Fotoausstellungen

04.03.2018 - 22.07.2018
Fotoausstellung Wolfsburg . In der Ausstellung „Robert Lebeck. 1968“ Im Kunstmuseum Wolfsburg werden – fünfzig Jahre später – die im mythisierenden Rückblick bislang nicht immer wahrnehmbaren roten Fäden des Jahres zwischen Aufbruch, Protest, Beharren und Scheitern anhand beispielhafter Fotografie-Serien sichtbar, die der deutsche Fotograf, Bildjournalist und Sammler Robert Lebeck in New York, Bogotá, Kassel, Belfast oder Wolfsburg erstellt hat.
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Robert Lebeck 1968
Fotoausstellung Wolfsburg . In der Ausstellung „Robert Lebeck. 1968“ Im Kunstmuseum Wolfsburg werden – fünfzig Jahre später – die im mythisierenden Rückblick bislang nicht immer wahrnehmbaren roten Fäden des Jahres zwischen Aufbruch, Protest, Beharren und Scheitern anhand beispielhafter Fotografie-Serien sichtbar, die der deutsche Fotograf, Bildjournalist und Sammler Robert Lebeck in New York, Bogotá, Kassel, Belfast oder Wolfsburg erstellt hat.

Robert Lebeck
Schweißer in den Produktionshallen des Volkswagenwerks, Wolfsburg, 21. Juni 1968
© Archiv Robert Lebeck


„Das Jahr der Studentenunruhen fand ohne mich statt“ so resümiert Robert Lebeck (1929–2014) in den „Erinnerungen eines Fotoreporters“ seine Erfahrung des Jahres 1968: „Als in Paris die Barrikaden brannten, arbeitete ich in Florida an einer Serie über zwei ermordete Studentinnen; während Studenten vor dem Springer-Hochhaus demonstrierten, fotografierte ich die Taufe von Hildegard Knefs Kind; und als die Russen in Prag einmarschierten, begleitete ich gerade den Papst nach Bogotá.“

 

Robert Lebeck
Mutter und Tochter auf dem Bootssteg aus der Fotoserie «Die geschiedene  Frau», 5. Juni 1968
© Archiv Robert Lebeck

 

 


Bei genauerer Betrachtung der Kontaktbogen, Fotoabzüge sowie Reportagen von Robert Lebeck, die in eben diesem epochemachenden Jahr für den „Stern“, eine der damals auflagenstärksten Illustrierten Deutschlands, entstanden sind und in dieser Ausstellung erstmals umfassend präsentiert werden, zeigt sich allerdings, wie sehr sich entgegen der Einschätzung des Fotografen die gesellschaftlichen Veränderungen in seinen pointierten Aufnahmen spiegeln.

 

Robert Lebeck
Joseph Patrick, der älteste Sohn des ermordeten Präsidentschaftskandidaten,
an der Spitze der Sargträger bei der Beerdigung von Robert F. Kennedy auf dem Nationalfriedhof von Arlington,
8. Juni 1968

© Archiv Robert Lebeck

 

Robert Lebeck
Demonstranten während der Eröffnungsrede der 4. documenta,  Kassel,
27. Juni 1968
© Archiv Robert Lebeck

 


Viele der im Kunstmuseum vorgestellten Motive sind – das macht den besonderen Reiz der Ausstellung aus – nie gedruckt worden und der Öffentlichkeit bislang komplett unbekannt. Ob „Geschiedene Frauen“, Rudi Dutschke in Prag, Robert F. Kennedys Beerdigung oder Joseph Beuys auf der documenta: Stets trifft in Robert Lebecks Arbeiten verdichtete Zeitgeschichte auf starke Bildreportage sowie Fotokunst.

Die Schau beginnt suggestiv mit einem raumhohen All-Over der Fotografie Robert Lebecks und Originaltondokumenten von 1968. Nach einem Saal zu „1968“, der die unterschiedlichsten Aktionsfelder des Fotojournalisten in diesem Jahr sichtbar macht, folgen dann die zentralen acht Ausstellungskapitel und Fotoreportagen in chronologischer Reihenfolge vom Prager Frühling bis zum nordirischen Winter. Medienstationen und Großprojektionen bilden die zeitgeschichtliche Folie, auf der die Bedeutsamkeit der Fotoreportagen Robert Lebecks umso deutlicher wird. Original-Kontaktbogen und „Stern“-Hefte geben den Besuchern zudem vertieften Einblick in die fotografische Arbeit Lebecks und die bildredaktionelle Praxis jener Jahre.

 

Robert Lebeck
Richard Nixon während des Vorwahlkampfes zur Wahl des 46. Präsidenten der USA,
Manchester, New Hampshire, 16. Februar 1968

© Archiv Robert Lebeck

 

Robert Lebeck
Zeitungslesende als sichtbares  Zeichen der neuen Pressefreiheit, Prag, 17. April 1968
© Archiv Robert Lebeck

 


Die Ausstellung „Robert Lebeck. 1968“ findet in Kooperation mit dem Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation (IZS) der Stadt Wolfsburg statt und wird gefördert durch die Niedersächsische Sparkassenstiftung und die Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg.

Der Katalog
Das Buch zur Ausstellung, herausgegeben von Ralf Beil und Alexander Kraus, gestaltet von Cordula Lebeck, erscheint im Steidl Verlag, Göttingen, und vereint Essays zur Zeitgeschichte, Bildreportage und Fotokunst von Ralf Beil, Michael Glasmeier, Fabian Köster, Alexander Kraus, Aleksandar Nedelkovski, Stefanie Pilzweger-Steiner, Stephan Ruderer, Annette Vowinckel, Martina Winkler und Ulf Erdmann Ziegler, eine umfangreiche Auswahl bislang unveröffentlichter Fotografien und Kontaktbogen sowie die wichtigsten Reportagen des Jahres 1968. Hardcover, 320 Seiten, 226 Abbildungen, 22,5 x 30 cm, deutsche und englische Ausgabe, 48 € im Museumshop, 58 € im Buchhandel.

 

Kunstmuseum Wolfsburg, Hollerpl. 1, Wolfsburg










02.03.2018 - 13.04.2018
Fotoausstellung Wien . Ellen von Unwerth inszenierte mit einer Leica S eine Serie in der sie in loser assoziativer Folge eine Mädchen-Gang auf der Jagd nach dem Glück im Wilden Westen folgt. Die unkonventionellen Bildwelten der Fotografin leben von der besonderen Mischung aus Witz, Frechheit, Frivolität und Verspieltheit.
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Ellen von Unwerth - Wild Wild West
Fotoausstellung Wien . Ellen von Unwerth inszenierte mit einer Leica S eine Serie in der sie in loser assoziativer Folge eine Mädchen-Gang auf der Jagd nach dem Glück im Wilden Westen folgt. Die unkonventionellen Bildwelten der Fotografin leben von der besonderen Mischung aus Witz, Frechheit, Frivolität und Verspieltheit.






"Ich fotografiere Menschen gerne, bevor sie wissen, aus welcher Perspektive sie am besten aussehen,“ erklärt die bekannte deutsche Fotografin Ellen von Unwerth.  Für die Serie konnte sie Stars zum Mitspielen mobilisieren: Marilyn Manson als Bösewicht, ebenso dabei sind der Schauspieler Micah Fitzgerald, die Musikerin Caroline Vreeland und die Performance-Künstlerin Millie Brown. Sie alle laden ein, genau hinzusehen und sich von den fast schon filmischen Sequenzen mitreißen zu lassen.

 

 


Ellen von Unwerth stammt aus Frankfurt am Main und arbeitete weltweit. Nach einer Kindheit im Waisenhaus ging sie als 16 Jährige nach München. Sie trat als Nummern-Girl im Zirkus Roncalli auf, bis ein Fotograf sie für ein Foto-Shooting der Zeitschrift Bravo buchte. Dort entdeckte sie der Chef der Modelagentur Elite. Sie zog nach Paris und arbeitete in den nächsten zehn Jahren als Top-Model mit den größten Modefotografen dieser Zeit zusammen. Erfolgreicher als jedes andere ehemalige Model hat sie sich von einem Star vor der Kamera zu einem hinter der Kamera entwickelt. Sie hat mit den berühmtesten Models, Magazinen
und Labels gearbeitet und ist bekannt dafür, Claudia Schiffer entdeckt zu haben. Sie lebt und arbeitet heute in Paris und New York.

Die Fotografien der Ausstellung sind auf 10 Stück limitiert und können käuflich erworben werden.

Leica Galerie Wien, Walfischgasse 1, Wien

02.03.2018 - 08.07.2018
Fotoausstellung Köln . Die Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur präsentiert die Ausstellung „Witterungen – Photographische Aufzeichnungen zwischen Landschaft und Lebenswelt von Laurenz Berges, Michael Collins und Paola De Pietri“. Zeitgleich läuft die Ausstellung „Blick in die Sammlung: Landschaft – Transformation – Bildraum“.
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Witterungen – Photographische Aufzeichnungen
Fotoausstellung Köln . Die Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur präsentiert die Ausstellung „Witterungen – Photographische Aufzeichnungen zwischen Landschaft und Lebenswelt von Laurenz Berges, Michael Collins und Paola De Pietri“. Zeitgleich läuft die Ausstellung „Blick in die Sammlung: Landschaft – Transformation – Bildraum“.



Paola De Pietri: No title (01), aus der Serie „Questa Pianura“, 2014
© Paola De Pietri




Das Projekt „Witterungen“  in Raum 1 stellt drei Positionen aus drei verschiedenen Ländern vor: Laurenz Berges (*1966) aus Düsseldorf, Michael Collins (*1961) aus London und Paola De Pietri (*1960) aus Reggio Emilia, Italien. Mit ihren Photographien fokussieren sie auf landschaftliche und bauliche Phänomene, die sie überwiegend in der näheren Umgebung ihrer Ateliers bzw. Wohnorte entdeckt haben und insofern einer langfristigen Betrachtung unterziehen können. Alle drei bemerken in aller Achtsamkeit den minutiös verlaufenden Wandel ihrer Umwelt und nutzen ihre Großbildkameras und die damit erreichbare hohe Abbildungsqualität zur Dokumentation der faktischen und atmosphärischen Gegebenheiten.

 

Laurenz Berges: Schulstraße, 2013
© Laurenz Berges, VG Bild-Kunst, Bonn, 2017


Der Begriff „Witterung“ findet in den Photographien der drei Künstler vielschichtige Analogien. Er kann sich auf das Wetter beziehen, aber auch eine Form von Intuition und Zersetzung, der Auflösung und Transformation finden Veranschaulichung. Vorgestellt werden dokumentarische, vor allem aber kontemplative Photographien, die sich vorschnellen Antworten verweigern, das Metier an seine Grenzen führen und die visuelle Neugierde herausfordern.
Das Motivspektrum von Laurenz Berges bezieht sich auf Konstellationen urbaner Landschaft, auf Bauten, Konstruktionen und Räume, die über Jahrzehnte genutzt, ge- und verbraucht, oft auch verlassen von der Geschichte alltäglicher Geschehnisse berichten. Das Ruhrgebiet ist ein bevorzugtes Arbeitsterrain. Dort findet er etwa schlicht gebaute Reihenhäuser der Nachkriegszeit; entdeckt einen Fassadenvorsprung eines Gründerzeithauses, der eine skurrile, scheinbar zwecklose, hölzerne Umrahmung aufweist; drei an einer unzählige Abnutzungspuren aufweisenden Wand angeordnete Klingeln, deren Namenschilder nur noch verschwommen lesbar sind; eine Platane, die vor langer Zeit gepflanzt, ihr Wurzelwerk unter den Gehweg geschoben hat, sodass einige Steinplatten bereits abgehoben sind. Doch niemand scheint diesen Weg mehr entlang zu gehen, die Straßenzüge, die Berges photographiert, wirken verwaist ohne ein Anzeichen zukünftiger Modernisierung.

 

Michael Collins: Hoo Flats diptych,  2016 (right),
© Michael Collins


Von Michael Collins wird eine Auswahl aus drei unterschiedlichen Werkbereichen vorgestellt. Das Diptychon „Hoo Flats“ zeigt landschaftliche Ansichten im Mündungsgebiet der Flüsse Themse und Medway östlich von London und bildet den Höhepunkt von Collins sieben Jahre währender Arbeit in diesem Gebiet. Im Park Hampstead Heath in London hat der Künstler den imposanten Baum vorgefunden und aus drei verschiedenen Blickpunkten abgelichtet. Mit den drei im industriellen Bereich entstandenen Aufnahmen nähert sich der Photograph dem darstellerischen Bereich des Skulpturalen an. Auch sind die Bilder historische Zeugnisse getaner Arbeit und situativer Atmosphären. Collins reflektiert in seinem Oeuvre das Medium der Photographie in seinen metaphysischen Qualitäten, er sieht die Photographie in Korrespondenz anderer künstlerischer Medien wie der Malerei.
Die von Paola De Pietri zwischen 2014 und 2017 photographierten Ruinen verfallener ehemaliger Bauernhöfe und Bäume befinden sich in der norditalienischen Ebene des Flusses Po, in den Regionen Emilia Romagna, Lombardei und Veneto. Paola De Pietris fein ausgearbeitete Schwarz-Weiß-Aufnahmen kennzeichnet eine diskret stringente Ästhetik. Die Motive sind als für die Gegend typische Solitäre zentral ins Bild gesetzt. Durch einen verhältnismäßig tief heruntergezogenen Horizont veranschaulicht sich der weitläufige Charakter der fruchtbaren Ebene mit ihren Feldern und Fluchten. Das dunstige Aufnahmewetter, die blattlosen Bäume dokumentieren eine kältere und weniger bunte Jahreszeit, die sich De Pietri für ihre Arbeit zunutze macht, um eine optische Betonung der modellhaft erscheinenden Motive zu bewirken. Die Konturen der entfernteren Gegenstände lösen sich auf und gehen in einem hell nebeligen Fond auf.
Die drei Positionen begegnen sich in der Ausstellung zum ersten Mal. Sie eint ihr Gespür und der genaue Blick für zeitbedingte sowie zeitlose Wirklichkeiten, für Fakten und allmähliche Transformationen ebenso wie ihre Sensibilität für die spezifisch feine Ästhetik, die daraus erwächst.
Zur Ausstellung erscheint zu jeder Position ein Leporello (Texte dt./engl.). Zusammengefasst in einem Schuber, sind die Leporellos als künstlerische Publikationen mit sammlerischem Wert angelegt. (Snoeck Verlag, Köln, Gestaltung: Claudia Ott, Düsseldorf)

zeitgleich in Raum 2:
Blick in die Sammlung: Landschaft – Transformation – Bildraum


Mit dieser die Hauptausstellung begleitenden Präsentation stellt Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur historische und zeitgenössische Werke vor, die die künstlerischen Fragestellungen an die Thematik nochmals mehr vertiefen. Im Mittelpunkt stehen dabei drei ausgewählte Arbeiten, die 2017 als Dauerleihgaben aus dem Eigentum der Stiftung Kunst im Landesbesitz, NRW, vertreten durch die Kunstsammlung NRW, der Photographischen Sammlung übertragen wurden. Diese Werke von Boris Becker, Elger Esser und Candida Höfer werden nun in einer Gruppenausstellung mit Positionen aus den eigenen Beständen von Lawrence Beck, Lee Friedlander und Pierre Bonnard und Albert Renger-Patzsch thematisch und formal in Beziehung gesetzt.
Hinzu treten Arbeiten von Albert Renger-Patzsch, Burkhard Jüttner und Klaus Rinke aus dem LVR-LandesMuseum Bonn, die sich konzeptuell einbinden. Ausgelotet werden auch darin landschaftliche Darstellungsoptionen, die den Zugriff des Menschen auf die Natur zur Anschauung bringt ebenso wie die Relation von Sujet und konzeptueller Umsetzung.

Raum 3:
Blick in die Sammlung: Paul Dobe, Photographische Naturstudien und Formfindung

 

Paul Dobe: Erle, 29.7.1916
© Nachlass Paul Dobe

Courtesy Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur Köln/Dauerleihgabe Privatsammlung



Von Paul Dobe (1880–1965) befindet sich ein umfangreicher Bestand an Abzügen, Negativen, Dias, graphischen Motiven und weiteren Dokumenten in der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur. Dobe, ausgebildeter Zeichner, konzentrierte sich in seinem Werk auf das Studium der Natur. Blumen und Pflanzenstrukturen galt seine Aufmerksamkeit. Möglicherweise ist er 1905 während seines Studiums an der Unterrichtsanstalt des Berliner Kunstgewerbemuseums Karl Blossfeldt begegnet, der dort zu dieser Zeit als Lehrer für „Pflanzenmodellieren“ tätig war.
Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen Paul Dobes zeigen Blumen und Bäume ebenso wie photographische Reproduktionen seiner Zeichnungen. Aufgenommen mit großer Präzision, sind die Bilder sorgfältig montiert und beschriftet: Mit quasi wissenschaftlichen Anspruch und vor botanischem Hintergrund suchte Dobe nach Konstruktionsprinzipien, nach einem der Natur zugrunde liegenden Formgesetz. Mit vergleichbarem Impetus hat sich Dobe der photographischen Darstellung von unterschiedlichen Wolkenformationen gewidmet, die ebenfalls zu sehen sind. Überraschend wirken dazu photographische Blätter, die der Idee der aus der Natur gewonnenen Ordnungsprinzipien in abstrakter Weise folgen und schließlich auf die Neuschöpfung reiner Formen verdichten.

Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, Im Mediapark 7, Köln

 

23.02.2018 - 27.05.2018
Fotoausstellung Hamburg . Hans Hansen ist bekannt für seine hervorragende Fotografie von Objekten, die sich weit von der Menge an Werbebilder abhebt. Das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg stellt den Fotografen innerhalb seiner Ausstellungsreihe „Fotografie neu ordnen“ vor.
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Hans Hansen. Fotografie neu ordnen: Dinge
Fotoausstellung Hamburg . Hans Hansen ist bekannt für seine hervorragende Fotografie von Objekten, die sich weit von der Menge an Werbebilder abhebt. Das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg stellt den Fotografen innerhalb seiner Ausstellungsreihe „Fotografie neu ordnen“ vor.

 

 

 

Insgesamt zeigt die Ausstellung Fotografie neu ordnen: Dinge rund 100 Exponate aus dem Werk Hansens und aus der Sammlung Fotografie des MKG. Einem Bild von Hans Hansen kann man im Editorial eines Magazins begegnen, aber ebenso an der Wand eines Museums. Die Unterscheidung zwischen angewandter Fotografie und freier künstlerischer Arbeit, die den Betrachtern vermeintlich Orientierung verschaffen soll, ist für diesen Fotografen unwichtig. Was für ihn zählt, ist ein gutes Bild. Aber was macht ein solches Bild aus, wie fotografiert Hans Hansen Lebensmittel, wie ein Automobil von Daimler-Benz und wie die Stühle des Designunternehmens Vitra? Die Ausstellung will die Besonderheit seiner Vorgehensweise deutlich machen. Hansen reduziert den Gegenstand auf das Wesentliche, er strukturiert die Form, die Farbe, das Material. Er ordnet die Objekte und kommt so zu einem Minimalismus und einer Perfektion, die seine Fotografien aus der Masse der Motive herausheben, die uns in der Produktwerbung ständig begegnen. Hansens reduzierter Blick hat das Auftreten von Firmen wie Lufthansa oder Vitra geprägt. Die Betrachter lässt er mit neuer Klarheit auf die alltägliche Dingwelt schauen.

 

 

 Hans Hansen wird 1940 in Bielefeld geboren. Er absolviert eine Ausbildung zum Lithografen bei der Druckerei Thomas & Kurzberg und studiert anschließend Angewandte Grafik bei Walter Breker an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. Seine Tätigkeit als Fotograf beginnt Hansen 1962 als Autodidakt. Im Auftrag von Tapio Wirkkala entstehen erste Studien von Glasobjekten. Zwischen 1963 und 1967 fotografiert Hansen weltweit Werbekampagnen für Lufthansa. Ab 1968 folgen Aufträge von VW, später auch von anderen Automobilherstellern in Deutschland, Frankreich, Italien und den USA. Nach der Gründung seines ersten Ateliers 1970 in Hamburg konzentriert sich Hansen verstärkt auf die Sachfotografie. Parallel realisiert er redaktionelle Beiträge und ab 1980 verstärkt auch freie, künstlerische Projekte.

Künstlergespräch
So. 25. März 2018, 15 Uhr, mit Hans Hansen und der Kuratorin Dr. Esther Ruelfs

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Steintorplatz,  Hamburg

 

22.02.2018 - 27.05.2018
Fotoausstellung Bonn . Das Kunstmuseum Bonn zeigt aus einer Zusammenstellung von acht Werkgruppen Bilder von Heidi Specker, deren Fotografie auch immer die Reflexion über Fotografie beinhaltet, so wie die Ausstellung auch die Reflexion über das Ausstellen von Fotografie sichtbar machen.
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Heidi Specker - Fotografin
Fotoausstellung Bonn . Das Kunstmuseum Bonn zeigt aus einer Zusammenstellung von acht Werkgruppen Bilder von Heidi Specker, deren Fotografie auch immer die Reflexion über Fotografie beinhaltet, so wie die Ausstellung auch die Reflexion über das Ausstellen von Fotografie sichtbar machen.

 

 

 

 Heidi Specker, Magie Mountain, Pfütze, 2007, Archival Fine Art Print,85 x 56 cm; UBS Art Collection,
©
Heidi Specker,VG Bild-Kunst, Bonn 2018

 

Bekannt wurde Heidi Specker Mitte der 90er Jahre mit den Speckergruppen (1995/96) und anderen Werkreihen, die Betonbauten in den Mittelpunkt stellten, womit sie sozusagen die Neubewertung dieser Art von Nachkriegsarchitektur vorwegnahm. Zugleich gehörte Specker zu den Pionieren der Digitalfotografie. Beinahe all ihren Werken ist gemeinsam, dass sie einer künstlerisch visuellen Untersuchung historischer Werke und Gegebenheiten dienen, indem sie mit dem Blick der Kamera deren Strukturen erforschen. Dabei sind Heidi Speckers Bilder auch immer eine Reflexion des Mediums, in dem sie arbeitet, und seiner Rezeption.

Aus einer Zusammenstellung von acht Werkgruppen hat die Künstlerin eine dichte Ausstellung entworfen. Die Betrachter sind eingeladen, auf eigenen Wegen den motivischen, formalen oder auch intuitiven Linien in Speckers Werk zu folgen.

 

Heidi Specker, Re-Prise, Kottbusser Tor, 2015, Archival,Fine Art Print, 37 x so cm
Stiftung Ann und Jürgen Wilde, Zülpich;© Heidi Specker,VG Bild-Kunst,Bonn 2018

 

Heidi Specker (* 1962 Damme) lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Projekte wurden in zahlreichen Einzelausstellungen präsentiert, so beispielsweise 2005 im Sprengel Museum (Hannover), 2009 und 2017 im Mies van der Rohe Haus (Berlin), 2012 im Leopold-Hoesch-Museum (Düren), 2015 in der Pinakothek der Moderne (München) und 2016 in der Berlinischen Galerie. Heidi Specker ist Leiterin der Klasse Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Die meisten ihrer Werkgruppen erscheinen auch als Künstlerbuch.

Begleitend zur Ausstellung wird ein umfangreicher von Stephan Müller gestalteter, reich bebildeter Katalog erscheinen, mit Beiträgen von Barbara J. Scheuermann, Christoph Schreier sowie einem Gespräch von Martina Löw und Gerhard Vinken.

 

 

Begleitprogramm:

Sonntag, 25.2.2018, 11 Uhr: Kuratorinnenführung mit Dr. Barbara J. Scheuermann

Mittwoch, 2.5.2018, 19 Uhr: PHOTOGRAPHY TALKS – Zeitgenössische Fotografie im Gespräch, mit Heidi Specker

Sonntag, 27.5.2018, 11 Uhr: Kuratorinnenführung mit Dr. Barbara J. Scheuermann

 

 

 

 

21.02.2018 - 10.05.2018
Fotoausstellung München . Die subtile Handhabung der Linie eint als signifikantes Merkmal die Arbeiten der drei Starfotografen – Richard Avedon, George Hoyningen-Huene und Irving Penn! Die Ausstellung „The Concept of Lines“ im Kunstfoyer der Versicherungskammer Kulturstiftung präsentiert von ihnen Werke aus der Sammlung Gundlach.
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The Concept of Lines
Fotoausstellung München . Die subtile Handhabung der Linie eint als signifikantes Merkmal die Arbeiten der drei Starfotografen – Richard Avedon, George Hoyningen-Huene und Irving Penn! Die Ausstellung „The Concept of Lines“ im Kunstfoyer der Versicherungskammer Kulturstiftung präsentiert von ihnen Werke aus der Sammlung Gundlach.

 

Richard Avedon, Nastassja Kinski and the serpent, Los Angeles 1981
© The Richard Avedon Foundation

 

Mit einer Ausstellung hervorragender Fotografien startet das Programm des Kunstfoyers in das Jahr 2018.. Gezeigt werden von Richard Avedon, George Hoyningen-Huene und Irving Penn Porträts prominenter Persönlichkeiten, u.a. von Miles Davis, Marlene Dietrich, Greta Garbo, Gary Cooper, Nastassja Kinski, Allen Ginsberg, Veruschka, Truman Capote, John Ford, Joe Lewis, Jean Cocteau, Jean Genet, Igor Strawinsky etc., zudem außergewöhnliche Modeinszenierungen, Akte und Körperbilder.

 

 

George Hoyningen-Huene, Bathing Fashion, Paris 1930
© Horst; Estate of Hoyningen-Huene

 

 

 

Irving Penn, Girl in veiled hat (Jean Patchett), New York 1949
© The Irving Penn Foundation

 

Die Ausstellung wird von Dr. Sabine Schnakenberg, Deichtorhallen Hamburg, Sammlungskuratorin Haus der Photographie, für das Kunstfoyer München als exklusive zweite Station kuratiert. Alle ausgestellten Arbeiten stammen aus der berühmten Sammlung F.C. Gundlach, mit deren Stifter das Kunstfoyer bereits Ausstellungen über Martin Munkacsi (2011) sowie Peter Keetman (2017) realisiert hat.

https://www.versicherungskammer-kulturstiftung.de/kunstfoyer/the-concept-of-lines-richard-avedon-george-hoyningen-huene-und-irving-penn/

Kunstfoyer, Maximilianstraße 53, München

16.02.2018 - 19.05.2018
Fotoausstellung Wien . Gilbert Garcin ist nicht nur gleichzeitig Regisseur, Bühnenbauer und Fotograf. In seinem Gartenhäuschen schafft er mit Schere, Klebstoff, fotografischen Selbstportraits und Papier in schwarzen Kartons zauberhafte kleine analoge Werke und Welten, die er wieder abfotografiert, immer schwarzweiss. AnzenbergerGallery stellt sein Werk vor. 16. Februar bis 19. Mai 2018
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Gilbert Garcin: Das Leben ist ein Theater
Fotoausstellung Wien . Gilbert Garcin ist nicht nur gleichzeitig Regisseur, Bühnenbauer und Fotograf. In seinem Gartenhäuschen schafft er mit Schere, Klebstoff, fotografischen Selbstportraits und Papier in schwarzen Kartons zauberhafte kleine analoge Werke und Welten, die er wieder abfotografiert, immer schwarzweiss. AnzenbergerGallery stellt sein Werk vor. 16. Februar bis 19. Mai 2018

 

 

 

Als ‚Cousin von Jaques Tati’ und ‚seelischer Verwandter von Rene Magritte’ wird Gilbert Garcin bezeichnet, wenn von seinen Fotografien die Rede ist. Der Könner des surrealistischen Genre beginnt erst spät mit der Fotografie. Nachdem er sein Lampengeschäft schließt, beginnt er sich mit 65 Jahren in seiner Pension mit Kunst und Fotografie auseinanderzusetzen und belegt mehrere Workshops beim Fotofestival Rencontres International de la Photographie in Arles. Danach beginnt er sein zweites Abenteuer mit Licht, das bis heute andauert. In seinen mitunter ironischen Selbstinszenierungen scheint die gesamte Bandbreite der menschlichen Komödie angelegt zu sein. Jede seiner minimalistisch gestalteten Fotografien gleicht einem theatralischen Akt auf der obskuren Bühne des Lebens. Gilbert Garcin wurde 1929 im französischen La Ciotat geboren und lebt in Marseille. Nach seinem Wirtschaftsstudium war er Besitzer einer Fabrik, die Lampen herstellte. Erst nach seinem Rückzug aus dem Geschäftsleben entdeckte er 1993 die Fotografie. Zuerst war er ein begeisterter Hobbyfotograf, der sich mit anderen Enthusiasten in verschiedenen Clubs zusammentat. Dann gewann er einen Fotopreis, der es ihm ermöglichte, Workshops mit den Fotografen Pascal Dolémieux, Michel Séméniako und Arnaud Claass im Rahmen des Festivals Rencontres Internationales de la Photographie in Arles teilzunehmen. Hier lernte er die Photomontage kennen. Er begann mit diesem Potential der Transformation im Ansatz zu experimentieren, und dieser Zugang wurde zu seiner bevorzugten Form seiner Ausdrucksweise sowie zum charakteristischen Merkmal seiner Arbeit. Er fing an, sich selbst in Alltagskleidung als einzelne Figur zu fotografieren; ein bisschen schäbig ausssehend und leicht abwesend schauend, so als ob er in Gedanken versunken wäre. Ein Charakter war geboren (manchmal Mister G. genannt), von Gilbert Garcin gespielt, aber mit surrealen Nebendarstellungen der Mysterien der menschlichen Existenz unterlegt. Ab 1999 kommt auch Gilbert Garcins Frau Monique in seinen Fotografien oft vor. Sie wird zu einer bereitwilligen Mitstreiterin, die Allegorien des Auf und Abs des gemeinsamen Lebens darzustellen. Getrieben vom Wunsch, seine Ansichten über das Leben mit einem größeren Publikum und der Welt zu teilen, hat Gilbert Garcin über die letzten zwanzig Jahre mehrere Bücher veröffentlicht und an unzähligen Ausstellungen teilgenommen. Seine Arbeiten wurden auf der ganzen Welt ausgestellt und sind in vielen privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten. Einige davon sind etwa das Maison Européenne de la Photographie (Paris), Fonds National pour l’Art Contemporain (Paris), Veendam Artotheque (Niederlande), West Collection (Philadelphia), Sammlung Titze (Wien). AnzenbergerGallery, Brotfabrik Wien, Absberggasse 27, Wien

16.02.2018 - 23.03.2018
Fotoausstellung München . Im 75. Jahr nach der Befreiung von Europa durch die Alliierten zeigt die Galerie Daniel Blau das Werk des berühmten Fotojournalisten Robert Capa. 16. Februar bis 23. März 2018
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Capa – 75 Years ago
Fotoausstellung München . Im 75. Jahr nach der Befreiung von Europa durch die Alliierten zeigt die Galerie Daniel Blau das Werk des berühmten Fotojournalisten Robert Capa. 16. Februar bis 23. März 2018

Robert Capa (1913-1954)
"Cheering Line, Palermo, Sicily", July 1943
silver gelatin print on glossy fibre paper
13,3(15,4) x 20,7(22,9) cm
Robert Capa © ICP / Magnum Fotos / Agentur Focus

 

Berühmt wurde Robert Capa (1913-1954) durch seine eindrucksvollen Kriegsbilder. Capa dokumentierte als Fotoreporter unter anderem den Spanischen Bürgerkrieg, den Japanisch-Chinesischen Krieg und den Zweiten Weltkrieg.

Robert Capa war an der Front als die Alliierten Italien befreiten, beginnend mit der Landung 1943 in Sizilien. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl an Bildern von diesem bedeutenden Moment und dem Rückzug der Deutschen durch Italien in den Norden.

 

Robert Capa (1913-1954) (attr.)
"Preparations in The Mediterranean Theatre of War",
September 15, 1943
silver gelatin print on glossy fibre paper,
printed by October 1, 1943
20,6 (22,9) x 17,1 (18,1) cm
Robert Capa © ICP / Magnum Fotos / Agentur Focus

 

Der Fotograf war bei Momenten der Kapitulation und Begegnungen zwischen amerikanischen Soldaten und der Bevölkerung dabei. Seine fesselnden Bilder illustrieren die Realität des Krieges und machten ihn zu einem der führenden Fotojournalisten des 20. Jahrhunderts.

 

Daniel Blau, Maximilianstraße 26, München

15.02.2018 - 25.03.2018
Fotoausstellung Hannover . Die einfühlsamen Bilder von Peter Bauza erzählen die Geschichten von Menschen, die in Copacabana Palace in Rio de Janeiro leben, von ihren alltäglichen Momenten der Freude und Trauer, von ihren Bedürfnissen und ihren Illusionen. Präsentiert werden die Motive von GAF Galerie für Fotografie.
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Copacabana Palace
Fotoausstellung Hannover . Die einfühlsamen Bilder von Peter Bauza erzählen die Geschichten von Menschen, die in Copacabana Palace in Rio de Janeiro leben, von ihren alltäglichen Momenten der Freude und Trauer, von ihren Bedürfnissen und ihren Illusionen. Präsentiert werden die Motive von GAF Galerie für Fotografie.

 

 

"Das Paradies ist hier, die Hölle ist hier, Wahnsinn ist hier, Leidenschaft ist hier“. Die Aussage des brasilianischen Komponisten und Musikers Francis Himes über Rio de Janeiro wurde Peter Bauzas fotografisches Motto. Seine Bilder zeigen den Moloch von „Wohnungsskeletten“. Copacabana Palace lautet der sarkastische Nickname der in den 80er Jahren gebauten, aber niemals fertiggestellten Mittelstandsruine, dem das gleichnamige Luxushotel an der Copacabana unfreiwillig seinen Namen lieh. Knapp 60 Kilometer entfernt von Rio de Janeiro gelegen, ist ein typisches Beispiel für ein Leben, das von Millionen anderen Brasilianern unter den gleichen Umständen geteilt werden muss, während die Regierung eine ihrer schwersten politischen und wirtschaftlichen Krisen durchlebt und zugleich Milliarden für die Infrastruktur von weltweiten Sportevents ausgibt.

 

 

Etwa 300 Familien leben hier in sechs Häusern, insgesamt um die 1.000 Menschen, aber so genau weiss es niemand. Ohne fließendes Wasser, ohne richtiges Stromnetz und ärztliche Versorgung. Die Wohnungen sind feucht und haben keine Fenster und Türen. Überall stinkt es nach herumliegendem Müll.

 

 

In Peter Bauza´s vielfach preisgekrönter bildmächtiger Arbeit changiert die Welt des Copacabana Palace, die eigentlich ein Ort der Vorhölle ist, dennoch zwischen dem harten Kampf ums tägliche Dasein und der puren Lust aufs Leben. Mit seinen farbintensiven Bildern schafft es der Fotograf, keine reine Elendsgeschichte zu erzählen, fügt ihr auch poetische und zärtliche Momentaufnahmen des Alltags hinzu, findet Bilder der Lebensfreude der Menschen, fängt ihre Wünsche und Träume ein - ohne den lebensfeindlichen Ort dabei zu beschönigen.

 



Viel mehr geht es ihm um die Stärke dieser unfreiwilligen Solidargemeinschaft, die versucht, in mutiger Selbstbestimmung zu überleben. „Ich hatte das Bedürfnis, der Minderheit ein Gesicht, eine Stimme zu geben. Aber das sollte nicht voyeuristisch, sondern mit Würde geschehen“, so der Fotograf. Bauza begann sein Projekt, als mit den Vorbereitungen für die Olympischen Spiele Milliarden für dieses Weltspektakel ausgegeben wurden. Nach anfänglicher Skepsis gelang es Bauza, das Vertrauen der Bewohner zu gewinnen und er konnte sich in den folgenden acht Monaten frei bewegen, so dass ihm diese intime Sichtweise gelang.

Peter Bauza verließ nach einem Abschluss als Kaufmann im Außenhandel sein Heimatland Deutschland und arbeitete für ein internationales Unternehmen in mehreren Ländern Lateinamerikas. Aus seiner Leidenschaft zur Fotografie wurde bald sehr viel mehr. Bauza begann eine ganz eigene Bildsprache zu entwickeln, die er später am Open College of the Arts in England zu seinem sehr persönlichen Stil verfeinerte. Mit seinem Einsatz für soziale und geopolitische Themen hofft er,  „jenen Menschen ein Gesicht und eine Stimme zu geben, die unsere Hilfe ganz dringend benötigen“. Peter Bauza, ist Mitglied der Agentur Echo Photojournalism und zählt zu den engagiertesten und einfühlsamsten Fotografen unserer Zeit. Seine Arbeiten wurden weltweit ausgestellt, in zahlreichen Medien veröffentlicht und vielfach international ausgezeichnet. Seit über 20 Jahren lebt Peter Bauza in Lateinamerika und auf Reisen in aller Welt.

GAF, Seilerstraße 15 d, Hannover

 

15.02.2018 - 15.05.2018
Fotoausstellung Zingst . Geheimnisvoll ebenso wie dokumentarisch sind die Motive, die man in der Leica Galerie in Zingst an der Ostsee mit Simone Puschmanns personal work bewundern kann. Bilder aus fünf unterschiedlichen Bilderserien werden in der Ausstellung vorgestellt, die in der Zeit von 2015 bis heute entstanden sind. Vom 15. Februar bis 15. Mai 2018
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Fotoschau von Simon Puschmann – personal work
Fotoausstellung Zingst . Geheimnisvoll ebenso wie dokumentarisch sind die Motive, die man in der Leica Galerie in Zingst an der Ostsee mit Simone Puschmanns personal work bewundern kann. Bilder aus fünf unterschiedlichen Bilderserien werden in der Ausstellung vorgestellt, die in der Zeit von 2015 bis heute entstanden sind. Vom 15. Februar bis 15. Mai 2018

„personal work“ experimentelle Fotografie ©Simon Puschmann

 

Mit vielen Auszeichnungen bedacht, hat Simon Puschmannschon für prestigeträchtige Kunden wie Mercedes Benz, BMW und Lufthansa gearbeitet. Aber kann man als Arbeit bezeichnen, wenn Jemand mit solcher Leidenschaft einer Tätigkeit nachgeht? Ob aus dem beim Flug über die Anden und California. Im März 2017 verbrachte er vier Tage in Havanna und fotografierte für?die Bilderserie Cuba die Stadt aus dem Taxi heraus.

Die Ausstellung gibt einen Einblick in die kreative Bandbreite des fotografischen Werks von Simone Puschmann. Die Fotografie ist in Puschmanns Alltag omnipräsent, seit neuestem gepaart mit filmischen Elementen.

 

„personal work“ Cuba ©Simon Puschmann

 

Bei der in Cuba entstandenen Bilderserie experimentiert er mit den unterschiedlichen Auswirkungen von Farbe, basierend auf dem Prinzip der Dreifarbentheorie (rot, grün, blau als Grundfarben des menschlichen Sehens). Simon Puschmann nimmt seine Umwelt bewusst wahr, mit offenen Augen geht er durch seine Heimatstädte Los Angeles, Hamburg und Boston, um verwundete Gebäude, die „open wounds“ aufzunehmen. Dieser Zustand des Verfalls ist meist?nur für ein paar Tage sichtbar, danach sind sie für immer Geschichte.

Im Jahr 2017 hat Simon Puschmann seine fotografische Arbeit um die Einbeziehung filmischer Elemente erweitert. „365_2017“ heißt sein fotografisches Tagebuch, welches der Bildschirm in der Ausstellung zeigt. Simon Puschmann kombiniert Fotografie und Filmproduktion – er „schießt“ einen Film und bringt die Qualität seines Schaffens auf eine neue Ebene, brandaktuell am Puls der Zeit.

Simon Puschmann über seine Einstellung zur Fotografie: „Es gibt keinen Zweifel. Ich habe Fotografie gefunden und sie hat mich gefunden. Es ist eine so feste Ehe wie die, die ich mit meiner Frau Susanne habe. Ich mag es, meine Kunden, das Publikum, sogar mich selbst zu überraschen. Die Kunden wissen, dass sie das Unerwartete erwarten können und dass ich mich anstrengen werde. Ich erfinde, liebe, lache, arbeite, lebe und atme Fotografie.“

 

 

 

 

09.02.2018 - 07.04.2018
Ausstellung München Zu ihrem 50-jährigen Bestehen zeigt die Galerie Rüdiger Schöttle zwei ihrer interessantesten Künstler: Chen Wei wurde im Jahr 2010 erstmals in Deutschland bei Rüdiger Schöttle gezeigt, Thomas Ruff ist seit langem mit der Galerie verbunden und hatte 1981 das erste Mal eine Ausstellung in der Münchner Galerie.
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Chen Wei / Thomas Ruff
Ausstellung München Zu ihrem 50-jährigen Bestehen zeigt die Galerie Rüdiger Schöttle zwei ihrer interessantesten Künstler: Chen Wei wurde im Jahr 2010 erstmals in Deutschland bei Rüdiger Schöttle gezeigt, Thomas Ruff ist seit langem mit der Galerie verbunden und hatte 1981 das erste Mal eine Ausstellung in der Münchner Galerie.

 

 Chen Wei, Fragment, 2013, Archival Inkjet Print, 64 x 80 cm
© Chen Wei, courtesy Galerie Rüdiger Schöttle

 

 

Was auch großen Museen oft schwer gelingt ist, zu weltweit bekannten großen Künstlern eine intensive andauernde Beziehung aufzubauen, ist dem Galeristen Rüdiger Schöttle gelungen, der mit großen Erfolg seine Galerie im Rückgebäude der Schwabinger Amaienstraße betreibt! In seiner Galerie kann man immer wieder die Großen der Kunstszene bewundern sei es Andreas Gursky, einer der höchstgehandelten Fotografen der Welt der kanadische Fotokünstler Jeff Wall oder der berühmte Holzbildhauer Stefan Balkenhol.

Zum 50-jährigen Jubiläum seines Galeristen Daseins hat der immer sehr zurückhaltend agierende Rüdiger Schöttle den chinesischen Künstler Chen Wei und Thomas Ruff ausgewählt:

 

Chen Wei, Two Lights, 2016, Archival Inkjet Print, 40 x 50 cm
© Chen Wei, courtesy Galerie Rüdiger Schöttle

 

Die Werke der neuen Ausstellung Falling Light von Chen Wei vereinen Motive und Schwerpunkte aus dem Schaffen vergangener Jahre des Künstlers: Menschenleere urbane Räume, bühnenhafte Settings mit starken Lichteffekten, nasser Untergrund, vereinzelte Personnagen oder deren Hände in isolierten Szenen, symbolisch aufgeladene Elemente wie funkelnde Münzen. Das Unvollendete taucht in den noch nicht fertig verlegten Pflastersteinen von Fresh Paint auf, das Gewesene auf dem gekachelten Boden eines Nachtlokals in Fragment, wo die Überreste einer Party, zerbrochene Flaschenscherben, am Boden verstreut sind.
In der Arbeit Two Lights sind zwei Ringe um einen Zeige- und Mittelfinger befestigt, die mit kleinen Leuchtapplikationen in weißem und blauem Licht versehen sind. Welche Funktion haben die leuchtenden Ringaufsätze? Sind es zeitgemäße Schmuckstücke in einer technoiden Ästhetik oder sind es digitale Messgeräte wie sie beim health tracking eingesetzt werden? Wo landen unsere Körperdaten in einem solchen Fall?.

Chen Wei wurde 1980 in der Provinz Zhejiang in China geboren. Er lebt und arbeitet in Peking. 2017 hatte er eine Einzelausstellung im Centre for Contemporary Photography in Melbourne, 2016 in der JNBY Foundation in Hangzhou, 2015 war sein Werk ist in der Gruppenausstellung Zeitgenössische chinesische Fotografie am Museum Folkwang in Essen zu sehen sowie in einer Einzelausstellung am K11 Art Space in Shanghai. Arbeiten von Chen Wei sind in zahlreichen internationalen Sammlungen vertreten.

 

Thomas Ruff, neg◊lapresmidi_01, 2016, C-Print, 71 x 61 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018,
courtesy Galerie Rüdiger Schöttle

 

Seit 2014 arbeitet Thomas Ruff an seiner Serie Negative, in der er die typischen Sepiatöne historischer Fotografien in Cyantöne umwandelt und damit nicht nur an frühe Cyanotypien erinnert, sondern in erst Linie das Positiv zum Negativ werden lässt und damit das Mittel zum Zweck, die Vorform der endgültigen Fotografie zur Kunstform erhebt. Innerhalb dieser Serie ist ein neuer Zyklus mit dem Titel neglapresmidi entstanden, der in dieser Ausstellung in seinem Zusammenhang gezeigt wird. In einer Abfolge von 24 Fotografien folgt Thomas Ruff den Spuren der Tanzlegende Vaslav Nijinsky (1889-1950). Nijinsky war ein virtuoser Tänzer von Weltruhm, der durch seine Sprünge scheinbar die Schwerkraft zu überwinden schien.

 

Thomas Ruff, neg◊lapresmidi_11, 2016, C-Print, 71 x 61 cm,
© VG Bild-Kunst, Bonn 2018, courtesy Galerie Rüdiger Schöttle

 

Überliefert ist das Ballet Nijinskis durch die Aufnahmen von Baron Adolphe de Meyer, einem Pionier der Fotografie, dem es in diesen Fotografien erstmals gelang die Bewegung und Choreografie des Tanzes miteinzufangen. Basierend auf diesem historischen und fotogeschichtlich interessanten Quellenmaterial de Meyers schafft Thomas Ruff einen Zyklus, der nicht nur die einzelnen Sequenzen dieser einzigartigen Ballettaufführung wiederbelebt, sondern auch die außergewöhnliche Sinnlichkeit der Körper und ihrer Bewegungen auf geniale Weise erfasst. Licht und Schatten werden zu visuellen Äquivalenten von Bewegung.Fotografie als Reminiszenz an Tanz, Musik und historische Fotografie, interpretiert durch den innovativsten Fotografen unserer Zeit.

 

Galerie Schöttle, Amalienstraße 41, München

 

09.02.2018 - 25.03.2018
Fotoausstellung Berlin. Mit der Ausstellung "Passages" zeigt das Willy-Brandt-Haus eine Retrospektive des französischen Fotografen. Zu sehen sind 100 Schwarzweiß- und Farbfotografien der frühen 1960er Jahre bis heute. Zusätzliche Einblicke in Barbeys Arbeit geben Filme von Caroline Thiénot-Barbey, Filmemacherin und Ehefrau des Fotografen.
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Bruno Barbey – Passages
Fotoausstellung Berlin. Mit der Ausstellung "Passages" zeigt das Willy-Brandt-Haus eine Retrospektive des französischen Fotografen. Zu sehen sind 100 Schwarzweiß- und Farbfotografien der frühen 1960er Jahre bis heute. Zusätzliche Einblicke in Barbeys Arbeit geben Filme von Caroline Thiénot-Barbey, Filmemacherin und Ehefrau des Fotografen.

© Bruno Barbey / Magnum Photos, Seoul, Südkorea, 2014
 

Ob Momente unbeschwerter Kindheit, der respektvolle Blick in fremde Kulturen oder Aspekte des Menschlichen in politischen Konflikten und Kriegen: Die Vielfalt seiner Themen und seine einfühlsame Bildsprache machen Bruno Barbey (*1941) zu einem der erfolgreichsten Fotojournalisten der Gegenwart.

Die Ausstellung präsentiert Bilder und Fotoreportagen von Bruno Barbey aus aller Welt. Den zeitlichen Anfang markieren Schwarzweißbilder aus »Les Italiens«, Barbeys erstem Fotoessay (1961–1964), der ihn im Alter von 25 Jahren zum Mitglied bei Magnum Photos machte. Zum Pionier der journalistischen Farbfotografie wurde der Franzose bereits 1966 mit einem Fotoauftrag in Brasilien. Seinen einzigartigen virtuosen Umgang mit Farben belegen später vor allem seine vielfältigen Aufnahmen aus Marokko, der Heimat seiner Kindheit. Einen Schwerpunkt der Schau bilden Barbeys Dokumentationen großer Weltereignisse – Sechstagekrieg im Nahen Osten, Vietnamkrieg, Studentenunruhen in den 1960er Jahren, Polen zur Zeit von Solidarno?? oder der Irak-Krieg Anfang der 1990er Jahre.

 

© Bruno Barbey / Magnum Photos, Amazonas, Brasilien, 1966

 


Die Ausstellung illustriert Bruno Barbeys einzigartige Position in der Geschichte der jüngeren Fotografie: Präzise in der Arbeitsweise, poetisch in der Sicht. Mit Bildern, die stets die Balance halten zwischen Distanz, Nähe und Empathie für die Schönheit und die Zerbrechlichkeit des Seins. Als »Rendezvous with history« hat Barbey seine Arbeit mit der Kamera selbst einmal charakterisiert. Ebenso spürbar ist seine Liebe zum Rendezvous mit dem Leben.

Geboren wurde Bruno Barbey 1941 in Marokko, wo er auch seine Jugend verbrachte. 1959/60 studierte er an der École des Arts et Métiers, Vevey/Schweiz. Mit 25 Jahren wurde er Vollmitglied der Agentur Magnum Photos. Barbeys Fotografien sind in internationalen Zeitschriften und Magazinen erschienen, darunter Vogue, Stern, National Geographic, Time, Life, Paris Match. Außerdem sind seine Arbeiten in zahlreichen Bildbänden und Büchern veröffentlicht. Seit 2016 ist Bruno Barbey Mitglied der Académie des Beaux-Arts. Er lebt und arbeitet in Paris.



Willy-Brandt-Haus, Stresemannstr. 28, Berlin

07.02.2018 - 12.05.2018
Fotoausstellung Frankfurt am Main. Ein spannendes Thema hat die DZ Bank Kunstsammlung an den Anfang des Jubiläumsjahres ihres 25-jährigen Bestehens gewählt: Fotografie und Psychologie. Gezeigt werden im Art Foyer 58 Exponate aus Kunst und Wissenschaft, an denen sich vielschichtige, äußere und innere Bilder des Menschen ablesen lassen.
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Inside Out – Fotografie und Psychologie
Fotoausstellung Frankfurt am Main. Ein spannendes Thema hat die DZ Bank Kunstsammlung an den Anfang des Jubiläumsjahres ihres 25-jährigen Bestehens gewählt: Fotografie und Psychologie. Gezeigt werden im Art Foyer 58 Exponate aus Kunst und Wissenschaft, an denen sich vielschichtige, äußere und innere Bilder des Menschen ablesen lassen.

Roger Ballen

One arm goose, 2004
Shadow Chamber


 

In welcher Weise haben die Ergebnisse psychologischer Forschung die künstlerischen Bildwelten beeinflustt und welche Rolle spielt die Fotografie für die Arbeit von Psychologen? Die Gastkuratoren Steffen Siegel und David Keller haben dazu eine Präsentation mit 58 Exponaten aus Kunst und Wissenschaft zusammengestellt.

Vertreten sind Fotoarbeiten aus der Sammlung von Michael Ackerman, Roger Ballen, Alexandra Baumgartner, Sibylle Bergemann, Sophie Calle, Gregory Crewdson, Altan Eskin, Valie Export, Hans-Peter Feldmann, John Hilliard, Aino Kannisto, Robert Longo, Arnulf Rainer, Walter Schels, Laurie Simmons, Taryn Simon, Annegret Soltau und Peter Weibel.

Die Ausstellung mit dem programmatischen Titel „Inside Out“ betrachtet das Verhältnis von Psychologie und Fotografie, in dem Sichtbares und Unsichtbares, Äußeres und Inneres unmittelbar aufeinander bezogen werden. Kein anderer  Teilbereich der Psychologie hat das Nachdenken  über die Psyche mehr geprägt als die Psychoanalyse. Robert Longo (*1953 in Brooklyn, USA) nähert  sich in seiner mehrteiligen Arbeit „The Freud Cycle“ auf ebenso  intime wie geisterhafte Weise den einstigen Wohn- und Arbeitsräumen Sigmund Freuds.

 

 

John Hilliard

Distorted Vision (A), 1991


 

Freud war von der Psychodynamik des Unheimlichen fasziniert. Im Begriff des Unheimlichen eingeschlossen sind die Worte „Heim“ und „heimlich“, mit denen  sich widersprüchliche Assoziationen verbinden. Das Heim ist das Schutz bietende Haus und zugleich der Ort des Geheimnisvollen und des Verborgenen. Gregory Crewdson (*1962 in Brooklyn, USA) hat betont, dass seine Bilder von Sigmund Freuds Aufsatz „Das Unheimliche“ (1919) beeinflusst sind. Die von ihm mysteriös inszenierten Szenen sind von einer filmischen Ästhetik inspiriert, in denen  das Leuchten zugleich effektvoll und unheimlich ist. Der Betrachter fragt sich, ob in seinen Bildern oder auch jenen von Aino Kannisto  (*1973 in Espoo, Finnland) und Taryn Simon (*1975 in New York) das Heim tatsächlich noch ein Ort des Schutzes ist. Oder lauert die Gefahr vielmehr im Inneren dieser Häuser?

 

Sibylle Bergemann

Hollywood, 1984


 

Auch in den Arbeiten von Sibylle Bergemann (*1941 in Berlin; † 2010 bei Gransee) und dem in Berlin lebenden Michael Ackerman (*1967 in Tel Aviv) scheint sich das Vertraute in Unvertrautes  zu verwandeln. Gerade in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts spielen die verschiedenen  Ausdrucksformen  des Menschen  – seine Mimik, Gestik, Stimme und Handschrift – für die psychologische Diagnostik eine prominente Rolle. Erwartungen an die Lesbarkeit des Gesichts scheint Arnulf Rainer (*1929 in Baden bei Wien) mit seinen Fotoautomaten-Selbstporträts entgegenzukommen, um sie jedoch sogleich zu durchkreuzen.

 

Arnulf Rainer

Ohne Titel (Automatenportraits), 1969



Auch die Porträts von Alexandra Baumgartner (*1973 in Salzburg) sind psychoanalytisch inspiriert. Ihre Fotocollagen sind drastische Interventionen in die Oberfläche des fotografischen Bildes, bei denen  ein latenter Eindruck von Zwang und Gewalt entsteht.

 

Dobermann, Gans und Schaf präsentieren sich in direktem Blickkontakt auf den großformatigen Tierporträts von Walter Schels (*1936 in Landshut). Sie sind ganz in der klassischen Konvention der Porträts gehalten und schärfen den Begriff von Identität und Individualität. Kleidung ist ein wichtiges Instrument zur Inszenierung des Ich. Hans-Peter  Feldmann (*1941 in Düsseldorf) beschreibt die Individualität einer Frau, indem er auf 70 Aufnahmen ihre Kleidung und Schuhe zeigt.

 

Altan Eskin (*1979 in Hanau) durchsuchte die Fotoalben seiner Familie nach Abbildungen von den Händen seines verstorbenen Vaters. Ausschnitt für Ausschnitt fächern die insgesamt 42 Bilder ein ganzes Leben auf.

 

Die Psychologie fasst Bindungen und Beziehungen  als zentrale Grundbedürfnisse der menschlichen Existenz auf. Dem Wunsch nach stabilen und sicheren Beziehungen  steht zugleich die Sorge vor Kränkung, Zurückweisung und Verletzung entgegen. In der Arbeit der österreichischen Performancekünstlerin und Filmemacherin Valie Export (*1940 in Linz, Österreich) trifft der Wunsch nach Nähe auf die Unverfügbarkeit des Anderen: Ein Bild von einem Arm trifft auf ein Bild von einem Bild von einem Arm.

 

Die Bilder von Annegret Soltau  (*1946 in Lüneburg) evozieren Gefühle von Melancholie und Schwermut  und sind voller psychologischer Implikationen. Die Künstlerin verschwindet über die Bildabfolge hinweg in einem immer dichter werdenden Kokon, bis sie schließlich ganz von einer dunklen Schicht umschlossen  wird.

Die kargen, stets schwarz-weißen Tableaus des in Südafrika lebenden US-Amerikaners Roger Ballen (*1950 in New York) erzählen von einer Welt jenseits bloßer Vernunft. Bewohnt werden  die befremdlich anmutenden Räume von merkwürdigen Gestalten, die mit Enten, Katzen oder Mäusen irritierende Allianzen eingegangen sind. Getragen von Apathie, Schmerz und Gewalt widmen sich die Bilder der Schattenseite der Psyche, ihren Abgründen  und Ausnahmezuständen.

John Hilliard (*1945 in Lancaster, England) betont sowohl die speziellen Aspekte des Mediums Fotografie als auch die relative Wahrnehmung des Betrachters. Die Identität der Figur ist für den Betrachter nicht zu fassen. Zwischen hinten und vorne, innen und außen  öffnet sich ein Spiel von Bezügen.

ART FOYER der DZ BANK Kunstsammlung,, Platz der Republik, Frankfurt am Main.

 

 

 

 

03.02.2018 - 31.03.2018
Fotoausstellung Greifswald . Städten wie Wien, New York und Dubai, die mystischen Landschaften Islands und die Strände Floridas und Kaliforniens, haben das Künstlerduo Gerald Berghammer und Ina Forstinger, bereist und fotografisch festgehalten. Vorgestellt werden ihre Motive in der Galerie STP.
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Gerald Berghammer & Ina Forstinger – Silverfineart
Fotoausstellung Greifswald . Städten wie Wien, New York und Dubai, die mystischen Landschaften Islands und die Strände Floridas und Kaliforniens, haben das Künstlerduo Gerald Berghammer und Ina Forstinger, bereist und fotografisch festgehalten. Vorgestellt werden ihre Motive in der Galerie STP.

 

 

In ihren analogen Schwarz-Weiß-Fotografien sind Gerald Berghammer und Ina Forstinger stets auf der Suche nach dem perfekten Motiv. Die Langzeitbelichtung dient ihnen dabei als stilistisches Mittel und verleiht den Bildern eine ganz besondere Stimmung. Welche Arbeiten ausgewählt und angeboten werden, entscheiden die beiden immer gemeinsam. Dafür werden nicht nur technische Aspekte kritisch betrachtet, sondern auch persönliche Erlebnisse und Assoziationen in die Entscheidung mit einbezogen. Durch die Nutzung der hauseigenen Dunkelkammer, liegt der gesamte Entwicklungsprozess in ihren Händen. Die Künstler werden zur Vernissage anwesend sein und gern weitere Fragen beantworten.

 

Galerie STP, Lange Straße 21, Greifswald

03.02.2018 - 08.04.2018
Ausstellung Braunschweig . Unter dem Titel „Jenseits des Sichtbaren. Fotografische Erzählung als Spur“ stellt das Museum für Photographie Werke von Curtis Anderson, Louisa Clement, Owen Gump, Sigmar Polke und Anna Vogel vor. Bis 8.4.2018
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Jenseits des Sichtbaren
Ausstellung Braunschweig . Unter dem Titel „Jenseits des Sichtbaren. Fotografische Erzählung als Spur“ stellt das Museum für Photographie Werke von Curtis Anderson, Louisa Clement, Owen Gump, Sigmar Polke und Anna Vogel vor. Bis 8.4.2018

 Owen Gump, aus der Serie Promontory,2007, Gelatinesilberprint
© Owen Gump/ Courtesy Owen Gump und BQ, Berlin


Die Gruppenausstellung stellt mit  Curtis  Anderson,  Louisa Clement,  Owen Gump, Sigmar Polke  und Anna Vogel  fünf internationale künstlerische Positionen aus unterschiedlichen Generationen vor, deren fotografische Arbeiten sich den Möglichkeiten des Bildes und dessen jeweiliger  Inhalte als ephemere Spuren der äußeren Wirklichkeit mit unterschiedlichen fotografisch-bildnerischen Ansätzen widmen.

Was bildet die Fotografie  ab und wie verhält  sich dieses zur Realität? Das sind Aspekte, die in der aktuellen   kunstwissenschaftlichen   Auseinandersetzung und auch im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung und Manipulierbarkeit des Bildes Fragen aufwerfen.

 

 Anna Vogel, Ignifer III, 2012, Pigment-Print/MDF, 42 x 28 cm,
Privatsammlung/Courtesy Conrads, Düsseldorf,
© Anna Vogel

 

 

Aus einem weiter gefassten Realitätsverständnis und einem philosophischen Zusammenhang heraus verstehen auch die in der Ausstellung  vorgestellten Künstlerinnen und Künstler  das Medium nicht im Sinne eines zeitlich gebundenen und nur abbildhaften Realitätsbeweises,  sondern  als Möglichkeit,  Bilder  zwischen  den  Zeiten,  als  Bildspuren,  in  denen  sich  die  Realität  als komplexe   Zusammenhänge   eher  andeutungsweise,   denn   eindeutig   ablesen   lässt,   zu realisieren.

  

Museum für Photographie , Helmstedter Straße 1, Braunschweig

02.02.2018 - 27.04.2018
Fotoausstellung Eschborn . In Kooperation mit der Fotoklasse Liebscher der HfG Offenbach und dem Studiengang Curatorial Studies der Goethe-Universität/Städelschule in Frankfurt zeigt die Deutsche Börse Photography Foundation in der Unternehmenszentrale der Deutschen Börse, The Cube, die Ausstellung „ The Biography of Thing“. 2. Februar 2018 bis 27. April 2018
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The Biography of Things“
Fotoausstellung Eschborn . In Kooperation mit der Fotoklasse Liebscher der HfG Offenbach und dem Studiengang Curatorial Studies der Goethe-Universität/Städelschule in Frankfurt zeigt die Deutsche Börse Photography Foundation in der Unternehmenszentrale der Deutschen Börse, The Cube, die Ausstellung „ The Biography of Thing“. 2. Februar 2018 bis 27. April 2018

Felicitas von Lutzau, ohne Titel, aus der Serie "Amerika", 2017
copyright Felicitas von Lutzau

 

Die Ausstellung geht der Frage nach, wann und wie Dinge durch die Fotografie zu Akteuren werden und neue Realitäten entfalten können. Was können wir über Dinge in der Welt lernen, wenn wir uns die Welt der Dinge ansehen? In unserem Alltag sind wir überall von Objekten umgeben. Sie sind nicht nur ein Teil unserer Umgebung, sondern auch ein Indiz dessen, was wir sind. Sie geben Auskunft darüber, wie wir unsere Umwelt wahrnehmen und selbst wahrgenommen werden wollen. „The Biography of Things“ widmet sich dem Thema, wie sich die Biografie der Dinge verändert, wenn in künstlerischer Auseinandersetzung diese Verhältnisse inszeniert und festgehalten werden. Die Kamera nimmt dabei eine Vermittlerrolle ein – ein Fernrohr mit Sicht in die Welt der Dinge, die eigenen Gesetzen unterworfen zu sein scheint und unsere Wahrnehmung auf die Probe stellt. In unserem Alltag sind wir überall von Objekten umgeben. Sie sind nicht nur ein Teil unserer Umgebung, sondern auch ein Indiz dessen, was wir sind. Sie geben Auskunft darüber, wie wir unsere Umwelt wahrnehmen und selbst wahrgenommen werden wollen.

 

Laura Brichta, Ultimatum, aus der Serie "Von Feldwegen und Fischfang", 2016
copyright Laura Brichta 

 

 

„The Biography of Things“ widmet sich dem Thema, wie sich die Biografie der Dinge verändert, wenn in künstlerischerAuseinandersetzung diese Verhältnisse inszeniert und festgehalten werden. Die Kamera nimmt dabei eine Vermittlerrolle ein – ein Fernrohr mit Sicht in die Welt der Dinge, die eigenen Gesetzen unterworfen zu sein scheint und unsere Wahrnehmung auf die Probe stellt. Auf Initiative der Deutsche Börse Photography Foundation haben Studierende des Frankfurter Masterprogramms Curatorial Studies eine Ausstellung mit fotografischen Werken der Klasse Liebscher der HfG Offenbach kuratiert. Ziel des Projekts war es, beiden Studiengängen die praktische Erfahrung zu ermöglichen, eine gemeinsame Ausstellung zu realisieren.

Das Konzept wurde über einen Zeitraum von zwei Semestern mit großem Engagement von insgesamt 26 Studierenden erarbeitet. Geleitet wurde es von Anne-Marie Beckmann, Deutsche Börse Photography Foundation, Stefanie Heraeus, Curatorial Studies und Martin Liebscher, Hochschule für Gestaltung Offenbach. Die Deutsche Börse Photography Foundation hat dieses Projekt im Rahmen ihres umfangreichen Engagements im Bereich der Nachwuchsförderung unterstützt. Eine Kooperation mit der Hochschule für Gestaltung in Offenbach besteht seit 2010, gemeinsam vergeben beide jährlich den HfG Fotoförderpreis.

Auf den Ausstellungsflächen in The Cube sind rund 80 Arbeiten von 15 Studierenden der HfG zu sehen. Diese werden von einer umfangreichen Auswahl an Werken der Art Collection Deutsche Börse ergänzt, die das Thema der Ausstellung ebenfalls reflektieren. Präsentiert werden u.a. Arbeiten von Jessica Backhaus, Anna und Bernhard Blume, Peter Fischli und David Weiss, Geert Goiris, Chantal Michel, Ricarda Roggan und Erwin Wurm, die ebenso die Biografie der Dinge erforschen.

Ergänzend zur Ausstellung in The Cube wird in der Frankfurter Innenstadt vom 12. Februar bis 5. März 2018 auf der C-Ebene der Hauptwache ein temporäres Ausstellungsprojekt mit Arbeiten von fünf HfG-Künstlern im Außenraum installiert. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Die Studierenden der HfG, deren Arbeiten in „The Biography of Things“ gezeigt werden, sind: Zani Arkadina, Janine Bächle, Jennifer Bannert, Laura Brichta, Urs Tilman Daun, Béla Feldberg, Annika Grabold, Dennis Haustein, Johannes Lenzgeiger, Felicitas von Lutzau, Nico Anthony Mason, Malte Sänger, Robert Schittko, Jochen Stierberger und Rudi Weissbeck.

 

The Cube, Mergenthalerallee 61, Eschborn

28.01.2018 - 08.04.2018
Fotoausstellung Berlin . „Drive Drove Driven“ zeigt in der kommunalen Galerie Berlin unterschiedliche Automodelle und künstlerische Ansätze in über 60 Aufnahmen sowie ein vielschichtiges Gesellschaftsbild, in dem ein Abgesang auf unsere automobile Gegenwart genauso aufblitzt wie die noch immer weitverbreitete Faszination für den schlichten Gegenstand – zwischen Alltags- und Designobjekt.
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Drive Drove Driven - Autos in der zeitgenössischen Fotografie
Fotoausstellung Berlin . „Drive Drove Driven“ zeigt in der kommunalen Galerie Berlin unterschiedliche Automodelle und künstlerische Ansätze in über 60 Aufnahmen sowie ein vielschichtiges Gesellschaftsbild, in dem ein Abgesang auf unsere automobile Gegenwart genauso aufblitzt wie die noch immer weitverbreitete Faszination für den schlichten Gegenstand – zwischen Alltags- und Designobjekt.

Foto Jens Liebchen

 

Vertreten sind in der Gruppenausstellung „Drive Drove Driven- Autos in der zeitgenössischen Fotografie“ 23 künstlerisch arbeitende Fotografen mit völlig unterschiedlichen Einzelwerken oder Bildserien. Als des Deutschen liebstes Kind bestimmt das Auto seit über 100 Jahren das Alltagsleben vieler Menschen, und es gibt?gleichzeitig wohl kaum einen Gegenstand, der so sehr polarisiert. Autos sind Fluch und Segen?zugleich, Designwunder und Umweltkiller, Symbole für Flexibilität und Freiheit, Kultobjekte und?geradezu erotische Statussymbole.?All das wird von einer überaus innovativen Autoindustrie mit Werbebildern und -filmen befeuert?sowie von einer einflussreichen Autolobby unterstützt.

 

Foto Philipp von Recklinghausen, Night Patrol, Berlin 1992


 Die Ausstellung konfrontiert mit Bildern von Unfällen?und leeren Straßen, parkenden oder wild abgestellten, verfallenden Autos, mit Oldtimer-Rallys?und gleich mehrfach mit dem sprichwörtlichen Unterwegssein im Auto.
Nach der ersten Ausstellungsstation im fernen Omaha (Nebraska/USA) eröffnet die Kommunale Galerie Berlin  die Gruppenausstellung Drive Drove Driven, kuratiert von Matthias Harder, mit Werken von: Clara Bahlsen, Jürgen Baumann,?Xiomara Bender, Beni Bischof, Daniela Comani, Stephan Erfurt, Larry Ferguson, Aris Georgiou,?Oliver Godow, James Hendrickson, Charles Johnstone, Martin Klimas, Jens Liebchen, Serge?Marcel Martinot, Arwed Messmer, Ralf Meyer, Bernhard Moosbauer, Melina Papageorgiou, Philipp?von Recklinghausen, Christian Rothmann, Marc Volk, Maurice Weiss und Michael Witte.

 

Foto: Serge Marcel Martinot DS 23 Paris 1998
 

Kommunale Galerie Berlin, Hohenzollerndamm 176, Berlin


 

28.01.2018 - 14.04.2018
Fotoausstellung Graz . Über 15 Jahre lang hat Christian Jungwirth die Schauspielerin Aglaia Szyszkowitz immer wieder getroffen und fotografiert. Die Ausstellung anlässlich ihres 50. Geburtstages zeigt im Grazer Atelier Jungwirth erstmals Privataufnahmen ebenso wie Pressebilder der Schauspielerin.
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flashlight#6: Aglaia Szyszkowitz by Christian Jungwirth
Fotoausstellung Graz . Über 15 Jahre lang hat Christian Jungwirth die Schauspielerin Aglaia Szyszkowitz immer wieder getroffen und fotografiert. Die Ausstellung anlässlich ihres 50. Geburtstages zeigt im Grazer Atelier Jungwirth erstmals Privataufnahmen ebenso wie Pressebilder der Schauspielerin.

 

Guck in die Luft, Venedig 2018 Foto: Christian Jungwirth



Aglaia Szyszkowitz (*1968) begann nach der Matura ein Medizinstudium, fand aber bald auf der Bühne und vor der Kamera ihre Berufung. Sie absolvierte die Schauspielschule des Wiener Volkstheaters und spielte ihre ersten Rollen in Krefeld, Würzburg und Münster. Ab 1995 begann sie ihre Karriere im TV und Kino. Komödien und Krimis, darunter auch der „Tatort“, „Der letzte Bulle“ und „Polizeiruf 110“, machten sie einem breiten Publikum bekannt. Im Kino bewunderten sie viele in Filmen wie „Das Sams“, „Klimt“ mit John Malkovich und „Almanya – Willkommen in Deutschland“.

 

Aglaia Szyszkowitz, Graz, 2004  Foto: Christian Jungwirth

 

John Malkovic, Aglaia Szyszkowitz, Wien 2015 Foto: Christian Jungwirth

 


Die Bühne freilich hat sie nie hinter sich gelassen. Insbesondere Stücke nach literarischen Vorlagen von Daniel Glattauer („Gut gegen Nordwind“, „Die Wunderübung“) konnte sie mit ihrer Darstellung zu Publikumserfolgen machen. Am 29. Jänner erlebt dann auch „Die Wunderübung“ ihre Kino-Premiere in Graz. In den Hauptrollen sind neben Aglaia Szyszkowitz Devid Striesow und Erwin Steinhauer zu sehen. Regie führte Michael Kreihsl.

 

Aglaia Szyszkowitz, Venedig, 2018 Foto: Christian Jungwirth


Atelier Jungwirth Opernring 12, Graz


Weitere Informationen www.atelierjungwirth.com






27.01.2018 - 06.05.2018
Fotoausstellung Hannover . Die niederländische Fotografin Rineke Dijkstra ist vor allem für ihre Kinder- und Jugendporträts bekannt geworden. Mit der Ausstellung ehrt das Sprengel Museum eine der herausragenden Fotografinnen der Gegenwart.
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Figures in Motion: Rineke Dijkstra und die Sammlung des Sprengel Museums
Fotoausstellung Hannover . Die niederländische Fotografin Rineke Dijkstra ist vor allem für ihre Kinder- und Jugendporträts bekannt geworden. Mit der Ausstellung ehrt das Sprengel Museum eine der herausragenden Fotografinnen der Gegenwart.

Rineke Dijkstra, Amy, The Krazyhouse, Liverpool, England, December 23, 2008
© courtesy the artist and Galerie Max Hetzler, Berlin

 

Rineke Dijkstra betrachtet die Fotografie als eine Möglichkeit, sich mit grundsätzlichen Fragen menschlicher Existenz auseinanderzusetzen. Die Fotografie ist dabei Beobachtungs- und Erkenntnismittel. Das genaue und detailinteressierte Sehen, das sie in ihren mit Großformat- oder Videokamera entstehenden Bildern zum Nachvollzug anbietet, offenbart die ständige Wandelbarkeit des menschlichen Seins.

 

Rineke Dijkstra, Three Sisters 2008-2014 (Cécile), 2012
© courtesy the artist and Galerie Max Hetzler, Berlin

 

Rineke Dijkstra, die 1959 im niederländischen Sittard geboren wurde, lebt in Amsterdam. Für ihre Ausstellung im Sprengel Museum Hannover hat die Künstlerin nun erstmals eine Präsentationsform entwickelt, die auf einem Dialog von ausgewählten Werken ihres eigenen Œuvres mit Werken aus der museumseigenen Sammlung aufbaut. In der Konfrontation von Fotografien aus den frühen neunziger Jahren (z. B. die „Beach Portraits“) und aktuellen Arbeiten mit Gemälden von Max Beckmann und Alexej von Jawlensky sowie zahlreichen modernen Skulpturen eröffnet sich ein neuartiger Blick auf die spezifische Bildsprache der niederländischen Künstlerin. Die Auswahl ihrer Porträts, die Dijkstra für die Präsentation im Sprengel Museum Hannover getroffen hat, macht deutlich, wie sehr sich viele der Dargestellten eines Vorgangs des Fotografiert-Werdens bewusst sind. In den Fotografien ist es die Spannung zwischen dem Ideal der entspannten Selbstdarstellung und der angespannten Pose, dem Exhibitionismus und der Verdinglichung einer durch die Optik der Kamera bewussten Haltung, die zu dem komplexen Bild eines Individuums wird.

 

 Rineke Dijkstra, Marianna and Sasha, Kingisepp, Russia, November 2, 2014
© courtesy the artist and Galerie Max Hetzler, Berlin

 

Die Künstlerin erhielt im Oktober 2017 den legendären Hasselblad Award, ihr Gesamtwerk ist im Rahmen einer Retrospektive zu sehen, die vom Louisiana Museum of Modern Art in Humlebæk (DK) ausgeht. Darüber hinaus kann Dijkstra auf zahlreiche internationale Ausstellungen zurückblicken, u. a. im San Francisco Museum of Modern Art, dem Solomon R. Guggenheim Museum, New York, sowie der Tate Liverpool.


 Rineke Dijkstra
Odessa, Ukraine
August 7, 1993
© courtesy the artist and Galerie Max Hetzler, Berlin


Die Auszeichnung mit dem SPECTRUM Internationaler Preis für Fotografie der Stiftung Niedersachsen würdigt die stilbildende Kraft dieses Œuvres und die künstlerische Konsequenz, mit der Rineke Dijkstra die Auseinandersetzung mit dem fotografischen Porträt in ihren filmischen Arbeiten fortführt. 

Sprengel Museum Hannover, Kurt-Schwitters-Platz, 30169 Hannover

 

27.01.2018 - 29.03.2018
Ausstellung Berlin . Erstmals stellt boxoffberlin die Mauerbilder des Fotografen Michael Hughes vor. Seine „Photo-Synthesen“ holen die Mauer in das Berlin der Gegenwart: zwei Zeitebenen markanter Orte vereint zu surrealen Ansichten eines Berlins mit und ohne Mauer zugleich.27. Januar bis 29. März 2018
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Michael Hughes – Ghosts of Place
Ausstellung Berlin . Erstmals stellt boxoffberlin die Mauerbilder des Fotografen Michael Hughes vor. Seine „Photo-Synthesen“ holen die Mauer in das Berlin der Gegenwart: zwei Zeitebenen markanter Orte vereint zu surrealen Ansichten eines Berlins mit und ohne Mauer zugleich.27. Januar bis 29. März 2018




Michael Hughes, „Zimmerstrasse 1986/2014“ © Michael Hughes



Fast drei Jahrzehnte teilte ein monströses Bauwerk die Metropole: die Berliner Mauer, Bestandteil und Symbol des Kalten Krieges. Anfang der 1980er Jahre kam der Fotograf Michael Hughes nach Berlin-Kreuzberg. Die Mauer war mittlerweile, zumindest für die Westberliner, alltäglich geworden. Doch auf den ehemaligen Geschichtsstudenten mit dem fotografischen Blick übte der „antifaschistische Schutzwall“ eine eigentümliche Faszination aus. Hughes zog es mit seiner Kamera immer wieder an die Stellen, an denen die Mauer eine Szene begrenzte, den Blick auf das Dahinter verwehrte, und hielt dieses Ambiente in eindrücklichen Schwarz-Weiß-Bildern fest.

Zwei Jahrzehnte nach dem Mauerfall kehrte Michael Hughes an genau diese Orte zurück und fotografierte sie – diesmal in Farbe – erneut. Er verwendete meist dasselbe Objektiv, wählte bis auf den Millimeter die gleiche Perspektive, um doch ein ganz anderes Stadtbild einzufangen.


Michael Hughes, „Albrechts Teerofen 1984/2015“ © Michael Hughes



Je mehr Zeit vergeht, desto schwieriger wird es, zu erkennen wo die Mauer stand, geschweige denn die Absurdität dieses Bauwerks zu begreifen. Dieser Gedanke brachte Hughes auf die Idee seiner „Photo-Synthesis“, der Verschmelzung seiner beiden Fotoserien. Umgesetzt hat er sie nun in dem dokumentarisch-künstlerischen Projekt „Ghosts of Place“. Hughes vereinigt zwei Zeitebenen eines Ortes in einem Bild. Das Ergebnis ist verblüffend, faszinierend und rätselhaft: ein Berlin mit und ohne Mauer zugleich. Zur surrealen Magie der Collagen trägt auch die Synthese von Schwarz-Weiß- und Farbfotografie bei. Über den Künstler:
Michael Hughes ist in London geboren und aufgewachsen. Nach dem Studium der Geschichte an der Universität London Anfang der 1970er Jahre entdeckt Hughes die Fotografie für sich – zuerst als Hobby, dann als erzählerischen Ersatz für den Roman, den er immer noch schreiben will. 1983 Umzug nach Berlin. Arbeit als Bildjournalist für verschiedene Zeitschriften und Magazine (u.a. Stern, Wochenpost). Es folgen Buchveröffentlichungen: „Schöne Autowelt“, Neue Gesellschaft für bildende Kunst (Hrsg.), Berlin 1992; „Souvenirs“, FiveFootSix, London 2008; „Inside Kreuzberg“, Berlin Story Verlag, Berlin 2013. Diverse Gruppen- und Einzelausstellungen in London, Glasgow und verschiedenen deutschen Städten. Michael Hughes ist verheiratet und lebt in Berlin.

Boxoffberlin, Zimmerstraße 11, Berlin-Kreuzberg



27.01.2018 - 29.04.2018
Fotoausstellung Frankfurt am Main . Das Fotografie Forum Frankfurt zeigt das Werk des Visionärs Jaromír Funke erstmals in Deutschland. Der tschechische Fotograf Jaromír Funke lotete die Grenzen der modernen Fotografie radikal neu aus, vor allem mit dem Spiel von Licht und Schatten. In der Ausstellung sind rund 70 Fotografien aus Funkes avantgardistischer Phase in den 1920er und 1930er Jahren.
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Jaromír Funke – Fotograf der Avantgarde
Fotoausstellung Frankfurt am Main . Das Fotografie Forum Frankfurt zeigt das Werk des Visionärs Jaromír Funke erstmals in Deutschland. Der tschechische Fotograf Jaromír Funke lotete die Grenzen der modernen Fotografie radikal neu aus, vor allem mit dem Spiel von Licht und Schatten. In der Ausstellung sind rund 70 Fotografien aus Funkes avantgardistischer Phase in den 1920er und 1930er Jahren.

After the Carnival I / Nach dem Karneval I, 1924-26
© Miloslava Rupešová-Funková / Jaromír Funke

 

Jaromír Funke (1896–1945) zählt zu den wichtigsten Vertretern der internationalen Avantgarde- Fotografie. Oft vorausschauend griff er in seinen Arbeiten Impulse aus Kubismus, Neuer Sachlichkeit, Abstrakter Kunst und Surrealismus in unverwechselbarer Weise auf.

Jaromír Funke studiert nach dem Abitur 1915 zunächst einige Semester Medizin, Jura und Philosophie, ehe er sich nach dem Ersten Weltkrieg der Fotografie zuwendet. Neben frühen Landschaftsaufnahmen im Stil des Piktorialismus entstehen ab 1923 erste moderne Arbeiten: Minimalistische Kompositionen mit Tellern oder Glasflaschen, Stillleben mit Glasobjekten, Glühlampen und Seesternen. Immer aufs Neue experimentiert Funke mit Spiegelung, Transparenz und Reflektion – und hinterfragt die Wahrnehmung des Betrachters.

 

Loneliness an Glasses /Einsamkeit und Brille, ca. 1924
© Miloslava Rupešová-Funková / Jaromír Funke

 

In seiner Serie „Abstract Photo“ (1927–29) arbeitet Funke nicht mehr direkt mit Gegenständen, sondern nur mit deren Schatten. Sein Ziel ist, „zwei Gegensätze hervorzuheben, zwei Realitäten zu kontrastieren, verschiedene Elemente in einem einzigen Foto zu verbinden“, wie er 1935 schreibt. Parallel treibt Funke die Möglichkeiten und Entwicklung des Mediums Fotografie auch theoretisch voran: als Mitglied progressiver Fotografen-Gruppen, Autor und Mitherausgeber von Fotografie-Zeitschriften, Essays und Büchern und als Dozent, u.a. an der Staatlichen Kunsthochschule Prag.

Jaromír Funkes Arbeiten sind in vielen großen Sammlungen zu finden, u.a. im Paul-Getty-Museum (Los Angeles), Museum of Modern Art (New York) und Centre Pompidou (Paris). Seine Bedeutung für die avantgardistische Fotografie wurde jedoch erst vor einigen Jahren erkannt. Die Ausstellung JAROMÍR  FUNKE. FOTOGRAF  DER AVANTGARDE im FFF (27.01.–29.04.2018) entstand in Zusammenarbeit mit Funkes Tochter Miloslava Rupešová, der Leica Gallery Prag und Vladimír Birgus, Kurator und Funke-Biograf. Zur Ausstellung erscheint eine Publikation.

 

Fotografie Forum Frankfurt, Braubachstraße 30-32, Frankfurt am Main

26.01.2018 - 21.05.2018
Fotoausstellung Hamburg . 25 neue, herausragende Positionen aus dem Kreis der Gute Aussichten-Preisträger der Jahre 2004 bis 2015, deren künstlerisches Schaffen sich in dieser Zeit kontinuierlich weiterentwickelt hat, zeigt die Ausstellung "Gute Aussichten deluxe - junge deutsche Fotografie nach der Düsseldorfer Schule" im Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen. 26. Januar bis 21. Mai 2018
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Gute Aussichten deluxe
Fotoausstellung Hamburg . 25 neue, herausragende Positionen aus dem Kreis der Gute Aussichten-Preisträger der Jahre 2004 bis 2015, deren künstlerisches Schaffen sich in dieser Zeit kontinuierlich weiterentwickelt hat, zeigt die Ausstellung "Gute Aussichten deluxe - junge deutsche Fotografie nach der Düsseldorfer Schule" im Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen. 26. Januar bis 21. Mai 2018

Nicolai Rapp: Aus der Porträtserie c6h602 - Teil der Werkserie Chicks, Rags, Hopes,
2014 -2016, Fine-Art Print auf Hahnemühle Photo Rag + Bleichcreme, 70x90 cm,
freischwebend in Objektrahmen, Unikate
© Nicolai Rapp

 

Die Ausstellung spiegelt den Fortbestand und Wandel des Mediums Fotografie in all seinen Facetten und bietet einen einzigartigen Überblick über eine Generation von jungen Fotografen, die das Primat der Du?sseldorfer Schule hinter sich gelassen hat und sich visuell klar in der Gegenwart verortet. So hat sich die zeitgenössische Fotografie vom reinen Abbild längst verabschiedet. Die durch die Düsseldorfer Schule postulierte Objektivität des Bildes ist − trotz oder gerade wegen der anhaltenden Bilderflut auf allen medialen Kanälen − dahin.

 

Georg Brückmanns: Aus der Serie Kundmanngasse 19, 2015-2017,
Fine Art-Print, 75x97 cm, hinter Glas gerahmt,
© Georg Brückmanns



Gesucht und untersucht wird von den jungen Talenten, welche Rolle die Fotografie im medialen Kanon der Bilder spielt und welche neuen Ausdrucks- und Erscheinungsformen man ihr entlocken kann. Ausgehend von den Rändern der etablierten Fotografie erweitert sich so das zeitgenössische Bild in aktuelle mediale Ausdrucksformen. Die jungen Lichtbildner nutzen dafür alle Mittel der digitalen und analogen Bilderzeugung und -umsetzung, bedienen sich unterschiedlicher medialer Strategien ebenso selbstverständlich, wie sie mit Bewegtbildern, Sound und der Malerei hantieren oder sich mit ihren Werken installativ in den Raum bewegen. Mit aktuellen Werken der Preisträger Nadja Bournonville, Georg Brückmann, Claudia Christoffel, Monika Czosnowska, Felix Dobbert, Sonja Kälberer, Katrin Kamrau, Alwin Lay, Kolja Linowitzki, Tamara Lorenz, Marian Luft, Sara-Lena Maierhofer, Thomas Neumann, Nicolai Rapp, Jewgeni Roppel, Rebecca Sampson, Helena Schätzle, Luise Schröder, Stefanie Schroeder, Sarah Straßmann, Stephan Tillmans, Markus Uhr, Anna Simone Wallinger, Christina Werner und Maja Wirkus.

 

Kolja Linowitzki: Aus der Serie Digits of Light, 2017, Unikatbelichtung auf PE Papier,
50x60 cm, kaschiert auf Vollaluminium, in weißen Alu-Distanzrahmen, Museumsglas
© Kolja Linowitzki

 

Begleitet zur Ausstellung erscheint das Gute Aussichten deluxe Magazin in deutscher und englischer Sprache, 180 S., ca. 300 Abb., 20 x 28 cm, streng limitierte Auflage für 10 Euro.

 

Haus der Photographie, Deichtorhallen, Deichtorstraße 1-2, Hamburg

26.01.2018 - 03.06.2018
Fotoausstellung München . Das Museum Mensch und Natur im Münchner Schloss Nymphenburg zeigt die Luftbilder von Bernhard Edmaier. Die Ausstellung präsentiert 45 großformatige Aufnahmen, die in den verschiedensten Regionen der Welt entstanden.
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Wasser wie es unsere Erde formt
Fotoausstellung München . Das Museum Mensch und Natur im Münchner Schloss Nymphenburg zeigt die Luftbilder von Bernhard Edmaier. Die Ausstellung präsentiert 45 großformatige Aufnahmen, die in den verschiedensten Regionen der Welt entstanden.

Arktische Permafrost-Landschaft im Sommer, Mackenzie Delta/Kanada



Aufsteigende Wolkentürme, helle Sandfächer in grün schimmernden Seen oder driftende Eistrümmer in trübem Gletscherwasser – die ausdrucksstarken, großformatigen Fotografien von Bernhard Edmaier präsentieren Wasser von einer bisher kaum wahrgenommenen Seite – als die wichtigste landschaftsgestaltende Kraft auf unserer Erde.
Die 45 großformatigen Aufnahmen gliedern die Ausstellung in drei Kapitel: Wasser in seinen drei Aggregatszuständen flüssig, fest und gasförmig, Wasser, das destruktiv, transportierend und konstruktiv sein kann und schließlich der Klimawandel, der diese Prozesse beschleunigt und die Verteilung von flüssigem und gefrorenem Wasser drastisch verändert. Die Fotografien sind zumeist Luftbilder, die in den verschiedensten Regionen der Erde aufgenommen wurden. Ausführliche geografische und geologische Informationen dazu bieten die Bildtexte der Wissenschaftspublizistin Angelika Jung-Hüttl.

 

Schuttbänder (Moränen) auf dem Viedma-Gletscher, Patagonien/Argentinien

 


Das Museum Mensch und Natur hat die Fotoausstellung WASSER – wie es unsere Erde formt um zahlreiche interaktive Exponate ergänzt. So kann der Besucher erkunden, wie viel Wasser es auf der Erde gibt und wie die Verteilung von Salz- und Süßwasser ist. Er kann der Frage nachgehen, welche Eigenschaften die Verbindung H2O hat und wie der Wasserkreislauf abläuft. Auch den Themen, wie sich der Klimawandel auf Gletscher und Meeresspiegel auswirkt, sind Exponate gewidmet.
Weiterhin machen Gesteinsproben begreifbar, wie deren Entstehungsgeschichte von Wasser und Eis geprägt ist. Ein weiteres Highlight stellt die Augmented Reality Sandbox dar. An dieser interaktiven Station können Besucherinnen und Besucher selbst eine Landschaft gestalten und beobachten, wie sich Wasser in dieser Umgebung verhält.
Das Buch zur Ausstellung ist im Prestel Verlag erschienen.


21.01.2018 - 27.05.2018
Fotoausstellung Oberhausen . Die Ludwig Galerie Schloss Oberhausen präsentiert die Ausstellung „SHOOT! SHOOT! SHOOT! Fotografien der 60er und 70er Jahre aus der Nicola Erni Collection. 21. Januar bis 27. Mai 2018.
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SHOOT! SHOOT! SHOOT!
Fotoausstellung Oberhausen . Die Ludwig Galerie Schloss Oberhausen präsentiert die Ausstellung „SHOOT! SHOOT! SHOOT! Fotografien der 60er und 70er Jahre aus der Nicola Erni Collection. 21. Januar bis 27. Mai 2018.

 

 Ausstellungsansicht SHOOT! SHOOT! SHOOT!, 2016 © Münchner Stadtmuseum

 

Die Beatles, ausgelassen bei einer Kissenschlacht, Brigitte Bardot mit blonder Mähne, Yves Saint Laurent nackt: Prominenz fotografiert von Superstars wie Richard Avedon, Bert Stern oder Helmut Newton, lassen in der Ludwiggalerie das Lebensgefühl der 1960er und -70er Jahre aufleben.

Aus der Zeit datiert die einzigartige Verbindung von verschiedenen Disziplinen des künstlerischen Ausdrucks. Party und Politik, Mode und Musik, Kunst und Körperkult werden unter anderem durch Warhols Factory und die dort vertretene New Yorker Szene ins Bild gesetzt. Warhol erhebt die Massenmedien selbst zur Kunst. Die Performance als Ausdruck des Körpers, sei es durch Musik, Tanz oder als künstlerische Aktion, erlebt eine Hochphase. Und die Mode, ihre Modelle und deren fotografische Manifestierung gelten, in dieser Zeit der schillernden Oberflächlichkeit, als gleichberechtigte Kunstform.

Die Fotografien finden Verbreitung in der Tagespresse, in Magazinen und Illustrierten. Sie werden als Werbung oder Promotion eingesetzt. Dabei nimmt Fotografie eine unverzichtbare Rolle bei der Ausbildung des Star-Images ein und gewährt (z.T. inszenierte) Einblicke in das Privatleben.

 

 

Yves Saint Laurent, posing for a publicity shot for his eau de toilette, Paris, 1971 © Jeanloup Sieff
© 2017 LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen

 

 

Die Beatles, Twiggy und die Stars aus Hollywood spiegeln in eindrucksvollen Porträts bedeutende Momente der Zeit. Natürlich werden auch die Schattenseiten dieses Lebensstils, wie selbstzerstörerische Exzesse durch Drogen oder Alkohol sichtbar. Die Non Stop-Vergnügungssucht der Reichen und Schönen sowie der Künstler bezeichnet Warhol selbstironisch als social disease. Feiern dient – wie vielleicht auch heute – als Ausgleich zu den politischen Krisen der Zeit.

Die Ausstellung zeigt überwiegend Schwarz-Weiß-Fotografien und besticht durch die Kombination von musealen Werken und atmosphärischen Paparazzi-Aufnahmen. Über 200 Werke aus der Schweizer Nicola Erni Collection versammeln das Who is Who der Celebrity-Gesellschaft.

In ihrem Ausdruck von Kult um die eigene Person, Sinnenfreude und Hingabe an den Moment, üben die Fotografien eine ungebrochene Faszination aus. Um mit Andy Warhol zu sprechen: „People are so fantastic, you can’t take a bad picture”.

Konzipiert wurde die Ausstellung von Dr. Ulrich Pohlmann, Stadtmuseum München/Sammlung Fotografie, und Ira Stehmann in Zusammenarbeit mit der Nicola Erni Collection.

Die Ausstellung wird gefördert durch die Peter und Irene Ludwig Stiftung und WDR 3.

Nähere Informationen zu dem die Ausstellung begleitenden museumspädagogischen Angebot und zum Rahmenprogramm gibt es unter: www.ludwiggalerie.de

 

Ludwiggalerie Schloss Oberhausen, Konrad-Adenauer-Allee 46, Oberhausen

 

18.01.2018 - 17.03.2018
Fotoausstellung München . In ihrer viel­schich­ti­gen Foto­se­rie „Korean Dreams“ erkun­det die kana­di­sche Foto­gra­fin Natha­lie Daoust die geheim­nis­volle Welt Nord­ko­reas. Ihre expe­ri­men­tell ver­frem­de­ten Bil­der, von denen 25 in der Aus­stel­lung bei Ingo Seufert in der Galerie für Fotografie der Gegenwart zu sehen sein wer­den, zei­gen ein Land, das aus der Zeit gefal­len zu sein scheint, wie eine sorg­fäl­tig insze­nierte Fata Morgana.
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Nathalie Daoust: Korean Dreams
Fotoausstellung München . In ihrer viel­schich­ti­gen Foto­se­rie „Korean Dreams“ erkun­det die kana­di­sche Foto­gra­fin Natha­lie Daoust die geheim­nis­volle Welt Nord­ko­reas. Ihre expe­ri­men­tell ver­frem­de­ten Bil­der, von denen 25 in der Aus­stel­lung bei Ingo Seufert in der Galerie für Fotografie der Gegenwart zu sehen sein wer­den, zei­gen ein Land, das aus der Zeit gefal­len zu sein scheint, wie eine sorg­fäl­tig insze­nierte Fata Morgana.

 

Bicycles (2012)
Pigment print on Hahnemühle Photo Rag®
70 x 50 cm, edition of 15
Price on request
The late Kim Jong Il reportedly felt that the sight of a woman on a bike was potentially damaging to public morality.
It was the last straw when, in the mid nineties, the daughter of a top general was killed on a bike.
From this point forward, the law has periodically banned women from riding bicycles and they are generally
restricted from holding driving licenses.

 

Natha­lie  Daoust (geb. 1977) hat stets eine kind­li­che Ver­ach­tung gegen­über der Rea­li­tät offen­bart. Die in Mon­treal gebo­rene und auf­ge­wach­sene kana­di­sche Foto­gra­fin hat sich mit ihrem Fai­ble für Inti­mi­tät ganz einer Kunst ver­schrie­ben, die die Geheim­nisse ent­hül­len will, wel­che unter der vor­geb­li­chen Sta­bi­li­tät unse­res Lebens ver­bor­gen lie­gen. Daoust trat zum ers­ten Mal 1997 in Erschei­nung, als sie die The­men­zim­mer des Carl­ton Arms Hotels in New York foto­gra­fierte. Die­ses Pro­jekt, ihre erste Ein­zel­aus­stel­lung, wurde dann als Buch mit dem Titel „New York Hotel Story“ ver­öf­fent­licht.
Seit­dem hat Daoust meh­rere neue kon­zep­tu­elle Pro­jekte kre­iert, die sie in die ganze Welt geführt haben, von den Lie­bes­ho­tels in Tokio über ein Bor­dell in Bra­si­lien, ein Dar­kroom in Syd­ney bis hin zur ver­träum­ten Land­schaft der schnee­be­deck­ten Schwei­zer Alpen.

 

 

Higher Education (2012)
Pigment print on Hahnemühle Photo Rag®
70 x 50 cm, edition of 15
Price on request
Kim Il Sung University, founded in October 1946, is the country’s only comprehensive higher education institution offering Bachelors, Masters, and Doctoral degrees. The University plays an important role in preparing the ruling elite for positions in the party and government. Students have access to a research room with internet access but websites are monitored and restricted, while all books and material are pre-approved by the government.

 


Ihr Ziel als Künst­le­rin ist es, die Gren­zen der Foto­gra­fie durch expe­ri­men­telle Metho­den zu erwei­tern. Indem sie mit neuen Medien arbei­tet und neue Dun­kel­kam­mer­tech­ni­ken ent­deckt, erforscht Daoust den unde­fi­nier­ba­ren Bereich zwi­schen Wahr­heit, Fan­ta­sie und dem mensch­li­chen Wunsch nach Eska­pis­mus.
In ihrer viel­schich­ti­gen Foto­se­rie „Korean Dreams“ erkun­det sie die geheim­nis­volle Welt Nord­ko­reas. Natha­lies Daousts Bil­der zei­gen ein Land, das aus der Zeit gefal­len zu sein scheint, wie eine sorg­fäl­tig insze­nierte Fata Mor­gana. Viele Bil­der ihres bis­he­ri­gen Foto­gra­fen­le­bens the­ma­ti­sie­ren die dop­pel­ge­sich­tige Welt der Fan­ta­sie: die ver­steck­ten Sehn­süchte und Bedürf­nisse, die die Men­schen dazu brin­gen zu träu­men, sich zu ver­klei­den, die Gren­zen der Kon­ven­tio­nen zu über­schrei­ten. Mit „Korean Dreams“ unter­sucht sie jedoch ein Flucht­ver­hal­ten, das hier nicht eine Ein­zel­ent­schei­dung ist, son­dern ein Lebens­ge­fühl, das einer gan­zen Nation auf­ge­zwun­gen wird.

Galerie für Fotografie der Gegenwart, Schleißheimer Straße 44, München

16.01.2018 - 21.03.2018
Fotoausstellung Köln . Die erste Einzelausstellung des bekannten französischen Fotografen Vincent Munier in Deutschland zeigt die Kölner in focus Galerie von Burkhard Arnold. Das Thema die schneeverwehten kargen Landschaften der Polarkreise “Im Eisigen Weiss”.
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Vincent Munier - Im Eisigen Weiss
Fotoausstellung Köln . Die erste Einzelausstellung des bekannten französischen Fotografen Vincent Munier in Deutschland zeigt die Kölner in focus Galerie von Burkhard Arnold. Das Thema die schneeverwehten kargen Landschaften der Polarkreise “Im Eisigen Weiss”.

Moschusochsen fotografiert von Vincent Munier



Unter den extremsten Bedingungen und zumeist vollkommen allein ist der französische Fotograf Vincent Munier in der Arktis und Antarktis unterwegs. Mehrere hundert Kilometer durchwandert er die schneeverwehten und kargen Landschaften der Polarkreise um deren Bewohnern aus nächster Nähe zu begegnen. Zahlreiche Expeditionen hat er in das Gebiet der weißen Wölfe unternommen, zu den „Geistern der Tundra“, wie die Inuit sie nennen, die ihn ganz besonders in ihren Bann ziehen.
Die in focus Galerie – B. Arnold präsentiert nun eine spektakuläre Auswahl seiner in unvergleichlicher Ästhetik gestalteten Bilder. Der Besucher wird eingeladen, die raue Welt dieser eisigen Weiten zu entdecken, die hier lebenden Tiere kennenzulernen und die Fragilität dieser Welt wahrzunehmen.

 

Schneeeule fotografier von Vincent Munier


Vincent Munier (geboren 1976) hat sich seit früher Jugend auf Tier- und Landschaftsfotografie spezialisiert.  Seine Reportagen entstanden auf vielen Reisen rund um den Globus. Er publizierte zahlreiche Bücher – darunter 2008 bei Knesebeck “Kamtschatka – Unberührte Wildnis” oder 2016 “Im Eisigen Weiss”. Er erhielt als einziger Fotograf dreimal in Folge den Eric Hosking Award des BBC Wildlife Photographer of the Year. Seine Arbeiten wurden in vielen Ausstellungen weltweit gezeigt.

 

in focus Galerie, Hauptstraße 114, Köln

 

15.01.2018 - 06.04.2018
Fotoausstellung Hannover . Wolfgang Bartels zeigt eine Auswahl von etwa 50 Fotos in der unter Denkmalschutz stehenden Villa der Deutschen Angestellten Akademie, DAA. Die Bilder entstanden auf mehreren Reisen in Nigeria, das bevölkerungsreiche Vielvölkerland in Westafrika.
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Wolfgang Bartels - Nigeria zwischen Tradition und Moderne
Fotoausstellung Hannover . Wolfgang Bartels zeigt eine Auswahl von etwa 50 Fotos in der unter Denkmalschutz stehenden Villa der Deutschen Angestellten Akademie, DAA. Die Bilder entstanden auf mehreren Reisen in Nigeria, das bevölkerungsreiche Vielvölkerland in Westafrika.





Die überwiegend in Schwarzweiß gehaltenen Fotos umfassen schwerpunktmäßig Fotoarbeiten vom UNESCO Weltkulturerbe Holy Oshun Shrine aus der mystischen Erdkultur der Yorubas, des größten nigerianischen Volksstamms und aus einer Privataudienz beim Emir von Zazzau in Zaria, Nordnigeria. Daneben sind Porträts verschiedener Ethnien, abstrahierte Formen und Strukturen von tropischen Pflanzen und Bäumen sowie Streetlife-Szenen zu sehen.

 



Wolfgang Bartels, 1948 in Hannover geboren, wurde mit seinen Bildern schon in verschiedenen Einzel und Gemeinschaftsausstellung im In- und Ausland gezeigt. „Ich lebe die Fotografie – sie ist bedeutender Teil meines Lebens. Seit über 30 Jahren beschäftige ich mich fotografisch mit den Themenbereichen Länderporträts, Landschaft, insbes. Moorlandschaft, Situationen – Wahrnehmungen, Porträts, Kinder, Architektur u. Abstraktion“, so Wolfgang Bartels.


Deutsche Angestellten Akademie ( DAA ), Adolfstraße 8, Hannover



14.01.2018 - 03.04.2018
Fotoausstellung Ostseebad Heringsdorf . Eine Hommage an die Wurzeln der Fotografie, die Geduld und die Konzentration auf das Wesentliche sind die Fotografien von Joachim Lindner, die mit der Camera Obscura entstanden sind und im Museum Villa Irmgard ausgestellt werden. 14. Januar bis 3. April 2018
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Lange Zeit – Lichtbilder der Baltischen See
Fotoausstellung Ostseebad Heringsdorf . Eine Hommage an die Wurzeln der Fotografie, die Geduld und die Konzentration auf das Wesentliche sind die Fotografien von Joachim Lindner, die mit der Camera Obscura entstanden sind und im Museum Villa Irmgard ausgestellt werden. 14. Januar bis 3. April 2018



Zehn Jahre lang hat der Fotograf Joachim Lindner insgesamt sieben Länder an der Ostsee bereist und etliche Kilometer Küstenlinie durchwandert, um mit seiner Robert Rigby Pinhole Camera die Schönheit der Baltischen See durch ein winziges Loch hindurch auf 4/5 inch- Diafilm zu bannen. Entschleunigung und die Rückkehr zur traditionellen Fotografie waren dabei sein zentrales Anliegen.  
Im Januar 2017 erschien dieses Projekt als hochwertiger Bildband beim Berliner Verlag seltmann+söhne. Unterstrichen durch feinsinnige und emotionale Texte seiner Tochter Lisa, finden sich 144 der schönsten Aufnahmen in dem Bildband.
Zahlreiche Abbildungen geben einen Einblick in die Ursprünge der Fotografie. In einzigartigen Motiven visualisieren sie die „Lange Zeit“, die es dauert ein solches Foto zu belichten. Die Exponate, der Bildband sowie dessen Sonderedition inklusive hochwertigem, signiertem Fine Art Print können erworben werden.


Museum Villa Irmgard, Maxim-Gorki-Str. 12, Heringsdorf

Mehr Informationen zu dem Projekt:
http://www.jl-fotografie.de/lange-zeit-i





Joachim Lindner, geboren 1962 in Fürth, arbeitet seit 1985 hauptberuflich als Werbefotograf. 1990 absolviert er die Meisterprüfung, seit 1997 ist er Studioleiter und Ausbilder bei Kaletsch Medien in Nürnberg, seit 2015 Mitglied im Prüfungsausschuss. In seiner Freizeit beschäftigt er sich überwiegend mit konzeptionellen Themen der Fotografie, teils langfristigen Arbeiten, die eine Publikation zum Ziel haben. Mit drei seiner Kollegen veröffentlicht er 2005 den Bildband „Randzonen – Ansichten der Städte Nürnberg und Fürth“, 2009 zusammen mit seiner Frau Jutta eine Dokumentation über den Künstler bruno da Todi „stelle e pane – von den Sternen zum Brot“.




13.01.2018 - 15.04.2018
Fotoausstellung Berlin . Das Interesse der Menschheit an Muschelschalen und Schneckengehäusen geht bis in frühkulturelle Zeiten zurück und hat in der Kulturgeschichte viele Spuren hinterlassen, nicht zuletzt in der Bildenden Kunst. Die Alfred Ehrhardt Stiftung präsentiert Bilder zu diesem Thema dem sich viele Fotografen gewidmet haben, in einer umfassende Ausstellung. 13. Januar bis 15. April 2018
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Nautilus - Schnecken, Muschel und andere Mollusken in der Fotografie
Fotoausstellung Berlin . Das Interesse der Menschheit an Muschelschalen und Schneckengehäusen geht bis in frühkulturelle Zeiten zurück und hat in der Kulturgeschichte viele Spuren hinterlassen, nicht zuletzt in der Bildenden Kunst. Die Alfred Ehrhardt Stiftung präsentiert Bilder zu diesem Thema dem sich viele Fotografen gewidmet haben, in einer umfassende Ausstellung. 13. Januar bis 15. April 2018

 

Bernard F. Eilers
Glasnegativ 1922, Abzug 2017
64 × 61 cm
aus der Serie Schelpen, Wendingen
1923, No. 8/9
© Bernard F. Eilers, Nederlands
Fotomuseum, Rotterdam



Die ungewöhnlichen Formen von Gehäusen  von  Schnecken,  Muscheln  und  anderen Mollusken  begeistern viele Menschen schon von Kindheit an. Auch in der Fotografie sind sie ein beliebtes Motiv, dass auch viele berühmte Fotografen wie unter anderem Edward Weston, Man Ray, Imogen Cunningham und Otto Steinert aufgegriffen und die faszinierenden Gebilde in wunderschöne Bilder umgesetzt haben.

Conchylien  waren  für  Künstler  und  Fotografen  nicht  nur aufgrund  ihres  faszinierenden  Formenreichtums,  ihrer  Schönheit,  ihrer  skulpturalen  Qualität sowie  der  Magie  ihres  mathematisch  exakten  Spiralwachstums  ein  beliebtes  Motiv.  Mehr  als durch  jedes  andere  künstlerische  Medium  wurde  die  Conchylie  durch  die  Fotografie  als kosmisches, religiöses, mythologisches oder sexuelles Symbol zum Bedeutungsträger einer Welt jenseits des Materialen von überzeitlicher Gültigkeit.  


Imogen Cunningham
Five Shells
um 1930, späterer Abzug
Silbergelatine, 35,6 × 45,7 cm
© 1930-2017 Imogen Cunningham
Trust 

 

Mit  der  Erfindung  der  Fotografie  ergab  sich  in  der zweiten  Hälfte  des  19.  Jahrhunderts  eine  neue  Möglichkeit  der  wissenschaftlichen  Dokumentation,  für  die  gerade  auch  Muscheln  und Schnecken als Motive dienten. Eine besondere Stellung nahm dabei die Röntgenfotografie ein, die Einblicke in die innere Struktur der Schalentiere eröffnete. In den zwanziger Jahren wurden Conchylien zum Bildthema einer nun künstlerisch autonomen Fotografie. Naturphilosophische und  neusachliche  Aspekte  spielten  dabei  ebenso  eine Rolle  wie  die  vermeintliche Vorbildfunktion dieser ›Bauformen der Natur‹ für Architektur und Design. AmBeginn steht ein 1923 erschienenes, damals viel beachtetes Themenheft der holländischen Avantgarde-Zeitschrift ›Wendingen‹ (1923) mit Muschel- und Schneckenfotografien von Bernard F. Eilers und J. B. Polak.

 

 
Edward Weston
Shell
1927, Abzug 1970er-Jahre
35 × 40 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn 2018

 

In den USA schuf  Edward Weston mit seinen Muschelaufnahmen wenig später Ikonen der  Fotomoderne,  die  1929  auch  auf  der  einflussreichen  Ausstellung  ›Film  und  Foto‹  in Stuttgart zu sehen waren. Seine Aufnahme ›Nautilus Shell‹ (1927) zählt heute zu den teuersten Fotos  überhaupt.  Unter  den  amerikanischen  Fotografen  haben  sich  u.a.  auch Edward Steichen und Imogen Cunningham kreativ mit Muscheln und Schnecken beschäftigt.
Im  deutschsprachigen  Raum  sind  verschiedene  Vertreter  der  sachlichen  Fotografie  durch Aufnahmen von Muscheln und Schnecken hervorgetreten − von Fred Koch über Aenne Mosbacher, Fritz  Kühn bis Gerhard  Kerff.  Eine  Besonderheit  bilden  dabei  die  erst kürzlich wiederentdeckten Röntgenfotos des Hamburger Architekten und Fotografen Fritz Block. Einen Höhepunkt schließlich stellen die  Aufnahmen dar, die Alfred  Ehrhardt  für sein Buch ›Muscheln und Schnecken‹ (1941) angefertigt hat. Eine gänzlich andere Sicht auf diese  Naturobjekte  vermitteln  hingegen  Beispiele  in surrealistischem  Kontext  mit Aufnahmen von Herbert Bayer, Man Ray oder Herbert List. Die Ausstellung schließt mit  einem  Ausblick  auf  fotografische  Positionen,  die  sich  nach  1945  auf  unterschiedliche Weise mit dem Bildthema ›Muscheln und Schnecken‹ auseinandergesetzt haben – von Josef Sudek über Andreas  Feininger zu Wols oder Otto  Steinert. Zusätzlich wird Alfred  Ehrhardts preisgekrönter Film ›Tanz der Muscheln‹ (1956) gezeigt.  

 

Otto Steinert
Stillleben mit Pfeife
1958
© Nachlass Otto Steinert, Museum
Folkwang, Essen. Courtesy Sammlung
Ann und Jürgen Wilde, Zülpich 

 

Neben  Originalfotografien  werden  auch  reale  Conchylien  aus  der  Sammlung  von  Alfred Ehrhardt gezeigt, ergänzt um Leihgaben des Museums für Naturkunde Berlin. Durch das Thema und  seine  Darstellungsweise  soll  zugleich  dem  gewachsenen  Interesse  von  Publikum  und Forschung  am  wissenschaftlichen  Bild,  also  der  fruchtbaren  Wechselbeziehung  zwischen Naturkunde und Fotografie Rechnung getragen werden.

 

Herbert Bayer
Kurz vor der Dämmerung
1936, späterer Abzug
Silbergelatine, 28 × 35,4 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn 2018. Courtesy
Galerie Kicken Berlin



Die  Ausstellung  wurde  vom  20.  Mai  bis  27.  August  2017  im  Landesmuseum  für  Kunst  und
Kulturgeschichte  Oldenburg  präsentiert  und  vom  8.  Oktober  bis  31.  Dezember  in  der Kunsthalle Erfurt, bevor sie in die Alfred Ehrhardt Stiftung wandert. In Oldenburg und Erfurt wurde  sie  maßgeblich  um  zeitgenössische  Positionen erweitert,  mit  Arbeiten  von  David LaChapelle, Pierre et Gilles, Natascha Borowsky, Hans Hansen, Christian Diehl und anderen.

128-seitiger  Katalog  mit  50  Farb-  +  78  SW-Abbildung
en  und  drei  Textbeiträgen,  Hardcover,
Michael Imhof Verlag, € 19,95

 






21.12.2017 - 18.03.2018
Fotoausstellung Hamburg . Einer interessanten und schillernden Persönlichkeit widmet das Museum für Kunst und Gewerbe eine umfassende Retrospektive: Madame D’Ora, 1881 mit dem bürgerlichen Namen Dora Philippine Kalmus in Wien geboren. Ihr Nachlass befindet sich zum großen Teil im Museum für Kunst und Gewerbe.
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Madame D’Ora. Machen Sie mich schön!
Fotoausstellung Hamburg . Einer interessanten und schillernden Persönlichkeit widmet das Museum für Kunst und Gewerbe eine umfassende Retrospektive: Madame D’Ora, 1881 mit dem bürgerlichen Namen Dora Philippine Kalmus in Wien geboren. Ihr Nachlass befindet sich zum großen Teil im Museum für Kunst und Gewerbe.

Madame D’Ora
Marquis George de Cuevas mit Balletttänzerin um 1955
Silbergelatineabzug 17,4 x 21,5 cm
© Nachlass d’Ora/Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg



Die Ausstellung versammelt rund 170 fotografische Arbeiten aus der Sammlung des MKG, der Sammlung Bonartes, Wien, der Sammlung des Ullstein Verlags und aus Privatsammlungen. Gezeigt werden zudem Modeobjekte aus dem MKG, dem Wien Museum und der Universität für angewandte Kunst Wien. Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Photoinstitut Bonartes, Wien.
In den Vordergrund rücken das persönliche Umfeld der Fotografin und die teils radikalen Auswirkungen der gesellschaftlichen, ökonomischen und poli¬tischen Veränderungen auf ihr Schaffen. Neu eingesehenes Material aus ihrem schriftlichen Nachlass und zahlreiche neu entdeckte Foto¬grafien geben Aufschluss über ihre Wurzeln im jüdischen Wiener Bürgertum, ihre lange Freundschaft mit Maurice Chevalier und der Pariser Modistin Madame Agnès sowie über die vielschichtige Arbeit für den Ballettimpresario Marquis de Cuevas. Die Ausstellung versammelt rund 170 fotografische Arbeiten aus der Sammlung des MKG, der Sammlung Bonartes, Wien, der Sammlung des Ullstein Verlags und aus Privatsammlungen. Gezeigt werden zudem Modeobjekte aus dem MKG, dem Wien Museum und der Universität für angewandte Kunst Wien. Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Photoinstitut Bonartes, Wien.

 

Madame d'Ora
Colette, um 1955

Silbergelatineabzug 12,7 x 11 cm
© Nachlass d’Ora/Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

 

Madame d'Ora
Maurice Chevalier, um 1955

Silbergelatineabzug 23 x 16,8 cm
© Nachlass d’Ora/Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg 


Wer sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Madame d‘Ora porträtieren lässt, verleiht seiner Person einen Hauch französischer Eleganz. Von 1910 bis in die 1930er Jahre inszeniert Madame d’Ora die Wiener und Pariser Gesellschaft und die Künstlerbohème. Sie fotografiert Schriftsteller wie Arthur Schnitzler, die russische Primaballerina Anna Pawlowa, die skandalumwitterte Nackttänzerin Anita Berber, Josephine Baker und Größen der Modewelt wie Coco Chanel und Madame Agnès. Die Bilder aus dem Atelier d’Ora spiegeln den Anspruch der Abgelichteten auf einen Platz in der Welt der schönen, gebildeten und berühmten Menschen. Durch die äußerst erfolgreiche Kooperation mit Bild- und Zeitschriftenagenturen erreicht Madame d’Ora eine breite Öffentlichkeit. Ihre Porträts und Modefotografien zeigen den Übergang von aristokratischen Idealen zu einem Bild von der „neuen Frau“, welches von der Welt des Theaters und Films geprägt ist, die sich in einer sich rasant entwickelnden Zeitschriftenkultur verbreitet. Während des nationalsozialistischen Regimes verschlechtert sich die Auftragslage der jüdischen Fotografin zunehmend. 1942 flüchtet sie vor der Deportation in ein Bergdorf in der Ardèche. Zurück in Paris nimmt sie 1945 die Porträtfotografie wieder auf. Doch das Un¬fassbare hinterlässt Spuren: Madame d’Ora wendet sich den Opfern der Gesellschaft und des Krieges zu und fotografiert in österreichischen Flücht¬lingslagern und Pariser Schlachthäusern.

 

Madmae d'Ora
Hängende Schafsköpfe und Gedärme 1956/57

aus der Schlachthof-Serie
Silbergelatineabzug 35,4 x 28,2 cm
© Nachlass d’Ora/Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

 


Die Ausstellung konzentriert sich auf drei Themen in d’Oras Spätwerk. 1946 und 1948 dokumentiert sie in Wien und Salzburg das Schicksal von Flüchtlingen, vermutlich im Auftrag der UNO. Ihre Arbeit zeigt dabei weniger die sozialen Umstände der längst nicht mehr provisorischen Lager. Mit ihren Porträts beschreibt sie vor allem das individuelle Schicksal einzelner Menschen. Dabei unterscheidet sie die „Displaced Persons“, wie sie damals bereits genannt werden, nicht in jüdische oder deutsche Aussiedler und Flüchtlinge, sondern fotografiert deutschsprachige Vertriebenen aus Ost-und Südosteuropa und jüdische Flüchtlinge gleichermaßen. Besonders interessiert sie das Schicksal bestimmter Gruppen: alte Menschen, Kinder und im Flüchtlingslager untätige Männer.
 

Madame d'Ora
Madame de La Haye-Jousselin in einem Reitkostüm
à la Elisabeth von Österreich von Pierre Balmain, 1955

Silbergelatineabzug 26,8 x 19,7 cm
© Nachlass d’Ora/Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg


 
Die Serie um den Marquis de Cuevas zeigt auf, wie sich der Fokus im Werk d’Oras in dieser Zeit verschiebt. Dem schönen Anschein und dem Glamour, die sie so oft fotografiert hatte, stellt sie das Vergängliche gegenüber und macht die Brüchigkeit sichtbar. So zeigt sie den alternden und gebrechlichen Ballett-Impressario Marquis de Cuevas im Rollstuhl, umringt von jungen und schönen Tänzerinnen. Das Motiv des Morbiden findet sich auch in ihren neuen Porträts. Den Literaten William Somerset Maugham, die Schriftstellerin und Journalistin Colette und den Chansonier und Schauspieler Maurice Chevalier zeigt sie als gealterte Menschen mit zerfurchten Gesichtern im Bett liegend.
Die wohl verstörendste Serie schafft d‘Ora 1949 und zwischen 1956 und 1957. Hier fotografiert sie Tierkadaver im Abattoir Ivry Les Halles und im Abattoir Rue Brancion, den Schlachthöfen von Paris. D’Ora entwickelt zwei unterschiedliche Zugänge: Während es sich bei Aufnahmen von 1949 um vermehrt surrealistische Inszenierungen einzelner Körperteile von Tieren handelt, zeigen die Fotografien aus den 1950er Jahren eher dokumentierende Eindrücke des Schreckens. In beiden Phasen, die schonungslos die brutale Praxis der Schlachthäuser offenlegen, legt d’Ora einen Schwerpunkt auf den Bildausschnitt, auf fragmentarische Details und die Texturen der tierlichen Überreste. Die Serie zeigt das Morbide so als gleichzeitig grausige wie ästhetische Komposition. Sie ist in der Literatur als künstlerische Reaktion auf die Gräuel des Krieges verstanden worden.

 

Atelier d'Ora
"Die Verführung des heiligen Sebastian" – Sebastian Droste und Anita Berber
Silbergelatineabzug 21,7 x 12,8 cm
© Nachlass d’Ora/Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

 


 
Es erscheint ein Katalog mit dem Titel Madame d’Ora. Machen Sie mich schön! Hg. von Monika Faber, Esther Ruelfs und Magdalena Vukovic, mit Beiträgen u.a. von Andrea Amort, Christian Brandstätter, Monika Faber, Jean-Marc Dreyfus, Cathrin Hauswald, Sylvie Lécallier, Peter Schreiner, Esther Ruelfs, Aenne Soell, Katharina Sykora, Magdalena Vukovic u.a., 355 Seiten, Brandstätter Verlag, Buchhandelsausgabe 49,90 Euro, Museumsausgabe 39,90 Euro.

Museum für Kunst und Gewerbe, Steintorplatz, Hamburg

20.12.2017 - 25.02.2018
Fotoausstellung München . Zum 50. Jahrestag der 1968-Jahre und zum 90. Geburtstag des deutschen Fotokünstlers Stefan Moses zeigt das Literaturhaus München eine Auswahl berühmter Bilder und unbekannte Motive aus bewegter Münchner Zeit. 20.12. bis 25.2.2018
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Stefan Moses – Blumenkinder
Fotoausstellung München . Zum 50. Jahrestag der 1968-Jahre und zum 90. Geburtstag des deutschen Fotokünstlers Stefan Moses zeigt das Literaturhaus München eine Auswahl berühmter Bilder und unbekannte Motive aus bewegter Münchner Zeit. 20.12. bis 25.2.2018

fotografie: stefan moses

 

Menschen sind Stefan Moses’ Lebensthema: Emigranten, Politiker, Philosophen, Schriftsteller, Künstler, Schauspieler, aber auch Menschen, die nicht in der Öffentlichkeitstehen: Ihnen allen begegnet er mit derselben Empathie und psychologischen Genauigkeit. Über ein halbes Jahrhundert lang porträtierte Stefan Moses Deutsche aus Ost und West und dokumentierte damit auch die erstaunliche Wandelbarkeit einer Gesellschaft.

 

fotografie: stefan moses

 

Nun kann man im Litraturhaus Fotografien aus den Umbruchsjahren um 1968sehen. In kleinen Serien wie in Diptychen oder Triptychen wird deutlich, dass es stets mehrere wichtige Augenblicke gibt, nicht nur das eine wichtige Bild. In München und Berlin fotografierte Stefan Moses die Orte und Menschen, die erahnen lassen, wie neue Freiheiten auch eine Neuausrichtung des Lebens mit sich brachten.

 

fotografie: stefan moses

 

Neben Kunsthappenings oder ekstatischen Zusammenkünften von Sannyasin Anhängern finden sich auch Bilder aus privaten Räumen, von Wohngemeinschaften oder jungen Vätern. Im Zentrum der Ausstellung stehen Porträts einer Jugendszene um 1968 in München, die erstmals in einer Schau zu sehen sind; bei einer Vielzahl der Fotosequenzen handelt es sich um Erstveröffentlichungen.

 

Literaturhaus, Salvatorplatz 1, München

09.12.2017 - 11.03.2018
Fotoausstellung Berlin . Als einziger Ort und erstmalig in Deutschland stellt C/O Berlin mit der Ausstellung Joel Meyerowitz . Why Color? Retrospectivedie Vintageprints in Farbe sowie alle wichtigen Schaffensphasen von den 1960er-Jahren bis zur Gegenwart des New Yorker Fotografen vor. Es ist die weltweit erste Austellung, die seine Farbfotografien in Bezug zu den Entwicklungen der frühen Arbeiten in Schwarzweiß stellt. Vom 9.12.2017 bis 11.3. 2018
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Joel Meyerowitz . Why Color? Retrospective
Fotoausstellung Berlin . Als einziger Ort und erstmalig in Deutschland stellt C/O Berlin mit der Ausstellung Joel Meyerowitz . Why Color? Retrospectivedie Vintageprints in Farbe sowie alle wichtigen Schaffensphasen von den 1960er-Jahren bis zur Gegenwart des New Yorker Fotografen vor. Es ist die weltweit erste Austellung, die seine Farbfotografien in Bezug zu den Entwicklungen der frühen Arbeiten in Schwarzweiß stellt. Vom 9.12.2017 bis 11.3. 2018

 

 

 

 „Take it in – absorb it.“ Joel Meyerowitz.  Wolkenkratzer, Fifth Avenue, Wasserdampf zwischen Kanaldeckeln, Schönheitssalons, Billboards und Diners, eine Gruppe von vier jungen Frauen vor einem Geschäft. Sie schminken ihre Gesichter, blicken in die Kamera oder scheu weg und scheinen vergnügt. Ihre Kleider leuchten bunt, ihre Pumps weiß, ihre Haare sind toupiert und zurechtgemacht. Was wäre dieses Bild aus dem Jahr 1963 ohne Farbe? Vermutlich könnten wir die intensiven Kontraste, die Nuancen und die entscheidenden Details wie das Glitzern der Haarbrosche kaum wahrnehmen – dieses Bild in Schwarz-Weiß wäre wohl kaum so reizvoll oder gar belanglos. Und dann – New York, 1965, ein Mann mit Pudel auf dem Arm oder ein küssendes Paar vor einem Kino am belebten Times Square: hier werden Inhalt und Darstellung durch die grafische Struktur in Schwarz-Weiß unterstützt und machen die Fotografie erst zum Bild.

 

 

Es ist dieser Strom aus Alltagsmomenten, aus denen der New Yorker Fotograf Joel Meyerowitz  es immer wieder schafft, die überraschenden und manchmal kuriosen Augenblicke herauszufiltern und durch den gezielten Einsatz von Farbe eine ganz eigene Lebendigkeit und malerische Intensität herauszuarbeiten. Der Zufall und sein außergewöhnliches Auge leiten seinen Blick. Er führt uns durch die Straßen, Städte und urbanen Landschaften Amerikas. Ab 1962 beginnt Meyerowitz zu fotografieren und experimentiert von Anfang an mit Farbe, bevor er wenig später auch die Schwarz-Weiß-Fotografie in seine Arbeit integriert. Die besonderen Eigenschaften der Farbfotografie nutzt er an jenen Stellen, an denen das Bild die farblichen Abstufungen und die Leuchtkraft benötigt. Dabei ist Farbe für Meyerowitz nicht allein Ausdrucksmittel, sondern eine Form, die Welt um ihn zu verstehen und zu fühlen, und das in ihrem gesamten Farbspektrum. Während Schwarz und Weiß bei Meyerowitz dann gezielt erst zum Einsatz kommt, wenn es ihm darum geht, die Unterschiede der Bildelemente gestalterisch der grafisch aufzuzeigen.

Zu Beginn der Fotogeschichte war der Himmel sehr grau und das Diktum der künstlerischen Fotografie und des Fotojournalismus lange Zeit schwarz-weiß. Bereits 1935 kam der erste verwertbare Diapositivfilm auf den Markt, dennoch galt die Farbfotografie bis in die 1980er-Jahre der Werbewelt vorbehalten und damit lange Zeit als vulgär, amateurhaft und kommerziell.

Heute hat die Farbfotografie ihren anerkannten Platz in der Kunstgeschichte. Mit seinem Werk aus mehr als fünf Jahrzehnten hat Joel Meyerowitz nicht nur wesentlich zu diesem Paradigmenwechsel beigetragen, sondern viele nachfolgende Generationen sichtbar beeinflusst.

Amerika Haus, Hardenbergstraße 22-24, Berlin

 

01.12.2017 - 13.05.2018
Fotoausstellung Berlin . Rund um die Modefotografie dreht sich die Ausstellung Guy Bourdin. Image Maker / Helmut Newton. A Gun for Hire / Angelo Marino. Another Story. Neben den beiden berühmten Modefotografen Guy Bourdin und Helmut Newton stellt die Helmut Newton Stiftung auch Angelo Marino , den ehemaligen Assistenten von Helmut Newton mit Arbeiten vor.
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Guy Bourdin. Image Maker, Helmut Newton. A Gun for Hire, Angelo Marino. Another Story
Fotoausstellung Berlin . Rund um die Modefotografie dreht sich die Ausstellung Guy Bourdin. Image Maker / Helmut Newton. A Gun for Hire / Angelo Marino. Another Story. Neben den beiden berühmten Modefotografen Guy Bourdin und Helmut Newton stellt die Helmut Newton Stiftung auch Angelo Marino , den ehemaligen Assistenten von Helmut Newton mit Arbeiten vor.

Guy Bourdin
VOGUE Paris, May 1970
Copyright Guy Bourdin Estate, 2017 /
Courtesy Louise Alexander Gallery 

 

 

Guy Bourdin und Helmut Newton revolutionierten in den 1960er- und 1970er-Jahren die Modefotografie. Beide arbeiteten für die gleichen Magazine und direkt für Klienten aus der Modewelt; dabei entwickelten sie – neben der offensichtlich zeitlosen Eleganz in ihrem Werk – unabhängig voneinander die Idee des „Radical Chic“. In der Berliner Ausstellung werden die beiden einflussreichen Modefotografen erstmals gemeinsam mit ausgewählten Auftragsarbeiten in diesem Umfang gezeigt.

 

Guy Bourdin
Charles Jourdan, Spring 1976
Copyright Guy Bourdin Estate, 2017 /
Courtesy Louise Alexander Gallery

 

 

Helmut Newton
Thierry Mugler, Milan, 1998
copyright Helmut Newton Estate

 

Von Guy Bourdin werden unter dem Titel „Image Maker“ exemplarisch Aufnahmen aus unterschiedlichen Veröffentlichungszusammenhängen vorgestellt; ins­be­son­dere seine Bildikonen und die fantasievollen Werbebilder für Schuhe von Charles Jourdan, nebst weniger bekannten Werken, Vintage prints und Layouts der French Vogue. In Helmut Newtons „A Gun for Hire“ sehen wir vor allem Auftragsarbeiten aus den 1990er-Jahren für Modedesigner wie Thierry Mugler, Valentino und Blumarine oder Firmen wie Absolut Vodka und Villeroy & Boch; zunächst in deren Modebüchern veröffentlicht, wurden manche vom Fotografen später neu vergrößert und so ins eigene Werk übernommen.

In der Fotografie – auch in der Modefotografie, die den Zeitgeist beschreibt und immer wieder neu definiert – gilt es, spannende und überraschende Geschichten mit Bildern zu erzählen. Bourdin und Newton beherrschten das geradezu perfekt.

Der kleine, intime „June’s Room“ der Helmut Newton Stiftung ist Freunden und Wegbegleitern vorbehalten, diesmal Helmut Newtons ehemaligem Assistenten Angelo Marino. Ergänzend zu Bourdin und Newton stellt er unter dem Titel „Another Story“ einen sehr individuellen Blick auf seine unmittelbare Umwelt vor: schnappschussartige Porträts und Landschaften in surrealer Farbigkeit.

Helmut Newton Stiftung, Jebensstrasse 2, Berlin

 

25.11.2017 - 22.04.2018
Fotoausstellung Salzburg . Räumliches Sehen und Vorstellungen von räumlichen Dimensionen, ihrer Ausdehnung und Veränderung entsprechen eigentlich nicht der Zweidimensionalität der technischen Aufnahme. Gerade aus diesem Grund setzen sich Fotografen seit den Anfängen der Fotografie mit der Darstellung von Raum auseinander. In Raum & Fotografie präsentiert das Museum der Moderne Salzburg zu dieser Thematik erstmals Werke von 35 Künstlern aus vierzehn Ländern, mit Exponaten von 1860 bis heute. Bis 22.4.2018
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Raum & Fotografie
Fotoausstellung Salzburg . Räumliches Sehen und Vorstellungen von räumlichen Dimensionen, ihrer Ausdehnung und Veränderung entsprechen eigentlich nicht der Zweidimensionalität der technischen Aufnahme. Gerade aus diesem Grund setzen sich Fotografen seit den Anfängen der Fotografie mit der Darstellung von Raum auseinander. In Raum & Fotografie präsentiert das Museum der Moderne Salzburg zu dieser Thematik erstmals Werke von 35 Künstlern aus vierzehn Ländern, mit Exponaten von 1860 bis heute. Bis 22.4.2018


Hito Steyerl
HOW NOT TO BE SEEN: A Fucking Didactic Educational .MOV File, 2013
Einkanal-Videoprojektion, chromogene Abzüge, C- Stative, Bodeninstallation
Courtesy: Hito Steyerl und Andrew Kreps Gallery, New York



Das inhaltliche Spektrum der Ausstellung reicht von Arbeiten zu architektonischen und virtuellen Räumen, u. a. von Wolfgang Tillmans, bis hin zu Fotografien zu sozialen, ökonomischen und konzeptuellen Themen etwa von Santu Mofokeng. „Als Kompetenzzentrum für künstlerische Fotografie verknüpfen wir in dieser Ausstellung das Medium der Fotografie mit gesellschaftspolitischen Fragestellungen zum Raum, insbesondere auch zu immer häufiger auftretenden Grenzen und Normierungen“, so Sabine Breitwieser, Direktorin am Museum der Moderne Salzburg. „Unser Anliegen ist es, Fotografie einerseits in formaler und technischer Hinsicht sowie andererseits in ihrer Entwicklung von Genres und Themen in unterschiedlichen geografischen und sozialpolitischen Zusammenhängen zu beleuchten.“

 

Wolfgang Tillmans
Book for Architects, 2014
Zweikanal-Videoinstallation
2 High-Definition Videos Sprengel Museum Hannover
© Wolfgang Tillmans

 

Die historische Tiefe und kulturelle Breite von Raum & Fotografie unterstreicht Christiane Kuhlmann, Kuratorin für Fotografie und Medienkunst: „Wir zeigen neben Arbeiten aus der Anfangszeit der Fotografie vor allem auch zeitgenössische Werke von Künstlern, die von außerhalb Europas stammen und aufgrund ihrer unterschiedlichen sozialen Prägungen und Lebensbedingungen Raum anders wahrnehmen und interpretieren, als es aus eurozentrischer Sicht lange Zeit üblich war.“ Die fotografischen Exponate reichen von einer begehbaren Camera obscura, in der das Licht der Salzburger Altstadt zum projizierten Bild wird, bis hin zu der Installation How Not to Be Seen (2013) von Hito Steyerl, in der man – entgegen aktueller Überwachungsszenarien – unsichtbar werden kann.
Thematisch gliedert sich die Ausstellung Raum & Fotografie in sechs Kapitel, beginnend mit frühen Bildverfahren und experimenteller Fotografie als Urform des Mediums. Mit den technischen Entwicklungen des 19. Jahrhunderts und damit einhergehenden neuen Methoden und Möglichkeiten der Kamera, menschliche Sichtweisen und räumliches Sehen zu imitieren, beginnt das nächste Ausstellungskapitel. Dem „Neuen Sehen“, das im frühen 20. Jahrhundert durch die Entwicklung moderner Kameratechniken entstand und zusammen mit den Ideen des „Neuen Bauens“ eine Neubetrachtung des architektonischen Raums mit sich brachte, ist ein weiterer Themenschwerpunkt gewidmet. Neusachliche Fotograf_innen wie der Bauhauslehrer László Moholy-Nagy nahmen diese Neubetrachtung zum Anlass für ihre experimentellen Bildkonzepte, die eine Erweiterung der Seheindrücke ermöglichten. Die anschließenden Kapitel befassen sich mit der fotografischen Wiedergabe des gebauten Raums und dem Einfluss von Architektur auf die Gesellschaft. Die Expansion der Städte mit der Entstehung von Randbezirken und Wohntürmen ist ein Thema der

 

Jindrich Eckert
Junge Frau am Fenster mit Buch, um 1870
Albuminabzug
© Albertina,
Dauerleihgabe der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt, Wien



Arbeiten des Konzeptkünstlers Stephen Willats und des Fotografen Wolfgang Tillmans, aber auch der Bildhauerin Isa Genzken. Die Videoinstallation Book for Architects von Tillmanns, die 2014 auf der Architekturbiennale in Venedig vorgestellt wurde, zeugt von der Faszination, die das Leben in der Stadt und die gegensätzlichen gestalterischen Einzelentscheidungen für den Künstler haben. Mit dem Film The Forgotten Space (2010) von Allan Sekula und Noël Burch und Dayanita Singhs Museum of Chance von 2015 widmet sich der abschließende Teil der Ausstellung den Grenzen in politischen Systemen, Wirtschaftsräumen und solchen, die vor allem virtuell bestehen.

 

Philip Kwame Apagya
Come on Board, 2000
Chromogener Abzug
© Philip Kwame Apagya,
Courtesy CAAC The Pigozzi Collection und Walther Collection



Mit Werken von Philip Kwame Apagya (1958, Shama, GH), Herbert Bayer (1900 Haag am Hausruck, AT – 1985 Montecito, CA, US), Giacomo Brogi (1822–1881 Florenz, IT), Franz Bergmüller (1966 Hüttau, AT – Salzburg, AT), Jind?ich Eckert (1833 – 1905 Prag, CZ), Hans-Peter Feldmann (1941 Düsseldorf, DE), Seiichi Furuya (1950 Izu, JP – Graz, AT), Isa Genzken (1948 Bad Oldesloe, DE – Berlin, DE), Johannes Gramm (1964 Essen, DE – Essen, DE / Westkapelle, NL), Birgit Graschopf (1978 Wien, AT), Florence Henri (1893 New York, NY, US – 1982 Compiègne, FR), M. Hoffmann (Lebensdaten unbekannt), Kenneth Josephson (1932 Detroit, MI, US – Chicago, IL, US), Wolfgang Kudrnofsky (1927–2010 Wien, AT), Georges Lévy & Moyse Léon (Léon & Lévy) (1833–1913 bzw. geb. 1812), Werner Mantz (1901 Köln, DE – 1983 Eijsden, NL), Ingrid Martens (KwaZulu-Natal, ZA – Johannesburg, ZA), Santu Mofokeng (1956 Soweto, Johannesburg, ZA), László Moholy-Nagy (1895 Bácsborsód, HU – 1946 Chicago, IL, US), Negretti & Sambra (Crystal Palace Company): Henri Negretti (1818 Como, IT – 1879 London, GB), Joseph W. Sambra (1822 Saffron Walden, GB – 1897 South Hampstead, GB), Beaumont Newhall (1908 Lynn, MA, US – 1993 Santa Fe, NM, US), Gregor Sailer (1980 Schwaz, AT – Vomp, AT), Alfons Schilling (1934 Basel, CH – 2013 Wien, AT), Allan Sekula / Noël Burch (1951 Erie, PA, US – 2013 Los Angeles, CA, US / 1932 San Francisco, CA, US – Frankreich), Dayanita Singh (1961 Neu-Delhi, IND), Margherita Spiluttini (1947 Schwarzach im Pongau, AT – Wien, AT), Hito Steyerl (1966 München, DE – Berlin, DE), Sasha Stone (1895 St. Petersburg, RU – 1940 Perpignan, FR), Clare Strand (1973 Brighton, GB), Yutaka Takanashi (1935 Tokio, JP), Wolfgang Tillmans (1968 Remscheid, DE – Berlin, DE), Umbo (Otto Umbehr 1902 Düsseldorf, DE – 1980 Hannover, DE), Felix Weber (1929 Langenwang, AT – Mürzzuschlag, AT), Stephen Willats (1940 London, GB)

Museum der Moderne, Mönchsberg 32, Salzburg

18.11.2017 - 25.02.2018
Fotoausstellung Wien . Das Phänomen Polaroid stellt WestLicht Schauplatz für Fotografie in einer großen Ausstellung zum ersten Mal in seiner gesamten Breite vor. Gezeigt werden rund 200 Polaroids von knapp 100 Fotografinnen und Fotografen ebenso wie Kameramodelle, Konzepte und Prototypen, die verdeutlichen welche innovative Technik diese visuelle Revolution überhaupt erst ermöglichte.
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The Polaroid Project
Fotoausstellung Wien . Das Phänomen Polaroid stellt WestLicht Schauplatz für Fotografie in einer großen Ausstellung zum ersten Mal in seiner gesamten Breite vor. Gezeigt werden rund 200 Polaroids von knapp 100 Fotografinnen und Fotografen ebenso wie Kameramodelle, Konzepte und Prototypen, die verdeutlichen welche innovative Technik diese visuelle Revolution überhaupt erst ermöglichte.



Luigi Ghirri
World no.1
1980
Polaroid 20x24 Polacolor
© Eredi di Luigi Ghirri, Courtesy Fotosammlung OstLicht



Polaroid! Die Marke ist längst zum universellen Mythos geworden. Sie hat Gebrauchsweisen initiiert, die – ein Blick auf Instagram genügt – die Alltagsfotografie noch heute beeinflussen. An der Schnittstelle von Kunst und Technologie zeigt die Ausstellung das Phänomen Polaroid zum ersten Mal in seiner gesamten Breite. Herausragende Künstler – von Ansel Adams bis Andy Warhol – haben im Medium der Sofortbildfotografie neue Wege beschritten und die Ästhetik einer Ära geprägt. Ihren einzigartigen Werken stellt The Polaroid Project mit Kameramodellen, Konzepten und Prototypen jene innovative Technik an die Seite, die diese visuelle Revolution überhaupt erst ermöglichte. Wien – dank der Initiative von Peter Coeln seit 2010 die neue Heimat der International Polaroid Collection – ist die erste Station der Ausstellung in Europa.

 

Nobuyoshi Araki
Lady Gaga
2009
Polaroid SX-70
© Nobuyoshi Araki, Courtesy Fotosammlung OstLicht



Präsentiert werden rund 200 Polaroids von knapp 100 Fotografinnen und Fotografen, von den Anfangstagen der Corporation bis heute, mit einem Schwerpunkt auf der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Neben diesen Unikaten in den charakteristischen Formaten – vom bekannten SX-70 Schnappschuss mit seinem weißen Rahmen (8,8x10,7 cm) bis zum faszinierend detailreichen 20x24 Inch Großformat (50x60 cm) – demonstriert der Fokus auf die Technik der Sofortbildfotografie, dass die Kreativität von Unternehmensgründer Edwin Land und seinem Team derjenigen der Kunstschaffenden in nichts nachstand. Bevor die Firma in den 1990er-Jahren den Anschluss an die digitale Entwicklung verpasste, war Polaroid ein Synonym für visionäre Technologie, vergleichbar nur mit dem Status von Apple zum Beginn des neuen Jahrtausends. Nicht von ungefähr zählte Steve Jobs zu den größten Bewunderern von Land und seinen Erfindungen.

 

 

Dennis Hopper
Los Angeles, Back Alley
1987
Polaroid SX-70
© Dennis Hopper, Courtesy The Hopper Art Trust

 

Robert Mapplethorpe
Untitled (Diane)
c. 1974
Polaroid 4x5 Positiv/Negativ Type 55
© Robert Mapplethorpe Foundation, Courtesy Fotosammlung OstLicht

 



Das Phänomen Polaroid ist, auch als analoger und einzigartiger Gegenentwurf zur Masse digitaler Bilder, gerade in der jüngeren Generation populärer denn je. Eine Traditionsmarke wie Leica hat erst kürzlich ihre erste Sofortbildkamera auf den Markt gebracht. Und The Impossible Project, das nach der Pleite von Polaroid das Sofortbildverfahren wiederbelebte, firmiert – mit neuen Filmen und einer neuen Kamera im Gepäck – inzwischen unter dem legendären Namen in frischem Gewand: Polaroid Originals.


 

Konzeptstudie aus Balsaholz für eine neue Faltkamera
ca. 1970
© MIT Museum, Cambridge, MA



Polaroid selbst arbeitete von seiner Gründung an eng mit Fotografinnen und Fotografen zusammen. Zu den frühesten Beratern von Edwin Land gehörte kein Geringerer als Ansel Adams, Übervater der amerikanischen Landschaftsfotografie. Im sogenannten Artist Support Program stellte die Corporation sowohl arrivierten Größen als auch unbekannten Talenten der Kunst- und Fotoszene Filmmaterial und Kameras zur Verfügung und erhielt im Gegenzug nicht nur Feedback zu ihren Produkten, sondern auch ausgewählte Werke für die Sammlung. Für Künstlerinnen und Künstler boten die Erfindungen aus dem Hause Land eine Spielwiese, die sie auf ihre je eigene Art und Weise nutzten und damit der Fotografie neue Impulse verliehen. In den Arbeiten spiegeln sich die unterschiedlichen künstlerischen
Temperamente, aber auch die Charakteristika von Material und Technik: Das Studiosetting
der massiven 20x24 Kamera lud zur Inszenierung aufwendiger Stillleben und zu akribischen Porträtsitzungen ein, der Objektcharakter der SX-70 Polaroids stiftete zu Collagen und Übermalungen an, und das handliche 4x5 Format und der Polacolor Film eigneten sich hervorragend für Ausschnitte aus dem Alltag. Die sofortige Verfügbarkeit der Aufnahme – obwohl nach heutigen, digitalen Maßstäben „sofort“ in Zeiten von Polaroid ein durchaus dehnbarer Begriff war – übte eine gewaltige Faszination auf Kunstschaffende aus. Sie erlaubte etwa den spontanen Austausch mit den Modellen und ein Höchstmaß an Kontrolle über den Arbeitsprozess, der buchstäblich und direkt in den eigenen Händen lag.


Dieser Austausch zwischen der Kunst und dem Unternehmen bildete die Grundlage der spektakulären Polaroid Collection, mit Standorten in Cambridge, USA, und Amsterdam. The Polaroid Project vereint erstmals in einer Ausstellung den amerikanischen mit dem europäischen Teil der Sammlung, der sogenannten International Polaroid Collection, die
2010, nach dem Bankrott der Corporation durch den Einsatz von Peter Coeln und WestLicht
vor dem Ausverkauf gerettet werden konnte und seitdem in Wien beheimatet ist. Mit zusätzlichen Leihgaben von den Künstlern und Künstlerinnen selbst und deren Nachlässen zeigt die Ausstellung auf den internationalen Stationen ihrer Tournee das Phänomen Polaroid an der Schnittstelle von Kunst und Technologie erstmals in seiner gesamten Breite.


Mit Polaroids von Nobuyoshi Araki, Sibylle Bergemann, Anna & Bernhard Blume, Guy Bourdin, Ellen Carey, Helen Chadwick, Chuck Close, Marie Cosindas, Barbara Crane, Philip- Lorca diCorcia, Joan Fontcuberta, Toto Frima, Luigi Ghirri, Richard Hamilton, Robert Heinecken, Gottfried Helnwein, Jan Hnizdo, David Hockney, Barbara Kasten, David Levinthal, Ulrich Mack, Robert Mapplethorpe, James Nitsch, Robert Rauschenberg, Lucas Samaras, Fazal Sheikh, William Wegman, Erwin Wurm u. v. a.


The Polaroid Project ist eine Koproduktion von WestLicht. Schauplatz für Fotografie, Wien, dem MIT Museum, Cambridge, Massachusetts und der Foundation for the Exhibition of
 
Photography, Minneapolis / New York / Paris / Lausanne; kuratiert von Deborah G. Douglas, William A. Ewing, Barbara P. Hitchcock, Rebekka Reuter und Gary Van Zante.



Das Buch zur Ausstellung


Anhand von über 300 Werken international renommierter Künstlerinnen und Künstler beleuchtet das Buch erstmals umfassend das Phänomen Polaroid an der Schnittstelle von Kunst und Technologie. Mit Texten von Christopher Bonanos, Todd Brandow, Peter Buse, Deborah G. Douglas, William A. Ewing, Barbara P. Hitchcock, Dennis Jelonnek, Rebekka Reuter, John Rohrbach und Gary Van Zante.
Das Polaroid Projekt – Die Eroberung durch die Kunst, Hirmer Verlag 2017, 288 Seiten, Hardcover, 49 Euro




WestLicht. Schauplatz für Fotografie, Westbahnstraße 40, Wien


17.11.2017 - 02.04.2018
Ausstellung Berlin . Mit „Indigenous Australia: Masterworks from the National Gallery of Australia“ präsentieren die National Gallery of Australia (NGA) und der me Collectors Room Berlin einen umfangreichen Einblick in die Welten der traditionellen und modernen Kunst der indigenen Australier zwischen dem frühen 19. Jahrhundert und der Gegenwart. 17.11.2017 bis 2.4.2018
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Indigenous Australia
Ausstellung Berlin . Mit „Indigenous Australia: Masterworks from the National Gallery of Australia“ präsentieren die National Gallery of Australia (NGA) und der me Collectors Room Berlin einen umfangreichen Einblick in die Welten der traditionellen und modernen Kunst der indigenen Australier zwischen dem frühen 19. Jahrhundert und der Gegenwart. 17.11.2017 bis 2.4.2018

 Brenda L. Croft, Oh look the Antichrist, from the series Alt(a)red Angels in the series
In my faher's House, 1998 direct positive colour photograph 126 x 99cm,
National Gallery of Australia, Canberra copyright VGBild-Kunst, Bonn 2017



Rund 100 der bedeutendsten Werke der indigenen Australier aus der weltweit größten Sammlung von Kunstwerken der Völker der Aborigines und der Torres-Strait-Insulaner zeigt die Ausstellung, die erstmalig in Deutschland zu sehen ist. Gemälde und Malereien, stehen für die große Vielfalt der Kunststile  wie Fotografien, Videos und Skulpturen.
Die National Gallery of Australia verfügt über die weltweit größte Sammlung von Kunstwerken der Völker der Aborigines und der Torres-Strait-Insulaner, eine der „ältesten, reichsten und komplexesten“ Kunsttraditionen der Menschheitsgeschichte. Aus diesem großen und bedeutsamen kulturellen Schatz hat Franchesca Cubillo, NGA Senior Curator of Aboriginal and Torres Strait Islander Art, rund 100 der bedeutendsten Werke ausgewählt, die mit „Indigenous Australia: Masterworks from the National Gallery of Australia“ präsentiert werden.

 

Christian Thompson, Heat, 2010, (video still) three channel digital video, sound,
durations 5 minutes 52 seconds, collection of the National Gallery of Australia, Canberra
copyright courtesy of the artist and Sarah Scout Presents, Melbourne

 


Viele Werke sind inspiriert durch tiefe Spiritualität, die in den traditionellen Kulturen und ihrer Verbindung zur Natur zum Ausdruck kommt. Auch die Mythologie der „Traumzeit“ nimmt häufig einen wichtigen Platz ein, was sich in komplexen Mustern und bewegten Formen spiegelt. Gleichzeitig erinnern Titel wie „Meeting the White Man“ (Tommy McRae) daran, dass es für diese Kulturen in der vergangenen Geschichte Zeiten großer Umbrüche und Veränderungen gab. KünstlerInnen bedienten sich verschiedener Medien, um die
Lebensweisen ihrer Völker, ihre Mythologie und traditionellen Riten zu dokumentieren und
damit für zukünftige Generationen zu bewahren. Viele der Arbeiten setzen sich unmittelbar mit Themen auseinander, die heute die Gesellschaften der Aborigines beschäftigen: Identität, Politikund die gemeinsame, komplexe Geschichte.
Seit den 1980er Jahren kommt in den Werken ein immer breiteres Spektrum an Medien und Stilen zum Einsatz, ohne dabei im Kern die zentralen Themen Natur, Land und soziale wie politische Gemeinschaft aufzugeben, womit sie tief in den Stilen und Traditionen ihrer Kultur verwurzelt bleiben.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation „Indigenous Australia: Masterworks from the
National Gallery of Australia“ für 19,90 Euro.

me Collectors Room, Auguststraße 68, Berlin.

15.11.2017 - 05.03.2018
Fotoausstellung Berlin . Die Fotografie am Chicagoer New Bauhaus und dem daraus hervorgegangenen Institute of Design präsentiert das Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung bis 5. März 2018 in einer großen Ausstellung. Anlass für die Ausstellung ist das 80. Jubiläum der 1937 von dem Avantgardekünstler und ehemaligen Bauhaus-Lehrer László Moholy-Nagy gegründeten Bauhaus-Nachfolgeinstitution, die sich zu einer bedeutenden Ausbildungsstätte für Fotografie in den USA entwickelte.
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New Bauhaus Chicago. Experiment Fotografie und Film
Fotoausstellung Berlin . Die Fotografie am Chicagoer New Bauhaus und dem daraus hervorgegangenen Institute of Design präsentiert das Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung bis 5. März 2018 in einer großen Ausstellung. Anlass für die Ausstellung ist das 80. Jubiläum der 1937 von dem Avantgardekünstler und ehemaligen Bauhaus-Lehrer László Moholy-Nagy gegründeten Bauhaus-Nachfolgeinstitution, die sich zu einer bedeutenden Ausbildungsstätte für Fotografie in den USA entwickelte.


 

Gyoergy Kepes Ohne Titel 1942 Bauhaus-Archiv Copyright Juliet Kepes Stone




„Wir zeigen die bisher umfassendste Schau zur Fotografie am New Bauhaus und dem Institute of Design außerhalb der USA. Die Grundlage bilden die einzigartigen Bestände des Bauhaus-Archivs zur legendären Chicagoer Schule mit vielseitigem Material aus den späten 1930er- bis 1980er-Jahren“, erklärt Annemarie Jaeggi, Direktorin des Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung. „Diese konnten im Rahmen der Ausstel- lungsvorbereitungen durch Schenkungen abermals erweitert werden. Dafür danke ich allen Gebern ganz herzlich.“ Punktuelle Leihgaben namhafter Kulturinstitutionen in Chicago runden die Präsentation ab.

Die Ausstellung gibt einen tiefen Einblick in die Lehrpraxis sowie die Bandbreite der fotografischen und filmi- schen Arbeit von Lehrenden und Studierenden. Renommierte Fotokünstler wie György  Kepes, Nathan Lerner, Arthur Siegel, Harry Callahan  und Aaron Siskind prägten Generationen von Fotografen. Arbeiten von Absol- venten wie Barbara Crane, Joseph Jachna, Yasuhiro Ishimoto, Kenneth Josephson und Ray K. Metzker bele- gen, welche Inspirationsquelle die Ausbildung lebenslang für sie war. Im Zentrum standen experimentelle Herangehensweisen, die von Fotogrammen über vielfältige Spielformen der Fotografie bis hin zum bewegten Bild reichten.

Neben rund 200 Fotografien und 20 Filmen umfasst die Ausstellung eine Vielzahl von Dokumenten und Publi- kationen und vermittelt so die Geschichte und die Besonderheiten des Fotografieprogramms  am New Bau- haus und dem Institute of Design, das über die Jahre hinweg zwar zahlreiche Änderungen, aber auch zentrale Konstanten aufweist. In der Lichtwerkstatt angesiedelt, war der Fotografieunterricht zunächst Teil des interdis- ziplinär angelegten Vorkurses. Licht wurde als eigener Werkstoff betrachtet und behandelt. Die Ausbildung zielte darauf ab, mit Fotografie der eigenen Kreativität einen Ausdruck zu verleihen und sich einen souverän gestaltenden Blick anzueignen.

Die Verwandtschaft heutiger fotografischer Fragestellungen zur Fotografie am Institute of Design veranschau- lichen unabhängig entstandene, zeitgenössische Positionen aus Chicago, etwa von Doug Fogelson, Sonja Thomsen oder Clarissa Bonet. Am Institute of Design bestand das Fotografieprogramm bis 2001.

„New Bauhaus Chicago: Experiment Fotografie und Film“ ist die letzte Ausstellung im Gebäude des Bau- haus-Archiv / Museum für Gestaltung, bevor die Berliner Bauhaus-Institution im Frühjahr 2018 aus dem Museumsbau ausziehen wird. Dieser wird in den kommenden Jahren denkmalgerecht saniert und um einen Neubau erweitert.

Näheres zu dem im Hirmer Verlag erschienenen Katalog finden Sie in unserer Rubrik Hitliste Fotobücher

Bauahaus Archiv Museum für Gestaltung, Klinglhöferstraße 14, Berlin

04.11.2017 - 06.05.2018
Ausstellung Frankfurt am Main. Auf rund 3.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche wird erstmals in einer Einzelausstellung im Museum für Angewandte Kunst die berühmte Modedesignerin Jill Sander mit allen Facetten ihrer Arbeit vorgestellt. 4. November 2017 bis 6. Mai 2018
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Jil Sander. Präsens
Ausstellung Frankfurt am Main. Auf rund 3.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche wird erstmals in einer Einzelausstellung im Museum für Angewandte Kunst die berühmte Modedesignerin Jill Sander mit allen Facetten ihrer Arbeit vorgestellt. 4. November 2017 bis 6. Mai 2018


Portrait Jil Sander
© Peter Lindbergh



Jil Sander gehört zu den einflussreichsten Modedesigner/innen ihrer Generation. In ihrer weltweit ersten Einzelausstellung in einem Museum präsentiert Jil Sander in raumgreifenden  multimedialen Installationen und Tableaus die Auswirkungen ihrer Gestaltungshaltung auf Ästhetik, Material und Form von Mode- und Produktdesign, Architektur und Gartenkunst. Die Präsentation, die facettenreicher kaum sein könnte, macht den Erfindungsreichtum und die kreative Kraft einer Gestalterin sichtbar, der es darum geht, die Persönlichkeit eines Menschen hervorzuheben.

 

Jil Sander Kampagne
Frühling - Sommer 2005
© David Sims


Jil Sanders Bedeutung als Modedesignerin beruht auf der außerordentlichen Sensibilität, mit der sie Zeitströmungen und Veränderungen in der Gesellschaft erspürte und daraus neue, moderne Formen entwickelte. Ihr Purismus veränderte die Vorstellungen von Schönheit und Identität. Ihre Gestaltungsprinzipien –
Harmonie der Proportionen, durchdachte Dreidimensionalität der Entwürfe, Understatement und dynamische Eleganz – blieben immer dieselben, und fanden doch in jeder Kollektion einen neuen Ausdruck.
In der Vorbereitung der Ausstellung hat sich Jil Sander erstmals der Vergangenheit zugewendet. Das ist für sie, deren Interesse immer dem galt, was noch kommt, eine neue Erfahrung. Das Ergebnis von mehr als anderthalb Jahren intensiver Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten einer Ausstellung zeigt sich im Zusammenwirken von Architektur, Farbe, Licht, Film, Klang,Text, Fotografie, Mode und Kunst in dynamischen Raumkompositionen.
Entstanden ist keine retrospektive Übersichtsausstellung, sondern ein neues, aktuelles Gesamtwerk, das durch Jil Sanders Präsenz zum ästhetischen Ereignis wird.

 

Jil Sander Kampagne
Herbst - Winter 2013/2014
Model: Edie Campbell
© David Sims

 


Thematisch gliedert sich die von Matthias Wagner K in enger Zusammenarbeit mit Jil Sander kuratierte Ausstellung in die Bereiche Laufsteg, Backstage, Atelier,  Modekollektionen, Accessoires, Kosmetik, Modefotografie und Kampagnen, Mode und Kunst, Architektur und Gartenkunst. Sie bespielt das gesamte Museumsgebäude auf rund 3.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche.


Museum Angewandte Kunst, Schaumainkai 17, Frankfurt am Main



26.10.2017 - 04.03.2018
Fotoausstellung München . Dank der Unterstützung von PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne konnte 2004 die Originalvorlage von Arakis Buch „Tokyo“ erworben werden. Diese 28 exquisiten Diptychen bilden jetzt die Grundlage der Ausstellung mit dem Werk des japanischen Fotokünstler Nobuyoshi Araki, der vor allem auch durch seine provokanten Aktbilder weltweit berühmt wurde. 26.10.2017 bis 4.3.2018
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Araki.Tokyo
Fotoausstellung München . Dank der Unterstützung von PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne konnte 2004 die Originalvorlage von Arakis Buch „Tokyo“ erworben werden. Diese 28 exquisiten Diptychen bilden jetzt die Grundlage der Ausstellung mit dem Werk des japanischen Fotokünstler Nobuyoshi Araki, der vor allem auch durch seine provokanten Aktbilder weltweit berühmt wurde. 26.10.2017 bis 4.3.2018

Nobuyoshi Araki, Ohne Titel, 1971, aus: Tokyo, 1973
Silbergelatineabzug, je ca. 8,5 x 13 cm
Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Moderne Kunst in der
Pinakothek der Moderne, München

2004 erworben von PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne (GV 162)
© Nobuyoshi Araki

 

Nobuyoshi Arakis Werk „Tokyo“ gehört zu den frühesten eigenständigen Buchprojekten des Fotografen  und erschien 1973 in kleiner Auflage, eingeleitet durch einen Text von K?ji Taki, dem legendären Gründer der avantgardistischen Zeitschrift „Provoke“. „Tokyo“ steht am Beginn der intensiven, bis heute andauernden Auseinandersetzung Arakis mit dem Lebens- und Stadtraum seiner Heimatstadt.

 

 

 Nobuyoshi Araki, Ohne Titel, aus: The Days We Were Happy, 1972
Silbergelatineabzug, 12 x 16 cm
Courtesy Sammlung Eva Felten
© Nobuyoshi Araki

 

 

 

Nobuyoshi Araki, Ohne Titel, aus: Xeroxed Photo Album, Vol 1:
70 Faces, Tokyo 1970

Xerox-Kopien, versch. Maße
Courtesy Fotosammlung OstLicht, Wien
© Nobuyoshi Araki

 

Der Japaner Nobuyoshi Araki, 1940 in der Pärfektur Toky geboren zählt zu den wohl produktivsten, aber auch provokativsten Fotografen unserer Zeit. Seit den 1960er-Jahren eignet sich Araki die ihn umgebende Welt täglich und obsessiv mit Hilfe der Kamera an, eine Aneignung, die bis heute in mehr als 500 Büchern und Hundertausenden von Fotografien Niederschlag gefunden hat. Sein künstlerisches Werk umspannt ein vielfältiges Spektrum an Themen, von hocherotischen Frauendarstellungen, die international großes Aufsehen erregten, über artifizielle Stillleben, Pflanzenfotografien, reportagehaft anmutende Alltagsdarstellungen und Architekturaufnahmen bis hin zu sehr persönlichen, fast tagebuchartigen Fotografien von sich und seiner früh verstorbenen Frau Yoko.

 

Porträt Nobuyoshi Araki, 1985
Courtesy of Yoshiko Isshiki Office, Tokio

 

Oft kombiniert der Künstler Momentaufnahmen namenloser Passanten, die er an belebten Straßenkreuzungen beobachtete, mit den anspielungsreichen erotischen Selbstinszenierungen einer jungen Frau. Die Kombination aus schnappschussartigen Straßenfotografien und den Aufnahmen eines in zunehmend eindeutigen sexuellen Posen in Szene gesetzten Frauenkörpers bedeuten für Araki bis heute die adäquate Form, Tokio zu beschreiben, eine Verbindung, die sein gesamtes fotografisches Werk kennzeichnet. Die Gegensätze zwischen anonym und vertraut, bekleidet und nackt wie Innen- und Außenwelt fungieren als subtile Verweise auf die Trennung zwischen öffentlicher und privater Lebenswelt, zwischen Traum und Wirklichkeit. Die Passanten erscheinen wie der Betrachter in der Rolle der anonymen Zuschauer und dringen zugleich in die verborgene Sphäre einer sich der Überwachung und Normierung entziehenden Stadt ein.

 

Nobuyoshi Araki, Ohne Titel, 1971, aus: Tokyo, 1973
Silbergelatineabzug, je ca. 8,5 x 13 cm
Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Moderne Kunst in der
Pinakothek der Moderne, München

2004 erworben von PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne (GV 162)
© Nobuyoshi Araki 

 

 

Die Ausstellung führt erstmals die nur als Unikat existierende „Tokyo“-Serie mit weiteren ikonischen Arbeiten aus dem Frühwerk zusammen. Neben umfänglichen Serien wie „The Past“ (1972) und „The Days We Were Happy“ (1972) sind die äußerst seltenen „Xerox Photo Alben“ sowie lange vergriffene Künstlerbücher Arakis aus den frühen 1970er-Jahren zu sehen, die verschiedene europäische Sammlungen als Leihgaben zur Verfügung gestellt haben. Mehr als vierzig Jahre nach dem ersten Erscheinen wird „Tokyo“ in einer bibliophilen Monographie nochmals publiziert, ergänzt mit dem erstmals auf Deutsch und Englisch verfügbaren Essay von K?ji Taki sowie Beiträgen von Yasufumi Nakamori und Inka Graeve Ingelmann. Die nur in limitierter Auflage verfügbare Publikation ist im Museumsshop erhältlich („Araki.Tokyo“, ISBN: 978-3-9818339-3-5, Museumsausgabe € 28,90).

Parallel zur Ausstellung „Araki.Tokyo“ wird die Dia-Projektion „Walking Piece“ (1966) gezeigt, die eine der frühsten Performances der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama (*1929) dokumentiert.  

 

Begleitend zur Ausstellung lädt die Pinakothek der Moderne zu einer Reihe von Veranstaltung ein, die sich mit der Ausrichtung der japanischen Fotografie befassen aber auch eine Reihe interessanter Filme zeigen.

 

Pinakothek der Moderne, Barer Straße 29, München

www.pinakothek.de

28.09.2017 - 10.06.2018
Fotoausstellung München . Die Pinakothek der Moderne zeigt 64 Tafeln aus einem von Germaine Krull an Jürgen Wilde gewidmeten Exemplar der Erstausgabe von „Métal“, ergänzt um originale Fotografien der Serie, Dokumente und Archivalien aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde. Bis 10. Juni 2018
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Germaine Krull. Métal
Fotoausstellung München . Die Pinakothek der Moderne zeigt 64 Tafeln aus einem von Germaine Krull an Jürgen Wilde gewidmeten Exemplar der Erstausgabe von „Métal“, ergänzt um originale Fotografien der Serie, Dokumente und Archivalien aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde. Bis 10. Juni 2018

 
 Germaine Krull,
Tour Eiffel, 1927
© Nachlass Germaine Krull, Museum Folkwang, Essen



Ihre Bedeutung als Künstlerin der Avantgarde verdankt die Fotografin Germaine Krull (Wilda 1897 – 1985 Wetzlar) ihrem wegweisenden Mappenwerk „Métal“, das 1928 in Paris bei A. Calavas, Librairie des Arts Décoratifs in kleiner Auflage erschien. In 64 Lichtdrucktafeln setzt sie darin eiserne Konstruktionen wie Kräne, Brücken, Maschinen und den Eiffelturm mittels ungewöhnlicher Perspektiven und Bildausschnitte in Szene. Die Abfolge im Portfolio lässt aus den Einzelbildern einen geradezu filmisch-bewegten „Tanz der nackten Metalle“ werden und zeigt die gigantischen Metallkonstruktionen als dynamische Monumente einer modernen Zeit. Es war wohl gerade diese Veröffentlichung, die Walter Benjamin veranlasste, Germaine Krull in seiner „Kleinen Geschichte der Fotografie“ (1931)  in einem Atemzug mit den bedeutenden Fotografen August Sander und Karl Blossfeldt zu nennen.

 

Germaine Krull,
Brückenkran Rotterdam, 1927
© Nachlass Germaine Krull, Museum Folkwang, Essen 

 

 

Germaine Krull,
Tour Eiffel, 1927
© Nachlass Germaine Krull, Museum Folkwang, Essen


 
Die Präsentation zeigt alle 64 Tafeln aus einem von Germaine Krull an Jürgen Wilde gewidmeten Exemplar der Erstausgabe von „Métal“, ergänzt um originale Fotografien der Serie, Dokumente und Archivalien aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde. Zusätzlich ist der Kurzfilm „De Brug“ (1928) des niederländischen Filmemachers und Dokumentaristen Joris Ivens zu sehen. Hier zeigt sich nicht nur die persönlich künstlerische Verbindung der beiden, sondern auch die wechselseitige Inspiration der technischen Bildmedien Film und Fotografie in der Moderne.

 

Germaine Krull,
Selbstporträt mit Icarette 1925
© Nachlass Germaine Krull, Museum Folkwang, Essen


 
Germaine Krull, die ihre Ausbildung an der Münchner Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie absolviert hatte und 1920 aufgrund ihrer politischen Gesinnung aus Bayern ausgewiesen wurde, lebte nach Stationen in Moskau, Berlin und Amsterdam ab 1926 in Paris. Dort avancierte sie zu einer gefragten Werbe- und Porträtfotografin und arbeitete als Fotojournalistin. Trotz reger Ausstellungs- und Publikationstätigkeit in den 1920er- und 1930er-Jahren geriet sie nach 1945 in Vergessenheit.
 
Ann und Jürgen Wilde konnten Germaine Krull 1974 in Nordindien ausfindig machen und richteten ihr 1977 eine erste Retrospektive in Deutschland aus. Diese leitete die Wiederentdeckung der Fotografin und ihres bedeutenden Werkes ein.
 
 
Führungen:
 
18.10.2017 und 14. März 2018 | 15.00
Aus erster Hand | Kuratorenführung mit Simone Förster
 
26.11. 2017 und 28.1. 2018 | 15.00
Führung mit Constanze Lindner Haigis

Pinakothek der Moderne und Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Barer Str. 29, München



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