 12,9 cm
Stiftung Ann und Jürgen Wilde, Pinakothek der Moderne, München

 

 

10. Oktober | 28. November 2018 und 16. Januar 2019 | 15.00 Aus erster Hand | Kuratorenführung mit Simone Förster 

31. Oktober und 12. Dezember 2018 | 15.00 Führung mit Katia Marano 

10. November 2018 und 27. Januar 2019 | 15.00 Führung mit Angela Opel

 

Pinakothek der Moderne, Museumsareal, Barerstraße, München

  

 

17.07.2018 - 14.10.2018
Fotoausstellung München . Ein hochaktuelles Thema stellt die Rathausgalerie Kunsthalle München mit den großformatigen Schwarzweißaufnahmen „Blutiger Boden. Die Tatorte der NSU“ vor, die von Regina Schmeken fotografiert sind. Gezeigt wurde die Ausstellung schon im Militärhistorischen Museum in Dresden und im Martin-Gropius-Bau in Berlin. München ist nun die erste Station in einer deutschen Stadt in der der NSU Menschen ermordete. 17. Juli 2018 – 14. Oktober 2018
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Regina Schmeken - Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU
Fotoausstellung München . Ein hochaktuelles Thema stellt die Rathausgalerie Kunsthalle München mit den großformatigen Schwarzweißaufnahmen „Blutiger Boden. Die Tatorte der NSU“ vor, die von Regina Schmeken fotografiert sind. Gezeigt wurde die Ausstellung schon im Militärhistorischen Museum in Dresden und im Martin-Gropius-Bau in Berlin. München ist nun die erste Station in einer deutschen Stadt in der der NSU Menschen ermordete. 17. Juli 2018 – 14. Oktober 2018




Tatort: Das Geschäft des Obst- und Gemüsehändlers Habil K?l?ç in München
© Regina Schmeken



Die großformatigen Schwarzweißaufnahmen Regina Schmekens nehmen uns mit an die Tatorte des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU). Sie zeigen die verstörende Normalität der Schauplätze von Hass und Gewalt. Die Fotografien versuchen, das Ungeheuerliche der Taten zu reflektieren. Die Attentate waren nicht allein Angriffe auf unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger sondern auch auf universelle Menschenrechte und damit auf unsere gesamte Gesellschaft.
 

 


„Das Beklemmendste an diesen Fotografien ist, dass auf ihnen weder die Mörder noch die Mordopfer zu sehen sind. An Schmekens Aufnahmen wirkt gerade das Unauffällige, Banale und Gewöhnliche unheimlich.“ (Hans Magnus Enzensberger)
Als Regina Schmeken im Frühjahr 2013 damit begann, die Tatorte des NSU zu fotografieren, wurde ihr das Ausmaß dieser Verbrechen des rechten Terrors inmitten deutscher Städte erst bewusst. In ihrem Ausstellungsprojekt BLUTIGER BODEN. Die Tatorte des NSU im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden geht es ihr um das Gedenken an die Ermordeten sowie um die Auseinandersetzung mit Orten, die auf den ersten Blick keinerlei Spuren einer Gewalttat aufweisen. Zwischen 2013 und 2016 besuchte sie mehrmals die zwölf Tatorte in Deutschland. Es entstand ein Zyklus großformatiger Schwarz-Weiß-Fotografien, die verstörend eindrücklich wirken und die Geschehnisse gleichsam mit bildnerischen Mitteln aufarbeiten.
Die Propagandaformel „Blut und Boden“ wurde als begrifflicher Zusammenhang erstmals von Oswald Spengler in „Der Untergang des Abendlandes“ eingeführt und von den Nationalsozialisten in ihrer Überzeugung, dass ein „gesunder Staat“ nur aus der Einheit von „eigenem Volk und Boden“ bestehen kann, aufgegriffen. Auch den Morden des NSU liegt diese Idee zu Grunde. Fast alle Opfer waren türkischer Herkunft, sie wurden auf dem Boden liegend in ihrem Blut gefunden, brutal hingerichtet von rechten Terroristen.

 

Regina Schmeken bei der Vernissage ihrer Ausstellung
in der Münchner Rathaus Galerie.

 

Feridun Zaimoglu nennt die Geschichte des NSU im ausstellungsbegleitenden Katalog „die Geschichte der großen Beschädigung“. Annette Ramelsberger schreibt „Die Reise an die Tatorte war eine Reise in ein Land von Schmerz und Tränen, von Gleichgültigkeit und klammheimlicher Freude über das, was geschehen ist. Als der NSU nach zehn Morden, zwei Sprengstoffattentaten und 15 Raubüberfällen aufflog, waren sich alle gewiss: So eine Terrorserie könne sich in Deutschland nicht wiederholen. Wer den NSU-Prozess verfolgt, der weiß: Dafür gibt es keine Garantie.“
Das erste Opfer, der Blumenhändler Enver ?im?ek, wurde am 9. September 2000 in Nürnberg ermordet, das letzte, die Polizistin Michèle Kiesewetter am 25. April 2007 in Heilbronn. Es mussten in diesem Zeitraum zehn Menschen sterben, viele wurden an Seele und Körper verletzt. Der Prozess gegen Beate Zschäpe am Oberlandesgericht in München begann 2013. Am 11. Juli 2018 wurde das Urteil verkündet. Viele Fragen sind dabei offen geblieben.
Nachdem die Ausstellung im Militärhistorischen Museum in Dresden, kuratiert von Dr. Gorch Pieken, im Herbst und Winter 2016 zuerst zu sehen war, zeigte auch der Martin-Gropius-Bau in Berlin in 2017 die Fotoinstallation von Regina Schmeken. München ist nun die erste Station in einer deutschen Stadt in der der NSU Menschen ermordete: im Jahre 2001 in der Bad-Schachener-Straße Habil Kiliç und Theodoros Boulgaridis 2005 in der Trappentreustraße.

 

Publikation
Zur Ausstellung erschien eine Publikation im Hatje Cantz Verlag:
Regina Schmeken: Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU
Hatje Cantz Verlag, Berlin 2016
ca. 35 Euro
 Außerdem verlegte die Bundeszentrale für Politische Bildung den Katalog
Regina Schmeken: Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU
in der Schriftenreihe, Bd. 10124, Mai 2018
 
Regina Schmeken fotografiert seit Mitte der 1970er Jahre. Seit 1980 werden ihre Fotografien regelmäßig ausgestellt, zum Beispiel im Lenbachhaus in München, im Museum für Fotografie in Berlin und der Bibliothèque Nationale in Paris. Ihre Ausstellung Die neue Mitte wurde auf Initiative des Goethe-Instituts weltweit in über 100 Hauptstädten gezeigt.  
Für ihre Arbeit erhielt sie nationale und internationale Auszeichnungen, u. a. den Dr.-Erich-Salomon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie und den „Prix de la Critique“ der Rencontres Internationales de la Photographie in Arles. Seit 1986 ist sie außerdem Fotografin Süddeutschen Zeitung. Regina Schmekens Fotografien befinden sich u. a. in den Sammlungen des MoMA in New York, der Pinakothek der Moderne in München, dem Deutschen Historischen Museum in Berlin sowie in privaten Sammlungen.



15.07.2018 - 30.09.2018
Fotoausstellung Erfurt . Die Ausstellung "In einem anderen Land. Transformationsprozesse an Beispielen zeitgenössischer Fotografie in Deutschland" in der Kunsthalle Erfurt zeigt mit verschiedenen Positionen aus Deutschland von 1976 bis heute Veränderungen im Werk von dreizehn Künstlern. Dafür präsentieren die Kuratoren Gabriele Muschter und Uwe Warnke ältere und neuere Werke von Tina Bara, Christian Borchert, Kurt Buchwald, Caroline Dlugos, Else Gabriel, Frank Herrmann, Franz John, Barbara Klemm, Matthias Leupold, Manfred Paul, Rudolf Schäfer, Erasmus Schröter und Maria Sewcz. Bis 30.9.2018
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In einem anderen Land
Fotoausstellung Erfurt . Die Ausstellung "In einem anderen Land. Transformationsprozesse an Beispielen zeitgenössischer Fotografie in Deutschland" in der Kunsthalle Erfurt zeigt mit verschiedenen Positionen aus Deutschland von 1976 bis heute Veränderungen im Werk von dreizehn Künstlern. Dafür präsentieren die Kuratoren Gabriele Muschter und Uwe Warnke ältere und neuere Werke von Tina Bara, Christian Borchert, Kurt Buchwald, Caroline Dlugos, Else Gabriel, Frank Herrmann, Franz John, Barbara Klemm, Matthias Leupold, Manfred Paul, Rudolf Schäfer, Erasmus Schröter und Maria Sewcz. Bis 30.9.2018

Barbara Klemm
Bundeskanzler Kohl in Dresden, 19.12.89
©Barbara Klemm



Über die Hausfassade der Nr. 10 in der Berliner Brunnenstraße verteilt ist in großen Lettern zu lesen: „Dieses Haus stand früher in einem anderen Land“. In etwas kleinerer Schrift steht darüber: „Menschlicher Wille kann alles versetzen“.

Die Sätze spielen zutreffend und hintergründig auf den wichtigsten Umbruch in der jüngeren deutschen Geschichte an: die friedliche Abschaffung der DDR durch ihren Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1990. Für zahlreiche Menschen bedeutete der Umbruch die Ankunft in einem komplett neuen Leben.

Wie haben Künstlerinnen und Künstler diese Transformationsprozesse durchlaufen? Dieser Frage gingen Gabriele Muschter und Uwe Warnke nach, als sie mit zahlreichen Kultur- und Kunstakteuren Interviews führten und diese filmisch dokumentierten. Die Antworten sind vielfältig. Sie werden nicht nur sprachlich formuliert, sondern zeigen sich auch in Biografien und Werken. Neben dem Systemwechsel haben schließlich auch die sich in hoher Geschwindigkeit entwickelnden Technologien Auswirkungen auf die künstlerische Arbeit von Fotografinnen und Fotografen.
 
Am Beispiel von dreizehn Positionen aus Deutschland von 1976 bis heute verdeutlichen die Kuratoren Gabriele Muschter und Uwe Warnke Veränderungen im jeweiligen Werk – politische, persönliche, kulturelle und technologische. Dafür präsentieren sie ältere und neuere Werke von
Tina Bara, Christian Borchert, Kurt Buchwald, Caroline Dlugos, Else Gabriel, Frank Herrmann, Franz John, Barbara Klemm, Matthias Leupold, Manfred Paul, Rudolf Schäfer, Erasmus Schröter und Maria Sewcz.

Das thematische Spektrum der ausgestellten Arbeiten reicht von realistisch-dokumentarischer Unmittelbarkeit, über Inszenierungen fiktiver Wirklichkeiten, surrealer Überhöhungen und Verfremdungen bis zu medialen Erweiterungen und Grenzüberschreitungen der Fotografie zu Aktion und Film. Fotografie und Transformation, die Würde des Alltäglichen in der Fotografie und die Fotografie als Symbol und Gleichnis menschlichen Daseins sind weitere Schwerpunkte. Filmische Interviews der Kuratoren Gabriele Muschter und Uwe Warnke mit den Fotograf/innen lassen die Protagonisten selber zu Wort kommen.

 

 

Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung und ihre Werke

 

TINA BARA (*1962 Kleinmachnow) lebt in Berlin und Leipzig. Die Künstlerin entwickelte in den 1980er Jahren aus einer großen Nähe zu Freunden mittels ihrer Fotografie ihr Lebensthema: intime Einblicke in menschliche Beziehungen. Über die Arbeit mit Bildserien kam sie zum Video und Film. Heute geht es ihr vor allem um Facetten des weiblichen Rollenverständnisses, das sie auch mit Mitteln der Werbeästhetik offenlegt.

 


Tina Bara
Lange Weile, Berlin 1983-1989
©Tina Bara 

 

CHRISTIAN BORCHERT *1942 Dresden – † 2000 Berlin. Der Künstler entwickelte sein Konzept der »Familienbilder« in den frühen 1980er Jahren. Im Abstand von etwa 10 Jahren besuchte und porträtierte er dieselben Familien erneut. Entstanden sind intime Gruppenporträts – Einblicke in soziale Milieus und die Privatsphäre ostdeutscher Familien und deren Veränderungen nach dem Fall der Mauer.

 

KURT BUCHWALD (*1953 Wittenberg) lebt in Berlin. Buchwald ist mit seinen Untersuchungen fotografischer Prozesse einer der konsequentesten Konzeptkünstler im Bereich der Fotografie. Er belässt es nicht beim Hinterfragen und Fotografieren, sondern greift ein. Durch seine kontinuierliche Erweiterung von Prinzipien der Bilderarbeitung und -auswertung hat er sich einen festen Platz in der deutschen Fotoszene erarbeitet.

 

CAROLINE DLUGOS (*1959 Berlin, lebt in Berlin)  Die Künstlerin thematisiert in ihrer Arbeit »den unmerklichen, zum Teil schon vollzogenen, Einzug manipulierter Natur und künstlichen Lebens in unsere natürliche Umwelt.« Sie fotografiert digital – analog zur Gentechnologie. Dabei werden künstlich erzeugte Pflanzenformen in die ursprünglich fotografisch aufgezeichnete Landschaft transplantiert.

 

(e.) Twin Gabriel (*1962 Halberstadt, lebt in Berlin) Else Gabriel [in Zusammenarbeit mit Ulf Wrede E. (TWIN) GABRIEL] ist eine Grenzgängerin zwischen Performance und inszenierter Fotografie. Ihre Inhalte sind provokant, spiegeln aber den Alltag wider. Oft setzt sie sich und ihre Familie als Darsteller ein, um existentielle Situationen von Menschen zu erleben.

 

(e.) Twin Gabriel
PROSOCHE (15:36 Uhr), Fotoperformance, Berlin 2005/2006
© VG Bild-Kunst, Bonn 2018 

 

FRANK HERRMANN (*1955 Karl-Marx-Stadt, lebt in Dresden) Der Künstler beschäftigte sich ab 1976 intensiv mit Zeichnung und Druckgrafik, in die er ab 1980 fotografische Bilder einbezog. Später weitete er seine Arbeit auf Rauminstallationen, Spiegelobjekte und motorgestützte Installationen aus, die besondere visuelle Erfahrungen ermöglichen, die Relativität unserer Wahrnehmung und Erinnerung thematisieren.

 

FRANZ JOHN (*1960 Marktleugast) lebt in Berlin. John ist ein Grenzgänger zwischen Fotografie, Installation und Objekten. Ihn interessiert das Zusammenspiel von Wahrnehmungsobjekten und nicht unmittelbar Wahrnehmbarem, von Informationsverlust und -gewinn, von Veränderungen und Umbrüchen in den Lebensformen. Klarheit und Augenscheinlichkeit als Formprinzip machen die Besonderheit seiner Arbeiten aus.

 

BARBARA KLEMM (*1939 Münster, Westfalen). lebt in Frankfurt/Main. Als Pressefotografin ist Barbara Klemm eine sensible wie künstlerisch souveräne Zeitzeugin zahlreicher Umbrüche und Transformationsprozesse, in Deutschland, Europa und weltweit. Von den Frankfurter Studentenprotesten bis zum Fall der Mauer und zur Wiedervereinigung haben ihre Fotografien unseren Blick auf diese Ereignisse wesentlich geprägt.

 

MATTHIAS LEUPOLD (*1959 Berlin, lebt in Berlin) Leupold wurde mit provokanten Fotoperformances bekannt, bevor er 1986 aus der DDR ausreiste. In Westberlin entwickelte er dann seine bis heute gültigen Werkgruppen szenischer Fotografie, in denen er ideologisch geprägte Bildklischees ebenso vorführt wie die von Bigotterie, männlicher Dominanz und sexuellen Phantasien geprägten Schönheitsideale an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Später wandte er sich verstärkt den Mitteln des Dokumentarfilms zu.

 

MANFRED PAUL (*1942 Schraplau) lebt in Berlin. Paul gehört zu den wichtigsten Vertretern der deutschen Autorenfotografie. Neben seinen Berlin-Bildern von Hinterhöfen, entlang der Mauer und Stillleben realisierte er in den letzten Jahren »Seestücke«, die einerseits den Bildraum öffnen, sich zugleich aber auch hin zu einer reinen Farbfeldfotografie entwickeln.

 

RUDOLF SCHÄFER (*1952 Herrenhof/Thüringen) lebt in Halle. Der Fotograf interessierte sich schon früh für die Polarität von Schönheit und Vergänglichkeit zwischen Leben und Tod, oft in kompromisslosen Gegenüberstellungen der Lebenssituationen gezeigt. Sein künstlerischer Anspruch ist auf ästhetische und technische Perfektion gerichtet, die er als Zeichen unserer Zeit versteht.

 

ERASMUS SCHRÖTER (*1956 Leipzig) lebt in Leipzig. Nach seinem Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig verließ Schröter 1985 die DDR. Ihn interessiert das Absurde in alltäglichen Konstellationen. Zeigte er in seiner Diplomarbeit noch nächtlich Wartende an Leipziger Haltestellen, die er unbemerkt mit Infrarottechnik  fotografierte, wurden später großangelegte farbige Inszenierungen von Weltkriegsrelikten, die er in bühnenhaft-effektheischendes Licht taucht, zu seinem Markenzeichen. Heute ist er für seine veristischen Kunstlichtporträts von Komparsen und Individualisten der Wave-Gothic-Szene anerkannt.

 

Erasmus Schröter
Bunker WB 54, 1995
© Erasmus Schröter

 

MARIA SEWCZ  (*1960 Schwerin,). lebt in Berlin. Die Fotografin ist von ihren Anfängen bis heute stark an Veränderungen in Stadt und Gesellschaft interessiert, dort, wo sie sich im Individuellen verkörpern. Bilder des fragmentarischen Sehens zeigen früh in Schwarzweiß und heute in Farbe das Mittendrin und die Unübersichtlichkeit individueller Erfahrungen in urbanen, hoch verdichteten Soziotopen.

 

Die Ausstellung entstand mit freundlicher Unterstützung durch:
Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen
Sparkasse Mittelthüringen
Stiftung Neue Kultur
Bundesstiftung Aufarbeitung
Hotel Zum Norde Erfurt

Für die Ausleihe ihrer Werke gilt der Dank den Künstlerinnen und Künstlern, außerdem der Deutschen Fotothek Dresden und dem Kunstmuseum Moritzburg Halle für die Bereitstellung von Leihgaben für die Ausstellung.



Kunsthalle Erfurt, im Haus zum Roten Ochsen, Fischmarkt 7, Erfurt



14.07.2018 - 07.10.2018
Ausstellung Bregenz . Das Kunsthaus Bregenz zeigt das Werk des Belgiers David Claerbout, einer der wichtigsten Künstler der Gegenwart, dessen Video- und Soundarbeiten nun in der Sommerausstellung vorgestellt werden. 14.7. bis 7.10.2018
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David Claerbout
Ausstellung Bregenz . Das Kunsthaus Bregenz zeigt das Werk des Belgiers David Claerbout, einer der wichtigsten Künstler der Gegenwart, dessen Video- und Soundarbeiten nun in der Sommerausstellung vorgestellt werden. 14.7. bis 7.10.2018

David Claerbout The Quiet Shore still (c) David Claerbout



Verschiedene Arbeiten machen mit deem Werk von David Claerbout vertraut. Die Videoarbeit The Quiet Shore, 2011 ist weniger ein Film als eine Abfolge von Schwarz-Weiß-Bildern, eine Sequenz ohne Erzählung.
Travel, 1996–2013  nimmt den Betrachter auf eine visuelle Wanderung durch einen Wald mit, der von Entspannungsmusik inspiriert ist. Der leidenschaftslose aber filmische Charakter des Synthesizers lässt  an "typische" Bilder eines dunklen, stillen Waldes denken.
Radio Piece (Hong Kong), 2015 macht als audiovisuelle Installation die Schnittmenge aus mentalem und physischem Raum zum Thema.
Bei der Betrachtung von Breathing Bird, 2012, stellen sich mehrere Konnotationen ein: Einerseits kann der Atem, der sich auf der Glasscheibe niederschlägt, als Wunsch zu kommunizieren gelesen werden, andererseits verstärkt die beschlagene Fläche die physische Grenze und betont das Getrenntsein und die Unmöglichkeit des körperlichen Kontakts.

 

David Claerbout Olympia, Screenshot
(c) David Claerbout 2017-04-18 15.13.16

 

 


Auch Claerbouts neuestes Werk Olympia (The Real-Time Disintegration into Ruins of the Berlin Olympic Stadium over the Course of a Thousand Years), 2016—3016, wird gezeigt. Es ist eine digitale Rekonstruktion des Olympiastadions in Berlin, das die Nationalsozialisten anlässlich der Olympischen Sommerspiele 1936 mit großem Pomp eröffneten.
Wenn die Ausstellung abends schließt, erwacht die KUB Fassade mit der Außenprojektion von Claerbouts Die reine Notwendigkeit / The Pure Necessity, 2016, zum Leben.
Der Videoarbeit liegt der Disney-Filmklassiker Das Dschungelbuch (1967) zugrunde. Doch in Claerbouts Film singen, sprechen und tanzen Balu, Baghira und Kaa nicht, er zeigt Bär, Panther und Schlange ihrem artgerechten Verhalten. Sie sind nicht länger vermenschlicht. Die Arbeit ist auch technisch eine Ausnahme: Statt digital gerechnet, sind bei diesem Video die Einstellungen Einzelbild für Einzelbild im Stil des originalen Animationsfilms nachgezeichnet.

David Claerbout, geboren 1969 in Kortrijk, Belgien, studierte Malerei in Antwerpen. Er lebt und arbeitet in Antwerpen und Berlin.
Seine Werke wurden international in zahlreichen Einzelausstellungen präsentiert, unter anderem im Van Abbemuseum, Eindhoven (2005), Centre Pompidou, Paris (2007), Kunstmuseum St. Gallen (2008), Museum De Pont, Tilburg (2009 und 2016), WIELS, Brüssel (2011), SFMOMA — San Francisco Museum of Modern Art (2011), Tel Aviv Museum of Art (2012), Wiener Secession (2012), Kunsthalle Mainz (2013), Nederlands Fotomuseum, Rotterdam (2014), Marabouparken Konsthall, Sundbyberg (2015), KINDL — Zentrum für zeitgenössische Kunst, Berlin (2016), Städel Museum, Frankfurt am Main (2016), MNAC — Museu Nacional d’Art de Catalunya, Barcelona (2017), sowie im Schaulager, Münchenstein / Basel (2017). Sein Werk ist in wichtigen öffentlichen Sammlungen weltweit vertreten.


Kunsthaus Bregenz, Karl-Tizian-Platz, Bregenz


14.07.2018 - 16.09.2018
Fotoausstellung Braunschweig . Vom 14. Juli bis 16. September 2018 stellt das Museum für Photographie in Kooperation mit der Wüstenrot Stiftung die Arbeitsergebnisse der Dokumentarfotografie Förderpreise 11. Die Ausstellung zeigt vielfältige Arbeiten einer jungen Generation von Fotografen, die sich mit politischen und sozialen Themen unserer Welt auseinandersetzen. Zur Eröffnung und zum Sommerfest am 13.Juli ab 19 Uhr sind alle herzlich eingeladen.
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Dokumentarfotografie Förderpreis 11 – The Voids
Fotoausstellung Braunschweig . Vom 14. Juli bis 16. September 2018 stellt das Museum für Photographie in Kooperation mit der Wüstenrot Stiftung die Arbeitsergebnisse der Dokumentarfotografie Förderpreise 11. Die Ausstellung zeigt vielfältige Arbeiten einer jungen Generation von Fotografen, die sich mit politischen und sozialen Themen unserer Welt auseinandersetzen. Zur Eröffnung und zum Sommerfest am 13.Juli ab 19 Uhr sind alle herzlich eingeladen.

 

 Susanne Hefti, aus: Kosovo – A Truly Non-Affirmative Research, 2017 © Susanne Hefti

 

Vorgestellt werden in der Ausstellung Multimediainstallationen, Filmprojekte und Portraitserien von Susanne Hefti, Alina Schmuch und ihrer Projektpartnerin Franca Scholz, Andrzej Steinbach und Malte Wandel beschäftigen sich mit drängenden Fragen unserer Zeit. Im Fokus stehen Geschichte und Gegenwart der Migrationsbewegungen und politische Bruchlinien des 20. Jahrhunderts, die wir mit Blick auf Europas Städte und mit der Frage, was eine Person ist, lesen können.
Der Dokumentarfotografie Förderpreis der Wüstenrot Stiftung ist der bedeutendste Nachwuchspreis für Dokumentarfotografie in Deutschland. Er richtet sich an Fotografinnen und Fotografen, die sich mit Themen der realen Lebenswelt beschäftigen und mit zeitgenössischen Mitteln die Definition des Abbildungscharakters der Fotografie reflektieren.

 


Andrzej Steinbach, aus: Gesellschaft beginnt mit drei, 2016-2017
© Andrzej Steinbach, Galerie Conradi, Hamburg, Brüssel


  

Museum für Photographie, Helmstedter Straße 1 • Braunschweig 

 

13.07.2018 - 09.09.2018
Fotoausstellung Berlin . Das Willy-Brandt-Haus Berlin stellt in seiner Ausstellung die besten Bilder des größten Fotowettbewerbs der Welt vor: Insgesamt wurden 320.000 Fotos von Fotografen aus über 200 Ländern für die Sony World Photography Awards 2018 eingereicht. Rund 150 Fotos werden nun erstmals in der deutschen Hauptstadt gezeigt. 13. Juli bis 9. September 2018.
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Sony World Photography Awards 2018
Fotoausstellung Berlin . Das Willy-Brandt-Haus Berlin stellt in seiner Ausstellung die besten Bilder des größten Fotowettbewerbs der Welt vor: Insgesamt wurden 320.000 Fotos von Fotografen aus über 200 Ländern für die Sony World Photography Awards 2018 eingereicht. Rund 150 Fotos werden nun erstmals in der deutschen Hauptstadt gezeigt. 13. Juli bis 9. September 2018.

 

© Nick Dolding, United Kingdom, Open Competition, Portraiture,
2018 Sony World Photography Awards

 

 

Erstmals in der Geschichte der Sony World Photography Awards wird mit Candida Höfer – einer der bekanntesten zeitgenössischen Fotografinnen weltweit – eine deutsche Fotografin mit dem „Outstanding Contribution to Photography“ Preis ausgezeichnet.

Der internationale, renommierte Wettbewerb zeigt im elften Jahr das Beste, was die zeitgenössische Fotografie vom Studenten über Amateur bis hin zu Profifotografen zu bieten hat. Kaum ein Fotowettbewerb hält so unterschiedliche Fotografien bereit, die teilweise zum Nachdenken und teilweise zum Lachen anregen. In der Gewinnerserie „Ex-Voto“ zeigt die britische Fotografin Alys Tomlinson Pilger und ihre Reisen in großen schwarz-weiß Formaten. Mit seiner Fotoserie „The Burden“ zeigt Student Samuel Bolduc, was Plastikmüll mit unserer Umwelt macht. Der Fotograf Balazs Gardi gewährt mit seinen Bildern einen Einblick in eine der brutalsten Sportarten. „Buzkashi“ wird in Afghanistan gespielt. 40 Reiter kämpfen um ein kopfloses Kalb.

 

© WEIGUO HU, China, Commended, Open competition, Culture,
2018 Sony World Photography Awards

 

 

Von Naturaufnahmen über ausdrucksstarke Porträts bis hin zu abstrakten Fotos zeigen die Sony World Photography Awards einen Querschnitt zum Thema Fotografie aus über 200 Ländern dieser Welt.

Die Sony World Photography Awards wurden 2007 mit Unterstützung von Sony von der World Photography Organisation (WPO) ins Leben gerufen. Die WPO fördert die professionelle, Amateur- und studentische Fotografie und bietet der Fotoindustrie eine globale Plattform zur Kommunikation, Kollaboration und Präsentation aktueller Trends in den Bereichen Fotojournalismus, Fine Art und kommerzielle Fotografie.

29.06.2018 - 22.09.2018
Fotoausstellung Greifswald . Die Galerie STP zeigt Bilder des in New York lebenden Künstlers Alvin Booth. Seine ungewöhnlichen Aktbilder zeigen die Körper gezogen, gefaltet, umhüllt, vervielfältigt und verpackt. Das Werk von Alvin Booth schwebt zwischen der Schönheit der menschlichen Gestalt und deren surrealer Verformung. Booths aktuelle, skulpturale Arbeiten zeigen experimentelle und evokative Materialien wie: Silikon, Duftstoffe, Licht, 3D-Braille-Druck und Sensoren, um neue Interpretationen des Körpers zu schaffen. Vom 29.6. bis 22.9.2018
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Alvin Booth - Nocturnes
Fotoausstellung Greifswald . Die Galerie STP zeigt Bilder des in New York lebenden Künstlers Alvin Booth. Seine ungewöhnlichen Aktbilder zeigen die Körper gezogen, gefaltet, umhüllt, vervielfältigt und verpackt. Das Werk von Alvin Booth schwebt zwischen der Schönheit der menschlichen Gestalt und deren surrealer Verformung. Booths aktuelle, skulpturale Arbeiten zeigen experimentelle und evokative Materialien wie: Silikon, Duftstoffe, Licht, 3D-Braille-Druck und Sensoren, um neue Interpretationen des Körpers zu schaffen. Vom 29.6. bis 22.9.2018





Die Ästhetik der Arbeit von Alvin Booth ist von der sinnlichen Skulptur des 19. Jahrhunderts inspiriert. Das Werk von Gaston Lachaise[1882-­?1935],  Aristide Maillol [1861-­?1944]  und Auguste Rodin [1840 -­?1917] sind dabei nach eigener Aussage ausschlaggebende Einflüsse.

Alvin Booth ist in seiner Fotografie lyrisch und episch zugleich. In dunklen Räumen mit schwachem Licht entstehen Bilder, die uns den intimen Blick des Künstlers erleben lassen. Mit selektivem Licht beleuchtet er partiell unsere Faszination für das, was in der Dunkelheit verborgen sein mag. Frauen verweilen in Latexkokons, wirken beengt und ruhig  zugleich,  wecken  Gefühle  von  trauriger  Schönheit.  Tänzerinnen  mit  Tüchern verschmelzen  in  Unschärfe  zu  geisterhaften  Formen.  Athletische  Körper  fliegen  durch den dunklen Raum oder liegen ruhelos am Boden. Eine gemeinsame Neugier zwischen Künstler und Model dirigiert dabei den lebendigen Performancecharakter seiner Bilder. Seine Motive faszinieren und irritieren, sind zärtlich und tun weh, sind unhöflich und fesselnd, humorvoll und bedrückend. Der menschliche Körper dient ihm als unerschöpfliches Vokabular. Alvin Booth selbst sagt über den menschlichen Körper: „Die Anatomie und die Körperfunktionen sind eine unendliche Quelle der Faszination.“

 


Alvin Booth nutzt historische Fototechniken wie; Gummidrucke oder Salzdrucke aber auch Gelatine-Silber-Abzüge, die in Öl und Goldpulver, manchmal in Latex gebunden sind und in ihren Sepiatönen nostalgisch anmuten. Er präsentiert seine Arbeiten in schweren, individuell gefertigten Metallrahmen, die getönten Passepartouts tragen handbemalte Verzierungen im Sinne des Jugendstils.



Galerie STP, Lange Straße 21, Greifswald



22.06.2018 - 03.09.2018
Fotoausstellung Berlin . Im f3 freiraum für fotografie wird eine Ausstellung mit Bildern des Fotografen Robin Hammond gezeigt, der durch Länder reiste und hunderte Porträts von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen erstellte, die in ihren Ländern verfolgt und bedroht werden. Vom 22. Juni bis 3. September 2018
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Robin Hammond – Where Love is Illegal
Fotoausstellung Berlin . Im f3 freiraum für fotografie wird eine Ausstellung mit Bildern des Fotografen Robin Hammond gezeigt, der durch Länder reiste und hunderte Porträts von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen erstellte, die in ihren Ländern verfolgt und bedroht werden. Vom 22. Juni bis 3. September 2018

 

 

 Die Akzeptanz von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transgender und intersexuellen Menschen (LGBTI) hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich erhöht. In einigen Ländern können homosexuelle Paare eine eingetragene Partnerschaft registrieren lassen oder sogar heiraten, neutrale Geschlechtseintragungen oder die Anpassung von Namen im Ausweis sind möglich geworden. Nach wie vor aber werden in 72 Staaten dieser Welt Menschen, deren sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität nicht der Norm entsprechen, strafrechtlich verfolgt. Die Brutalität der Strafen ist schockierend: Geldstrafen, Gefängnis, Folter – in einigen Fällen auch die Todesstrafe – stehen auf der Agenda der täglichen Unterdrückung. Die Diskriminierung ist jedoch nicht auf diese Länder beschränkt, weltweit steigen Gewalt und Vorurteile gegen die LGBTI Community wieder an.

 

 

Mehrere Jahre reiste der Fotograf Robin Hammond – Mitglied der Amsterdamer Agentur NOOR – durch Länder, in denen LGBTI Menschen verfolgt und bedroht werden, und porträtierte Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und Intersexuelle. Entstanden sind so hunderte Porträts von Menschen, die – offen oder im Geheimen – ihre Identität täglich neu verteidigen müssen, oft unter Gefahr für Leib und Leben.

 

Die Fotografien sind keine Porträts im herkömmlichen Sinne: Alle sind in enger Kooperation zwischen den Abgebildeten und dem Fotografen entstanden. Ihre persönliche Geschichte selbstbestimmt in Wort und Bild zu erzählen und so ein sichtbares Dokument ihrer täglichen Realität zu schaffen, gibt den Betroffenen ihre Identität und Würde zurück.

 

 

Aufgenommen hat Robin Hammond seine eindrücklichen Porträts auf Polaroid-Film, der ihnen eine eigene, fast surreale und traumhafte Bildästhetik verleiht. Durch die Aufnahmetechnik, die behutsame Annäherung an seine ProtagonistInnen und den Umgang mit dem avaliable light ist Where Love is Illegal nicht nur ein unschätzbares Dokument unserer Zeit, sondern demonstriert auch die außerordentliche Fähigkeit zur künstlerischen Ausdrucksform des Fotografen.

 

Robin Hammond

Der Dokumentarfotograf Robin Hammond (Neuseeland, 1975) ist Mitglied der Amsterdamer Agentur NOOR. Seine Langzeitpojekte wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem W. Eugene Smith Fund for Humanistic Photography, mit dem World Press Foto Award und mehrfach mit dem Amnesty International Award for Human Rights Journalism. Robin Hammond ist der Gründer der Organisation Witness Change, die sich gegen Menschenrechtsverletzungen weltweit einsetzt. Seine Projekte werden regelmäßig in internationalen Medien publiziert, darunter National Geographic, BBC, The Sunday Times, Time, The Guardian.

 

f3 freiraum für fotografie, Waldemarstraße 17, Berlin

 

Alles Bilder Robin Hammond

 

13.06.2018 - 02.09.2018
Fotoausstellung Hannover . Wie lässt sich die Geschichte der neueren Fotografie nach dem „Ende der großen Erzählungen“ überhaupt begreifen? In einer unkonventionellen Präsentationsform, die von einer eigenen Homepage zum Thema begleitet wird, stellt das Sprengel Museum bekannte, aber auch weniger populäre Fotografien aus den vergangenen Jahrzehnten beispielhaft vorgestellt. 13. Juni bis 2. September 2018
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Kleine Geschichte(n) der Fotografie ((#1)
Fotoausstellung Hannover . Wie lässt sich die Geschichte der neueren Fotografie nach dem „Ende der großen Erzählungen“ überhaupt begreifen? In einer unkonventionellen Präsentationsform, die von einer eigenen Homepage zum Thema begleitet wird, stellt das Sprengel Museum bekannte, aber auch weniger populäre Fotografien aus den vergangenen Jahrzehnten beispielhaft vorgestellt. 13. Juni bis 2. September 2018

 Jörg Sasse Leihgabe aus Privatbesitz © VG Bild - Kunst, Bonn 2018

 

Die als mehrteilige Reihe konzipierte Ausstellung „Kleine Geschichte(n) der Fotografie“ geht das Wagnis einer alternativen Geschichtsschreibung ein und stellt die Frage: Wie lässt sich die Geschichte der neueren Fotografie nach dem „Ende der großen Erzählungen“ überhaupt begreifen?

Ausgangspunkt sind wesentliche Begriffen einer solchen Geschichte, Ziel ist die Erstellung eines Glossars, das zum Umgang mit neuerer künstlerischer Fotografie befähigt. Mit nur wenigen, ikonischen Bildern führt die Ausstellung dabei die Verschiedenartigkeit der jeweiligen Begriffe Raum für Raum vor – freilich ohne sie nur zu illustrieren: „Abstraktion“, „Bewegung“, „Bild-Gebäude“, „Blick“, „Weiblicher Körper“ und „Re:Produktion“.

 

Giuseppe Penone Rovesciare i propri occhi To Turn Upside Down Your Own Eyes 1970 SW Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof Museum für Gegenwart - Berlin Staatliche Museen zu Berlin 
Preußischer Kulturbesitz © VG Bild-Kunst, Bonn 2018




Mit Lynda Benglis, David Claerbout, Jan Dibbets, VALIE EXPORT, Claus Goedicke, Andreas Gursky, Gottfried Jäger, Barbara Kasten, Sherrie Levine, Giuseppe Penone, Thomas Ruff, Edward Ruscha, Katharina Sieverding, Jörg Sasse, Hannah Villiger, Christopher Williams und einer Störung von Franz de Hamilton sowie einem begleitenden Beitrag von Adrian Sauer

 

 

12.06.2018 - 30.09.2018
Eine überwältigende Premiere feierte das Fotofestival La Gacilly in Baden bei Wien. Dem Charme von Baden, einer Stadt mit dem weltberühmten Rosarium mit rund 30.000 Rosenstöcken, dem historischen Kurpark, Biedermeiergassen und Heurigenlokalen sind schon die Habsburger wie Kaiser Franz I. ebenso erlegen wie Beethoven, Mozart und Johann Strauß. Jetzt hat Baden eine neue Attraktion: das größte Open Air Fotofestival Europas La Gacilly ist von der Bretagne nach Baden gekommen und hat die Stadt in einen Garten der Fotokünste verwandelt. Die Ausstellungen 2017 La Gacilly werden zu den Aussstellungen 2018 in Baden. Fotografen aus aller Welt zeigen bis 30. September faszinierende Bilderwelten unter dem Motto „I love Africa“.
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La Gacilly Baden - Im Garten der Fotokünste
Eine überwältigende Premiere feierte das Fotofestival La Gacilly in Baden bei Wien. Dem Charme von Baden, einer Stadt mit dem weltberühmten Rosarium mit rund 30.000 Rosenstöcken, dem historischen Kurpark, Biedermeiergassen und Heurigenlokalen sind schon die Habsburger wie Kaiser Franz I. ebenso erlegen wie Beethoven, Mozart und Johann Strauß. Jetzt hat Baden eine neue Attraktion: das größte Open Air Fotofestival Europas La Gacilly ist von der Bretagne nach Baden gekommen und hat die Stadt in einen Garten der Fotokünste verwandelt. Die Ausstellungen 2017 La Gacilly werden zu den Aussstellungen 2018 in Baden. Fotografen aus aller Welt zeigen bis 30. September faszinierende Bilderwelten unter dem Motto „I love Africa“.

Foto Eric Pillot Courtesy Galerie Dumonteil



Ethik und Nachhaltigkeit, Mensch und Natur stehen im Mittelpunkt des Festivals in Baden. Dabei vermischen sich Kunst und Fotojournalismus. So wie es in Baden viele interessante Geschichten gibt so interessant ist auch der Weg vom Festival La Gacilly nach Baden. Jacques Rocher hat im Jahre 2004 in seinem Geburtsort La Gacilly das Festival ins Leben gerufen, das sich den Themen Mensch und Natur widmet.

 

Foto Emmanuel Berthier 

 

Jacques Rocher, Bürgermeister von La Gacilly, Geschäftsführer des Familienkonzerns Yves Rocher und Vorsitzender der Umweltstiftung Fondation Yves Rocher, gelang es mit viel Engagement es zu dem größten Fotofestivals Europas zu machen, das in den vier Monaten seiner Laufzeit rund 400.000 Besucher anzieht.
Auch in Baden bei Wien gab es von Lois Lammerhuber, Fotograf, Autor und Verleger, und Stefan Szirucsek, Bürgermeister von Baden, den Wunsch ein Fotofestival ins Leben zu rufen. So entstand die Idee, die Ausstellungen von La Gacilly in der Bretagne, ein Jahr später nach Österreich zu bringen.

„Mein Wunsch ist es als bekennender Europäer  der Öffentlichkeit zu zeigen, dass Kultur in Europa fundamental ist.“, äußert sich Jacques Rocher zu ihrem Erfolg dieses paneuropäischen Projekts.

 

 Lois Lammerhuber

 

Nun ist in Baden ein Festival entstanden, das laut Lois Lammerhuber, der Festival Direktor ist, Fragen stellt, anprangert, staunen lässt, beruhigt und Hoffnung schenkt. Mit der künstlerischen und fotografischen Vermittlung der drängenden Umweltprobleme ebenso wie der Schönheit der Welt  und des Daseins steht das Festival  für den Wunsch der Menschen nach Frieden und einem gelungenen Leben.

 

 

 

 

Zwei der berühmtesten afrikanischen Fotografen waren mit ihren Bildern in Baden zu sehen. Das obere Bild ist von Malick Sidibe / courtesy Magnin-A) , das unter Bild ist von Seydou Keita /SKPEAC - Courtesy CAAC - The Pigozzi Collection, fotografiert.


So vielfältig und begeisternd wie die Open Air Galerie mi ihren vier Kilometern Länge in Garten- und Fotokunst verschmelzen, war die Eröffnung des Festivals vor der Orangerie im Doblhoffpark. Eröffnet wurde es mit der „Ode an die Freude“ aus der 9. Symphonie Ludwig van Beethovens, der Teile dieses Werkes in Baden komponiert hatte. Eine Damen A-Capella-Gruppe aus Madagaskar sorgte ebenso für gute Stimmung wie die Vorstellung der Fotografen, afrikanische Gerichte und französischer Käse.
Man mag kaum glauben, dass nach nur wenigen Monaten Vorarbeit es dem Team um Lois Lammerhuber gelungen ist, so ein großartiges Fotofestival in Szene zu setzen, bis ins kleinste Detail liebevoll gestaltet und perfekt organisiert.

 

 

 

 

 

Schönheit und Schrecken liegen auf dem afrikanischen Kontinent nah beieinander - das Fotofestival La Gacilly zeigt verschiedenste Facetten

Foto oben: Aida Muluneh "Reves et Illusions"
Foto Brent Stirton Virunga
Foto unten: Nyani Quarmyne / Panos-Réa

 


Keiner wird unberührt von den Bildern Baden verlassen und jeder wird nach seinem Streifzug durch die Bilder zwischen Bäumen, Hecken, Seen, Rosen und pittoresken Häuserwänden, sich wünschen wiederkommen um diese einmalige Atmosphäre noch einmal zu erleben.

Brigitte Henninges

Weitere Informationen finden Sie hier... 

 

 



Akintude Akinleye, Ed Alcock, Sammy Baloji, James Barnor,
Teo Becher, Girma Berta, Emmanuel Berthier, Mama Casset,
David Chancellor, Paras Chandaria, Jean Depara, Fatoumata Diabaté,
Omar Victor Diop, Michel Vanden Eeckhoudt,
Elliott Erwitt, Tim Flach, François-Xavier Gbré,
Image Sans Fontière, Hélène Jayet, Seydou Keïta, Manon Lanjouère,
Oumar Ly, Rob Maclnnis, Phil Moore,
Baudoin Mouanda, Aïda Muluneh, Daniel Naudé,
Eric Pillot, Nyani Quarmyne, Arthur Rimbaud, Joel Sartore,
Emanuele Scorcelletti, Zhen Shi, Malick Sidibé und Brent Stirton.


08.06.2018 - 09.09.2018
Fotoausstellung Berlin . Eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts ist die Ausstellung im Willy-Brandt-Haus gewidmet: Sie ehrt mit Bildern von Louise Gubb und Jürgen Schadeberg den südafrikanischen Widerstandkämpfer und ersten schwarzen Präsidenten Nelson Mandela, der am 18. Juli dieses Jahres 100 Jahre geworden wäre. 8. Juni bis 9. September 2018
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Louise Gubb und Jürgen Schadeberg – Nelson Mandela zum 100. Geburtstag
Fotoausstellung Berlin . Eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts ist die Ausstellung im Willy-Brandt-Haus gewidmet: Sie ehrt mit Bildern von Louise Gubb und Jürgen Schadeberg den südafrikanischen Widerstandkämpfer und ersten schwarzen Präsidenten Nelson Mandela, der am 18. Juli dieses Jahres 100 Jahre geworden wäre. 8. Juni bis 9. September 2018



© Louise Gubb

Feier, 27. Mai 1993, Südafrika

ANC-Präsident Nelson Mandela besucht die staatliche Schule Hlengiwe in der Nähe von Johannesburg, die unter der Apartheid als separate "farbige" Schülerschule bezeichnet wird, um die Bedeutung von Bildung im Leben hervorzuheben.


 Nelson Mandela zählt zu den großen Kämpfern gegen die Unterdrückung der Schwarzen. Für seinen Widerstand gegen die Apartheid wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt. Seine Freilassung nach 27 Jahren markierte eine Wende in Südafrika. Als erster schwarzer Präsident führte er sein Land auf den Weg zu Demokratie und Versöhnung. In Erinnerung an den Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela präsentiert der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus Fotografien von Jürgen Schadeberg und Louise Gubb in einer gemeinsamen Ausstellung.

 

 © Jürgen Schadeberg
Nelson Mandela und Moses Kotane während des Verratsprozesses, 1958.

Im Morgengrauen des 5. Dezember 1955 trieb die Polizei 156 politische Anführer und Wissenschaftler zusammen, die verhaftet und wegen Verrats angeklagt wurden. Am 13. Oktober 1958 verlassen Moses Kotane (links), ein ANC-Führer, und Nelson Mandela (rechts) freudestrahlend das Gerichtsgebäude von Pretoria, nachdem die Anklage zurückgezogen wurde. Am 19. Januar 1959 wurde Nelson Mandela mit 29 anderen Aktivisten erneut vor Gericht gestellt, um zwei Jahre später für wieder für unschuldig befunden zu werden.


Die Schwarz-Weiß Aufnahmen von Jürgen Schadeberg wurden zu Ikonen der Fotografiegeschichte. Als einer der ersten weißen Fotografen dokumentiert er die Lebens- und Arbeitsbedingungen der schwarzen Bevölkerung und wird dabei zu einem wichtigen Chronisten der Unterdrückung und des Befreiungskampfes. Er begleitet den jungen Rechtsanwalt und ANC-Kämpfer Nelson Mandela in den 1950er und -60er Jahren und kehrt später mit ihm an den Ort seiner Haft auf Robben Island zurück. Die Bilder, die bei diesem Besuch 1994 entstehen, gehen um die Welt.

 

© Louise Gubb
Königliches Gedenken, 23. März 1995, Avalon Friedhof, Soweto, Südafrika

Die britische Königin Elizabeth II. spricht mit Präsident Nelson Mandela während der Enthüllung einer Gedenktafel zu Ehren der 616 hauptsächlich schwarzen südafrikanischen Truppen, die ertranken, als die SS Mendi 1917 in britischen Gewässern sank, eine der größten Tragödien in der Militärgeschichte. Die Königin war zu einem offiziellen Besuch in Südafrika.


 

 

 

Die Südafrikanerin Louise Gubb begleitet Nelson Mandela in den 1990er Jahren als Pressefotografin. Ihre Farbfotografien zeigen den Präsidenten Mandela bei verschiedenen offiziellen Anlässen. Auch wenn es keine privaten Momente sind, so gelingt es Louise Gubb doch, die Persönlichkeit jen-seits des Politikers einzufangen. Ihre Porträts zeigen die Lebensfreude, den Charme und Witz Nelson Mandelas. Sie selbst hat in Interviews immer wieder betont, wie freundlich und humorvoll ihr Mandela bei den Presseterminen begegnet ist.

 

© Jürgen Schadeberg
Mandelas Rückkehr nach Robben Island, 1994.

Bei einem seiner ersten Auftritte traf sich Mandela mit anderen ehemaligen politischen Gefangenen. "Robben Island ist zu einem Symbol für den Triumph der Freiheit über die Unterdrückung geworden. Ein Beweis für den Triumph der Gerechtigkeit über die Ungerechtigkeit. Aber dies wurde nur erreicht durch das Leiden und die Not der Inhaftierten hinter den schiefergrauen Wänden.“ Nelson Mandela, der zu lebenslanger Haft auf Robben Island verurteilt wurde, verbrachte 18 seiner 27 Jahre in Haft in einer 2 x 2,5 Meter großen Zelle im Gefängnis von Robben Island. Er wurde am 11. Februar 1990 aus dem Gefängnis entlassen und 1994 zum ersten schwarzen Präsident Südafrikas gewählt

 


Insgesamt werden 45 Fotografien in der Ausstellung präsentiert. Neben einigen frühen Bildern von 1951 bis 1955 sind es besonders die Fotos der 1990er Jahre, die an den Freiheitskämpfer und späteren Präsidenten Nelson Mandela erinnern.

Willy-Brandt-Haus, Stresemannstraße 28, Berlin


08.06.2018 - 16.09.2018
Längst über Münchens Grenzen hinaus bekannt ist, dass die Ausstellungen im Kunstfoyer der Bayerischen Versicherungskammer ganz großes Kino sind – und dieses Mal auch im wörtlichen Sinn. Zum hundertjährigen Jubiläum zeigt die Bayerische Versicherungskammer an der exklusiven Münchner Maximiliansstraße 160 Exponate zur Geschichte der UFA darunter Kostüme, Requisiten, Fotos, Plakate, Entwürfe, Produktionsunterlagen, Korrespondenzen, Werbematerialien und vieles mehr. 8.6. bis 16.9.2018
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Die UFA – Geschichte einer Marke
Längst über Münchens Grenzen hinaus bekannt ist, dass die Ausstellungen im Kunstfoyer der Bayerischen Versicherungskammer ganz großes Kino sind – und dieses Mal auch im wörtlichen Sinn. Zum hundertjährigen Jubiläum zeigt die Bayerische Versicherungskammer an der exklusiven Münchner Maximiliansstraße 160 Exponate zur Geschichte der UFA darunter Kostüme, Requisiten, Fotos, Plakate, Entwürfe, Produktionsunterlagen, Korrespondenzen, Werbematerialien und vieles mehr. 8.6. bis 16.9.2018

 

 

Ufa-Palast am Zoo, Außenwerbung zu "Das Girl von der Revue" (D 1982 Regis Richard Eichberg)
Quelle Deutsche Kineemathek - Fotoarchiv

 

Zum hundertjährigen Geburtstag der UFA kann man sich im Kunstfoyer in sieben Kapiteln unterteilt an der wechselvollen und spannenden Konzern- und Markengeschichte erfreuen. Die UFA GmbH (bis 1991 Universum Film AG, kurz Ufa) hatte ihren Hauptsitz im Potsdamer Stadtteil Vabelsberg. Das Unternehmen ist eng mit der Geschichte des deutschen Films verbunden und zählt zu den ältesten Filmfirmen in Europa.

Die heutige UFA GmbH ist ein Tochterunternehmen des international tätigen Medienkonzerns Bertelsmann und gilt gegenwärtig als eine der größten deutschen Firmen im Bereich der Fernsehfilm- und TV-Produktionen.

 

1917 - 1929


Friedrich Wilhelm Murnau (links mit Hut) und Emil Jannings (rechts) bei den Dreharbeiten zu "Der letzte Mann" (D 1924, Regie: Friedrich Wilhelm Murnau) Foto Hans Nage Quelle Deutsche Kinemathek - Fotoarchiv 

 

 

Gegründet wurde die Universum Film AG im Dezember 1917 mit dem Ziel, der Kriegspropaganda des Deutschen Reichs größere Wirksamkeit zu verschaffen. Ein Jahr später war Deutschland auf dem Weg in eine Demokratie. Die von Industrie und Deutscher Bank großzügig mit Kapital ausgestattete Ufa blieb bestehen und machte mit Monumentalfilmen wie Ernst Lubitschs Madame Dubarry (1919) bereits international auf sich aufmerksam. 

 

In der Mitte der 1920er-Jahre geriet die Ufa mit Großproduktionen wie Fritz Langs „Metropolis“ in eine wirtschaftliche Krise. Als Retter trat der nationalkonservative „Medienzar“ Alfred Hugenberg auf, der das Unternehmen 1927 kaufte und von seinem Vertrauten Ludwig Klitzsch sanieren und modernisieren ließ. 

 

 

1930 - 1949


 Szenenfoto aus "Einmal eine große Dame sein" Mittig Käthe von Nagy als Kitty Holm (D 1934 Reie Gerhard Lamprecht) Quelle Deutsche Kinemathek - Fotoarchiv

 

Zu Beginn der 1930er-Jahre agierte die Ufa trotz Weltwirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit durchaus erfolgreich. Tonfilmoperetten wie „Die Drei von der Tankstelle“ (1930, Regie: Wilhelm Thiele) boten dem Publikum kleine Fluchten aus dem Alltag, daneben wurden aber auch konservative Preußenfilme und andere nationale Filme produziert – ganz im Sinne Alfred Hugenbergs. 

Auf die nationalsozialistische Diktatur reagierte der Konzern schnell und angepasst: Jüdische Mitarbeiter wurden entlassen, und die Premiere von „Hitlerjunge Quex“ (1933, Regie: Hans Steinhoff) fand in Anwesenheit Adolf Hitlers statt. Die Ufa produzierte und vertrieb weiterhin Unterhaltungs- und Propagandafilme, 1937 wurde der Konzern verstaatlicht. Während des Zweiten Weltkriegs dehnte sich sein Imperium auf die von Deutschland besetzten Gebiete aus. 1942 fasste Propagandaminister Joseph Goebbels die gesamte deutsche Filmindustrie unter dem Namen Ufa Film GmbH (Ufi) zusammen. Als letzte Großproduktion der Ufa entstand 1944 der Durchhaltefilm „Kolberg“ von Veit Harlan. 

Ein Jahr nach Kriegsende wurde in der sowjetisch besetzten Zone die Deutsche Film AG (DEFA) gegründet, die fortan auch das Babelsberger Studiogelände betrieb. Die westlichen Alliierten versuchten, ein Wiederaufleben der Ufa per Gesetz zu verhindern. 

 

1950 - 1969

 

Die zur Entflechtung des Ufi-Konzerns beschlossenen Gesetze wurden in der Bundesrepublik Deutschland – wohl auch mit Unterstützung der von Konrad Adenauer geführten Regierung – hintertrieben. Von der Aufteilung der Atelierbetriebe und des Kinoparks bis zum verfügten Verbot des Namens Ufa: Letztlich wurde keine der zentralen Maßnahmen auf Dauer umgesetzt. Stattdessen kam es 1956 zur Neugründung und Reprivatisierung der Universum Film AG, die erneut Kinofilme produzierte und den Rhombus als Logo nutzte. Das Gründungskapital kam einmal mehr von der Deutschen Bank. Auf der Führungsebene wie beim künstlerischen Personal gab es vielfach Kontinuitäten zur NS-Zeit. 

Allen Umstrukturierungen zum Trotz war die Nachkriegs-Ufa während der Kinokrise der späten 1950er- Jahre nicht erfolgreich; das neue Leitmedium war inzwischen das Fernsehen. 1964 wurde die Ufa an den Bertelsmann Konzern verkauft. Dieser hatte zunächst Interesse an den anfallenden Musikrechten, investierte aber mit der Ufa Film- und Fernseh-GmbH bald auch in den neuen Markt. 

 

 

1970 - 1989

 

Die TV-Bildschirme waren noch immer klein, die mit ihnen in die Wohnzimmer gebrachten Sendungen aber inzwischen bei einem großen Publikum ausgesprochen beliebt. Die Ufa-Fernsehproduktion bot den Sendern alle gängigen Unterhaltungsgenres und -formen an, von der Musikshow bis zur Romanverfilmung, vom Zeitstück bis zur Familienserie. 

Während die eigens zu diesem Zweck gegründete Ufa-Filmproduktion mit dem Westberliner Kabarettisten Dieter Hallervorden Slapstickkomödien für das Kino entwickelte, kam zu der ebenfalls in Berlin ansässigen Ufa-Fernsehproduktion ein knappes Dutzend ostdeutscher DEFA-Stars. Viele von ihnen wollten oder mussten nach der Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann die DDR verlassen. Regisseure wie Frank Beyer, Autoren wie Jurek Becker, Günter Kunert oder Klaus Poche, DEFA-Stars wie Manfred Krug, Hilmar Thate oder Angelica Domröse realisierten nun zeitkritische Stoffe für das westdeutsche Fernsehen und verhalfen damit der Ufa-Fernsehproduktion zu neuem Ansehen bei den Sendern. 

 

 

1990 - 2009


Szenenbild, CGI Computergrafik aus Dresden (D 2006 Regie: Roland Suso Richter
copyright UFA Fiction / Scanline

 

Die Einführung des privaten Rundfunks in Deutschland 1984 zahlte sich für die UFA erst zeitversetzt aus: Zehn Jahre nach ihrer Gründung hatten RTL und Sat.1 sich ein so großes Stammpublikum erarbeitet, dass die Werbeinseln endlich Geld in die Kassen spülten. Ein Teil davon wurde anschließend in Programminnovationen investiert, um die erreichte Marktposition abzusichern oder um mit prestigeträchtigen Programmimpulsen das Image des Privatfernsehens aufzupolieren. 

Die UFA profitierte von beiden Strategien: Sie stellte in den 1990er-Jahren tägliche Serien für RTL her und entwarf zur Jahrtausendwende mit „Der Tunel“ (2001, Regie: Roland Suso Richter) oder „Der Tanz mit dem Teufel“ (2001, Regie: Peter Keglevic) für Sat.1 eine neue Form des spektakulären Event-Mehrteilers. Den Kinomarkt bediente die UFA in dieser Zeit bestenfalls nebenbei: Der Fernsehfilm „Die Polizistin“ (WDR 2000, Regie: Andreas Dresen) wurde ein Jahr nach seiner TV-Ausstrahlung im Kino „zweitverwertet“. 

 

2010 – 2017 

 

Fernsehinhalte kommenseit einiger Zeit nicht mehr nur als lineares Programm nach Hause, sondern die Inhalte können auch mit dem Computer individuell unabhängig von Sendezeiten angeschaut werden.

 

DieUFA, inzwischen selbst Teil eines weltweit agierenden Medienkonzerns entwickelt und produziert deshalb mehr und mehr mit Blick auf den internationalen Markt, gelegentlich wird sogar gleich in englischer Sprache gedreht. 

Neben den deutschen Senderpartnern sind inzwischen auch Netflix, Amazon oder YouTube potenzielle Kunden. 

 

Um für diesen globalen Wettbewerb besser aufgestellt zu sein, ordnete die UFA ihre Tochterunternehmen neu und teilte sie in vier – jeweils englisch benannte – sogenannte Units auf. Statt Fernsehfilmen für ARD und ZDF stehen inzwischen Serien wie „Deutschland 83“ (2015, Regie: Edward Berger, Samira Radsi) oder Kinogroßprojekte wie „Der Medicus“ (2013, Regie: Philipp Stölzl) im Fokus. Seit 2009 besteht mit dem UFA 

dem UFA LAB außerdem eine Einheit, die ausschließlich Content für die digitalen Medien produziert. Zugleich zeigt die Marke UFA sich – in einer Kooperation mit Bertelsmann – auch wieder traditionsbewusst: Im Rahmen der UFA Filmnächte werden seit 2012 einmal im Jahr die alten Stummfilmklassiker in Berlin unter dem Himmel von Berlin und in anderen Städten präsentiert. 

 

UFA LAB Das digitale Studio

 

Als das UFA LAB 2009 seine Arbeit aufnahm, war das iPhone seit zwei Jahren auf dem Markt und dieInternetplattform YouTube vier Jahre alt. Die Sozialen Medien mit ihren Angeboten mit denen sich überall Videos aufnehmen und abspielen lassen, haben die alte Aufgabenteilung zwischen Produzent und Konsument aufgelöst.

Mit dem ZDF entwickelte das UFA LAB ein transmediales Konzept, das die Zuschauer vom Fernseher weg ins Internet locken sollte; für Facebook und YouTube wurden Blogs und Webserien entwickelt, für gemeinnützige Stiftungen edukative Formate, die gezielt junge Internetnutzer ansprechen.

 

Im Auftrag eines Markenherstellers reiste ein Team des UFA Labs mit einem 360-Grad-Kamera-System nach Florida: Die virtuelle Erfahrung, auf dem Beifahrersitz eines Cabrios über die Boulevards von Miami zu fahren, wurde zur Markteinführung eines Autos genutzt.

Hundert Jahre nach der Gründung der UFA arbeitet das LAB nun unter anderem am „begehbaren Film“, in dem der Zuschauer sich selbst als Teil der Inszenierung um sich herum wahrnimmt

 

Impressionen von der Vernissage


 

 

 

Führungen 

23.6./ 24.6. | 7.7./ 8.7. | 25.8./ 26.8. | 1.9./ 2.9./ und 15.9./ 16.9.
Jeweils von 12-13 Uhr und von 18-19 Uhr
Die Teilnahme an den Führungen ist kostenfrei. 

Die Termine sind öffentlich (ohne Anmeldung). 

 

Katalog „Die Ufa – Geschichte einer Marke“, erschienen im Kerber Verlag, Museumsausgabe 29 Euro 

Der Katalog zur Ausstellung „Die Ufa – Geschichte einer Marke“ widmet sich den ökonomischen und ästhetischen Strategien des Medienkonzerns seit seiner Gründung im Jahr 1917. In drei Essays werden die Unternehmens- und Markengeschichte skizziert und zugleich die Entwicklung der audiovisuellen Medien in Deutschland reflektiert. Anhand einer Vielzahl von Exponaten, die von der Stummfilmzeit über das Aufkommen des Fernsehens bis hin zu aktuellen Innovationen der heutigen UFA reichen, lassen sich die Reaktionen des Unternehmens auf gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen sowie die Marktmechanismen der jeweiligen Epoche nachvollziehen. 

 

 

Kunstfoyer, Versicherungskammer Kulturstiftung, Maximilianstraße 53, München

 

02.06.2018 - 07.10.2018
Fotoausstellung Winterthur . Juergen Teller zählt international zu den gefragtesten Fotografen der Gegenwart, und seine Arbeiten, oft umfangreiche Serien, werden in Büchern, Zeitschriften, Magazinen und Ausstellungen veröffentlicht. Das Fotomuseum Winterthur stellt seine Arbeiten vor. 2.6.–7.10.2018
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Juergen Teller – Enyoy Your Life!
Fotoausstellung Winterthur . Juergen Teller zählt international zu den gefragtesten Fotografen der Gegenwart, und seine Arbeiten, oft umfangreiche Serien, werden in Büchern, Zeitschriften, Magazinen und Ausstellungen veröffentlicht. Das Fotomuseum Winterthur stellt seine Arbeiten vor. 2.6.–7.10.2018

 

Self-portrait, Plates/Teller, No.175, 2016
© Juergen Teller 

 

Juergen Teller bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Kunst und kommerzieller Fotografie, ein zentrales Interesse bildet das Porträt: In den Bereichen Musik, Mode, Alltag und Landschaft gelingt es ihm, mit eigenem Gespür für Personen und Situationen unmittelbare, manchmal scheinbar einfache Bildkompositionen zu schaffen. Gezielte Brüche von Sehgewohnheiten und Erwartungen sind einigen Arbeiten implizit, idealisierende, schönende oder verklärende Bildstrategien liegen ihm fern. Juergen Teller (*1964) zählt international zu den gefragtesten Fotografen der Gegenwart und seine Arbeiten, oft umfangreiche Serien, werden zahlreich in Büchern, Zeitschriften und Magazinen veröffentlicht.

 

 

Eva Herzigova, Mit dem Teller nach Bonn, No.3 2016
© Juergen Teller

 

Juergen Teller zählt international zu den gefragtesten Fotografen der Gegenwart, und seine Arbeiten, oft umfangreiche Serien, werden in Büchern, Zeitschriften, Magazinen und Ausstellungen veröffentlicht. Nachdem er – aus einer Instrumentenbauerfamilie stammend – seine Bogenmacherlehre aus gesundheitlichen Gründen abbrechen musste, studierte er an der Bayerischen Staatslehranstalt für Photographie in München und zog 1986 als freier Fotograf nach London. Dort begann er für Musik-, Zeitgeist- und Modemagazine zu fotografieren und wurde 1991 bekannt, als er die Band Nirvana auf ihrer Nevermind Release- Tour begleitete und seine sensiblen Fotos des schüchternen Front- mannes Kurt Cobain veröffentlicht wurden.

 

 My mother, Plates/Teller, No.174, 2016
© Juergen Teller

 

Juergen Tellers Arbeiten bewegen sich seitdem permanent an der Schnittstelle zwischen Kunst und kommerzieller Fotografie, und sein Stilmittel ist das Porträt: In den Bereichen Musik, Fashion, VIPs, Alltag und Landschaft gelingt es ihm, mit einem sehr eigenen Gespür für Personen, Situationen, Milieus und Klischees unmittelbare, manchmal scheinbar einfache Bildkompositionen zu schaffen. Sie vermitteln eine gewisse Beiläufigkeit, die sich aber bei näherer Betrachtung als ausgewogene Bildkomposition und bewusste künstlerische Konzeption erweist. Gezielte Brüche von Sehgewohnheiten und Erwartungen sind einigen Arbeiten implizit und ideali- sierende, schönende oder verklärende Bildstrategien liegen ihm fern. Seine Bilder scheinen an die Substanz des Motivs zu reichen und die Visualisierung einer nicht perfekten Schönheit steht im Vordergrund.

 

Frogs and Plates No.13, 2016
© Juergen Teller

 

In bewusster Distanz zum immerwährenden Glamour im Bereich Mode- und People-Fotografie hat Juergen Teller eine exponierte Stellung: In Modekampagnen für namhafte Label versetzt er Schauspieler, Super- models, Popstars oder andere Prominente in neue, oft irritierende visuelle Zusammenhänge, wie z.B. in der Serie Kanye, Juergen & Kim, Château d'Ambleville von 2015, gestattet ihnen ihre Individualität zu ‚Stars‘, die selten so gekonnt und metaphorisch dargestellt werden: Das opulente Buch  Eating at Hotel Il Pellicano. Juergen Teller, Antonio Guida, Will Self zeigt Aufnahmen, für die Teller 2013 die Kreationen des Sternekochs Antonio Guidas in dem toskanischen Hotel in Szene setzt. Dieses künstlerische Prinzip überträgt er auch auf die nicht kommerziellen Arbeiten.

 „Was mich letztlich einzig und allein interessiert, ist die Interaktion zwischen zwei Menschen. Einer von denen bin ich, der Fotograf. Und wenn mich diese Begegnungen berühren, dann ist es gut.“ So basieren seine Shootings mit Charlotte Rampling auf großer spieler- ischer Freude und einem inzwischen bedingungslosen gegenseitigen Vertrauen, was auch die jüngsten Aufnahmen mit ihr Charlotte Rampling, a Fox, and a Plate (Teller) im neuen Londoner Atelier belegen.

Juergen Teller fordert von seinen Modellen die Bereitschaft zum Unverfälschten und Ungeschönten, so, wie sein unermüdlicher, ehrlicher, neugieriger, offener und unverstellter Blick auf das Motiv auch beim Betrachter Toleranz und Neugier voraussetzt. Er agiert wie ein Regisseur mit seiner Kamera, mit dem Set, den Requisiten und vor allem den Protagonisten seiner Bilder. So ist nachzuvoll- ziehen, dass auch andere Personen den Auslöser der Kamera betätigen, wenn er selbst zum Modell seiner Inszenierungen wird. „Alles ist im weitesten Sinne eine Art Selbstporträt. Es ist einfach die Art, wie Du die Dinge siehst, und wie gewisse Dinge Dich neugierig machen und Dich einfach mitreißen.“, so Teller. In den seit 2016 entstandenen Serien Plates/Teller fließen alle bisherigen Themen und Kompositionen als Konzentrat zusammen. Und als „storyteller“ reflektiert Teller das Medium Foto- grafie als Spiegel der Gesellschaft und untersucht fast intuitiv dessen Medienwirksamkeit.

 

Die Ausstellung war zuvor in der Bundeskunsthalle Berlin und in der Bundeskunsthalle  Bonn sowie in der Galerie Rudolfinum in Prag zu sehen.

 

Fotomuseum Winterthur, Grüzenstrasse 44+45, Winterthur, Schweiz

01.06.2018 - 18.11.2018
Fotoausstellung Berlin . Die Berliner Helmut Newton Stiftung präsentiert die Ausstellung „Between Art & Fashion. Photographs from the Collections of Carla Sozzani / Alice Springs. Portraits mit über 200 Bildern. 1. Juni bis 18. November 2018.
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Between Art & Fashion
Fotoausstellung Berlin . Die Berliner Helmut Newton Stiftung präsentiert die Ausstellung „Between Art & Fashion. Photographs from the Collections of Carla Sozzani / Alice Springs. Portraits mit über 200 Bildern. 1. Juni bis 18. November 2018.

Alice Springs
Helmut Newton, Rue Aubriot, Paris 1976
copyright Alice Springs

 


Vorgestellt wurde die Ausstellung „Between Art & Fashion“ schon in der Pariser Galerie Azzedine Alaïa und in dem Schweizer  Museum of Fine Arts Le Locle (kuratiert von Fabrice Hergott). Jetzt zeigt die Helmut Newton Stiftung „Between Art & Fashion in völlig neuer Zusammenstellung erstmals auch in Deutschland. Aus dem umfangreichen Sammlungsbestand wurden über 200 Fotografien ausgewählt. Thematisch auf den aktuellen Ausstellungsort abgestimmt, werden einige Fotografen mit nur einer Arbeit präsentiert, andere mit einem kleinen Konvolut – eine Auswahl, in der es nicht um Vollständigkeit geht, sondern um Authentizität und Sichtbarmachung, um die Qualität autonomer und repräsentativer Bilder. Innerhalb der Berliner Präsentation ragen vier Kooperationen zwischen Carla Sozzani und Paolo Roversi, Sarah Moon, Bruce Weber und Helmut Newton heraus, jeder wird entsprechend viel Ausstellungsraum eingeräumt, u.a. mit Arbeitsfotos und Kontaktbögen der gemeinsamen Modeshootings.

 

Arthur Elgort
Azzedine Alaia and Naomi Campell, New York City, 1987
copyright Paolo Roversi

 


In June’s Room sind anlässlich des 95. Geburtstages von June Newton alias Alice Springs über 30 teilweise noch nicht gezeigte Porträts zu sehen, die aus dem Stiftungsbestand aus-gewählt wurden – im Kontext der Sozzani-Sammlung sind es vor allem Künstler, Fotografen und Modedesigner. Alice Springs hat seit den 1970er-Jahren ein eigenständiges fotografi-sches Werk geschaffen, das auch immer wieder in der Helmut Newton Stiftung gezeigt wor-den ist. Die Liste der von Alice Springs porträtierten Künstler, Schauspieler und Musiker liest sich wie ein Who’s Who der internationalen Kulturszene aus den vergangenen vierzig Jahren diesseits und jenseits des Atlantiks – von Yves Saint Laurent und Karl Lagerfeld über Billy Wilder und Diana Vreeland bis zu den Hell’s Angels. Auch wenn die meisten der von ihr Porträtierten zum Jetset gehören, macht sie doch grundsätzlich keinen Unterschied zwischen den gesellschaftlichen Schichten. Manche Aufnahmen sind im Auftrag für Zeitschriften zwischen Paris und Los Angeles entstanden, andere aus freiem Antrieb. Möglicherweise hilft ihr, der ausgebildeten Schauspielerin, die tiefe Kenntnis des Schauspiels, gleichzeitig auf und hinter die Fassade des Menschlichen zu schauen. Ihren Blick für und auf die Menschen konzentriert sie meist auf deren Gesichter; zuweilen fasst sie sie im engen Bildausschnitt als Brust- oder Dreiviertelporträt. Nur wenige Studioporträts sind darunter, die Mehrzahl entstand vielmehr – meist bei natürlichem Licht – im öffentlichen Raum sowie vor oder in den Wohnungen der Protagonisten.

 

Peter Lindbergh
Le Touquet, Linda Spierings and Tatjana Patitz, 1987
copyright Peter Lindbergh

 



Carla Sozzani, frühere Chefredakteurin der italienischen Elle und Vogue, hat über viele Jahre Fotografien gesammelt – und seit 1990 in ihrer Mailänder Galerie in enger Verbindung mit zahlreichen international renommierten Fotografen ausgestellt. So zeigte sie auch vier Ausstellungen mit Bildern von Helmut Newton: "Ritratti di donna" (1993), "Impressions, Polaroids" (1996), "Us and them" (1999), zusammen mit seiner Frau June, a.k.a. Alice Springs, und "Yellow Press" (2003). Die persönliche Freundschaft zwischen Carla Sozzani und Helmut Newton mündet 2018 in der Präsentation der vielschichtigen Sozzani-Sammlung in der Helmut Newton Stiftung unter dem Titel Between Art & Fashion.

 

Paolo Roversi
Meg. Alaia Dresse, 1987
copyright Paolo Roversi


Seit der Galeriegründung vor 28 Jahren gab es bei Carla Sozzani Hunderte von Fotografie-Ausstellungen, u. a. von Annie Leibovitz, Sarah Moon, Paolo Roversi, David Bailey, Hiro oder David LaChapelle. Darüber hinaus finden zweimal jährlich Ausstellungen zu Architektur und Design, etwa zum Werk von Carlo Mollino, Verner Panton oder Yayoi Kusama, und schließlich Modepräsentationen, u. a. von Pierre Cardin, André Courrèges oder Paco Rabanne, statt. Manche der ausgestellten Werke gelangen anschließend in Sozzanis Sammlung, die heute annähernd 1000 Werke umfasst und neben Modebildern auch Fotoexperimente von Berenice Abbott und Duane Michals, Akt-Porträts von Francesca Woodman und Daido Moriyama sowie Stillleben von Man Ray und William Klein beinhaltet. So entstand über viele Jahre eine heterogene Sammlung mit Fokus auf klassischer Schwarz-Weiß-Fotografie, die wie ein Blick zurück in eine vergangene Zeit wirkt. Die Galerie Sozzani ist bis heute zentraler Bestandteil des von Carla Sozzani 1991 gegründeten ersten Concept Stores überhaupt: 10 Corso Como, mit Hauptsitz im Zentrum Mailands und inzwischen mit Ablegern in China, Korea und den USA. Die Galerie befindet sich seit 2016 unter dem Dach einer Stiftung.
Helmut Newton Stiftung, Jebenstraße 2, Hamburg


29.05.2018 - 19.08.2018
Fotoausstellung Wien . Bei WestLicht werden rund 100 zwischen den frühen 1950er- und den späten 1970er-Jahren entstandene Arbeiten Vivian Maiers, deren Werk erst 2009 entdeckt wurde, zu sehen sein. Dabei werden die klassischen, überwiegend mit der Rolleiflex aufgenommenen Schwarz-Weiß-Bilder durch Farbaufnahmen ergänzt, die sie mit der Leica fotografierte. 29.5. bis 19. 8. 2018
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Vivian Maier
Fotoausstellung Wien . Bei WestLicht werden rund 100 zwischen den frühen 1950er- und den späten 1970er-Jahren entstandene Arbeiten Vivian Maiers, deren Werk erst 2009 entdeckt wurde, zu sehen sein. Dabei werden die klassischen, überwiegend mit der Rolleiflex aufgenommenen Schwarz-Weiß-Bilder durch Farbaufnahmen ergänzt, die sie mit der Leica fotografierte. 29.5. bis 19. 8. 2018

Selbstporträt New York 1953
© Estate of Vivian Maier, Courtesy of Maloof Collection and Howard Greenberg Gallery, NY

 

„Ein Jahrhundertfund – und eine Geschichte, die man sich besser nicht hätte ausdenken können“, so WestLicht-Gründer Peter Coeln. Der Wiener Schauplatz für Fotografie holt die Arbeiten der US-amerikanischen Fotografin mit väterlichen Wurzeln in der k.u.k. Monarchie zum ersten Mal nach Österreich.

 

Selbstporträt 1978
© Estate of Vivian Maier, Courtesy of Maloof Collection and Howard Greenberg Gallery, NY

 

Die Entdeckung des Werks von Vivian Maier (1926–2009) schlug 2009 ein wie eine Bombe. Die Geschichte der bis dato völlig unbekannten Fotografin, die sich ihren Unterhalt zeitlebens als Kindermädchen verdient hatte und deren zu großen Teilen aus Negativen bestehendes Archiv auf einer Zwangsauktion eher zufällig in die Hände eines jungen Sammlers geraten war, begeisterte die Öffentlichkeit weit über die klassischen Fotozirkel hinaus.

Gleichsam über Nacht wurde Vivian Maier zum Star, in einem Atemzug genannt mit Größen wie Henri Cartier-Bresson, Robert Frank, Lee Friedlander oder Diane Arbus und gehandelt von den renommiertesten Galerien. Die hollywoodreife Erzählung wurde 2013 in einer Dokumentation verarbeitet, die weltweit in den Kinos lief und bei den Academy Awards 2014 für einen Oscar als Best Documentary Feature nominiert war. Vivian Maier selbst hat den späten Welterfolg nicht mehr erlebt. Sie starb 2009, zwei Jahre nachdem ihre Negative, Abzüge, 8 mm-Filme und Tonbänder versteigert worden waren, weil sie den Mietzins der Lagerräume schuldig geblieben war, in einem Altersheim an den Folgen eines Sturzes – nur wenige Tage, bevor der Sammler ihren letzten Wohnsitz ausfindig machen sollte.

 

Chicago 1963
© Estate of Vivian Maier, Courtesy of Maloof Collection and Howard Greenberg Gallery, NY

 

 


Selbstporträt undatiert
© Estate of Vivian Maier, Courtesy of Maloof Collection and Howard Greenberg Gallery, NY
 

 

„Die vielfach kolportierte – und ja tatsächlich fantastische – Erzählung einer ‚Mary Poppins mit Kamera‘ darf nicht den Blick auf Maiers Werk verstellen. Ihr Platz in der Fotogeschichte gebührt ihr wegen der Qualität ihrer Fotografie“, so WestLicht Chef-Kuratorin Rebekka Reuter. Viele von Maiers seit den 1950er-Jahren insbesondere in den Straßen von New York und Chicago entstandenen Arbeiten wirken wie unmittelbare Klassiker. Mit ihrem Gespür für den Moment und ihren souveränen Kompositionen beansprucht Maier nachhaltig einen Sitz im traditionell männlich dominierten Olymp der Street Photography. Ihre zahlreichen Selbstporträts in Spiegeln und Schaufenstern im Stadtraum brechen dabei mit der oft entlang archaischer Jäger-Beute-Schemata und konventioneller Geschlechterrollen konstruierten Erzählung des Genres.

Vivian Maier, geboren 1926 in New York City als Tochter einer französischen Mutter und eines österreichischen Vaters. Verbringt ihre Kindheit und Jugend, den lückenhaften Anhaltspunkten nach zu urteilen, zwischen Frankreich und New York. Möglicherweise früher Kontakt zur Fotografie durch die Porträtfotografin Jeanne Bertrand, die zeitweise mit Maier und ihrer Mutter in New York wohnt. Ende der 1940er-Jahre in Frankreich erste Aufnahmen mit der Kodak Brownie Box. 1951 Rückkehr in die USA und Anstellung als Kindermädchen bei einer Familie in Southampton, NY. Erste Rolleiflex 1952. Umzug nach Chicago 1956. Einrichtung einer Dunkelkammer im Badezimmer. Bis in die frühen 1970er-Jahre Arbeit als Nanny in einem Chicagoer Vorort bei der Familie Gensburg, ab 1967 zusätzlich bei den Raymonds. Weltreise 1959/60. Wechselnde Anstellungen als Kinderfrau und Haushaltshilfe in den 1970er-Jahren. Hinwendung zur Farbfotografie und Arbeit mit Leica IIIc. Filmmaterial bleibt zu großen Teilen unentwickelt. In den 1980er- und 1990er-Jahren zunehmend angespannte finanzielle Situation. Einlagerung ihres Archivs in angemieteten Lagerräumen. Alleinstehend und ohne familiäre Bindungen Unterstützung vor allem durch die Söhne der Gensburg-Familie. 2009 stirbt Vivian Maier an den Folgen eines Sturzes in einem Altersheim in Chicago.

Aufgrund ausbleibender Mietzahlung versteigert die Lagerhausfirma 2007 den Inhalt der Lagerräume von Vivian Maier, über 100.000 Negative, mehrere Tausend Abzüge, Tonbandaufnahmen und 8 mm-Filme. John Maloof, ein junger Immobilienmakler, der gerade an einem Buch über ein Wohnviertel an Chicagos Northwest Side arbeitet und auf der Suche nach historischem Bildmaterial ist, erwirbt unbesehen einen ersten Karton mit Negativen für 400 US-Dollar. Beginnt, sich mit dem Material zu beschäftigen. 2009 Veröffentlichung von Bildern auf seinem Blog, über einen Link zur Plattform flickr werden die Fotografien zu einem viralen Phänomen. Sukzessive weitere Ankäufe durch Maloof, der heute den weitaus größten Teil des Nachlasses verwaltet.

WestLicht. Schauplatz für Fotografie, Westbahnstraße 40 Wien

 

27.05.2018 - 26.08.2018
Fotoausstellung Mannheim . Zephir – Raum für Fotografie in den Reiss-Engelhorn-Museen zeigt in der Ausstellung “Postkoloniale Erleuchtung” Kirchen und Kinos in Südindien von Haubitz + Zoche. 27. Mai bis 26. August 2018
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Postkoloniale Erleuchtung
Fotoausstellung Mannheim . Zephir – Raum für Fotografie in den Reiss-Engelhorn-Museen zeigt in der Ausstellung “Postkoloniale Erleuchtung” Kirchen und Kinos in Südindien von Haubitz + Zoche. 27. Mai bis 26. August 2018

 

 

St. Anthony´s Church, Peratta (2014)
© Stefanie Zoche / VG Bildkunst

 

 

Von 1998 bis 2014 arbeiteten Sabine Haubitz 1959 in Nördlingen geboren, und Stefanie Zoche, 1965 in München geboren unter dem Namen Haubitz + Zoche zusammen. In dieser Zeit entstanden die Bilder „Postkoloniale Erleuchtung“.

In der Ausstellung, die zum ersten Mal in Deutschland zu sehen ist, treffen die Serien der Kirchen und Kinos aufeinander. In beiden machen Haubitz + Zoche die Einflüsse verschiedener Kulturen und Epochen sichtbar und reflektieren so die dynamische Veränderung, die das Land prägt. Jenseits des Alltags scheinen Kinos wie Kirchen ihren jeweiligen Besuchern Orte ganz unterschiedlicher Erleuchtung anzubieten.

 

 

St. Joseph´s Chapel, Thuravoor (2014)
© Stefanie Zoche / VG Bildkunst

 

In den 1950er bis 1970er Jahren entstanden in Südindien sowohl in den Metropolen als auch in ländlichen Gegenden zahlreiche Kinosäle. Die Gebäude zeigen eine ungewöhnliche Mischung lokaler Baustile und westlicher Einflüsse. Die kulissenhaften, farbigen Fassaden bilden einen Vorgeschmack auf das Kinoerlebnis im Saal, in dem sich extravagante Formen und Verzierungen fortsetzen und den Zuschauer bereits vor der Filmvorführung auf die cineastische Welt einstimmen.

 

New Theaters, Trivandrum (2014)
© Stefanie Zoche / VG Bildkunst

 


Auf drei Reisen in den Jahren 2010 – 2014 dokumentierten Haubitz + Zoche diese Gebäude, deren Architektursprache man als eine hybride Moderne bezeichnen kann. Die Fotografien bezeugen eine reiche Kinokultur, die in Europa und Amerika schon verschwunden ist und bald auch in Indien von Multiplexen verdrängt wird.

 

Nach der Unabhängigkeit im Jahr 1947 wollte sich die indische Kirche vom historisierenden Baustil der Kolonialherren differenzieren und nahm moderne Architekturstile auf.
Bei den südindischen Kirchenbauten ist ein Einfluss des Modernismus erkennbar, wird aber von lokalen Bauelementen durchbrochen. Die Gebäude weisen häufig eine exaltierte, skulpturale Formensprache und die Verwendung intensiver Farben auf. Bei manchen der Kirchen werden christliche Symbole unmittelbar in eine dreidimensionale, monumentale Bauform übersetzt.

Durch die typologische Zusammenschau dieser Gebäude machen Haubitz + Zoche die vielfältigen westlichen Einflüsse und deren kulturell geprägte Neuinterpretation sichtbar.

ZEPHYR Raum für Fotografie, C4, 8, Mannheim

 

25.05.2018 - 28.09.2018
Als Teil der Fotografietriennale RAY 2018 zeigt die Deutsche Börse Photography Foundation von 25. Mai bis 28. September 2018 in der Unternehmenszentrale der Deutschen Börse, The Cube, in Eschborn „EXTREME.TERRITORIES“.
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Deutsche Börse Photography Foundation: „EXTREME.TERRITORIES RAY 2018“
Als Teil der Fotografietriennale RAY 2018 zeigt die Deutsche Börse Photography Foundation von 25. Mai bis 28. September 2018 in der Unternehmenszentrale der Deutschen Börse, The Cube, in Eschborn „EXTREME.TERRITORIES“.

 

 Christoph Bangert, Kandahar, Afghanistan

 

Die Ausstellung ist Teil der Fotografietriennale RAY 2018 in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet. In diesem Rahmen präsentieren über 15 RAY 2018 Partnerprojekte eigens kuratierte Ausstellungen und erfassen das diesjährige Thema EXTREME aus vielschichtigen Perspektiven in der zeitgenössischen Fotografie. 

Das Kuratorenteam von RAY 2018 setzt sich zusammen aus: Anne-Marie Beckmann (Art Collection Deutsche Börse), Peter Gorschlüter (MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main), Alexandra Lechner (Darmstädter Tage der Fotografie), Celina Lunsford (Fotografie Forum Frankfurt) und Matthias Wagner K (Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main). 

„EXTREME. TERRITORIES“ beschäftigt sich mit Gebieten, deren Bewohner durch politische und wirtschaftliche Entwicklungen außergewöhnlichen Bedingungen ausgesetzt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die in der Landschaft hinterlassenen Spuren und Verschiebungen, die Zeugnis ablegen von Entwurzelung, Abgrenzung und Entfremdung. Sie entstehen durch politische Konflikte und Umwälzungen ebenso wie durch die Auswüchse von rasantem wirtschaftlichen Wachstum. Gezeigt werden Arbeiten von Christoph Bangert, Anne Heinlein und Göran Gnaudschun, Sze Tsung Nicolás Leong, Gregor Sailer und Guy Tillim. 

 

 Guy Tillim, Grande Hotel Beira, Mozambique, 2008

 

Christoph Bangert (*1978 DE) setzt sich in „Hello Camel“ mit den extremen und bisweilen skurrilen Lebensbedingungen im Krieg auseinander. Er zeigt, wie Soldaten aus den USA, Großbritannien und Deutschland, die in Kriegsgebieten im Irak und Afghanistan stationiert sind, dort im Chaos des Krieges um ein Stück Normalität ringen. 

 

Das Projekt „Wüstungen“ von Anne Heinlein (*1977 DE) und Göran Gnaudschun (*1971 DE) zeigt Fotografien und Archivmaterial aus den geschleiften Grenzgebieten in der ehemaligen DDR. Dort wurde alles dem Erdboden gleichgemacht, was dem Schussfeld der Grenzpolizisten im Wege stand. „Wüstungen“ reflektiert die weitreichenden und dramatischen Folgen, die die Errichtung und Bewachung der innerdeutschen Grenze für viele Menschen in der ehemaligen DDR mit sich brachte. Für viele von ihnen bedeutete sie den Verlust von Haus, Hof und Heimat. 

 

Die Arbeiten von Sze Tsung Nicolás Leong (*1970 MX/GB/US) aus der Serie „History Images“ beschäftigen sich mit den rasanten und radikalen architektonischen Veränderungen des urbanen Raums in chinesischen Großstädten. Das dortige Wirtschaftswachstum sowie das Streben nach westlicher Lebensqualität führen zur Auslöschung ganzer Stadtteile, die durch gleichförmige schnell erbaute Hochhaussiedlungen ersetzt werden. Ärmere und ältere Menschen werden aus den Städten gedrängt, die somit ihre Geschichte und ihr Gedächtnis verlieren. 

 

Für seine Serie „Closed Cities“ spürte Gregor Sailer (*1980 AT) verborgene und hermetisch von der Außenwelt abgeschottete Städte in unterschiedlichen Regionen der Welt auf. Diese für einen begrenzten Zeitraum künstlich angelegten urbanen Zonen werden sowohl für den Abbau von Rohstoffen, militärische Übungen oder die Unterbringung von Flüchtlingen geschaffen. Sailer hinterfragt hiermit aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und verweist auf ihre Auswirkungen auf Landschaftsgestaltung und Architektur. Diese Betrachtungen führt er in seinem aktuellen Projekt „The Potemkin Village“ fort, welches der Idee von schnell hochgezogenen Attrappen folgt und ihn zu den erstaunlichsten Kulissen und Kopien geführt hat. 

 

Guy Tillim (*1962 ZA) hat seine Fotografien von Straßenzügen und Gebäuden in afrikanischen Großstädten „Avenue Patrice Lumumba“ nach dem ersten Premierminister des unabhängigen Kongo benannt. Auf den ersten Blick erscheinen die dort abgebildeten postkolonialen Bauwerke wie morbide architektonische Relikte von gescheiterten Utopien. Doch Tillim selbst nennt sie „Avenuen der Träume“, deren Monumente die Visionen von politischer Befreiung ebenso in sich tragen wie deren Scheitern. 

 

Die Deutsche Börse Photography Foundation ist Ausstellungspartner und Förderer von RAY 2018 sowie einer der Hauptförderer des RAY Partnerprojektes „Foam Talents“, das vom 24. Mai - 26. August im Frankfurter Kunstverein gezeigt wird. Im Rahmen von RAY 2018 - PLUS zeigt das MMK 3 des MMK Museum für Moderne Kunst 22. Juni bis 9. September 2018 die Ausstellung des „Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2018“. 

Über RAY 2018 

RAY 2018 präsentiert zum dritten Mal herausragende Positionen der Fotografie an über zehn Standorten in Frankfurt und der Region Rhein-Main. Eröffnet wird RAY 2018 am 23. Mai 2018 im Festivalzentrum im MMK 3 des Museums für Moderne Kunst Frankfurt (Domstr. 3). Erstmalig findet auch ein viertägiges Festival statt: Vom 24. bis 27. Mai 2018 sind Fotobegeisterte, Fachbesucherinnen und -besucher sowie Künstlerinnen und Künstler eingeladen, sich zum Medium Fotografie und dem Triennale-Thema EXTREME auszutauschen. Das inhaltliche Konzept von RAY 2018 EXTREME wurde von fünf Kuratorinnen und Kuratoren beteiligter Institutionen und Sammlungen für Fotografie gemeinsam entwickelt. In Kooperation mit über 15 Partnerinstitutionen und Sammlungen der Region sowie mit zahlreichen Events verspricht RAY 2018 eine weitere facettenreiche Auseinandersetzung mit der Fotografie vor dem Hintergrund ihrer gesellschaftlichen Bedeutung. 

 

24.05.2018 - 20.10.2018
Fotoausstellung Frankfurt am Main . Ihr 25jähriges Bestehen feiert die DZ Bank Kunstsammlung mit einer Ausstellung über die Facetten der Mathematik in der Fotokunst. Ein Thema, das Kunst und Bankwesen in ihrer inneren Verflochtenheit sichtbar macht: den Zahlen und Ziffern, den Formeln und Gleichungen sowie der symbolischen Kraft der Chiffren. Gezeigt werden im Art Foyer rund 50 Arbeiten von zwanzig internationalen Künstlern, die sich mit Zahlenreihen, Messungen, Geometrie, aber auch philosophischen Facetten der Mathematik auseinandersetzen. Vom 24. Mai bis 20. Oktober 2018.
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Die Zahl als Chiffre in der Kunst
Fotoausstellung Frankfurt am Main . Ihr 25jähriges Bestehen feiert die DZ Bank Kunstsammlung mit einer Ausstellung über die Facetten der Mathematik in der Fotokunst. Ein Thema, das Kunst und Bankwesen in ihrer inneren Verflochtenheit sichtbar macht: den Zahlen und Ziffern, den Formeln und Gleichungen sowie der symbolischen Kraft der Chiffren. Gezeigt werden im Art Foyer rund 50 Arbeiten von zwanzig internationalen Künstlern, die sich mit Zahlenreihen, Messungen, Geometrie, aber auch philosophischen Facetten der Mathematik auseinandersetzen. Vom 24. Mai bis 20. Oktober 2018.

Olaf Metzel

Ohne Titel, 1988
Aus der Serie: Der Fälscher ist der Held der elektronischen Kultur
Silbergelatine, Lasurfarbe
50 x 60 cm

 

Schon 1993 begann die DZ Bank eine eigene Kunstsammlung aufzubauen, die sich auf zeitgenössische Fotokunst konzentriert. In einem Vierteljahrhundert entstand so eine renommierte Sammlung mit mehr als 7500 Werken von rund 800 Künstlern.
In der Ausstellung „Die Zahl  als Chiffre in der Kunst“ sind Fotoarbeiten aus der Sammlung von John Baldessari, Peter Bialobrzeski, Jan Dibbets, Tamara Grcic, Andreas Gursky, Astrid Klein, Imi Knoebel, Robert Longo, Mario Merz, Olaf Metzel, Martin Parr, Miguel Rothschild, Timm Ulrichs, Ignacio Uriarte und Anna Vogel sowie Neuerwerbungen von Gwenneth Boelens, Jan Paul Evers, Timm Rautert, Thomas Ruff und Adrian Sauer zu sehen.
„Die Zahl ist das Wesen aller Dinge“ stellte schon der griechische Philosoph und Mathematiker Pythagoras fest. Zahlen sind omnipräsent: als Maßeinheit, im Handel, in der Forschung, Wirtschaft, Medizin, Technik, Architektur. Was sich in Zahlenwerte übersetzen lässt, suggeriert Messbarkeit, Erfolgskontrolle, Prognostizierbarkeit. Doch erst der Mensch gibt mit seiner Interpretation diesen Zahlen Sinn.
Die Zahl ist ein Phänomen, das sich durch alle Bereiche des Lebens zieht und auch in der Kunst seit jeher auf unterschiedlichste Weise thematisiert wird. Die Ausstellung beschäftigt sich mit fünf übergeordneten Bereichen: der Fibonacci-Reihe und dem Goldenen Schnitt, der Vermessung der Welt, der Zahlenmystik und der Spiritualität, dem Handel sowie der Digitalität, die in der Fotokunst einen Paradigmenwechsel herbeigeführt hat.

Fibonacci-Reihe und Goldener Schnitt

Die Suche nach einem ordnenden Prinzip in der Natur hat Mathematiker und Künstler von jeher umgetrieben. So verarbeitet Mario Merz (* 1925 in Mailand; † 2003 in Turin) die Fibonacci-Reihe in seinen Werkkomplexen seit 1970 immer wieder als elementare Grundidee. In seiner fotokünstlerischen Installation „Isola della frutta“ sind in Spiralform angeordnete Früchte mit Zahlen der Fibonacci-Reihe durchsetzt. Die ersten zehn Zahlen der unendlichen Zahlenfolge durchwandern auch an einer blau leuchtenden Kette aus Neonröhren seine Installation und bilden damit nicht nur einen ideellen, sondern auch einen physischen Bestandteil der „isola“.
Auch in den Stadträumen von Peter Bialobrzeski (* 1961 in Wolfsburg), in denen Ruinöses neben Unfertigem, Hochhäuser neben Baracken stehen, finden sich Anklänge an die „Göttliche Proportion“, die sich beim Betrachter als Ordnungsprinzip für den visuellen Zusammenhalt der Bilder einstellt. Später sprach man vom Goldenen Schnitt, einem besonders seit der Renaissance bekannten Bildaufbau, welcher der Fibonacci-Reihe folgt.
Timm Ulrichs (* 1940 in Berlin) bemalt die Häuser von Weinbergschnecken mit königsblauer Farbe, setzt sie gleichzeitig aus und lässt sie nach der Form eines blauen Quadrats streben.

 

Peter Bialobrzeski

Transition 20, 2007
chromogener Abzug auf PE-Papier
Rahmen: 126 x 152,5 cm


 

Vermessung der Welt

Der spanische Künstler Ignacio Uriarte (* 1972 in Krefeld) verweist auf die Kulturgeschichte des Vermessens, indem er mit Anordnungen unterschiedlicher Linealtypen experimentiert und sie in seiner Serie „Four Geometry Sets“ zu stellar anmutenden Mustern zusammenstellt.
Imi Knoebel (* 1940 in Dessau) hat Aufnahmen aus astronomischen Publikationen abfotografiert und zu einem Tableau angeordnet. Ein Loch, das er mit einer Nadel in das Firmament sticht, steht für einen neuen Stern: seine damals neugeborene Tochter Olga Lina, die für lange Zeit den Mittelpunkt der elterlichen Welt bilden wird.
Adrian Sauer (* 1976 in Berlin) variiert in seinem Tableau „Dark Star, Light Shadow, Third Point of View“ geometrische Formen, die er aus der weitergeführten Grundform eines Dodekaeders entwickelt hat.
Geometrische Irritationen durch collagenartigen Transfer verschiedener Architekturdetails zeichnen die Formensprache der Werke von Jan Dibbets (* 1941 in Weert, Niederlande) aus, die sich mit europäischer Architektur und Zentralperspektive beschäftigen.

 

Spiritualität und Zahl

In den Bildern der Rosenfenster französischer und spanischer Kathedralen des Wahlberliners Miguel Rothschild (* 1963 in Buenos Aires) sind scheinbar mosaikartige Szenen zu erkennen. Doch tatsächlich haben sich die Muster beim Perforieren des farbigen Tintenstrahldrucks ergeben, und das beim Lochungsprozess entstandene Konfetti lagert am unteren Bildrand.
Das Triptychon der dunklen Kathedralenbilder von Robert Longo (* 1953 in Brooklyn, USA) lässt an die die Zahl 3 denken, die in der mittelalterlichen Symbolsprache dem Vater, Sohn und heiligen Geist zugeschrieben wird. Auch Longos Vorgehen beruht auf einem Dreischnitt: Eine vorhandene Fotografie bildet die Vorlage, die er mit Kohle abzeichnet, um die so entstandenen Bilder erneut zu fotografieren. Die Expressivität der scheinbar ins Wanken geratenen Formen wird durch die Dreigliederung des Triptychons in einer Balance gehalten.
Auf fotografische Bildvorlagen greift auch Jan Paul Evers (* 1982 in Köln) zurück, um sie, in Lichtführung und Ausschnitt verändert, erneut zu fotografieren und exakt nur einen Silbergelatineabzug herzustellen. Diesen Auswahlprozess kann man in einem spirituellen Sinn als eine Art Auserwählung im Reich der Dunkelkammer verstehen.

 

Handel

Die dreiteilige Fotocollage „Life’s Balance (with Money)“ von John Baldessari (* 1931 in National City, Kalifornien) zeigt ausgelassen Feiernde, einen Akrobaten, einen Jongleur. Hervorgehoben sind ein rot und ein gelb kolorierter Ring, die den Bildaufbau zu stabilisieren scheinen. Doch die grünen Dollarnoten beherrschen die Komposition.
Die Bilder von Andreas Gursky (* 1955 in Leipzig) sind aus vielen verschiedenen Aufnahmen und Ansichten digital so montiert, dass sich eine Art Konzentrat ergibt und sich in dem Gewusel der Menschen an der Börse von Singapur eine fast choreografische Ordnung zeigt.
Das Interesse von Timm Rautert (* 1941 in Tuchel/Westpreußen) gilt der Welt des Kunsthandels, hier den Erlösen einer Auktion für Gegenwartskunst bei Christie's in New York. Um zu zeigen, dass nur das monetäre Äquivalent eines Kunstwerks zählt, versieht er Abbildungen aus dem Auktionskatalog mit einem selbst angefertigten roten Stempel und dem erzielten Preis.
Tamara Grcic (* 1964 in München) hat mit ihrer Serie „Die Bank“ – einem Mitarbeiterprojekt von 1999 – gleichsam das Innenleben des Geldhandels in Augenschein genommen: Details wie Tastaturen, Schneidemaschinen oder Telefonhörer, aber auch den temporären, persönlichen Krimskrams an den Arbeitsplätzen, der ein Stück Individualität in der Arbeitswelt behauptet.
Martin Parr (* 23. Mai 1952 in Epsom, Großbritannien) fotografiert Menschen ungeschönt bei ihrem Konsum- und Freizeitverhalten. Gleich zwei Tüten mit Softeis hält die Hand auf dem Foto „Melting Ice Cream Cones“, den dazugehörigen Arm ziert ein Band mit einem Strichcode. Stehen die beiden Eistüten für die Ziffer 2, die fünf Finger der Hand für die 5, so kann, nebeneinander betrachtet, die 25 für das 25-jährige Jubiläum der DZ BANK Kunstsammlung ausgelegt werden.

 

Timm Rautert

SOLD, New York, 2014
Aus der Serie: Artworks 1969-2016
Offsetdruck, gestempelt
verschiedene Größen
Installationsansicht Parrotta Contemporary Art, Stuttgart


 

Digitalität

Gewebe in unterschiedlicher Farbgestaltung sind bei Gwenneth Boelens (* 1980 in Soest, Niederlande) zu sehen – und die erste Assoziation, die sich zur Welt der Digitalisierung einstellt, ist der Jacquard-Webstuhl. Sein Erfinder „programmierte“ Anfang des 19. Jahrhunderts einen mechanischen Webstuhl mit Lochkarten, um komplizierte Muster in vielfältigen Farbschattierungen zu erstellen. Auch Boelens’ Fotogramme von Geweben haben thematisch Informationsübermittlung zum Gegenstand, kodifizierte Botschaften jenseits der Schrift.
Rationalisierung, quantitative Erfassung, Datenschutzprobleme – das waren bereits 1983, als Astrid Klein (* 1951 in Köln) die Arbeit „Gedankenchips“ schuf, Themen, welche die Gesellschaft umtrieben. Es war das Jahr der ersten geplanten Volkszählung, die Angst und Proteste hervorrief. Die Silhouette einer weißen Figur durchquert in großer Eile das Bildfeld, verfolgt von einer Zahlenkette.
Auch die Arbeiten von Olaf Metzel (* 1952 in Berlin), deren Titel „Der Fälscher ist der Held der elektronischen Kultur“ auf ein Zitat von Glenn Gould zurückgeht, greifen die kollektive Ängste vor elektronischer Überwachung auf. Expressiv kolorierte und durch Ritzungen verletzte Fotografien zeigen demolierte Schaltschränke, zerborstene Festplatten, flackernde Röhrenbildschirme, die in den Kontext seiner Installation von 1988 gehören.
Thomas Ruff (* 1958 in Zell am Harmersbach) beschäftigt sich mit stellaren und planetaren Bildwelten. In seinem Werkkomplex „ma.r.s.“ bearbeitet er Schwarz-Weiß-Aufnahmen vom Planeten Mars, die auf der Webseite der NASA öffentlich zugänglich sind, digital und überführt sie in eine gestauchte Schrägsicht: mittels einer 3D-Brille erscheinen runde Krater häufig als Ellipsen. Zudem rufen übereinandergelegte stereoskopische Aufnahmen einen frappierenden räumlichen Eindruck hervor.

Die Ausstellung ist ein Partnerprojekt der Fotografie-Triennale RAY 2018.
ART FOYER der DZ BANK Kunstsammlung,
Platz der Republik, 60325 Frankfurt am Main.
Öffentlicher Zugang: Friedrich-Ebert-Anlage / Cityhaus 1.


24.05.2018 - 01.09.2018
Fotoausstellung Gelsenkirchen . Mit der Entwicklung von Städten und Landschaften beschäftigt sich die kommende Fotografieausstellung im Wissenschaftspark Gelsenkirchen: Mit „Diaolou – Die Wachtürme von Kaiping“ dokumentieren Sabine Bungert und Stefan Dolfen eine einzigartige Architektur im Süden Chinas. Vom 24. Mai bis 1. September 2018.
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Zeichen von Migration in der Architektur
Fotoausstellung Gelsenkirchen . Mit der Entwicklung von Städten und Landschaften beschäftigt sich die kommende Fotografieausstellung im Wissenschaftspark Gelsenkirchen: Mit „Diaolou – Die Wachtürme von Kaiping“ dokumentieren Sabine Bungert und Stefan Dolfen eine einzigartige Architektur im Süden Chinas. Vom 24. Mai bis 1. September 2018.

 

Die Ausstellung dokumentiert unter dem Titel „Zeichen von Migration in der Architektur“ die Diaolou, eine einzigartige Architektur im Süden Chinas, die westliche und chinesische Stilelemente kombiniert. Ebenfalls charakteristische Spuren von Migration in der Architektur zeigen Arbeiten aus der Türkei und Hongkong. Insgesamt werden 55 großformatige Fotografien in der Glasarkade des Wissenschaftparks ausgestellt. Seit 2010 arbeiten Sabine Bungert und Stefan Dolfen gemeinsam an fotografischen Langzeitprojekten, die sich vornehmlich mit Entwicklungen aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen, wie Migration und Landflucht, beschäftigen.

Namensgeber der Ausstellung sind die Diaolou, hunderte Wohn- und Wachtürme, die in der südchinesischen Provinz Guangdong errichtet wurden. Rund 70 chinesische Dörfer haben die beiden Fotografen 2017 besucht, um die letzten noch stehenden Diaolou zu fotografieren. Diese Arbeit wurde durch die Stiftung Kulturwerk der VG Bild-Kunst gefördert. Die Kaiping-Diaolou gelten heute als Zeitzeugen der Auswanderergeschichte der Übersee-Chinesen aus Kaiping.

 

 

Auch in den weiteren Arbeiten beschäftigen sich Sabine Bungert und Stefan Dolfen mit Veränderungen im urbanen und ländlichen Raum aufgrund von Migrationsbewegungen. Dazu haben sie in Chikan, dem einstigen Handelszentrum der Provinz Guangdong, die nächtlichen menschenleeren Straßen und Gassen fotografiert. In „Arrival Cities “ haben die Fotografe n Zuwandererviertel in den Städten Hongkong und Istanbul besucht. Die Höhlenwohnungen in den rauen Hochebenen Zentralanatoliens erzählen von Menschen, die früh Zuflucht suchend ganze Dörfer in den weichen Tuffstein gegraben haben. Hier verbinden sich abendländisch-christliche und türkisch-moderne Einflüsse zu einer einzigartigen doppelten Kulturlandschaft.

Sabine Bungert und Stefan Dolfen haben an der Folkwangschule Fotografie und Design studiert. Sabine Bungert arbeitet für nationale und internationale Zeitschriften und Magazine sowie für die Unternehmenskommunikation international tätiger Firmen. Stefan Dolfen ist Gründer und Geschäftsführer des eye-d Designbüros in Essen. Beide arbeiten seit 2010 gemeinsam an fotografischen Langzeitprojekten und sind Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Photographie e.V. (DGPh).

 

Wissenschaftsparks, Munscheidstraße 14, in Gelsenkirchen,

24.05.2018 - 09.09.2018
Fotoausstellung Frankfurt am MainVerletzte Landschaften, vom Aussterben bedrohte Tiere, der Vertrauensmissbrauch in Industrie und Politik: Im Rahmen der Fotografietriennale RAY 2018 zeigt das Fotografie Forum Frankfurt zeitgenössische Fotografinnen und Fotografen, die sich mit den Folgen des ökologischen Wandels beschäftigen.
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Extreme Enviroments
Fotoausstellung Frankfurt am MainVerletzte Landschaften, vom Aussterben bedrohte Tiere, der Vertrauensmissbrauch in Industrie und Politik: Im Rahmen der Fotografietriennale RAY 2018 zeigt das Fotografie Forum Frankfurt zeitgenössische Fotografinnen und Fotografen, die sich mit den Folgen des ökologischen Wandels beschäftigen.

Manuelita Perrin, Banana Trees. Saut Maturin, Haiti. March 19, 2007. Aus der Serie „The Third Heaven“
© Pradip Malde


Im Fokus der sieben künstlerischen Positionen stehen die Themen Verlust und Verschwinden sowie eindeutige und verborgenen Aspekte menschlicher Eingriffe in Natur und Umwelt. Die Ausstellung Extreme Enviroments präsentiert Arbeiten von Mathieu Asselin (FR / US), Lois Hechenblaikner (AT), Paula Luttringer (AR), Pradip Malde ((TZ /US), Gideon Mendel (ZA / GB), Ami Vitale (US) und des Künstler-Duos Krista Caballero (US) und Frank Ekeberg (NO /US).
Fast ein halbes Jahrhundert nach der von William Jenkins kuratierten Ausstellung »New Topographics: The Man-Altered Landscape« in Rochester, New York, beschäftigen sich die Fotografinnen und Fotografen in der FFF-Ausstellung mit offensichtlichen und mit verborgenen Aspekten menschlicher Eingriffe in Landschaft und Natur. Die gemeinsame Botschaft: Die Zeichen stehen auf Alarm.
In seinem Langzeitprojekt »Drowning World« hat der in Südafrika geborene Fotograf Gideon Mendel Menschen in aller Welt porträtiert, deren Heimat durch massive Überschwemmungen zerstört wurde. Der Österreicher Lois Hechenblaikner wirft in seinen Fotografien und Kurzfilmen »Gletscherpathologie« und »Alpine Entertainment« Blicke hinter die Kulissen des Wintersporttourismus und zeigt dessen Einfluss auf die Umwelt.

 


Ami Vitale, aus der Serie »Pandas Gone Wild«, 2015 © Ami Vitale


Drei der insgesamt sieben unterschiedlichen künstlerischen Ansätze befassen sich mit den Folgen von Eingriffen in die Natur durch Politik und Wirtschaft, die mittlerweile epische Ausmaße angenommen haben: Mathieu Asselins preisgekröntes Buch und Installationsprojekt über das multinationale Biotechnologie-Unternehmen Monsanto, Pradip Maldes »The Third Heaven«, eine Hommage an die Widerstandsfa?higkeit der Bewohner von Haiti, und Paula Luttringers »Entrevero«, eine Serie von expressiven Doppelbelichtungen einer vergessenen und von der Regierung vertuschten Katastrophe in Argentinien, die durch Luttringers Arbeit wieder sichtbar wird.
Die National-Geographic-Fotografin Ami Vitale und das Künstlerduo Krista Caballero & Frank Ekeberg führen den Betrachter zu realen und inszenierten Lebensräumen von Tieren, die vom Aussterben bedroht sind. Ein Highlight von »EXTREME. ENVIRONMENTS« werden die interaktiven Stationen sein, die Caballero & Ekeberg für ihre globale Serie »Birding the Future« über die Vogelpopulationen des Frankfurter Rhein-Main-Gebietes entwickeln werden.


Fotografie Forum Frankfurt, Braubachstraße 30-32, Frankfurt am Main

10.05.2018 - 10.03.2019
Ausstellung Mannheim . Nach dem Erfolg der Mitmach-Ausstellung "Total genial!" bieten die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim auch in diesem Jahr ein Highlight für die ganze Familie an. Die Schau "Einfach tierisch! Spaß mit Dino, Panda & Co." im Museum Weltkulturen ist eine überraschende Safari in die Welt der Tiere.Die Besucher können selbst Teil der Szenerie werden. Mit der eigenen Kamera oder dem Handy kann man die witzigsten Szenen einfangen. 10. Mai 2018 bis 10. März 2019
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Rem Mannheim: "Einfach tierisch eine Safari für die ganze Familie“ ab 10.5.2018
Ausstellung Mannheim . Nach dem Erfolg der Mitmach-Ausstellung "Total genial!" bieten die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim auch in diesem Jahr ein Highlight für die ganze Familie an. Die Schau "Einfach tierisch! Spaß mit Dino, Panda & Co." im Museum Weltkulturen ist eine überraschende Safari in die Welt der Tiere.Die Besucher können selbst Teil der Szenerie werden. Mit der eigenen Kamera oder dem Handy kann man die witzigsten Szenen einfangen. 10. Mai 2018 bis 10. März 2019

  © Tricture by eli - eine lose Idee - GmbH

 

Einen Dinosaurier füttern, mit Tiger und Leoparden auf Tuchfühlung gehen, einen Delfin streicheln, mit Fischen tauchen oder eine Mammutfamilie retten – all das und noch viel mehr erwartet große und kleine Besucher ab 10. Mai 2018 in den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen. Die Mitmach-Ausstellung "Einfach tierisch! Spaß mit Dino, Panda & Co." lädt zu einer außergewöhnlichen Safari mit besonderem Foto-Spaß und spielerischer Wissensvermittlung ein.

 

  © Tricture by eli - eine lose Idee - GmbH

 

 

Der Museumsbesuch verwandelt sich in ein Abenteuer: Große fotorealistische Bilder entführen in die Welt der Tiere – von der Zeit der Saurier bis heute, von den Tiefen des Ozeans bis hoch in die Lüfte, von der Savanne Afrikas über den chinesischen Bambuswald bis ins heimische Maisfeld. Die Besucher begegnen vielen unterschiedlichen Tieren. Sie stehen Dino, Panda & Co. jedoch nicht nur Auge in Auge gegenüber, sondern können selbst Teil der Szenerie werden. Welche Pose sie einnehmen, bleibt den Gästen selbst überlassen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Die Besucher können die Aktion mit ihrer eigenen Kamera oder dem Handy festhalten – ein Gewinn für jedes Familienalbum und Spaßgarantie für Facebook & Co. Die Bilder sind bis zu 6 Meter lang und 3,60 Meter hoch. Sie wurden zweidimensional gemalt, durch trickreiche Gestaltung und mit den Besuchern entsteht beim Fotografieren jedoch ein überraschender 3D-Effekt.  

Gleichzeitig nimmt die Schau Kinder und Erwachsene auf eine interaktive Wissensreise durch die Welt der Tiere mit. Eindrucksvolle Objekte aus dem Naturreich wie beispielsweise der Schädel eines T-Rex oder das Skelett eines großen Flugsauriers bringen den Besuchern die Giganten der Vorzeit nah. An zahlreichen Stationen ist Anfassen ausdrücklich erwünscht. Wie fühlt sich beispielsweise die Haut eines Hais oder der Zahn eines Mammuts an? Spannende Wissensinfos zu den einzelnen Tieren sorgen garantiert für Aha-Erlebnisse. Bei einem Quiz stellen die Gäste ihr neu gewonnenes Wissen unter Beweis.

Die Ausstellung "Einfach tierisch!" ist vom 10. Mai 2018 bis 10. März 2019 im Museum Weltkulturen D5 der Reiss-Engelhorn-Museen zu sehen.

www.rem-mannheim.de

10.05.2018 - 09.09.2018
Ausstellung Nürnberg . Anhand von rund 240 Exponaten erzählt die Sonderausstellung „Licht und Leinwand - Fotografie und Malerei im 19. Jahrhundert“ im Germanischen Nationalmuseum die wechselvolle Geschichte von Malerei und Fotografie im 19. Jahrhundert, geprägt von Konkurrenzängsten, Experimentierfreude und Künstlerstolz. 10.5. bis 9.9.2018
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Licht und Leinwand – Fotografie und Malerei im 19. Jahrhundert
Ausstellung Nürnberg . Anhand von rund 240 Exponaten erzählt die Sonderausstellung „Licht und Leinwand - Fotografie und Malerei im 19. Jahrhundert“ im Germanischen Nationalmuseum die wechselvolle Geschichte von Malerei und Fotografie im 19. Jahrhundert, geprägt von Konkurrenzängsten, Experimentierfreude und Künstlerstolz. 10.5. bis 9.9.2018

Johann Vicor Krämer: Mitglieder der Wiener Hagengesellschaft, 1886/87,
Albumpapier (Doppelbelichtung), Wien, Albertina.



Neben ausgewählten Beispielen der Porträtkunst werden Akte und herausragende Naturdarstellungen zu sehen sein. Sie umfassen den Zeitraum von 1839 bis 1914, vom Beginn der Fotografie bis zu dem Moment, da sie erstmals als Kunstform voll anerkannt wurde. Anhand der Exponaten erzählt die Ausstellung vom Einfluss fotografischer Verfahren auf die Malerei sowie auf unsere Sehgewohnheiten.
Die „Geburtsstunde der Fotografie“ 1839 hat die internationale Bildwelt fasziniert und erschüttert zugleich. „Wer wird künftig malen, wenn das Daguerreotyp alle Bilder der Welt heißhungrig verschlingt?“ fragte die Wiener Satirezeitschrift Der Humorist. Die Malerei hatte ihre Aufgabe und Position neu zu bestimmen.

 

„Licht und Leinwand“, Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg.


Für die Ausstellung wurden bislang kaum oder nie gezeigte Gemäldebestände des Germanischen Nationalmuseums aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Institut für Kunsttechnologie und Konservierung restauriert. Lange vergessene Werke u.a. von Carl Spitzweg, Emil Jakob Schindler, Lovis Corinth oder Max Slevogt werden zum Teil erstmals seit 1945 präsentiert. Sie treffen auf naturwissenschaftliche Fotografien von Lewis Morris Rutherfurd, auf Röntgenaufnahmen von Josef Maria Eder, auf Daguerrotypien von Alois Löcherer, auf den Erfinder der Chronofotografie, Eadweard Muybridges und vieles mehr.

Das Programm zur großen Sonderausstellung sowie das Führungsangebot finden Sie auf der Homepage des Germanischen Nationalmuseums: www.gnm.de/lichtundleinwand
 
Germanisches Nationalmuseum, Kartäusergasse 1, Nürnberg


05.05.2018 - 29.07.2018
Fotoausstellung Hannover . Mit seinem bevorzugten Medium Fotografie und inspiriert von der industriellen Kultur des Spätkapitalismus untersucht Christopher Williams Bedeutungs- und Ordnungssysteme. Die Kestner Gesellschaft präsentiert in der Einzelausstellung „Normative Models“ sieben Fotos von Christopher Williams. 5. Mai bis 29. Juli 2018
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Christopher Williams – Normative Models
Fotoausstellung Hannover . Mit seinem bevorzugten Medium Fotografie und inspiriert von der industriellen Kultur des Spätkapitalismus untersucht Christopher Williams Bedeutungs- und Ordnungssysteme. Die Kestner Gesellschaft präsentiert in der Einzelausstellung „Normative Models“ sieben Fotos von Christopher Williams. 5. Mai bis 29. Juli 2018

Christopher Williams
Harvest Season
Courtesy the artist, Galerie Gisela Capitain, Cologne and David Zwirner, New York / London / Hong Kong
The copyright is with the artist.


Christopher Williams studierte in den späten 1970er Jahren am California Institute of the Arts unter anderem bei John Baldessari, Douglas Huebler und Michael Asher. Der Künstler arbeitet häufig mit Bühnenbildnern, Models und Technikern zusammen; die daraus resultierenden technisch präzisen Fotos erinnern an die Bildwelten der Werbung aus den 1960er Jahren und der Zeit des Kalten Kriegs. Gleichzeitig verweisen sie auf die Geschichte der Kunst, der Fotografie und des Kinos, von Pop Art und Kapitalistischem Realismus bis zur Neuen Sachlichkeit und zum Surrealismus.
Die sieben Fotos der Ausstellung „Normative Models“ sind zentrale Beispiele einer bestimmten Arbeitsweise, die charakteristisch für Williams’ fotografische Praxis ist: Exemplarische Bildtypen aus allen Lebensbereichen werden oft sehr direkt repliziert, allerdings mit einem erhöhten Produktionsaufwand und mit einer Genauigkeit und Aufmerksamkeit für Details, die eine längere Betrachtung weit mehr belohnt als die Bilder, die üblicherweise in der heutigen visuellen Kultur zu finden sind. Williams’ Fotografien zeigen alltägliche Sujets wie Autos, Kinder, Kochgeschirr, Tiere, Pflanzen und Möbel, die wohl jeder in der westlichen Konsumgesellschaft kennt. Die Art ihrer Präsentation und Gegenüberstellung legt jedoch die unterschiedlichen Kontexte offen, in denen Bilder und Kunstwerke verbreitet werden. Dazu gehören Display-Strukturen, Ausstellungsdesign, grafische Kommunikation, Publikationen und Pressematerial als Elemente innerhalb größerer diskursiver, gesellschaftlicher und politischer Zusammenhänge und Geschichten.

 

 

Christopher Williams
Courtesy the artist, Galerie Gisela Capitain, Cologne and David Zwirner, New York / London / Hong Kong
The copyright is with the artist.


Die elf beweglichen Ausstellungswände sind fast exakte Nachbildungen einer Ausstellungswand, die Williams 2009 in einer von Christina Végh kuratierten Schau mit dem Künstler Mathias Poledna im Bonner Kunstverein benutzte. Die Nachbildung der Wände verbindet diese Ausstellungssituation mit Williams’ Nachahmung existierender fotografischer Modelle im Besonderen und mit dem Thema der Reproduzierbarkeit der Fotografie im Allgemeinen. Die »vervielfältigten« Wände betonen die Bedingungen des Sehens durch die Brille der Kultur- und Architekturgeschichte und des Erbes der Institutionskritik. Die Bewegungen und Blicke der Besucherinnen und Besucher werden dabei so geleitet, dass eine Analyse der kodierten Sehgewohnheiten und Erwartungen, welche durch die Nachbildung institutionell verwalteter, kultureller Orthodoxien normiert werden, möglich wird.
Anlässlich der Ausstellung erscheinen zwei Publikationen mit identischem Design und identischen Bildfolgen, aber jeweils mit einem anderen Text. Die erste enthält einen Essay des österreichischen Kunsthistorikers Helmut Draxler über die Ausstellung von Poledna und Williams 2009 im Bonner Kunstverein, die zweite einen Nachdruck von Bertolt Brechts Hörspiel »Das Verhör des Lukullus«, das während der NS-Zeit veröffentlicht wurde und zu großen Kontroversen während des Kalten Kriegs führte. Diese Varianten demonstrieren die komplexe Symbiose zwischen Bild, Kontext und Bedeutung – Themen, mit denen sich die Ausstellung wiederholt befasst. Dabei zeigt sich, dass
fotografische Bilder und ihre Rezeption abhängige Elemente sind, die innerhalb der normativen Deutungssysteme von architektonischen, diskursiven und theatralischen Modellen inszeniert werden.

Christopher Williams ist 1956 in Los Angeles geboren. Seit 2008 ist er Professor für Fotografie an der Kunstakademie Düsseldorf. Seine Überblicksausstellung »The Production Line of Happiness« wurde 2014-15 im Art Institute of Chicago, dem Museum of Modern Art in New York und der Whitechapel Gallery in London gezeigt. Weitere monografische Ausstellungen u.a.: ETH Exhibitions, Zürich (2017), La Triennale di Milano, Mailand (2017), Museum Morsbroich, Leverkusen (2011), Bergen Kunsthall (2010), Staatliche Kunsthalle Baden-Baden (2010) und Bonner Kunstverein (2009).
Die Ausstellung wird von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und dem Förderkreis der Kestner Gesellschaft unterstützt.
Kuratorinnen der Ausstellung: Christina Végh und Lea Altner

Kestner Gesellschaft, Goseriede 11, Hannover

05.05.2018 - 23.09.2018
Ausstellung Stuttgart . Im Württembergischen Kunstverein Stuttgart bezieht sich die Ausstellung „50 Jahre nach 50 Jahre Bauhaus 1968“ auf die legendäre Schau vor 20 Jahren, die der Württembergische Kunstverein 1968 in Zusammenarbeit mit Bauhaus-Größen wie Walter Gropius und Herbert Bayer produzierte. 5. Mai bis 23. September 2018
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50 Jahre nach 50 Jahre Bauhaus 1968
Ausstellung Stuttgart . Im Württembergischen Kunstverein Stuttgart bezieht sich die Ausstellung „50 Jahre nach 50 Jahre Bauhaus 1968“ auf die legendäre Schau vor 20 Jahren, die der Württembergische Kunstverein 1968 in Zusammenarbeit mit Bauhaus-Größen wie Walter Gropius und Herbert Bayer produzierte. 5. Mai bis 23. September 2018



Bauhaus Laszlo Moholy Nagy

 

Die Einführung in die Ausstellung bildet eine Sammlung von Objekten, die – vom Ausstellungsmodell bis zu einer Tonaufzeichnung Walter Gropius’ – auf die Ausstellungvon 1968 und ihre Zeit verweisen und zentrale Anhaltspunkte für das aktuelle Projekt waren.

 

Deutsche Bauausstellung 1931

 

 

Foto Marianne Brandt

 

Den Prolog liefert Helmut Heißenbüttel am Eingang zum Vierecksaal: Auf Marcel Breuers berühmten B3 Stahlsessel (auch Wassily genannt) Platz nehmend, bringt ermit seinem Gedicht der mann, der lesbisch wurde (1967) die Geschlechterverhältnisse zu Fall: und damit die zentralen Pfeiler unserer modernen,
auf binären Denkweisen beruhenden Weltordnung.
Dem kontern im gegenüberliegenden Eingang zum Kuppelsaal gewissermaßen John Barker und László Vancsas mit ihrem für die Ausstellung neu produzierten Video Consequences, das unter anderem die männliche Dominanz der Bauhausdiskurse hervorhebt.
Die über 500 Exponate von rund 60 Künstler*innen und ca. 40 Leihgebern umfassen sowohl historische als auch zeitgenössische Werke und Dokumente aus den Bereichen bildende Kunst, Literatur, Fotografie, Film, Design, Architektur und Stadtentwicklung.
50 Jahre nach 50 Jahre Bauhaus 1968 ist Teil des großangelegten bundesweiten Jubiläumsprojektes 100 Jahre Bauhaus.


Württembergischer Kunstverein Stuttgart, Schlossplatz 2, Stuttgart

04.05.2018 - 22.07.2018
Die Ausstellung Karte und Gebiet im Museum Folkwang ist die erste museale Auseinandersetzung mit Ghirris Fotografien außerhalb seines Heimat-landes Italien. Die Ausstellung konzentriert sich auf Ghirris Schaffen in den 1970er Jahren und präsentiert rund 300 seiner ausdrucksstarken Farbfotografien. Die Essener Präsentation bildet den Auftakt eines Ausstellungsprojektes, das Ghirris Werk im Anschluss nach Madrid und Paris führt. 4.5. bis 22.7.2018
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Luigi Ghiri – Karte und Gebiet
Die Ausstellung Karte und Gebiet im Museum Folkwang ist die erste museale Auseinandersetzung mit Ghirris Fotografien außerhalb seines Heimat-landes Italien. Die Ausstellung konzentriert sich auf Ghirris Schaffen in den 1970er Jahren und präsentiert rund 300 seiner ausdrucksstarken Farbfotografien. Die Essener Präsentation bildet den Auftakt eines Ausstellungsprojektes, das Ghirris Werk im Anschluss nach Madrid und Paris führt. 4.5. bis 22.7.2018


Luigi Ghirri
Modena, 1979
C-Print, 28 x 38 cm
© Eredi Luigi Ghirri


Luigi Ghirri (1943–1992) zählt zu den Pionieren der europäischen Farbfotografie. Das Museum Folkwang widmet dem italienischen Fotografen die erste umfassende Einzelausstellung in Deutschland. Die Fotografien geben Einblicke in seine konzeptionelle – oft mit scharfsinniger Ironie versehene –  Arbeitsweise. Sein Werk thematisiert in Stillleben sowie Landschafts- und Architekturmotiven das Verhältnis zwischen Menschen und ihrer natürlichen und künstlichen Umgebung.

 

Luigi Ghirri
Riva di Tures, 1977
C-Print, 30 x 41,4 cm
© Eredi Luigi Ghirri

 


In den 1970er Jahren durchstreift der gelernte Vermessungstechniker Luigi Ghirri mit seiner Kamera die Straßen, Plätze und Vororte Modenas – immer auf der Suche nach Motiven und Themen. „Mich interessieren flüchtige Architekturen, die Welt der Provinzen, Objekte, die allgemein dem schlechten Geschmack zugeordnet werden, es für mich aber nie waren, Ob-jekte, die erfüllt sind von Wünschen, Träumen, kollektiven Erinnerungen… Fenster, Spiegel, Sterne, Palmen, Atlanten, Globen, Bücher, Museen“, bemerkt Ghirri. Aufmerksam betrachtet er die Umgebung seiner Heimatstadt Reggio Emilia. Sein Blick richtet sich insbesondere auf die von Menschen geschaffenen Landschaften und Lebensräume. Präzise dokumentieren Ghirris Fotografien, wie sich die Welt durch neue Formen des Wohnens, der Freizeitgestal-tung und der Werbung verändert. Er nimmt Tausende dieser Motive auf und entwickelt dabei nicht nur seine spezifische Farbigkeit, die sich durch eine von Pastelltönen dominierte Farb-skala charakterisieren lässt, sondern auch seinen ausdrucksstarken Stil.
Karte und Gebiet greift die poetische Kartografie jener bedeutenden Ausstellung Vera Foto-grafia in Parma 1979 auf. Sie spiegelt Ghirris beständige Faszination für die verschiedenen Repräsentationen der Welt, wie sie sich in Reproduktionen, Bildern, Plakaten, Modellen und Karten offenbaren und als solche bisweilen zeichenhaft inmitten der Stadt oder der Land-schaft eingebettet sind. Die Vermittlung jener Erfahrungswerte in Form von Fotografien in einem Italien, das zwischen dem Alten und dem Neuen balancierte, stellt für Ghirri ein uner-schöpfliches Erkundungsgebiet dar.
Die Ausstellung wird kuratiert von James Lingwood, London; organisiert vom Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid, in Zusammenarbeit mit dem Museum Folkwang, Essen, und der Galerie nationale du Jeu de Paume, Paris.
Gefördert von der Kunststiftung NRW

Museum Folkwang, Museumsplatz 1, Essen
 




24.04.2018 - 05.08.2018
Fotoausstellung Berlin . Das Pullman Hotel Berlin stellt den Fotografen Michael Nischke mit seinen Berlin-Fotos zum Thema Spiegelungen vor. Bis 5. August 2018
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Michael Nischke – Reflections
Fotoausstellung Berlin . Das Pullman Hotel Berlin stellt den Fotografen Michael Nischke mit seinen Berlin-Fotos zum Thema Spiegelungen vor. Bis 5. August 2018


Deutsches Technik Museum copyright Michael Nischke



Pullman Hotels präsentiert mit dem „Pullman Artist Playground”, einen per-manenten Art Corner mit wech¬selnden Kunst- und Designausstellungen. Mit dem Ziel, Neugier zu wecken und die Gäste zu inspirieren, macht jeder „Playground” das Hotel zum Teil der lokalen Kunst- und Kulturszene. Zur Zeit wird der Fotograf und Galerist Michael Nischke mit seinen Bildern „Reflections“ vorgestellt. Nischke sucht die “ungewohnte” Sicht der Dinge. Dabei liegt die Besonderheit im aufgefächerten Blickwinkel. Der Fotograf  bannt viele Orte auf ein Panorama-Bild. Er nennt das „Slow Photography“. Dabei nimmt er seine Motive zumeist vom Stativ mit längeren Belich-tungszeiten auf. So kann er seinem Konzept der „Unplugged Photography“ genügen.

 



Deutscher Bundestag copyright Michael Nischke



Michael Nischke (* 3.3.1956 Berlin) ging nach dem Foto-Studium in Köln zu Professor Heinrich Riebesehl, der neben Bernd und Hilla Becher als einer der wichtigsten Dokumentarfotografen Deutschlands gilt und Nischke nachhaltig beeinflusste. Danach war er als Werbefotograf und Chefredakteur tätig, bevor er sich ganz der Kunstfotografie widmete und 2004 in München seine eigene Fotogalerie eröffnete. Nischke zählt zu einem der wichtigsten Wegbereiter der Panorama-Fotografie in Deutschland. Bereits 1994 erschien von ihm ein Fachbuch zu diesem Thema. Weiterhin veröffentlichte er eine Reihe von preisgekrönten Bildbänden und kann auf eine große Anzahl von Auszeichnungen und Ausstellungen zurückblicken. Die Fotografien von Michael Nischke (DGPh) sind Bestandteil vieler privater Sammlungen, und seit kurzem wird er in Japan von der Galerie TOSEI in Tokyo vertreten.  

 

Potsdamer Platz copyright Michael Nischke


    
Wie ein Geschichtenerzähler vermag Michael Nischke dem Medium neue Bilder einzu-hauchen. Dabei eröffnet sich neben atemberaubenden und ungewohnten Blickwinkeln eine weitere Ebene, die als beinahe mystisch zu bezeichnen ist. Mit dem Konzept, Ge-wohntes anders abzulichten, generiert er neue Raumansichten von Stadtarchitektur und Landschaft. Inhaltlich setzt sich Nischke mit der Wahrnehmung der Bundeshauptstadt – zwischen Klassik und Moderne, Gestern und Heute sowie Mode und Kultur – auseinander. Beinahe wie Sinnestäuschungen wirken die facettenreichen Bilder, in denen das Auge auf die Suche geht. Dabei spielt die Zeit eine nicht unbedeutende Rolle: Nischke ermöglicht dem Betrachter in unserer schnelllebigen Zeit den Luxus sich in Ruhe mit dem Gesehenen auseinanderzusetzen.

Artist Playground des Pullman Berlin Schweizerhof, Budapester Straße 25, Berlin

 

04.03.2018 - 23.09.2018
Fotoausstellung Wolfsburg . In der Ausstellung „Robert Lebeck. 1968“ Im Kunstmuseum Wolfsburg werden – fünfzig Jahre später – die im mythisierenden Rückblick bislang nicht immer wahrnehmbaren roten Fäden des Jahres zwischen Aufbruch, Protest, Beharren und Scheitern anhand beispielhafter Fotografie-Serien sichtbar, die der deutsche Fotograf, Bildjournalist und Sammler Robert Lübeck in New York, Bogotá, Kassel, Belfast oder Wolfsburg erstellt hat. Bis 23.9.2018
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Ausstellung "Robert Lübeck 1968" im Kunstmuseum Wolfsburg bis 23.9. verlängert
Fotoausstellung Wolfsburg . In der Ausstellung „Robert Lebeck. 1968“ Im Kunstmuseum Wolfsburg werden – fünfzig Jahre später – die im mythisierenden Rückblick bislang nicht immer wahrnehmbaren roten Fäden des Jahres zwischen Aufbruch, Protest, Beharren und Scheitern anhand beispielhafter Fotografie-Serien sichtbar, die der deutsche Fotograf, Bildjournalist und Sammler Robert Lübeck in New York, Bogotá, Kassel, Belfast oder Wolfsburg erstellt hat. Bis 23.9.2018

Robert Lebeck
Schweißer in den Produktionshallen des Volkswagenwerks, Wolfsburg, 21. Juni 1968
© Archiv Robert Lebeck


„Das Jahr der Studentenunruhen fand ohne mich statt“ so resümiert Robert Lebeck (1929–2014) in den „Erinnerungen eines Fotoreporters“ seine Erfahrung des Jahres 1968: „Als in Paris die Barrikaden brannten, arbeitete ich in Florida an einer Serie über zwei ermordete Studentinnen; während Studenten vor dem Springer-Hochhaus demonstrierten, fotografierte ich die Taufe von Hildegard Knefs Kind; und als die Russen in Prag einmarschierten, begleitete ich gerade den Papst nach Bogotá.“

 

Robert Lebeck
Mutter und Tochter auf dem Bootssteg aus der Fotoserie «Die geschiedene  Frau», 5. Juni 1968
© Archiv Robert Lebeck

 

 


Bei genauerer Betrachtung der Kontaktbogen, Fotoabzüge sowie Reportagen von Robert Lebeck, die in eben diesem epochemachenden Jahr für den „Stern“, eine der damals auflagenstärksten Illustrierten Deutschlands, entstanden sind und in dieser Ausstellung erstmals umfassend präsentiert werden, zeigt sich allerdings, wie sehr sich entgegen der Einschätzung des Fotografen die gesellschaftlichen Veränderungen in seinen pointierten Aufnahmen spiegeln.

 

Robert Lebeck
Joseph Patrick, der älteste Sohn des ermordeten Präsidentschaftskandidaten,
an der Spitze der Sargträger bei der Beerdigung von Robert F. Kennedy auf dem Nationalfriedhof von Arlington,
8. Juni 1968

© Archiv Robert Lebeck

 

Robert Lebeck
Demonstranten während der Eröffnungsrede der 4. documenta,  Kassel,
27. Juni 1968
© Archiv Robert Lebeck

 


Viele der im Kunstmuseum vorgestellten Motive sind – das macht den besonderen Reiz der Ausstellung aus – nie gedruckt worden und der Öffentlichkeit bislang komplett unbekannt. Ob „Geschiedene Frauen“, Rudi Dutschke in Prag, Robert F. Kennedys Beerdigung oder Joseph Beuys auf der documenta: Stets trifft in Robert Lebecks Arbeiten verdichtete Zeitgeschichte auf starke Bildreportage sowie Fotokunst.

Die Schau beginnt suggestiv mit einem raumhohen All-Over der Fotografie Robert Lebecks und Originaltondokumenten von 1968. Nach einem Saal zu „1968“, der die unterschiedlichsten Aktionsfelder des Fotojournalisten in diesem Jahr sichtbar macht, folgen dann die zentralen acht Ausstellungskapitel und Fotoreportagen in chronologischer Reihenfolge vom Prager Frühling bis zum nordirischen Winter. Medienstationen und Großprojektionen bilden die zeitgeschichtliche Folie, auf der die Bedeutsamkeit der Fotoreportagen Robert Lebecks umso deutlicher wird. Original-Kontaktbogen und „Stern“-Hefte geben den Besuchern zudem vertieften Einblick in die fotografische Arbeit Lebecks und die bildredaktionelle Praxis jener Jahre.

 

Robert Lebeck
Richard Nixon während des Vorwahlkampfes zur Wahl des 46. Präsidenten der USA,
Manchester, New Hampshire, 16. Februar 1968

© Archiv Robert Lebeck

 

Robert Lebeck
Zeitungslesende als sichtbares  Zeichen der neuen Pressefreiheit, Prag, 17. April 1968
© Archiv Robert Lebeck

 


Die Ausstellung „Robert Lebeck. 1968“ findet in Kooperation mit dem Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation (IZS) der Stadt Wolfsburg statt und wird gefördert durch die Niedersächsische Sparkassenstiftung und die Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg.

Der Katalog
Das Buch zur Ausstellung, herausgegeben von Ralf Beil und Alexander Kraus, gestaltet von Cordula Lebeck, erscheint im Steidl Verlag, Göttingen, und vereint Essays zur Zeitgeschichte, Bildreportage und Fotokunst von Ralf Beil, Michael Glasmeier, Fabian Köster, Alexander Kraus, Aleksandar Nedelkovski, Stefanie Pilzweger-Steiner, Stephan Ruderer, Annette Vowinckel, Martina Winkler und Ulf Erdmann Ziegler, eine umfangreiche Auswahl bislang unveröffentlichter Fotografien und Kontaktbogen sowie die wichtigsten Reportagen des Jahres 1968. Hardcover, 320 Seiten, 226 Abbildungen, 22,5 x 30 cm, deutsche und englische Ausgabe, 48 € im Museumshop, 58 € im Buchhandel.

 

Kunstmuseum Wolfsburg, Hollerpl. 1, Wolfsburg










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