Fotoausstellungen

28.03.2015 - 31.05.2015
Ausstellung Frankfurt Mit John Skoog präsentiert das MMK Museum für Moderne Kunst den Preisträger des renommierten Baloise Kunst-Preises. Ausgezeichnet wurde seine Videoinstallation „Reduit (Redoubt)“, die neben zwei anderen Filmen im MMK 1 in einer raumgreifenden Installation zu sehen ist. 28.3. bis 31.5.2015
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John Skoog. Slow Return
Ausstellung Frankfurt Mit John Skoog präsentiert das MMK Museum für Moderne Kunst den Preisträger des renommierten Baloise Kunst-Preises. Ausgezeichnet wurde seine Videoinstallation „Reduit (Redoubt)“, die neben zwei anderen Filmen im MMK 1 in einer raumgreifenden Installation zu sehen ist. 28.3. bis 31.5.2015

John Skoog, Förår, 2012, 4K to HD-video, 16 min © the artist and Pilar Corrias Gallery

 

 

Das MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main erhält von der Baloise Group eine Schenkung über drei Werke des schwedischen Künstlers John Skoog für seine Sammlung. Skoog ist der Preisträger des renommierten Baloise Kunst-Preises, der seit 1999 jedes Jahr jungen Künstlerinnen und Künstlern verliehen wird. In diesem Rahmen werden die Arbeiten des Preisträgers in einer Ausstellung im MMK Museum für Moderne Kunst präsentiert und ein Ankauf für die Museumssammlungen finanziert. „In mehrfacher Hinsicht ist dieses Modell der Kooperation eine fruchtbare Win-Win-Situation. Der Künstler erhält eine Einzelausstellung in einem renommierten Museum, und das Museum kann seine Sammlung um eine bedeutende zeitgenössische Position erweitern“, sagt MMK Direktorin Dr. Susanne Gaensheimer.

 

John Skoog, Förår, 2012, 4K to HD-video, 16 min © the artist and Pilar Corrias Gallery

 

Der Absolvent der Städelschule John Skoog (*1985 in Malmö, Schweden) wurde für seine Videoinstallation „Reduit (Redoubt)“ aus dem Jahr 2014 ausgezeichnet, die im MMK 1 in einer raumgreifenden Installation zu sehen ist. John Skoogs filmische Arbeiten verbinden dokumentarische Recherche und präzise Realitätsbeobachtung mit subtiler Poesie. Der im MMK 1 präsentierte Film „Reduit (Redoubt)“ kreist um ein Relikt aus der Zeit des Kalten Krieges in Schweden: Zu sehen ist ein verfallenes Gebäude, das Skoog mit seiner Kamera in Nahsicht abtastet und erkundet. Der im Zentrum des Films stehende Bunker nahe einer schwedischen Kleinstadt wurde von einer Privatperson zum Schutz der Bevölkerung errichtet. Alarmiert durch staatliche Broschüren zur drohenden Kriegsgefahr begann Karl-Göran Persson sein kleines Bauernhaus im Süden Schwedens mit Zement und gefundenen Materialien zu einem Schutzbunker für sich und seine Nachbarn auszubauen. Skoog kombiniert das filmische Material mit einer Collage von Stimmen, indem er die Bilder um die kollektive Erinnerung der Nachbarn erweitert.

In der Ausstellung bildet dieses Werk mit zwei weiteren Filmen „Sent på Jorden“ (Spät auf Erden) von 2011 und „Förår" von 2012 eine Trilogie. Neben der Geschichte der bäuerlichen Festung spielt der Wechsel der Jahreszeiten als Rahmenthema einer ländlichen Gesellschaft und ihrer jugendlichen Protagonisten im Aufbruch eine zentrale Rolle.

 

Auf Wunsch des Künstlers wird eine Arbeit der amerikanischen Künstlerin Laurie Parsons aus der Sammlung des MMK in die Ausstellung integriert. „Pieces" aus dem Jahr 1989 besteht aus einer Vielzahl gefundener Materialien, die unmittelbar auf dem Boden verteilt werden. In der Geste, gesammelte Überreste zu einem Werk zu verbinden, finden sich Parallelen im Werk von John Skoog, insbesondere in „Reduit (Redoubt)". Des weiteren ist in der Ausstellung eine Fotografie zu sehen, die als Künstlerschenkung in die Sammlung des MMK übergeht.

 

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in deutscher Sprache: 136 Seiten, zahlreiche Abb. Mit einem Vorwort von Susanne Gaensheimer und Karola Kraus (Direktorin mumok) Autoren: Klaus Görner (Kurator MMK), Rainer Fuchs (Kurator mumok) Hg. MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main und mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien,

mumok Verkaufspreis: 19,95 Euro

Die Ausstellung wird gefördert von der Baloise Group.

 

MMK, Museum für Moderne Kunst, Domstraße 10, Frankfurt am Main

 

 

 

 

28.03.2015 - 02.05.2015
Seit den 1950er Jahren fotografiert Antanas Sutkus, der meist prämierte Fotograf Litauens, die Menschen seines Landes. Seine Arbeiten gelten als fotografischer Rechenschaftsbericht über eine soziale, politische und künstlerische Epoche seiner Zeit. Ausgestellt werden sie in der Galerie STP bis 2. Mai 2015
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Antanas Sutkus - People’s Diary
Seit den 1950er Jahren fotografiert Antanas Sutkus, der meist prämierte Fotograf Litauens, die Menschen seines Landes. Seine Arbeiten gelten als fotografischer Rechenschaftsbericht über eine soziale, politische und künstlerische Epoche seiner Zeit. Ausgestellt werden sie in der Galerie STP bis 2. Mai 2015

 

 Kalvarijy Street, Hangover Morning, Vilnius, 1968

 

Die künstlerische Fotografie in der ehemaligen Sowjetunion am Ende der 1960er Jahre wurde durch Antanas Sutkus bewegende und realitätsnahe Fotografien stark beeinflusst. Eine große Rolle spielte auch seine charismatische Persönlichkeit. Er hat eine rege Ausstellungstätigkeit entwickelt und die litauische Fotografie bekannter gemacht. Mit seinem eigenen Werk geht er auf eine ungewöhnlich offene Art um. Er hat an Hunderten Ausstellungsplätzen seine Fotografien gezeigt – nicht nur in Museen und Galerien, sondern auch in Ministerien, Fabriken, und Schulen.

Antanas Sutkus wurde 1939 in Kluoniskiai in Litauen geboren. Zwischen 1958 und 1964 studiert er Journalistik an der Universität in Vilnius. 1960-62 arbeitete er für die Zeitschrift „Literatura ir menas“ (Literatur und Kunst) und war 1969 einer der Gründer der litauischen Gesellschaft für Fotografie, die er lange Zeit leitete. Seit 1996 ist er Präsident der neu entstandenen Gesellschaft Litauischer Kunstfotografen.

 

 

Toys, Vilnius, 1965

 

In den 1950er Jahren begann Sutkus die Menschen seines Landes zu fotografieren. Sein Ziel war und ist, die wertvollen Augenblicke festzuhalten, die sich ihm im Anblick von Natur und Menschen bieten. Die Grenzen zwischen „informativer“ und „künstlerischer“ Fotografie sind dabei  fließend. Nicht die pure Dokumentation fasziniert ihn, sondern das innerste Wesen des Menschen mit all seinen Freuden, Einsamkeit, Leiden, und Mitgefühl. Kinder und Jugendliche, der „durchschnittliche“ Mensch, sind seine bevorzugten Themen.

 

 

Mother's Hand, Vilnius, 1966

 

Mit seinen 76 Jahren ist Sutkus einer der meist prämierten Fotografen des Landes. Für die Aufarbeitung seines 700 000 - 850 000 Negative umfassenden Archivs erhielt er 2001 ein Hasselblad-Stipendium. Seit den 1980er Jahren wurde für Sutkus die Arbeit im eigenen Archiv immer wichtiger. Er untersucht dabei das eigene und das kollektive Gedächtnis, um über Bilder die Vergangenheit zu rekonstruieren. Manches, was früher nebensächlich erschien, erhält mit dem historischen Abstand eine neue, bis dahin ungeahnte Dimension.

 

Galerie STP, Lange Straße 21, Greifswald

28.03.2015 - 13.09.2015
Fotoausstellung Bonn . Karl Lagerfeld gehört zu den berühmtesten Modedesignern der Welt und ist eine Ikone des Zeitgeists. Mit der Ausstellung beleuchtet die Bundeskunsthalle umfassend den Modekosmos von Karl Lagerfeld und zeigt damit ein Kapitel der Modegeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts. Bis 13.9.2015
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Karl Lagerfeld - Modemethode
Fotoausstellung Bonn . Karl Lagerfeld gehört zu den berühmtesten Modedesignern der Welt und ist eine Ikone des Zeitgeists. Mit der Ausstellung beleuchtet die Bundeskunsthalle umfassend den Modekosmos von Karl Lagerfeld und zeigt damit ein Kapitel der Modegeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts. Bis 13.9.2015

 

 Chanel Haute Couture, Frühling/Sommer 2009. Foto © Karl Lagerfeld

 

Karl Lagerfeld ist mehr als einer der weltberühmtesten Modedesigner. Über eine Zeitspanne von 60 Jahren – von 1955 bis heute – war er stilprägend für so manche Strömung der jeweiligen Zeit. Lagerfeld arbeitet seit Beginn seiner Karriere für Luxusmodehäuser wie Balmain, Patou, Fendi, Chlo, Karl Lagerfeld und Chanel. Seit 1983 ist er künstlerischer Direktor und Chefdesigner von Chanel. Für das italienische Modehaus Fendi entwirft Karl Lagerfeld bereits seit 1965 regelmig zwei, neuerdings vier Kollektionen pro Jahr, ohne von der Firma Karl Lagerfeld zu sprechen.

 

 

 Chanel Haute Couture, Herbst/Winter 2010/2011. Foto © Karl Lagerfeld

 

Karl Lagerfeld hat Klassiker wie das Chanel-Kostüm durch unkonventionelles Design der Zeit angepasst und hat sich bereits früh neben der Haute Couture dem jüngeren Prêt à porter zu gewandt. Dort sah er in den frühen 1960er Jahren die eigentliche Zukunft der Mode, die tragbarer werden sollte: „Mode ist erst Mode, wenn sie auf die Strasse geht“, ist seine Meinung. Neben seinen Entwrfen für Kleider und Kostme kreiert der Designer auerdem Accessoires aller Art, die er auf seine Kollektionen abstimmt. 2004 ist er der erste namhafte Designer, der für das schwedische Textilunternehmen H&M eine exklusive Linie entwirft – ein Erfolgskonzept, das die Firma daraufhin mit Modeschpfern wie Stella McCartney, Comme des Garons oder Versace fortsetzt.

 

 

 

Chanel Ready-to-Wear, Frühling/Sommer 2011 Foto © Karl Lagerfeld

 

 

Die „Modemethode“, das Prinzip von Karl Lagerfeld, ist eine Gesamtkonzeption: Von den ersten Entwurfsskizzen bis zum fertigen Kleidungsstck, von den Accessoires ber die Architekturkulisse und Musik der Modenschau bis zu den Fotos und dem Grafik-Design für Presse, Werbung, Katalog und Schaufensterdekoration entstammt jedes Detail demKopf und der Hand des Designers selbst.

 

Karl Lagerfeld, Selbstporträt 2013 © Karl Lagerfeld

 

 

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Friedrich Ebert-Allee 4, Bonn

 

27.03.2015 - 28.06.2015
Fotoausstellung München . Vor allem gesellschaftliche Außenseiter sind es die den schwedischen Fotografen Anders Petersen zu seinen Motiven animieren. Die von Dr. Ulrich Pohlmann kuratierte Ausstellung zeigt Originalaufnahmen aus sämtlichen Werkphasen ebenso wie die rund 30 Bücher, die von Anders Petersen veröffentlicht wurden. Vom 27.3. bis 28.6.2015
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Anders Petersen - Retrospektive
Fotoausstellung München . Vor allem gesellschaftliche Außenseiter sind es die den schwedischen Fotografen Anders Petersen zu seinen Motiven animieren. Die von Dr. Ulrich Pohlmann kuratierte Ausstellung zeigt Originalaufnahmen aus sämtlichen Werkphasen ebenso wie die rund 30 Bücher, die von Anders Petersen veröffentlicht wurden. Vom 27.3. bis 28.6.2015

 

Close Distance, 2002 © Anders Petersen / Courtesy Galerie Vu

 

 

Der schwedische Fotograf Anders Petersen, 1944 in Stockholm geboren, gehört zu den international einflussreichsten Fotografen seiner Generation. Auf der renommierten Fotoschule von Christer Strömholm zwischen 1966 und 1968 ausgebildet, arbeitete Petersen anfangs bildjournalistisch für schwedische Zeitschriften und Zeitungen. Sein besonderes Interesse gilt seitdem dem Milieu von gesellschaftlichen Außenseitern. In Animierlokalen, Gefängnissen, psychiatrischen Anstalten oder Pflegeheimen sucht Anders Petersen seine Themen und beschäftigt sich in eindringlichen Schwarzweiß-Bildessays mit den sozial Vereinsamten und ihren Lebensverhältnissen.

Berühmt wurde Petersen durch seine Portraitaufnahmen von Prostituierten, Obdachlosen und anderen von der Gesellschaft verstoßenen Menschen, die im Café Lehmitz, einer Kneipe an der Hamburger Reeperbahn, Zuflucht und eine temporäre Heimat gefunden hatten. Diese Aufnahmen, Ende der 1960er Jahre entstanden, spiegeln ein Lebensgefühl jenseits gesellschaftlicher Normen wider, geformt vom offenen Umgang mit Sexualität, Liebe und Gewalt. Bald nach einer Ausstellung der Fotos auf dem internationalen Fotofestival in Arles 1977 erschien der Bildband „Café Lehmitz“ im Münchner Schirmer/Mosel Verlag und erhielt in der Folgezeit den Status eines Kultbuches. Das Titelbild des Buches entdeckte der Musiker Tom Waits 1985 als Cover für seine Schallplatte „Rain Dogs“.

 

From back Home, 2009 © Anders Petersen / Courtesy Galerie Vu

 

Paris, 2006 © Anders Petersen / Courtesy Galerie Vu

 

Die Aufnahmen aus „Café Lehmitz“ wie auch Petersens nachfolgende Projekte von „City Diary“ bis zu „To Belong“ sind autobiografisch geprägt. „Ein Bildnis“, so Anders Petersen 2013, „das bedeutet auch, dass es nicht nur den Anderen sondern möglichst einen selbst darstellt, also ein Selbstbildnis ist. Das ist interessant, jedenfalls für mich.“ Ohne die besondere Neugier und Fähigkeit des Fotografen, sich auf die Menschen und auch schwierige Situationen einzulassen, sind viele Bilder nicht verständlich. „Ich suche eine Beziehung zu den Menschen, die ich fotografiere. Und das hat viel zu tun mit dem Verlangen, den Träumen, den Geheimnissen.Vielleicht auch mit unseren Alpträumen und Ängsten.“ (Gespräch von Anders Petersen mit Christian Caujolle, Paris 2013)

Viele Motive verströmen eine rastlose Lebensenergie. In ihrer pointierten Schwarzweiß-Ästhetik, der Bildsprache einer existentiellen Bedrängtheit, fühlt sich Petersen den Arbeiten des Niederländers Ed van der Elsken, des Japaners Daido Moriyama oder des Franzosen Antoine d'Agata künstlerisch nahe. Diese Fotografen gehen wie Petersen mit hoher Risikobereitschaft an die persönlichen Grenzen des Erlebbaren. Ungeachtet der drastischen Einblicke in die raue Wirklichkeit verfügen viele Aufnahmen von Anders Petersen über einen lyrischen, häufig melancholischen Klang. Der schwedische Fotograf versteht sich als ein Erzähler von Geschichten, die andere, meist verborgene oder unterdrückte Seiten der menschlichen Existenz sichtbar machen wollen. Wie kaum einen anderen Fotografen bewegt Anders Petersen dieses Interesse an existentiellen Fragestellungen und er dokumentiert das menschliche Verhalten aus einer zutiefst humanistischen Einstellung. „Für mich geht es beim Moment des Fotografierens auch um eine Nähe zu mir selbst. Um den Versuch, die Wirklichkeit zu erleben, anstatt sie lediglich darzustellen, und in diesem Erleben möglichst präsent zu sein. Manchmal ist es ein Glücksfall, man hebt dieKamera, und das Leben springt hinein wie ein Kaninchen. Alles wird bis zum Äußersten getrieben.“ In den letzten Jahren legt Anders Petersen seine Bilder in Form von Tagebüchern an, die am sozialen Leben anderer teilnehmen, ihre Höhen und Tiefen dokumentieren, Aggressionen und Sehnsüchte ausloten. Es ist die fortlaufend geschriebene Chronik von täglichen Begegnungen des Fotografen, manchmal direkt und schonungslos, aber nie ohne Empathie gesehen.

 

Stockholm, 200 © Anders Petersen / Courtesy Galerie Vu

 

Bis heute hat Anders Petersen circa 30 Bücher veröffentlicht, die in der Ausstellung zu sehen sind. Es werden etwa 400 Originalaufnahmen aus sämtlichen Werkphasen, sowie der Dokumentarfilm „A Film about with Anders Petersen“ (52 Minuten) gezeigt, den sein Freund, der schwedische Fotograf JH Engström 2006 in Zusammenarbeit mit Petersen realisierte.

Zur Ausstellung ist im Schirmer/Mosel Verlag München die Monografie Anders Petersen mit Texten von Urs Stahel und Hasse Persson (386 Seiten) erschienen, die an der Museumskasse und im Museumsladen für 49,80 € erhältlich ist.

Die Ausstellung wurde in Kooperation mit der Bibliothèque nationale de France, dem Fotografiska Museet in Stockholm und der Galerie Vu' in Paris realisiert.

Kurator der Ausstellung: Dr. Ulrich Pohlmann

 

Münchner Stadtmuseum, St.-Jakob-Platz 1, München

 

27.03.2015 - 16.05.2015
Fotoausstellung Salzburg . Atemberaubende Bilder seiner Heimat aus der Vogelperspektive sind dem polnischen Fotografen Kacper Kowalski gelungen. Ausgestellt werden seine Fotografien in der Leica Galerie, wo auch der gleichnamige Bildband sowie limitierte Bilder von Kacper Kowalski erworben werden können. Bis 16.5.2015
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Kacper Kowalski - Side Effects
Fotoausstellung Salzburg . Atemberaubende Bilder seiner Heimat aus der Vogelperspektive sind dem polnischen Fotografen Kacper Kowalski gelungen. Ausgestellt werden seine Fotografien in der Leica Galerie, wo auch der gleichnamige Bildband sowie limitierte Bilder von Kacper Kowalski erworben werden können. Bis 16.5.2015

 

Manchmal muss man nur seine Perspektive ändern um etwas Altbekanntes in ein neues, unbekanntes Licht zu tauchen...So ist das mit den Bilder des Fotografen Kacper Kowalski, der 1977 in Danzig, Polen, geboren wurde. Nach seinem Studium der Architektur arbeitete er vier Jahre lang in dieser Branche bevor er beschloss seinem Leben einen Wandel zu unterziehen. Zwei seiner größten Leidenschaften „Flying & Photography“ rückten immer mehr in seinen Fokus.
 

 

 


Als Pilot macht Kacper Kowalski unverwechselbare Aufnahmen der Natur und der urbanen Landschaft Polens. Aus der Vogelperspektive werden  seine Motive aus ihrem ursprünglichen Kontext genommen. Es entstehen teils abstrakte, teils grafisch anmutende aber immer atemberaubende Bilder seiner Heimat.
Die Einflüsse seines Studiums der Architektur spiegeln sich in seinen Fotografien gekonnt wieder. So werden Bilder, die auch Naturkatastrophen oder Umweltverschmutzungen dokumentieren, von den Betrachtern als ästhetisch und „Schön“ wahrgenommen.

 


 
Für seine Fotografien erhielt Kowalski zahlreiche Auszeichnungen u.A.  den World Press Photo Award (2009, 2014, 2015), Picture of the Year International, The Best of Photojournalism Award, Sony World Photography und den Leica Oscar Barnack Award (2011).
Kacper Kowalskilebt und arbeitet mit seiner Frau und zwei Kindern in Gdynia, Polen.
 
Sein erster Fotoband „Side Effects“ wurde 2014 veröffentlicht. Der signierte Bildband kann in der Leica Galerie Salzburg käuflich erworben werden. Am Abend der Eröffnung nimmt sich der Künstler gerne Zeit für eine persönliche Widmung.
 
Die Bilder der Ausstellung sind in einer limitierten Auflage über die Leica Galerie Salzburg erhältlich.

 

Leica Galerie Salzburg, Gaisbergstraße, Salzburg

 

 

 


 

27.03.2015 - 21.06.2015
Fotoausstellung Ulm . Was die zerstörerische Macht eines Hurricanes aus einem Fotoschatz machen kann, das zeigt die Ausstellung „ The Destructive Art of Hurricane Sandy“ im Stadthaus Ulm. Das Archiv des Fotografen Randy G. Taylor, das rund 30.000 Fotos, Negative und Dias umfasste, war zerstört, aber wie ein Phönix aus der Asche hat der Fotograf daraus Neues entstehen lassen. Bis 21.6.2015
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The Destructive Art of Hurricane Sandy
Fotoausstellung Ulm . Was die zerstörerische Macht eines Hurricanes aus einem Fotoschatz machen kann, das zeigt die Ausstellung „ The Destructive Art of Hurricane Sandy“ im Stadthaus Ulm. Das Archiv des Fotografen Randy G. Taylor, das rund 30.000 Fotos, Negative und Dias umfasste, war zerstört, aber wie ein Phönix aus der Asche hat der Fotograf daraus Neues entstehen lassen. Bis 21.6.2015

Links: Fidel Castro bei seiner Rede zum 25. Jahrestags er Invasion in der Schweinebucht. Rechts: Russin in rot. Dieses Bild zeigt käferartige Schmimmelpilze, die zuerst die dunklen Bereicht dieses Filmtyps zerstörten. © Randy G. Taylor

 

Seit über 40 Jahren arbeitet Randy G. Taylor als Fotograf. 1978 arbeitete der damals 22-jährige für Associated Press in Paris, wo er die Schießerei vor der irakischen Botschaft einfing – was ihm beinahe eine Nominierung für den Pulitzer Preis einbrachte. Zahlreiche internationale Firmen haben ihn als Fotografen gebucht und in einer schier endlosen Liste namhafter Publikationen sind seine Fotos abgedruckt.

 

I.K.H. Lady Diana begrüßt bei ihrer Reise nach Palm Beach, Florida, mit S.K.H. Prinz Charles Gratulanten
auf dem Flughafen © Randy G. Taylor

 

 

Randy G. Taylor lagerte seine Fotos, Dias und Negative – die Belege seiner gesamten Karriere – in einem sicheren Depot in New York, in dem er auch die Familienalben mehrerer Generationen aufbewahrte. Ordentlich in Schränken, teilweise zusätzlich in Plastiktüten und -boxen verpackt. Und dann tobte im Oktober 2012 der Wirbelsturm Sandy über New York und flutete das Archiv. Als Taylor Wochen später endlich in seinen im Keller gelegenen Lagerraum durfte – den er nur mit Atemschutzmaske und Ganzkörperanzug betrat – war es eigentlich zu spät: Schimmel, Dreck und Bakterien überzogen jedes einzelne der 30.000 Fotos, Negative und Dias, die bereits begonnen hatten, sich aufzulösen. Durch die Feuchtigkeit waren die Fotos und die Papprahmen der Dias zudem so stark aufgequollen, dass ein Öffnen der Lagerschränke unmöglich war. Taylor musste mit einem Hammer eine etwa vier Zentimeter dicke Schicht seiner Arbeit selbst zerstören, um an den Rest überhaupt heranzukommen.

 

Ein französischer Polizist  erschießt einen Wächter der irakischen Botschaft, der kurz zuvor einen anderen Polizisten erschossen hatte. Paris, 1978 © Randy G. Taylor

 

Doch als Randy Taylor in den Trümmern seiner Karriere stocherte, bemerkte er auf einmal, dass die Zerstörung teils ganz unerwartete Folgen gehabt hatte. Er entdeckte eine Ästhetik und Schönheit, die er unter dem Schmutz niemals erwartet hätte.

Von einem Auswahlprozess bei der „Rettung“ der Bilder kann nicht gesprochen werden. Eher von einer Triage, wie man sie bei Naturkatastrophen oder auf dem Schlachtfeld anwendet: Was kann noch gerettet werden, was nicht? Wo noch Hoffnung besteht, taucht Taylor das Material in 99-prozentigen Reinigungsalkohol, was den Schimmel abtötet, die Trocknung beschleunigt und so den Zerstörungsprozess verlangsamt oder anhält. Wo es schnell gehen muss, werden so ganze Bögen mit Negativen und Dias behandelt. Das Ergebnis der Prozedur ist unberechenbar: Unschärfe, Risse und Farbveränderungen zählen zu den üblichen Effekten. Kodachrome zum Beispiel verliert zuerst die Farbe rot und wird blau, wohingegen Ektachrome ins Rot tendiert. Bis heute ist Taylor damit beschäftigt, die vor über zwei Jahren beschädigten Motive zu sichten und zu digitalisieren. Sein Fazit: Weniger als 1% der ursprünglich 30.000 Bilder sind noch "brauchbar".  

 

Liberty Die Silhouette der Freiheitsstatue vor den Zwillingstüren des World Trade Center, Jahre bevor diese nach den Anschlägen im September 2011 einstürtzen. © Randy G. Taylor

 

Die Ausstellung, zusammengestellt von Randy Taylor und Stadthauskurator Tommi Brem, zeigt einen Ausschnitt des geretteten Materials und dokumentiert die ungewöhnliche Kollaboration zwischen Fotograf und Naturgewalt.

 

Projektleitung: Tommi Brem

Stadthaus Ulm, Münsterplatz 50, Ulm

 

26.03.2015 - 30.04.2015
Fotoausstellung Hamburg . Südafrika, ein ihm bis dahin unbekanntes Land erkundete Per-Anders Pettersson mit der Kamera in der Zeit nach den ersten freien Wahlen 1994. Der schwedische Fotograf entdeckte ein buntes Spektrum von Völkern, Kulturen und Religionen. 26. März bis 30. April 2015
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Per-Anders Pettersson – Rainbow Transit
Fotoausstellung Hamburg . Südafrika, ein ihm bis dahin unbekanntes Land erkundete Per-Anders Pettersson mit der Kamera in der Zeit nach den ersten freien Wahlen 1994. Der schwedische Fotograf entdeckte ein buntes Spektrum von Völkern, Kulturen und Religionen. 26. März bis 30. April 2015

  Rund 35 Kilometer außerhalb von Kapstadt liegt das Township Khayelitsha, eines der ärmsten Südafrikas.

 

Es war sicher einer der bedeutendsten politischen und gesellschaftlichen Ereignisse der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als in dem ehemaligen Apartheidstaat Südafrikas die ersten freien Wahlen stattfanden und Nelson Mandela zum ersten schwarzen Präsidenten des Landes gewählt wurde. Kein leichter Weg der sich für das Land am Kap der Guten Hoffnung in den nächsten Jahren und auch noch bis heute auftat.

 

 Afrikanische Kinder in traditioneller Kleidung.

 

 

Das Township Khayelitsha wurde 1984 gegründet.

 

Per-Anders Pettersson wurde 1994 Zeuge des historischen Moments und war Pettersson, fasziniert von dem ihm bis dahin unbekannten Land. Der Schwede entdeckte ein faszinierendes Gemisch von Völkern, Kulturen und Religionen, für das der Erzbischof und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu den Begriff »Regenbogennation« prägte. Bis heute ist das Zusammenleben von schwarzer und weißer, armer und reicher Bevölkerung in Südafrika nicht frei von Konflikten. Die politischen Hoffnungen haben sich längst nicht für alle Schichten erfüllt. Pettersson geht es um die nuancierte Darstellung eines Landes, das zu neuer Freiheit gefunden hat, aber auch mit wachsenden Problemen kämpft: steigende Kriminalität, Krankheit, Armut, Arbeitslosigkeit und Korruption. Der Fotograf bietet in seinem Langzeitprojekt einen vielschichtigen Ansatz: er entdeckt eine neue schwarze Mittelschicht, die sich in Clubs in Johannesburg amüsiert. Er porträtiert religiöse Farmer in Dörfern, in denen nur Menschen mit weißer Hautfarbe geduldet sind, zeigt Mitglieder des Xhosa-Stammes bei der Ausführung ihrer Rituale und dokumentiert das Leben der Ärmsten in den Townships. »Rainbow Transit« zeichnet in spannender Weise die Entwicklung eines Landes und veranschaulicht dessen Vielfalt und Widersprüchlichkeit.
 

 

Noluyanda im Township Khayelitsha ist eines der rund 200 Kinder die an einem Projekt teilnimmt,
das unterprivilegierten Kinder Ballett ermöglichen soll.

 

Nach einem Wirtschaftsstudium begann Petterso, der 1967 geboren wurde, seine fotografische Laufbahn bei einer lokalen Zeitung. 1990 zog er von Schweden nach New York und arbeitet heute für rgelmäßig für Magazine wie Stern, Gewo Time udn Newsweek. Er hat schon zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten wie unter anderem World Press Photo und wurde schon weltweit in Museen , Galerie und auf Fotofestivals ausgestellt.

 

FREELENS Galerie, Steinhöft 5, Hamburg

 

25.03.2015 - 31.05.2015
Ausstellung Hamburg . „I, Too Wondered Wether I Could Not Sell Something And Succeed In Life“ unter diesem seltsam anmutenden Titel stellt der Kunstverein in Hamburg die Arbeit von zehn jungen KünstlerInnen vor, die das Hamburger Arbeitstipendien für bildende Kunst bekommen haben. Bis 21.5.2015
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Hamburger Arbeitsstipendien für Bildende Kunst
Ausstellung Hamburg . „I, Too Wondered Wether I Could Not Sell Something And Succeed In Life“ unter diesem seltsam anmutenden Titel stellt der Kunstverein in Hamburg die Arbeit von zehn jungen KünstlerInnen vor, die das Hamburger Arbeitstipendien für bildende Kunst bekommen haben. Bis 21.5.2015

 

Lara Steinemann, »Ballon«, 2014, LightJet C-type print, 130 x 190 cm, Courtesy of the artist. Fotografie

 

Katja Aufleger, Christoph Blawert, Oliver Bulas, Anna Lena Grau, Niklas Hausser, Christin Kaiser, Joscha Schell, Verena Schöttmer, Lara Steinemann und Benjamin Yavuzsoy zeigen im Kunstverein in zehn aufeinander folgenden, wöchentlich wechselnden Einzelausstellungen ihre Arbeiten.

 

 Benjamin Yavuzsoy, »Der Blumenbote«, 2014, Videostill, 2'30'', Full HD, Courtesy of the artist. Video

 

 

-     Eines Tages, im Jahr 1964, nimmt Marcel Broodthaers fünfzig Exemplare seines zuletzt erschienenen Gedichtbandes „Pense-Bête“, stapelt sie, gipst sie zur Hälfte ein und stellt sie als Bildhauerarbeit vor. Der Dichter beschließt, von nun an bildender Künstler zu sein. In der Einladung zur Ausstellung ist zu lesen: „Auch ich habe mich gefragt, ob ich nicht etwas verkaufen und im Leben Erfolg haben könnte.“

Es ist der Moment des Eintritts in eine neue Welt, deren Spielregeln er noch nicht kennt. An das Reale kommt aber nur heran, wer von der Fiktion ausgeht. Die ungewisse Reise dient ihm als Fluchtlinie im harten Handel der Ökonomie, dem jede (künstlerische) Produktion unterliegt, adressiert sie doch den Markt des Geldes, dem sich jeder junge Künstler ausgesetzt fühlt. Traumwandlerisch wechselt Marcel Broodthaers zwischen den Welten und Sprachen hin und her, um seinen eigenen Weg zu finden. Seine Position ist dabei immer eine der Annahme, des Wagnisses und des Vorstoßes zu fremden Ufern – bis hin zum Verschwinden. –

Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht. Um diese Vorgabe ranken sich die Arbeiten der jungen Künstler, die sich mit vollkommen unterschiedlichen Mitteln und Ideen dem Thema gewidmet haben. Ob die künstlerische Übersetzung gelungen ist – wer weiß.

 

 

Verena Schöttmer,  »Morani u. Objekt Unbekannt«, 2014, Tintenstrahldruck auf Aquarellpapier, Schellack, 126 cm x 63 cm, Foto: André Giesemann, Courtesy of the artist.

 

 

Kuratiert von Bettina Steinbrügge und Nadine Droste. Zur Ausstellungsfolge erscheint eine Publikation. In Kooperation mit der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg.

Kunstverein Hamburg, Klosterwall 23, Hamburg

 

 

22.03.2015 - 31.05.2015
Im letzten Jahr erhielt der slowakische Fotograf Martin Kollar für sein Projekt „Field Trip“ den renommierten Leica Oskar Barnack Preis. Jetzt zeigt ZEPHYR – Raum für Fotografie die erste Einzelausstellung des slowakischen Fotografen Martin Kollar in Deutschland. 22.3. – 31.5.2015
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Martin Kollar – Field Trip
Im letzten Jahr erhielt der slowakische Fotograf Martin Kollar für sein Projekt „Field Trip“ den renommierten Leica Oskar Barnack Preis. Jetzt zeigt ZEPHYR – Raum für Fotografie die erste Einzelausstellung des slowakischen Fotografen Martin Kollar in Deutschland. 22.3. – 31.5.2015

 

Aus der Serie "Field Trip" (2009-2011) © Martin Kollar
 

 

Zwischen November 2009 und Januar 2011 lebte und arbeitete Martin Kollar immer wieder über längere Zeiträume in Israel. Die dabei entstandenen Aufnahmen bilden eine starke, oft humorvolle aber auch komplexe Fotoreportage über die vermutlich meist umstrittene Region der Gegenwart. Der Titel „Field Trip“ bezieht sich eng auf seine persönliche Annäherung an das Land: Kollar beobachtet, versucht dabei aber weder zu urteilen noch Lösungen anzubieten.

In rätselhaften Bildern gewährt der Fotograf ungeahnte neue Perspektiven auf das Land Israel. Unter anderem suchte er Orte auf, die selbst der israelischen Zivilbevölkerung nicht ohne weiteres zugänglich sind: militärische Übungsplätze, Forschungsstationen oder wissenschaftliche Institute. In diesen Aufnahmen zeigt Kollar eine Gesellschaft, die sich aktiv auf mögliche Zukunftsszenarien vorbereitet. Ohne Hintergrundwissen wirken die Motive jedoch wie Kulissen eines Science-Fiction-Films. Die im weißen Licht fotografierten Bilder scheinen sich stets zwischen Wirklichkeit und Fiktion zu bewegen. Dabei geht von den Bildern ein leises, schwer zu beschreibendes und subtiles Unbehagen aus.

 

 Aus der Serie "Field Trip" (2009-2011) © Martin Kollar

 

 

Aus der Serie "Field Trip" (2009-2011) © Martin Kollar 

 

 „Field Trip“ entstand im Rahmen des internationalen Großprojekts „This Place“, das von dem französischen Fotografen Frédéric Brenner initiiert wurde. Neben Kollar hat er weitere Fotografen nach Israel und in die palästinensischen Gebiete des Westjordanlands eingeladen, um die Komplexität der Region mit einem frischen Blick zu erkunden. So beteiligten sich zwischen 2009 und 2014 neben Frédéric Brenner auch Wendy Ewald, Josef Koudelka, Jungjin Lee, Gilles Peress, Fazal Sheikh, Stephen Shore, Rosalind Fox Solomon, Thomas Struth, Jeff Wall und Nick Waplington. 

Martin Kollar wurde 1971 in Zilina, Tschechoslowakei (heute Slowakische Republik) geboren. Seit Abschluss seines Studiums an der Akademie der darstellenden Künste in Bratislava arbeitet er als freischaffender Fotograf und Kameramann. Er hat zahlreiche bedeutende Fotografie-Preise gewonnen und ist für den diesjährigen Prix Elysée nominiert.

 

Mit rund 70 Werken ist die Ausstellung im Zephyr Raum für Fotografie die bisher umfassendste Präsentation des Projekts.

 

Zephyr Raum für Fotografie, C. 4.9, Mannheim 

 

21.03.2015 - 23.04.2015
Fotoausstellung Flensburg . Einfach schön – das ist wohl das was bei den Bildern von Heiko Westphalen ins Auge fällt. Auf den zweiten Blick rätselt man ob es ein Foto- oder doch Malerei- oder Druckgrafik ist, die einen faszinieren. Ausgestellt werden die Fotografien bei NodernArt vom 21.3. bis 23.4.2015
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Heiko Westphalen - Die besondere Fotografie
Fotoausstellung Flensburg . Einfach schön – das ist wohl das was bei den Bildern von Heiko Westphalen ins Auge fällt. Auf den zweiten Blick rätselt man ob es ein Foto- oder doch Malerei- oder Druckgrafik ist, die einen faszinieren. Ausgestellt werden die Fotografien bei NodernArt vom 21.3. bis 23.4.2015

 

 

Flensburger Hafenidylle

 

In den Arbeiten von Heiko Westphalen kommen eine Vielzahl von Komponenten zusammen. Nicht die bloße  Abbildung der „Alltagswelt“ ist sein Ziel, sondern er interpretiert und verfremdet seine Motive. Die grundlegenden Elemente sind Farbe und Struktur. Oft bekommen einzelne Bereiche im Bild eine intensive Farbigkeit - Westphalen setzt Akzente mit starken Komplementärkontrasten. Ein weiteres Element der Verfremdung ist die starke Strukturierung der Bildoberfläche. Sie scheint von zahllosen Kratzern durchkreuzt, richtungslos, scheinbar wahllos -ohne jedoch die innere Klarheit und Ordnung im Bild zu zerstören.

 

 

Marineschule Flensburg

 

Kite Power

 

Schloss Glücksburg

 

 

Heiko Westphalen, 1958 geboren, hat sich sein Leben lang für Fotografie begeistert. Während seiner Zeit in Berlin hat ihn die damals noch geteilte Stadt zahlreiche spannende Motive für seine Fotokunst geboten. Auf seinen Reisen, die ihn unter anderem nach Indien und Südamerika führten, standen vor allem die Menschen und ihr Alltagsleben im Fokus seiner künstlerischen Arbeit.
„Als „Jünger Gutenbergs“ hat Heiko Westphalen das grafische Gewerbe von der Pieke auf gelernt. Mehr als 35 Jahre lang hat er in den verschiedensten Sparten des grafischen Gewerbes gearbeitet. Ein Schwerpunkt seiner beruflichen Tätigkeit blieb auch nach einer beruflichen Neuorientierung die Druckerei und der daraus resultierende Umgang mit Bildmaterial“, berichtet Sönke Lundt, Kunsthistoriker und Journalist.

Seit 15 Jahren arbeitet Heiko Westphalen als Gruppenleiter im Spektrum bei der Mürwiker Werkstätten GmbH, einer Einrichtung für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen.

 

 

Obere Treenelandschaft

 

 NordernArt, Norderstraße 38, Flensburg

 

 

 

 

 

20.03.2015 - 05.07.2015
Fotoausstellung München . Seit 1975 treffen sich jedes Jahr die Brown Schwestern mit Nicholas Nixon der dann die vier in einem Gruppenbild porträtiert. Eine Familienchronik, die ein faszinierendes Zeitdokument geworden ist. Zum 40-jährige Jubiläum dieses Langzeitprojekts zeigt die Pinakothek der Moderne erstmals die vollständige Serie. 20.3. bis 5.7.2015
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Nicholas Nixon. The Brown Sisters 40 Jahre
Fotoausstellung München . Seit 1975 treffen sich jedes Jahr die Brown Schwestern mit Nicholas Nixon der dann die vier in einem Gruppenbild porträtiert. Eine Familienchronik, die ein faszinierendes Zeitdokument geworden ist. Zum 40-jährige Jubiläum dieses Langzeitprojekts zeigt die Pinakothek der Moderne erstmals die vollständige Serie. 20.3. bis 5.7.2015

 

Nicholas Nixon | The Brown Sisters | New Canaan, Connecticut | 1975 |
Silbergelatineabzug auf Barytpapier | 20,3 x 25,4 cm |
Leihgeber: Sammlung Hoppenstedt © Nicholas Nixon, courtesy Fraenkel Gallery, San Francisco

 

40 Jahre lang porträtierte der amerikanische Fotograf jedes Jahr seine Frau Bebe und ihre drei Schwestern in einem Gruppenbild in immer gleicher Aufstellung. Es entsteht ein spannender Bilderzyklus an dem sich der Lauf der Zeit festhalten lässt. Nichts weiß man vom Leben der Schwestern außer das was man in ihren Gesichtern und Gesten in den Bildern lesen kann. Nicholas Nixon hat sie immer in einem relativ begrenzten Ausschnitt aufgenommen, wenn auch mit wechselnden Hintergrund, der aber auch nichts näheres verrät Kaum Jemand der von den Spuren der Zeit in den Gesichtern der Schwestern und der in den Bildern sichtbaren Veränderung ihrer Personen und ihrer Beziehung zu einander nicht fasziniert wäre. Es ist gerade die Gleichförmigkeit der Motive, die Kleinigkeiten in Gesten und Ausdruck der Porträtierten besonders sichtbar macht.

 

Nicholas Nixon | The Brown Sisters | Truro, Massachusetts | 1984 |
Silbergelatineabzug auf Barytpapier | 20, 3 x 25,4 cm |
Leihgeber: Sammlung Hoppenstedt © Nicholas Nixon, courtesy Fraenkel Gallery, San Francisco

 

 

Nicholas Nixon | The Brown Sisters | Brookline, Massachusetts | 1999 |
Silbergelatineabzug auf Barytpapier | 20,3 x 25,4 cm |
Leihgeber: Sammlung Hoppenstedt © Nicholas Nixon, courtesy Fraenkel Gallery, San Francisco

 

 

Der amerikanische Fotograf Nicholas Nixon hat seine Aufnahmen immer mit einer Großbildkamera verwirklicht. Stehend und im Brustbild erfasst, seltener als Ganzfigur oder sitzend dargestellt, werden die Schwestern von einem eng begrenzten Bildausschnitt umfangen und blicken zumeist direkt in die Kamera. Über die Auswahl des jeweils gültigen Bildes – es entstehen immer mehrere Aufnahmen – entscheiden der Fotograf und seine Modelle zusammen.

Nicholas Nixon, 1947 geboren, lehrt bis heute Fotografie am Massachusetts College of Art and Design. Er zählt seit seiner Teilnahme an der stilprägenden Ausstellung »New Topographics: Photographs of a man­altered Landscape« im Jahr 1975 neben Robert Adams oder William Eggleston zu den einflussreichsten Fotografen seiner Generation. Einem formal strengen, sachlich dokumentarischen Stil verpflichtet galt sein Interesse zunächst Stadtansichten und Architekturaufnahmen wie den »Boston Views« (Sammlung Pinakothek der Moderne).  Seine als Serien konzipierten Werkreihen widmen sich neben der eigenen Familie vor allem sozial Benachteiligten und Kranken, bekannt wurde vor allem seine gleichermaßen sachliche wie einfühlsame Dokumentation von HIV­Infizierten. Nixon, der bereits 1976 eine erste Einzelausstellung im New Yorker Museum of Modern Art erhielt, wurde mit einer Vielzahl von Preisen und Stipendien wie dem Guggenheim Stipendium ausgezeichnet, seine Werke sind in den wichtigsten amerikanischen Museumssammlungen vertreten.

 

Nicholas Nixon | The Brown Sisters | Wellfleet, Massachusetts | 2014 |
Silbergelatineabzug auf Barytpapier | 20,3 x 25,4 cm |
Leihgeber: Sammlung Hoppenstedt © Nicholas Nixon, courtesy Fraenkel Gallery, San Francisco

 

Anlässlich des 40jährigen Jubiläums von »The Brown Sisters« zeigt die Pinakothek der Moderne erstmals die vollständige Serie. In einer Sonderedition erscheint die vom New Yorker Museum of Modern Art veröffentlichte Werkmonographie ergänzt durch ein deutschsprachiges Beiheft (€ 29,80, nur im Museumsshop erhältlich). Begleitend bietet ein vielfältiges Rahmenprogramm Lesungen, Expertengespräche, Workshops und Filme an.

 

Pinakothek der Moderne, Kunstareal, Barerstraße 29, München

 

19.03.2015 - 19.06.2015
Fotoausstellung Wien . Provokant und faszinierend, das sind die Bilder des chinesischen Künstlers Ren Hang der junge Frauen und Männer nackt in verschiedenen Umgebungen in unterschiedlichsten Posen fotografiert hat. Die Galerie OstLicht zeigt die europaweit umfangreichste Ausstellung des neuen Shootingstars. Bis 19.6.2015
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Ren Hang
Fotoausstellung Wien . Provokant und faszinierend, das sind die Bilder des chinesischen Künstlers Ren Hang der junge Frauen und Männer nackt in verschiedenen Umgebungen in unterschiedlichsten Posen fotografiert hat. Die Galerie OstLicht zeigt die europaweit umfangreichste Ausstellung des neuen Shootingstars. Bis 19.6.2015

 

© Ren Hang

 

 

Ästhetisch, humorvoll, poetisch und provokant sind die Fotografien des chinesischen Künstlers Ren Hang. Seine Bilder  erzählen von menschlichen Emotionen, von Beziehungen und Freundschaften, genauso wie von Angst und Einsamkeit. Junge Frauen und Männer – meist Freunde des Künstlers – posieren nackt in mal verletzlichen, mal expliziten Posen. Ihre Blicke oft direkt in die Kamera gerichtet, sind die Modelle immer in einer aktiven Rolle. In den Porträts vor monochromen Hintergrund, am Dach eines Hochhauses oder in der Natur, tauchen Tiere wie Schlangen, Vögel oder Katzen und Blumen als Requisiten auf. In verrenkten Posen und ungewöhnlichen Arrangements sind Körper bei Ren Hang etwas Abstraktes. Der menschliche, nackte Körper wird zur formbaren Skulptur und somit entsexualisiert. Dabei schwingt immer ein subtiler Humor in den Fotografien des Künstlers mit.

 

 

 

© Ren Hang

 

 

In Peking lebend und arbeitend, ist der 1986 geborene Ren Hang beeinflusst von der chinesischen Kultur und seinem direkten Umfeld. Seine Bilder sind auch Porträt seiner eigenen Generation und von Chinas urbaner Jugendkultur, die sich nach individueller Ungebundenheit und spiritueller Freiheit sehnt. Sie reflektieren eine spontane und freiheitssuchende Lebensweise. Hangs intime Fotografien fordern moralische und soziale Tabus Chinas direkt heraus, indem sie den menschlichen Körper und Sexualität, vor allem auch Homosexualität erkunden, die in China bis 2001 als Geisteskrankheit galt.  Die regelmäßige Zensur seiner Bilder beeinflusst seine künstlerischen Praxis und die Ästhetik seiner Fotografien. Sie sind einerseits sorgfältig inszeniert, andererseits ist ihnen das Momenthafte inhärent, das seiner – teils unfreiwillig – schnellen Arbeitsweise entspringt.  

Ren Hang hat schon zahlreiche Fotobücher publiziert, die größtenteils schon vergriffen sind. Seine Arbeit wurde schon in zahlreichen Ausstellung sowohl in China als auch in Europa gezeigt.

Kuratiert von Raphaele Godin und Rebekka Reuter

 

© Ren Hang

 

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation bei dienacht Publishing, herausgegeben von Michael Kollmann und Calin Kruse. 

Ren Hang wird in Österreich exklusiv von OstLicht. Galerie für Fotografie vertreten. Alle Fotografien sind käuflich erwerbbar. 

 

 

Galerie OstLicht, Absberggasse 27, Wien

 

18.03.2015 - 13.06.2015
Fotoausstellung Frankfurt Erstmals hat die DZ BANK Kunstsammlung ein Experiment gewagt und mit Dr. Stephan Pauly, Intendant und Geschäftsführer der Alten Oper Frankfurt, eine Person aus einem ganz anderen Kulturbereich eingeladen, eine Ausstellung mit Werken aus der Sammlung zusammenzustellen. Aus 902 Bildern zum Thema Straßenfotografie aus den Beständen der DZ BANK Kunstsammlung hat Pauly rund 100 Arbeiten ausgewählt, die im Art Foyer der DZ Bank ausgestellt werden. 18. 3. bis 13. 6. 2015
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Road Atlas – Eine Präsentation von Stephan Pauly
Fotoausstellung Frankfurt Erstmals hat die DZ BANK Kunstsammlung ein Experiment gewagt und mit Dr. Stephan Pauly, Intendant und Geschäftsführer der Alten Oper Frankfurt, eine Person aus einem ganz anderen Kulturbereich eingeladen, eine Ausstellung mit Werken aus der Sammlung zusammenzustellen. Aus 902 Bildern zum Thema Straßenfotografie aus den Beständen der DZ BANK Kunstsammlung hat Pauly rund 100 Arbeiten ausgewählt, die im Art Foyer der DZ Bank ausgestellt werden. 18. 3. bis 13. 6. 2015

Will McBride Berlin Kurfürstendamm/Bleibtreustraße, Kinoplakat, 1958

 

 

 

„Die Kriterien für die Auswahl der Werke waren sehr unterschiedlich – mal war es das Motiv, das mich berührt hat, oft waren es formale Aspekte der Bildgestaltung, und es waren auch immer wieder starke Fotografien von Künstlern, deren Arbeit mich bereits seit Jahren fasziniert“, erläutert Dr. Stephan Pauly seine Präsentation im Art Foyer.  Sein persönlicher Blick auf den „Road Atlas – Straßenfotografie von Helen Levitt bis Pieter Hugo“ beschäftigt sich mit dem ältesten Genre der Fotografie und war bereits in verschieden Ausstellungshäusern in Rüsselsheim, Cottbus und Erfurt unter kunsthistorischen Gesichtspunkten.

 

Thomas Struth West Broadway, New York/Tribeca, 1978

 

„Ein Raum beispielsweise vereint Bilder miteinander, die ähnlichen Formprinzipien folgen“. erläutert Pauly seine Präsentation. „ Andere Räume setzen auf Kontrast, beispielsweise den Kontrast von Farben, und versuchen einen farblichen Rhythmus der Werke auf der Wand zu entwickeln. In zwei Räumen war es mir ein Anliegen, die Seh-Situation der Besucher sehr stark zu definieren.“

Gezeigt werden in der Ausstellung Arbeiten von Robert Häusser, Pieter Hugo, Will McBride, Klaus Mettig, Ryuji Miyamoto, Thomas Ruff, Thomas Struth u.a.

Die Absage an den Versuch, die Wirklichkeit zu dokumentieren und objektiv aufzuzeichnen, liegt allen Aufnahmen von Robert Häusser (*1924 in Stuttgart, †2013 in Mannheim) zugrunde. Die Zeichen der Straßenverkehrsordnung auf seinen Fotografien ermöglichen nur scheinbar eine Orientierung. Vielmehr lenken sie den Blick auf das rein Grafische der Bilder, womit auch die Illusion einer selbstverständlichen Bedeutung in Frage gestellt wird.

 

Pieter Hugo, Abdullahi Mohammed with Mainasara, lagos, Nigeria, aus der Serie: The Hyena & Other Men 2005-2007

 

Pieter Hugo (*1976 in Kapstadt/Südafrika) erstattet mit seinen Porträts Bericht vom Leben gesellschaftlicher Randgruppen des afrikanischen Kontinents. Die mysteriösen „Hyänenmänner“ aus Lagos sind Schausteller, die mit ihren domestizierten Wildtieren umherziehen, um Menschen zu unterhalten und traditionelle Medizin zu verkaufen. Hugo bildet in seinen Aufnahmen die Dynamik zwischen den Männern und den Tieren ab und lässt den Umgang mit ihnen mal fürsorglich, mal brutal erscheinen.

 

Bei Will McBride (*1931 in St. Louis, Missouri, †2015 in Berlin) war Leben und Kunst immer untrennbar verbunden. Er selbst erklärte, dass ihm die Kamera zur Selbsterkenntnis diente, zur Suche einer Identität und der Verortung innerhalb der Gesellschaft. Sein Kameraauge befindet sich immer mitten im Geschehen und spiegelt auch in der Straßenfotografie gesellschaftliche und ökonomische Bedingungen wider.

 

Viele Arbeiten des documenta-7-Teilnehmers Klaus Mettig (*1950 in Brandenburg) setzen sich mit Fragen der gesellschaftlichen Verhältnisse und Globalisierung auseinander. Sie reflektieren die Wahrnehmung und Wirkung der Mechanismen internationaler Politik in den urbanen Lebenswelten asiatischer Metropolen.

Die Straßenfotografien von Ryuji Miyamoto  (*1947 in Setagaya/Tokyo, Japan) dokumentieren Verschüttung und Zerstörung nach der Erdbebenkatastrophe von Kobe 1995. Seine Aufnahmen demonstrieren die Hilflosigkeit des Menschen gegenüber Naturgewalt trotz aller technischen und wissenschaftlichen Fortschritte.

 

 

Thomas Ruff Nacht 7 I, 1992

 

 

Thomas Ruff (*1958 in Zell am Harmersbach) studierte Fotografie bei Bernd und Hilla Becher an der Kunstakademie Düsseldorf und wurde berühmt mit seinen großformatigen Porträts. Seine nächtlichen Gebäudeaufnahmen entstanden mit Hilfe einer Kombination von Kamera und Nachtsichtgerät - eine Technik, die vor allem mit dem Einsatz im Golfkrieg bekannt geworden ist. Die Bilder wirken durch diese Assoziationen beunruhigend und irritierend, zeigen jedoch lediglich eine heimische Stadtszenerie. 

 

Auch Thomas Struth (*1954 in Geldern/Niederrhein) hat bei Bernd Becher studiert, worauf der klare Bildaufbau und die nüchterne Bildsprache bei seiner frühen Werkgruppe über die Straßen von New York verweist. Mit seinen Schwarz-Weiß-Aufnahmen macht der Künstler Strukturen sichtbar, die das Leben einer Stadt prägen.


DZ BANK Kunstsammlung verfügt über eine weltweit anerkannte Sammlung zeitgenössischer Fotokunst mit über 7000 Werken von rund 800 Künstlern.

 

Art Foyer der DZ Bank, Platz der Republik, Frankfurt am Main

 

14.03.2015 - 14.06.2015
Ausstellung Düsseldorf . Landschaft wie sie junge KünstlerInnen heute sehen und darstellen zeigt die Ausstellung im KIT. Zu sehen sind sowohl Arbeiten aus gefundenem Material als auch Videoinstallationen und klassische Fotografien. 14.3. bis 14.6.2015
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Terra incognita - Wahrnehmng der Landschaft in der Gegenwart
Ausstellung Düsseldorf . Landschaft wie sie junge KünstlerInnen heute sehen und darstellen zeigt die Ausstellung im KIT. Zu sehen sind sowohl Arbeiten aus gefundenem Material als auch Videoinstallationen und klassische Fotografien. 14.3. bis 14.6.2015

 

Jocelyn Catterson Heart Lake, Montana, 2011, Courtesy der Künstlerin

 

 

Natur ist der Ursprung allen Lebens und ihre Darstellung manifestiert sich in einer der traditionellsten Bildgattungen der Geschichte: dem Landschaftsbild. Die aktuelle Tendenz junger KünstlerInnen, sich dem Thema Landschaft möglichst präzise aber auch subjektiv zu widmen, untersucht diese Ausstellung.

 

Terra Incognita bezeichnete in der historischen Kartographie Orte, die – gemäß dem Kartographen - noch nicht entdeckt worden waren, aber deren Existenz vermutet wurde. Seit der Erfindung der Fotografie galt das neue, handliche Medium für Entdecker und Pioniere im 19. Jahrhundert als notwendiges „Dokumentationsgerät“, das die bisher unentdeckten und exotischen Landstriche realitätsnah festhielt. Vor allem aber war dieses leicht zu reproduzierende Foto ein gewaltiger Multiplikator von Wissen. Innerhalb von Sekunden der Betrachtung waren Eindrücke, Emotionen und Situationen vermittelbar und prägten damit ein Wissen über fremde Landschaften, dass sich vornehmlich aus Bildern zusammensetzte.  Heute ist jeder noch so entfernte Punkt der Erde jedem Menschen real oder auch digital zugänglich und das Foto dient mehr denn je der schnellen Information und Aussage. Diese Entwicklung ist im Diskurs der Fotografie sowohl in den Medien als auch in der Kunst spürbar.

 

 

Jim Mangan, Ohne Titel, aus der Serie Bastard Child, 2013, Fotografie, Courtesy des Künstlers

 

 

 

Daniel Piaggio Strandlund, El mar de Liguria, 2014, Fotografie, Courtesy des Künstlers

 

 

Die im KIT ausstellenden KünstlerInnen zeigen Werke, die auf diese Entwicklung reagieren und eine spezifische Sensibilität des Sehens herausfordern. Die Fotografie dient hier als Ausgangspunkt, als Werkzeug, als Teil der künstlerischen Arbeit. Die KünstlerInnen gehen auf vielfältige Weise mit dem Medium um. Zu sehen sind Arbeiten aus gefundenem Material, Videoinstallationen und klassische Fotografien. In allen Werken ist der respektvolle Umgang mit der Übergewalt der Natur spürbar. Sie vermitteln eine geschärfte Wahrnehmung  in einer Zeit, in der Realitäten oft konstruiert und sogar überkonstruiert werden. Dem Betrachter bieten sie mögliche Antworten auf die entscheidende Frage, in welchem Verhältnis Umwelt und Mensch im 21. Jahrhundert zueinander stehen.

 

Mit Jocelyn Catterson, Daniel Gustav Cramer, Alex Grein, Talisa Lallai, Jim Mangan, Lukas Marxt, Daniel Piaggio Strandlund und Birde Vanheerswynghels.

 

Zur Ausstellung entsteht ein Katalog in deutscher und englischer Sprache mit  Installationsansichten der Ausstellung.

 

Kuratiert von Dorothee Mosters

 

KIT, Mannesmannufer 1b, Düsseldorf

 

 

 

 

 

14.03.2015 - 27.09.2015
Ausstellung Bremen . Von der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts bis hin zu aktuellsten Positionen der Gegenwartskunst reichen die Motive der Ausstellung in der Weserburg, Bremens Museum für moderne Kunst. Neben Malerei werden auch historische und zeitgenössische Fotografien sowie Videoarbeiten gezeigt. Bis 27.9.2015
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Land in Sicht - 400 Jahre Landschaftsbilder
Ausstellung Bremen . Von der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts bis hin zu aktuellsten Positionen der Gegenwartskunst reichen die Motive der Ausstellung in der Weserburg, Bremens Museum für moderne Kunst. Neben Malerei werden auch historische und zeitgenössische Fotografien sowie Videoarbeiten gezeigt. Bis 27.9.2015

Almut Linde, Landschaft/Feuerpause, 2008, Privatbesitz

 

Landschaftsbilder waren schon immer Ausdruck gesellschaftlicher Vorstellungen. Sie erzählen auf eindrückliche Weise von unseren Sehnsüchten, Träumen und Ängsten. Wer sie zu lesen versteht, wird die Welt mit neuen Augen sehen. Spätestens seit Beginn der ökologischen Diskussion ist ein unbeschwertes Erleben von Natur kaum noch denkbar. Natur wird zum moralischen Gegenbild der eigenen Kultur. Aber auch politische und soziale Missstände rücken ins Blickfeld. Der deutsche Künstler Anselm Kiefer bringt es auf den Punkt: „Es gibt keine Landschaft, die völlig unschuldig ist.“

 

 

Richard Mosse, Thousands Are Sailing II, North Kivu, 2012, courtesy of the artist, Galerie Carlier Gebauer an Jack

 

Die Weserburg, Bremens Museum für moderne Kunst, zeigt mit ihrer großen Sonderausstellung über 100 Landschaftsbilder aus vier Jahrhunderten. Von Gustave Courbet bis Roy Lichtenstein, von Joos de Momper bis Gerhard Richter entfaltet sich ein eindrucksvolles Panorama. Es reicht von der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts bis hin zu aktuellsten Positionen der Gegenwartskunst. Neben Malerei werden auch historische und zeitgenössische Fotografien sowie Videoarbeiten gezeigt. Das scheinbar Bekannte erfährt in der thematischen Gegenüberstellung von Alt und Neu eine überraschende Aktualität und Neubewertung, während Zeitgenössisches in seiner historischen Dimension verstanden werden kann.

„Pierre Bonnard, Gustave Courbet und Jan van Goyen haben mit Stan Douglas, Gerhard Richter und Richard Mosse etwas Grundlegendes gemeinsam, das es neu zu entdecken gilt: Sie zeigen uns ihren Blick auf die Welt, welcher sich am Ende als Blick auf uns selbst erweist“, erklärt Peter Friese, geschäftsführender Direktor der Weserburg. 

 

13.03.2015 - 02.04.2015
Fotoausstellung Stuttgart Ein Labyrinth von Wasserrohren, Heizungs- und Lüftungskanälen in plakativen Farben bestimmen die Motive die Johannes Marburg in der in die Jahre gekommene Mensa in Würzburg fotografiert hat. Zwischen alldem versteckt sich aber Privates, das den Fotografen zu seiner Serie „Das Würzburger Zimmer“ inspiriert hat. Ausgestellt in der Galerie f75. Von 13.3. bis 2.4.2015
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Johannes Marburg – Würzburger Zimmer
Fotoausstellung Stuttgart Ein Labyrinth von Wasserrohren, Heizungs- und Lüftungskanälen in plakativen Farben bestimmen die Motive die Johannes Marburg in der in die Jahre gekommene Mensa in Würzburg fotografiert hat. Zwischen alldem versteckt sich aber Privates, das den Fotografen zu seiner Serie „Das Würzburger Zimmer“ inspiriert hat. Ausgestellt in der Galerie f75. Von 13.3. bis 2.4.2015

 

 

Im Vorfeld einer umfassenden Sanierung der 1978 von Alexander Freiherr von Branca errichteten Mensa in Würzburg bekam Johannes Marburg vom Staatlichen Bauamt Würzburg den Auftrag die Räumlichkeiten fotografisch zu dokumentieren. Am Rande dieser Auftragsarbeit hat Johannes Marburg allerlei private Ecken entdeckt, die ihn zu der Serie „Das Würzburger Zimmer“ anregten. Im Untergeschoss des Labyrinths der Wasserrohre und der Heizungs- und Lüftungskanäle gab es dort Plätze, die sich Angestellte des Hauses im Laufe der Jahre angeeignet und als ihre Rückzugsorte markiert haben. Mit kleinen persönlichen Gegenständen, die wohl geordnet erscheinen sind diese Plätze ein Stück Heimat in der Arbeitswelt. Nach der Sanierung werden diese Rückzugsmöglichkeiten verschwunden sein.

 

 

 

 

 

 

Der 1969 in Frankfurt am Main geborene Johannes Marburg hat von 1993-1998 an der Universität Karlsruhe Architektur studiert. Nach einer Assistenz bei Manuel Kubitza ist er seit 1999 selbstständig als Fotograf tätig.

 

 

 

f75, wilfred Dechau, Filder Straße 75d, Stuttgart

13.03.2015 - 31.05.2015
Fotoausstellung Hamburg . Werke von mehr als 30 Künstlerinnen zeigt die Hamburger Kunsthalle in einer umfassenden Aus­stellung, die einen Überblick über die Anfänge der internationalen feministischen Kunstbewegung gibt. Anhand von über 150 Arbeiten aus der Sammlung Verbund, Wien zeigt die Ausstellung, wie Künstlerinnen in den 1970er Jahren zum ersten Mal in der Kunstgeschichte kollektiv ein eigenes „Bild der Frau“ kreieren.
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Feministische Avantgarde
Fotoausstellung Hamburg . Werke von mehr als 30 Künstlerinnen zeigt die Hamburger Kunsthalle in einer umfassenden Aus­stellung, die einen Überblick über die Anfänge der internationalen feministischen Kunstbewegung gibt. Anhand von über 150 Arbeiten aus der Sammlung Verbund, Wien zeigt die Ausstellung, wie Künstlerinnen in den 1970er Jahren zum ersten Mal in der Kunstgeschichte kollektiv ein eigenes „Bild der Frau“ kreieren.

 

Francesca Woodman (1958-1981), Untitled Rome, Italy, 1977-1978/2006, S/W-Photographie auf Barytpapier
© Courtesy George and Betty Woodman, New York / SAMMLUNG VERBUND, Wien

 

Lange bot sich Künstlerinnen nur im Einzelfallrstmals die Chance an Akademien zu studieren und nur wenige wurden als eigene Künstlerperösnlichkeit anerkannt. Erst den in den Kriegs-und Nachkriegsjahren geborenen Künstlerinnen stand der Weg an Akademien offen und sie konnten sich damit von der Rolle der Muse und des Modells emanzipieren. In ihren Werken stellen sie radikal neue Fragen an die Gesellschaft und den Kunstbetrieb. Vor dem Hintergrund von Bürgerrechts-und Frauenbewegung werden Anliegen von Frauen erstmals öffentlich diskutiert; das Private bekommt politische Bedeutung. Innerhalb kürzester Zeit beginnen Frauen sich in der Öffentlichkeit Gehör zu verschaffen, versammeln sich zu Aktionen, halten Demonstrationen ab und organisieren eigene Ausstellungen. In ihren Werken gehen die Künst­lerinnen der „Feministischen Avantgarde“ der Frage nach, wie das traditionelle „Bild der Frau“ die Wahrnehmung der Frau sowie die Konstituierung der eigenen Identität in unserer Gesellschaft be­stimmt. Dabei stehen Themen wie eindimensionale Rollenzuweisungen als Mutter, Haus-und Ehefrau, weibliche Sexualität, der eigene Körper, Schönheit und Gewalt gegen Frauen im Fokus.

 

 

 

Birgit Jürgenssen (1949-2003), Nest, 1979, S/W-Photographie, © Estate of Birgit Jürgenssen / Courtesy of Galerie Hubert Winter, Wien / VG Bild-Kunst, Bonn 2014/2015 / SAMMLUNG VERBUND, Wien

 

 

Auf unterschiedliche Weise zeigten Frauen ihre Ablehnung stereotyper Rollenbilder: So überzeichnete etwa Martha Rosler (*1943) die Rolle der für Heim und Herd verantwortlichen Frau. Birgit Jürgenssen (*1949) hängt sich einen Herd wie eine Küchenschürze um. Es ist das Spiel mit der Kamera, die Maskerade und das Kos­tüm als Mittel der Selbstdarstellung, mit denen die Künstlerinnen Vorstellungen von Identität und Weib­lichkeit als gesellschaftliches Konstrukt hinterfragen. Cindy Sherman (*1954), Hannah Wilke (*1940) und Martha Wilson (*1947) nehmen für ihre Photographien verschiedenste Rollen ein, untersuchen all­tägliche und historische Klischees. Ähnlich Lynn Hershman-Leeson (*1941), die mit „Roberta Breitmo­re“ eine fiktive Person kreiert, die sie über Jahre hinweg lebt. Rita Myers (*1947), Ewa Partum (*1945) und Suzy Lake (*1947) befragen dagegen in ihren Arbeiten Ideale von Schönheit und Makellosigkeit.

 

 

Cindy Sherman (*1954) , Untitled #443 (Bus Riders II), 1976/2005
© Cindy Sherman, New York  Courtesy: Metro Pictures, New York/ SAMMLUNG VERBUND, Wien

 

 

Zahlreiche Künstlerinnen nutzen die neuen, historisch unbelasteten Medien wie Fo­tografie, Film und Video als künstlerisches Ausdrucksmittel. Valie ExportXPORT (*1940) etwa lädt auf dem Münchner Stachus Passanten ein, ihr Tapp-und Tastkino zu be­suchen, was bedeutete, dass diese ihre Hände in einen Kasten stecken konnten, den die Künstlerin vor ihrem nackten Oberkörper trug. Oftmals ist es der eigene Körper, der zum Material der Kunst wird, dabei gehen einige Künstlerinnen bis an die Grenzen körperlicher Belastbarkeit, darunter Ana Mendieta (1948–1985) oder Gina Pane (1939–1990). Humorvoll und ironisch, subtil und provo­zierend dekonstruieren die Künstlerinnen der „Feministischen Avantgarde“ die traditionelle Ikonogra­phie des Weiblichen.

Während Valie Export, Cindy Sherman oder Martha Rosler einem breiten Publikum bekannt sind, liegt das Besondere der Ausstellung in der Möglichkeit weitere bedeutende, bislang weniger bekannte Vertreterinnen der „Feministischen Avantgarde“ zu entdecken.

 

Renate Bertlmann (*1943), Zärtliche Pantomime, 1976, S/W-Photographie (aus einer 6-teiligen Serie)
© Renate Bertlmann / SAMMLUNG VERBUND, Wien

 

 

Die Sammlung Verbund wurde 2004 in Wien von der Verbund AG gegründet, Österreichs führendem Stromerzeuger aus Wasserkraft. Die Ausrichtung der Sammlung liegt auf internationaler zeitgenössischer Kunst von 1970 bis heute. Einen einzigartigen thematischen Sammlungsschwerpunkt bildet die „Feministische Avantgarde der 1970er Jahre“, die lange Zeit von der Kunstgeschichte über­sehen wurde und in 10-jähriger Forschungsarbeit von der Sammlungsleiterin Gabriele Schor aufgear­beitet wurde.

Beteiligte Küstlerinnen: Helena Almeida (*1934, Portugal), Eleanor Antin (*1935, USA), Lynda Benglis (*1941, USA), Renate Bertlmann (*1943, Österreich), Teresa Burga (*1935, Peru), Lili Dujourie (*1941, Belgien), Mary Beth Edelson (*1933, USA), Renate Eisenegger (*1949, Deutschland), VALIE EXPORT (*1940, Österreich), Esther Ferrer (*1937, Spanien), Lynn Hershman-Leeson (*1941, USA), Alexis Hunter (1948–2014, Neuseeland, England), Sanja Ivekovi? (*1949, Kroatien), Birgit Jürgenssen (1949–2003, Österreich), Ketty La Rocca (1938–1976, Italien), Leslie Labowitz (*1946, USA), Suzan­ne Lacy (*1945, USA), Suzy Lake (*1947, USA), Ana Mendieta (1948–1985, Kuba/USA), Rita Myers (*1947, USA), ORLAN (*1947, Frankreich), Gina Pane (1939–1990, Frankreich), Ewa Partum (*1945, Polen), Ulrike Rosenbach (*1943, Deutschland), Martha Rosler (*1943, USA), Carolee Schneemann (*1939, USA), Cindy Sherman (*1954, USA), Penny Slinger (*1947, England), Annegret Soltau (*1946, Deutschland), Hannah Wilke (1940–1993, USA), Martha Wilson (*1947, USA), Francesca Woodman (1958–1981, USA), Nil Yalter (*1938, Ägypten/Frankreich).

Zur Ausstellung erscheint ein rund 500 Seiten umfassender Katalog im Prestel Verlag, der im Museumsshop und unter www.freunde-der-kunsthalle.de erhältlich ist.

Kuratorinnen: Merle Radtke, M. A., Hamburger Kunsthalle und Dr. Gabriele Schor, Sammlung Verbund, Wien

 

Hamburger Kunsthalle, Galerie der Gegenwart, 2. Obergeschoss,  Glockengießerwall, Hamburg

 

 

12.03.2015 - 03.05.2015
Fotoausstellung Braunschweig . Jana Romanovas Arbeiten zeichnen sich zudem durch eine beeindruckende Übersetzung theoretischer Reflexion des Mediums der Fotografie in autonome Kunstwerke aus. Das Museum für Photographie stellt die russische Fotografin vor. 12.3. bis 3.5.2015
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Jana Romanova. The Alphabet of Shared Words
Fotoausstellung Braunschweig . Jana Romanovas Arbeiten zeichnen sich zudem durch eine beeindruckende Übersetzung theoretischer Reflexion des Mediums der Fotografie in autonome Kunstwerke aus. Das Museum für Photographie stellt die russische Fotografin vor. 12.3. bis 3.5.2015

 

 


Ein Paar. Im Bett. Er hält sie und sie hält ihn. Die Intimität der festgehaltenen Szene könnte nicht größer sein. »Waiting«, eine fotografische Serie Jana Romanovas, zeichnet das Gesellschaftsbild junger Erwachsener über die Metapher des Schlafes. Wie die Fotografin selbst, wurden die abgebildeten Paare in der Sowjetunion geboren. Theoretisch steht ihnen alles offen. Doch von großen Sprüngen ist in den spärlich ausgestatteten Wohnungen nichts zu sehen. 

Jana Romanova arbeitet mit dem Format des Portraits. Ihr partizipativer Ansatz generiert einen sozialen Aktionsraum, in dem die Fotografin mit den Portraitierten interagiert. Auf dem Maidan fragt Romanova Beteiligte unterschiedlicher politischer Couleur nach Begriffen, die in der russischen und ukrainischen Sprache gleichlauten und stellte den Akteuren die Aufgabe, diese Worte in einem Portraitfoto als Sprachbild vorzustellen. Die für das entstehende »Alphabet of Shared Words« getroffene Auswahl sorgt für Überraschungen und zeigt neben vereinzelten patriotisch besetzten Vokabeln die Gemeinsamkeiten der Sprache und Kultur der politischen Kontrahenten auf.

Die Arbeiten der 1984 in St. Petersburg geborenen russischen Fotografin Jana Romanova reflektieren die politischen Spannungen und Krisen der Post-Sowjetunion und die kulturelle Eigenständigkeit, aber auch die Gemeinsamkeiten Russlands und der Ukraine. Dabei ist für Romanovas Arbeiten oftmals das Kontrastieren politisch konträrer Positionen und der Versuch einer spielerischen Versöhnung derselben charakteristisch. Ihre Arbeiten zeichnen sich zudem durch eine beeindruckende Übersetzung theoretischer Reflexion des Mediums der Fotografie in autonome Kunstwerke aus.

 

 

Museum für Photographie Braunschweig, Helmstedter Straße 1, Braunschweig

 

10.03.2015 - 07.06.2015
Fotoausstellung Graz . Unter anderem ein Stück Zeit- und Polizeigeschichte hat der Schweizer Polizist Arnold Odermatt mit seiner Kamera an Unfallorten in vier Jahrzehnten aufgezeichnet. Weltberühmt ist seine Serie "Karambolage" geworden. Das Atelier Jungwirth stellt seine spannende Arbeit vor. 10.3. bis 7.6.2015
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Arnold Odermatt - Unfallorte
Fotoausstellung Graz . Unter anderem ein Stück Zeit- und Polizeigeschichte hat der Schweizer Polizist Arnold Odermatt mit seiner Kamera an Unfallorten in vier Jahrzehnten aufgezeichnet. Weltberühmt ist seine Serie "Karambolage" geworden. Das Atelier Jungwirth stellt seine spannende Arbeit vor. 10.3. bis 7.6.2015

© atelierjungwirth.com/Urs Odermatt, Windisch

 

Arnold Odermatt, geboren im Mai 1925 im Schweizer Kanton Nidwalden, wurde 1948 Polizist. Zu dieser Zeit war es üblich, an Unfall- und Tatorten Skizzen anzufertigen, um das Geschehen rekonstruieren zu können. Odermatt hingegen verwendete auf eigene Initiative hin eine Rolleiflex-Kamera und dokumentierte damit nicht nur die Plätze, an denen die Polizei tätig wurde, sondern auch ein Stück Zeitgeschichte. Die Methode war zwar aufwändiger und kostspieliger, zumal Odermatt ein eigenes Labor zum Entwickeln seiner Bilder einrichtete. Dafür boten Odermatts Bilder aber wesentlich mehr Perspektiven, unter anderem auch hinter den Absperrungen der Polizei, die für Pressefotografen üblicherweise die Grenze ihres Aktionsradius dar­stellten. In den 1960er Jahren entstanden zusätzlich Fotos, die Odermatts Kollegen bei der Arbeit zeigen, zuweilen in heroischer Pose, die heute durchaus auch zum Schmunzeln anregt.

 

 © atelierjungwirth.com/Urs Odermatt, Windisch


© atelierjungwirth.com/Urs Odermatt, Windisch



© atelierjungwirth.com/Urs Odermatt, Windisch

 

 © atelierjungwirth.com/Urs Odermatt, Windisch

 

Arnold Odermatt war bei seiner Arbeit sowohl beeinflusst von der auf das Wesent­lichste beschränkten Sprache der Polizeiprotokolle als auch vom Stil der Magnum-Fotografen, insbesondere von Werner Bischof, den er persönlich kennenlernte. Die Bildsprache Odermatts ist zumeist bewusst nüchtern und versucht nicht etwadas Leid der Opfer einzufangen, vielmehr stehen Orte und Objekte, wie in seiner mittlerweile weltberühmten Serie „Karambolage“, im Zentrum der Darstellung. Trotz der notwendigen Reduktion gibt es auch einen klaren künstlerischen Zugang, der allerdings vorerst den meisten Betrachtern entging.

Odermatts Sohn Urs war der erste, der die Fotografien seines Vaters, die immerhin einen Zeitraum von vier Jahrzehnten umfassen, aus dem Polizei-Kontext löste und damit in viele internationale Galerien und Museen brachte. So waren die Bilder etwa 2001 auf der Biennale in Venedig zu sehen, 2002 im Art Institute of Chicago oder in den vergangenen Jahren in New York, Paris, Straßburg und Berlin. Einige Fotografien aus der „Karambolage“-Serie wurden jüngst auch im Kunsthaus Graz in der Ausstel­lung „damage control“ gezeigt.

 

 

 © atelierjungwirth.com/Urs Odermatt, Windisch

 

Arnold Odermatt wirkte außerdem in Filmen seines Sohns Urs mit, insbesondere in der Verfilmung seiner Lebensgeschichte unter dem Titel „Wachtmeister Zumbühl“. Über sein Werk sind eine Reihe von Büchern erschienen. Urs Odermatt hat die Fotografien seines Vaters in die Werkgruppen Meine Welt, Karambolage, Im Dienstund In zivil geordnet.

Alle im Atelier Jungwirth ausgestellten Fotografien können erworben werden

 

Atelier Jungwirth, Opernring 12, Graz

 

09.03.2015 - 10.05.2015
Fotoausstellung Halle . Eine erste Retrospektive des Künstlers Nickolas Muray mit rund 200 Schwarzweiß- und Farbfotografien von Stars und Sternchen der amerikanischen Theater-, Tanz-und Filmgeschichte sowie frühen farbigen Werbefotografien für Coca Cola, Lucky Strike und Camel Cigarettes zeigt das Kunstmuseum Moritzburg. Bis 10.5.2015
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Nickolas Muray - Double Exposure
Fotoausstellung Halle . Eine erste Retrospektive des Künstlers Nickolas Muray mit rund 200 Schwarzweiß- und Farbfotografien von Stars und Sternchen der amerikanischen Theater-, Tanz-und Filmgeschichte sowie frühen farbigen Werbefotografien für Coca Cola, Lucky Strike und Camel Cigarettes zeigt das Kunstmuseum Moritzburg. Bis 10.5.2015

 

 

„Fotografie bedeutet für mich nicht nur einen Beruf, sondern auch Kontakt zu den Menschen, die menschliche Natur zu verstehen und das Beste in jedem Einzelnen festzuhalten.“ so äußerte sich er im ungarischen Szeged geborene amerikanische Fotograf Nickolas Muray. Dieser Aufgabe widmete Muray sein gesamtes Leben und künstlerisches Schaffen. Dabei schuf er als Porträtfotograf nicht nur eindrucksvolle, legendäre Bildnisse der Stars und Sternchen der amerikanischen Theater-und Filmbranche, darunter von Marilyn Monroe, Marlene Dietrich, Martha Graham, Fred Astair, Jean Cocteau, Ferenc Molnár, Douglas Fairbanks, Joan Crawford, Greta Garbo, sondern auch Porträts der Maler Claude Monet, Frida Kahlo und Diego Rivera sowie später im Auftrag von Metro-Goldwyn-Mayer von Ingrid Bergman, Humphrey Bogart, Ava Gardner, Judy Garland, Frank Sinatra u. v. a. Ab 1931 gehörte Muray zudem zu den weltweit führenden Werbefotografen. Er war einer der ersten, der für die moderne Produktwerbung in Zeitschriften und Journalen die noch junge Farbfotografie einsetzte.

 

 

 

Sein technisches Know-how erwarb der 1892 geborene Nickolas Muray zwischen 1909 und 1913 während seiner Lehrjahre in Deutschland während der er sich mit Fotochemie, Fotogravur, Farbfilterung und Farbtrennverfahren beschäftigte. Seine Karriere in den USA begann er in den 1920er Jahren. Seine in Deutschland erworbenen Fertigkeiten waren es, die ihm nach dem Börsencrash und dem Zusammenbruch der Wirtschaft in den 1930er Jahren den Neuanfang als Werbefotograf ermöglichten. Noch einmal reiste er nach Deutschland und machte sich in den führenden Unternehmen der Fotoindustrie mit den aktuellen Entwicklungen bekannt. In der Folge publizierte er 1931 im Ladies’ Home Journal sein erstes Farbfoto mit Neuigkeiten von der Pariser Sommermode. Bis zu seinem Tod 1965 war Muray als erfolgreicher Fotograf tätig.

 

 

 

In Europa ist Nickolas Muray wenig bekannt. Die erste retrospektive Ausstellung außerhalb der USA organisierte der amerikanische Kurator Salomon Grimberg im Jahr 2013 für das Pera Museum in Istanbul. Im Jahr 2015 hat das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) die exklusive Gelegenheit, Murays Werk anlässlich des 50. Todestages des Künstlers erstmals in Deutschland zu präsentieren – jenem Land, dem er seinen Erfolg mit verdankt. Gezeigt werden rund 200 Schwarz-Weiß-und Farbfotografien aus der Zeit zwischen 1920 und dem Beginn der 1960er Jahre. Die Ausstellung wird von dem amerikanischen Gastkurator Salomon Grimberg gemeinsam mit dem Direktor des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale), Thomas Bauer-Friedrich, kuratiert.

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Generalkonsuls der Vereinigten Staaten von Amerika, Scott R. Riedmann.

 

 

Zur Ausstellung ist das Buch "Double Exposure" erschienen. Preis 29,90 Euro

 

Kunstmuseum Moritzburg, Friedemann-Bach-Platz 5, Halle

07.03.2015 - 17.05.2015
Fotoausstellung Winterthur . Ja die Schweiz ist teuer, aber Winterthur auch nur gut 40 Kilometer von Konstanz am Bodensee entfernt und so sollte man sich den Ausflug zum Fotomuseum Winterthur doch gönnen. Denn dort kann man die erste groß angelegte europäische Retrospektive zum Werk von Paul Strand bewundern. Bilder von denen jedes Einzelne die Meisterschaft eines der Großen der modernen Fotografie des 20. Jahrhunderts zeigen.
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Paul Strand – Fotografie und Film für das 20. Jahrhundert
Fotoausstellung Winterthur . Ja die Schweiz ist teuer, aber Winterthur auch nur gut 40 Kilometer von Konstanz am Bodensee entfernt und so sollte man sich den Ausflug zum Fotomuseum Winterthur doch gönnen. Denn dort kann man die erste groß angelegte europäische Retrospektive zum Werk von Paul Strand bewundern. Bilder von denen jedes Einzelne die Meisterschaft eines der Großen der modernen Fotografie des 20. Jahrhunderts zeigen.

 

Paul Strand
Blind Woman, New York (blinde Frau), 1916
Silbergelatine-Abzug, 32.4 × 24.8 cm
Philadelphia Museum of Art, The Paul Strand Collection
© Estate of Paul Strand

 

 

 

Auf der Grundlage einer beträchtlichen Neuerwerbung von 3000 Abzügen, die das Philadelphia Museum of Art vor kurzem gemacht hat, zeichnet die Ausstellung im Museum Winterthr die Entwicklung von Paul Strands Werk während sechs Jahrzehnten nach. Sie zeigt die Vielseitigkeit seines Schaffens, von seinen frühen Bemühungen, die Fotografie als eine moderne Kunstform zu etablieren, über sein starkes filmisches Interesse, bis hin zu den Fotobüchern der Nachkriegszeit, in denen Menschen und Orte auf beeindruckende Weise lebendig werden. Zum Vorschein kommt auch die komplexe und widersprüchliche Persönlichkeit Strands (1890–1976): der sture Ästhet, der Sympathisant mit dem Kommunismus, der am Ländlichen interessierte Fotograf mit einem ausgeprägten Sinn für soziale Fragen.

 

Paul Strand
Wall Street, New York (blinde Frau), 1915
Platin-Abzug, 24.8 x 32,2 cm
Philadelphia Museum of Art, The Paul Strand Collection
© Estate of Paul Strand

 

 

 

Paul Strand
The Family, Luzzara, 1953
Silbergelatine-Abzug, 32.4 × 24.8 cm
Philadelphia Museum of Art, The Paul Strand Collection
© Estate of Paul Strand

 

 

Die Ausstellung beginnt mit dem vorherrschenden, piktorialistischen Stil der 1910er Jahre, den Strand schnell meisterte, und seinem wachsenden Interesse an der Abstraktion wenige Jahre später. Beobachten lässt sich auch, wie er versuchte, Schlüsselerkenntnisse aus der zeitgenössischen Kunst, besonders aus dem Kubismus und den Arbeiten amerikanischer Künstler – allen voran Alfred Stieglitz, aber auch Georgia O'Keeffe – in die Fotografie aufzunehmen. Gleichzeitig widmete er sich urbanen Themen, etwa in der bemerkenswerten Reihe anonymer Nahaufnahmen von Menschen in den Strassen von New York City. Strand erforschte die Möglichkeiten, mit der Kamera das moderne Leben zu erfassen und interessierte sich besonders für ihr Potential, mechanisch faszinierende Einzelheiten aufzunehmen. In der Ausstellung wird Strands erster Kurzfilm Manhatta (1921) gezeigt, eine „Stadtsymphonie", die New York gewidmet ist und in Zusammenarbeit mit dem Künstler Charles Sheeler entstand. Der romantische und zugleich hochgradig formale Kurzfilm Manhatta, gilt heute als erster amerikanischer Avantgarde-Film überhaupt.

 

Paul Strand
Young Boy, Gondevile, Charente, Framce, 1951
Silbergelatine-Abzug, 19,4 x 24,4 cm
Philadelphia Museum of Art, The Paul Strand Collection
© Estate of Paul Strand

 

 

 

Strand interessierte sich stets für das Reisen und besonders für die Möglichkeiten der Kamera, Eigenschaften von Orten und Geschehnissen sichtbar zu machen, die anderweitig nicht erfahrbar sind. Zwischen 1932 und 1934 fotografierte er in Mexiko. Das Land beeindruckte ihn nachhaltig, was auch sein Engagement für linke politische Anliegen vertiefte. Er befestigt ein Prisma auf der Linse seiner Graflex-Kamera und schafft so eine beeindruckende Reihe von heimlich aufgenommenen Porträts. Weiter befasste sich Strand mit den Lebensumständen mexikanischer Bauern, daraus entstand die beeindruckende Bilderreihe der „Bultos", geschnitzten und bemalten religiösen Figuren in mexikanischen Kirchen. Strands romantische Abwendung vom Modernismus tritt in diesen Bildern erstmals hervor: Sie sind der Versuch, einen Aspekt des Lebens zum Ausdruck zu bringen, von dem er glaubt, dass er langsam verloren ging.

Stark getroffen von der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren, wandte sich Strand vermehrt dem Filmemachen als Werkzeug eines gesellschaftlichen Wandels zu. Der Film stand während des folgenden Jahrzehnts im Zentrum seines kreativen Schaffens. In der Ausstellung sind Ausschnitte aus zwei bedeutenden Filmen zu sehen, Redes (1936) und Native Land (1942). Redes spielt in Mexiko und ist ein fiktiver Bericht vom Kampf eines Fischerdorfes gegen die Ausbeutung durch einen korrupten Unternehmer. Native Land – mit Paul Robeson als Erzähler – ist Strands ambitioniertester Film. Er drehte ihn, nachdem er nach New York zurückgekehrt war, um das linke Dokumentarfilmlabel Frontier Films zu gründen. Mit einer Mischung aus fiktiven Szenen und dokumentarischem Material geht es bei Native Land um das „union busting", die Zerschlagung von Gewerkschaften, wie sie in den 1930er Jahren von Pennsylvania bis in den tiefsten Süden der USA praktiziert wurde. Strands Filme zeigen sein enormes politisches Engagement, machen aber auch klar, wie der Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg seinen filmischen Ambitionen Grenzen setzte.

 

Paul Strand
Anna Attinga Frafra, Accra, Ghana, 1964
Silbergelatine-Abzug, 19,4 x 24,4 cm
Philadelphia Museum of Art, The Paul Strand Collection
© Estate of Paul Strand

 

Nach 1945 widmete sich Strand hauptsächlich seinen Fotobüchern, in denen er komplexe Porträts von Menschen und Orten schuf. 1950 veröffentlichte er Time in New England, ein Buch, in dem sich Vergangenheit und Gegenwart zu überkreuzen scheinen und so eine Tradition der Toleranz, der Freiheit und der demokratischen Möglichkeiten in der amerikanischen Kultur heraufbeschwören. Diese Themen sind für Strand von grosser Bedeutung: Noch im gleichen Jahr zog er nach Frankreich, um der zunehmenden anti-kommunistischen Hexenjagd in den USA zu entgehen. Er suchte weiter nach Gemeinschaften, die seine politischen Ideale widerspiegelten, und befasste sich besonders mit dem italienischen Dorf Luzzara in der Po-Ebene. Daraus entstand 1955 sein Buch Un Paese: Portrait of an Italian Village, das von Cesare Zavattinis neorealistischer Ästhetik beeinflusst ist. Im Zentrum stehen Porträts der Dorfbewohner bei der Arbeit und zu Hause, eine bewegende Hommage an das Alltagsleben.

Strand fotografierte auch ausgiebig in Afrika und wurde 1963 von Kwame Nkrumah, dem ersten Präsidenten nach Ghanas Unabhängigkeit von Grossbritannien, eingeladen. Das Land wurde zügig modernisiert und Strand war fasziniert von der Demokratie, die in diesen Jahren in Ghana entstandt. Sein Buch, das erst 1976 unter dem Titel Ghana: An African Portrait erschien, vermittelt einen Eindruck von der ghanaischen Moderne, welche sich neben der traditionellen Kultur entfaltet. Strand wurde offensichtlich angesteckt vom lebhaften öffentlichen Leben im afrikanischen Land, und ergänzte die Porträts im Buch mit aussergewöhnlichen Strassenszenen von Versammlungen, politischen Kundgebungen und Marktszenen.

 

 

Paul Strand
Philadelphia Museum of Art, The Paul Strand Collection
© Estate of Paul Strand

 

 

Paul Strand starb 1976, mit 85 Jahren, in seinem Haus in Orgeval ausserhalb von Paris. In seinen letzten Schaffensjahren fotografierte er häufig seinen Garten. Die Ausstellung schliesst mit einer Reihe seiner lyrischen Stillleben von Orgeval. Diese Aufnahmen greifen Strands meditative Auseinandersetzung mit der Natur aus den 1920er Jahren wieder auf. Sie verweilen bei den häuslichen Freuden eines über 20 Jahre hinweg kultivierten Gartens.

Zur Ausstellung erscheint ein ausführlicher wissenschaftlich fundierter Katalog, herausgegeben vom Philadelphia Museum of Art und Yale University Press in Zusammenarbeit mit der Fundación MAPFRE. Preis: CHF 69.

Die Ausstellung Paul Strand –Fotografie und Film für das 20. Jahrhundert wurde vom Philadelphia Museum of Art in Zusammenarbeit mit der Fundación MAPFRE entwickelt. Kuratorisch beteiligt waren: Peter Barberie, Brodsky Curator of Photographs, Alfred Stieglitz Center at the Philadelphia Museum of Art, unterstützt von Amanda N. Bock, Project Assistant Curator of Photographs.

Die Ausstellung in Winterthur wird ermöglicht durch die Vontobel-Stiftung und die Terra Foundation for American Art

 

 

 

 

02.03.2015 - 24.04.2015
Fotoausstellung Münster . Muster und Strukturen von Baumstämmen hat der Künstler Ben Gowert in faszinierenden Bildern festgehalten mit denen die Geschichte der Bäume deutlich wird. Ausgestellt sind die Bilder im Landesarchiv NRW. Bis 24.4.2015
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Ben Gowert - Stammwerke
Fotoausstellung Münster . Muster und Strukturen von Baumstämmen hat der Künstler Ben Gowert in faszinierenden Bildern festgehalten mit denen die Geschichte der Bäume deutlich wird. Ausgestellt sind die Bilder im Landesarchiv NRW. Bis 24.4.2015

Ben Gowert - Thinking about myself

 



Der aus Münster stammende Künstler Ben Gowert zeigt in seiner Bilderausstellung 'Stammwerke' die im Laufe der Jahre entstandenen Muster und Strukturen auf Baumstämme. Jeder Baum erzählt hier seine individuelle Geschichte in Form
einer bildlichen Darstellung auf der Baumrinde. Die über Jahrzehnte gewachsenen  Abbildungen bieten so einen faszinierenden Einblick in das künstlerische Schaffen der Natur und des Lebens selbst.

 

Ben Gowert - Moon safari

 

Ben Gowert hat einen Blick für das Besondere, das sich in all seinen Fotoarbeiten spiegel. Scheinbar einfache Motive werden zu künstlerisch auffallenden "Hinguckern" mit ganz eigenem Charme und Charakter. In seiner Fotoausstellung "Stammwerke" wird dies besonders deutlich. Hier wird ästhetisch natürliche Schönheit gezeigt die uns umgibt, wenn man sich nur die Zeit nimmt und etwas genauer hinschaut.

 

 

Ben Gowert - Creek of adour

 

Landesarchiv NRW, Bohlweg 2, Münster

 

28.02.2015 - 24.04.2015
Fotoausstellung München-Grünwald Die Bilder von Bernd Sannwald geben Rätsel auf: In den Geschäftsräumen von Poll Immobilien sind die 18-großformatigen Fotografien ausgestellt, die mit ungewöhnlichen Perspektiven und Ausschnitten faszinieren bei denen aber das abgebildete Objekt in den Hintergrund tritt. Bis 24. April 2015
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Bernd Sannwald - Geheimnisvoll
Fotoausstellung München-Grünwald Die Bilder von Bernd Sannwald geben Rätsel auf: In den Geschäftsräumen von Poll Immobilien sind die 18-großformatigen Fotografien ausgestellt, die mit ungewöhnlichen Perspektiven und Ausschnitten faszinieren bei denen aber das abgebildete Objekt in den Hintergrund tritt. Bis 24. April 2015

Cappuccino © Bernd Sannwald

 

 
„Mit der Frage ‚Was ist das‘ wird man bei den Bildern von Bernd Sannwald nur an der Oberfläche bleiben und nicht zu ihrem wahren Kern vordringen", meinte Dr.Erwin Geiss, Geophysiker an der LMU München und selbst Fotograf, in seiner Rede zur Eröffnung der Ausstellung. Aber ist es überhaupt erstrebenswert das Rätsel zu lüften? Ist es nicht viel schöner, Bilder als Bilder, nicht als Abbilder wirken zu lassen und das Geheimnis zu bewahren?

Das Geheimnis zur Entstehung der Bilder hat Dr. Erwin Geiss dann aber doch gelüftet: „Durch knappe Aus- und Anschnitte, durch ungewöhnliche Perspektiven löst Bernd Sannwald Strukturen und Details aus ihrem visuellen und kontextuellen Verband und erschafft Neues. Das Rohmaterial seiner Werke kann tausende von Kilometern entfernt und von einem weltberühmten Architekten geschaffen worden sein, oder es ist ein Bauzaun, keine 100 Meter von hier und von uns schon dutzende Male übersehen“.

 

Der Schlund © Bernd Sannwald

 


Poll Immobilien, Schloßstraße 14 a, München-Grünwald

 

28.02.2015 - 26.04.2015
Fotoausstellung Rendsburg . Außergewöhnliche Bilder von dem herausragenden deutschen Fotoreporter Robert Lebeck, der im letzten Jahr 85-jährig verstorben ist, zeigen die Museen Rendsburg in einer Sonderausstellung. Beeindruckend vor allem seine intensiven Porträts, die von der Fähigkeit zeugen, ohne fotografische Kunstgriffe den entscheidenden Moment abzuwarten und festzuhalten. Bis zum 26. April 2015
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Robert Lebeck - Unverschämtes Glück
Fotoausstellung Rendsburg . Außergewöhnliche Bilder von dem herausragenden deutschen Fotoreporter Robert Lebeck, der im letzten Jahr 85-jährig verstorben ist, zeigen die Museen Rendsburg in einer Sonderausstellung. Beeindruckend vor allem seine intensiven Porträts, die von der Fähigkeit zeugen, ohne fotografische Kunstgriffe den entscheidenden Moment abzuwarten und festzuhalten. Bis zum 26. April 2015

In Napoleon Siegerpose: Helmut Kohl vor dem Capitol, Washington 1972
© Robert Lebeck

 

 

„Durchschnitt fotografiert sich nicht.“ Wie Robert Lebeck diese Maxime umsetzte, zeigt die Ausstellung „Unverschämtes Glück. Fotografien aus Deutschland von Robert Lebeck“. Lebeck war einer der herausragenden deutschen Fotoreporter, Porträtist berühmter Zeitgenossen wie Politikern oder Schauspielern und Chronist des Alltagslebens seit den fünfziger Jahren und nicht zuletzt auch ein wichtiger Sammler von Fotografie des 19. Jahrhunderts.

 

Die Trauben hingen hoch: Jayne Mansfield bei den Filmfestspielen in Berlin, 1961
© Robert Lebeck

 

Der 1929 in Berlin geborene Robert Lebeck studierte in Zürich und New York Völkerkunde. Seine Leidenschaft gehörte schon während des Studiums der Fotografie. Seit 1952 war er als freier Fotoreporter tätig, unter anderem für die deutschen Magazine „Revue“ und „Kristall“. Der langjährige Herausgeber und Chefredakteur der Zeitschrift „Stern“, Henri Nannen, engagierte ihn 1966 für die Zeitschrift, der er bis 1994 treu blieb.

 

Unverkennbar der Alte: Konrad Adenauer an seinem 90. Geburtstag, Bonn 5. Januar 1966
© Robert Lebeck

 

 

Altmeister des Krimis: Alfred Hitchcock, Hamburg 1960
© Robert Lebeck

 

 

Seine Bildreportagen sind bis heute legendär. Viele seiner Motive wurden zu „Ikonen“ und prägten das Bild der Zeitgeschichte: Deutschland zwischen Wiederaufbau und Wirtschaftswunder, Deutschland zwischen Ost und West, Deutschland zwischen Großstadt und Provinz. Als Porträtfotograf widmete sich Lebeck Spitzenpolitikern, Stars und Prominenten aus aller Welt.

Robert Lebeck verstarb am 14. Juni 2014 in Berlin.

Eine Ausstellung der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Zusammenarbeit mit den Museen im Kulturzentrum Rendsburg.

 

Museen im Kulturzentrum, Arsenalstr. 2-10, Rendsburg

 

26.02.2015 - 15.05.2015
Fotoausstellung Zingst . Ein Glück für jeden Naturfotografen ist der Umstand dort zu leben, wo ihm die herrliche Landschaft Motive in Hülle und Fülle bietet. Der Zingster Martin Harms hat dieses Glück und außerdem das Können die Motive für außergewöhnliche Bilder zu nutzen. Die Erlebniswelt Fotografie Zingst stellt seine Bilder in der Galerie Kurhaus aus. 26.02. – 15.05.2015
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Martin Harms - Erhabene Momente
Fotoausstellung Zingst . Ein Glück für jeden Naturfotografen ist der Umstand dort zu leben, wo ihm die herrliche Landschaft Motive in Hülle und Fülle bietet. Der Zingster Martin Harms hat dieses Glück und außerdem das Können die Motive für außergewöhnliche Bilder zu nutzen. Die Erlebniswelt Fotografie Zingst stellt seine Bilder in der Galerie Kurhaus aus. 26.02. – 15.05.2015

 

 

Naturfotografie ein einfaches Metier – es ist doch nichts anderes zu tun als Vorhandenes abzulichten? Falsch, denn sogar die schönste Natur kann zu einem langweiligen Motiv werden. Anders bei Martin Harms, seine Fotografien zeigen den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft von seiner schönsten Seite.

 

 

„Mein Zuhause  ist die wunderschöne Halbinsel Fischland-Darß-Zingst“, erklärt Harms, der die Fotografie zu seiner persönlichen Leidenschaft gemacht hat. Seine Liebe zur Natur und seiner Heimat spiegeln sich in seinen Bildern wieder. Der Zingster Martin Harms, 37, ist von Beruf Bankkaufmann. „ 2008 begann meine Leidenschaft fürs Fotografieren, ich kaufte mir meine erste Spiegelreflexkamera und begann mich mit der Technik auseinanderzusetzen. Natürlich kam mir die “Erlebniswelt Fotografie Zingst” zu Gute. Wo sonst trifft man soviele Ansprechpartner zum Thema, kann man Workshops besuchen, Technik ausleihen/testen oder seine Bilder professionell ausdrucken lassen“, freut sich Martin Harms. In Fotoworkshops bei Peter Scherbuk und Timm Allrich und  bei fotografischen Rundgängen mit Klaus-Herbert Schröter, dem ehemaligen Zingster Revierförster, holte er sich das notwendige Knowhow und gestalterische Anregungen. Seine Natur- und Tiermotive setzt er zu bestimmten Tages- und Jahreszeiten und bei besonderen Lichtstimmungen in Szene.  Wie Goethe Faust sagen lässt »Verweile doch! Du bist so schön!« so will Martin Harms mit seinen Bildern »ein Stück Natur einfangen« – natürlich nicht im Pakt mit dem Teufel, aber zur Freude der Betrachter. 

 

 

 

26.02.2015 - 16.05.2015
Fotoausstellung Wien . Im letzten Sommer fotografierte Jim Rakete, der mit seinen Porträts von Prominenten schon lange berühmt geworden ist, das komplette Ensemble des Wiener Burgtheaters. Die siebenundsiebzig Arbeiten die dabei mit der Leica M Monochrome entstanden, sind erstmals in der Leica Galerie Wien zu sehen. 26.2. bis 16.5.2015
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Jim Rakete - Die Burg Innenleben
Fotoausstellung Wien . Im letzten Sommer fotografierte Jim Rakete, der mit seinen Porträts von Prominenten schon lange berühmt geworden ist, das komplette Ensemble des Wiener Burgtheaters. Die siebenundsiebzig Arbeiten die dabei mit der Leica M Monochrome entstanden, sind erstmals in der Leica Galerie Wien zu sehen. 26.2. bis 16.5.2015

 

 

Klaus Maria Brandauer, 2014 © Jim Rakete

 

 

Seit über 40 Jahren fotografiert Jim Rakete die Größen der deutschsprachigen und internationalen Musik- und Filmszene, die er oft schon zu Beginn ihrer Karriere, noch vor dem großen Durchbruch, vor seine Kamera holte. Seine Aufnahmen des Ensemble des Burgtheaters entstanden in siebenundsiebzig aufeinanderfolgenden Porträtbegegnungen. Als Ort diente dazu wochenlang eine abseits gelegene, mit wenigen Requisiten ausgestattete Probebühne im dritten Rang des Theaters, nur ein paar Schritte von der Gemäldegalerie der Burg entfernt.

 

Birgit Minichmayr, 2014 © Jim Rakete

 

Die Porträts, fotografiert mit der Leica M Monochrom, sind ein Blick in das Innenleben des größten deutschsprachigen Theaters in Schwarzweiß. Wie bei den Proben zu einem Kammerspiel begegnet man den SchauspielerInnen und Schauspielern der Burg auf Augenhöhe und wie in den besten Bühneninszenierungen vermischen sich Persönlichkeit und Rolle der Darstellenden zu einer wahrhaftigen Performance. „Jim Rakete hat innerhalb von ein paar Tagen das gesamte Ensemble des Burgtheaters fotografiert. Einen nach dem anderen. Rekordverdächtige Akkordkunst... Diese Fotografien zeigen oft mehr, als derjenige, der sich hat ablichten lassen, preisgeben wollte. Ein Blick hinter die Selbstdarstellung,“ erklärte der Schauspieler Joachim Meyerhoff.

 

Martin Wuttke, 2014 © Jim Rakete

 

Jim Rakete, der 1951 in Berlin geboren wurde, war bereits während seiner Schulzeit als Fotoreporter für Tageszeitungen, Magazine und Agenturen unterwegs. Von 1977 bis 1986 führte er in Berlin Kreuzberg das Kreativlabor „Fabrik“. Hier entstanden nicht nur die Plattencover vieler Musiker, Jim Rakete übernahm auch das Management von KünstlerInnen wie der Nina Hagen Band, Spliff, Nena, Die Ärzte und Interzone und brachte so die Neue Deutsche Welle maßgeblich ins Rollen.

 

Aenne Schwarz, 2014 © Jim Rakete

 

Seit 1986 widmete sich Jim Rakete wieder der Fotografie und hatte unter anderem Jimi Hendrix, Ray Charles, Mick Jagger, David Bowie oder Herbert Grönemeyer vor der Kamera. In den 90er Jahren pendelte er zwischen Hamburg und Los Angeles, fotografierte und drehte als Director of Photography Musikvideos und Werbespots um 2001 nach Berlin zurückzukehren. Eine Serie für das Magazin Cicero war der Anlass, sein Interesse für Menschen und Politik zu verbinden. Seitdem finden sich immer öfter auch Politiker unter den Porträtierten, so etwa der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder oder Außenminister Frank-Walter Steinmeier.

 

Mavie Hörbiger, 2014 © Jim Rakete

 

 

Neben zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen bieten die 1997, 2008 und 2012 von Schirmer/Mosel herausgegebenen Fotobände einen Überblick über sein umfassendes fotografisches Werk: Jim Rakete. Photographien 1970-1997, 1/8 sec – Vertraute Fremde und Jim Rakete. Stand der Dinge.

 

 

Leica Galerie Wien, Walfischgasse 1, Wien

 

 

 

 

 

21.02.2015 - 19.04.2015
Fotoausstellung Berlin . Die Motive der chinesischen Künstlerin Liu Xia muten seltsam an. Was will die Fotografin damit sagen? Beschäftigt man sich mit ihrem Leben und dem politischen Umfeld in China in dem sie lebt, kommt man auch ihrem Werk näher, dass im Martin-Gropius-Bau ausgestellt wird. Zu den Ausstellungsobjekten gehört nicht nur das fotografische Werk sondern auch Gedichte der Künstlerin. Vom 21.2. bis 19.4.2015
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Liu Xia – Ugly Babies
Fotoausstellung Berlin . Die Motive der chinesischen Künstlerin Liu Xia muten seltsam an. Was will die Fotografin damit sagen? Beschäftigt man sich mit ihrem Leben und dem politischen Umfeld in China in dem sie lebt, kommt man auch ihrem Werk näher, dass im Martin-Gropius-Bau ausgestellt wird. Zu den Ausstellungsobjekten gehört nicht nur das fotografische Werk sondern auch Gedichte der Künstlerin. Vom 21.2. bis 19.4.2015

Liu Xia © Guy Sorman Untitled Photograph by Liu Xia from the „ugly babies“ series 1996-1999

 

Liu Xia, in Peking geboren, ist eine der bemerkenswertesten Künstlerinnen aus China. Sie ist Fotografin und Malerin, Lyrikerin und Romancier. Die Künstlerin fotografiert nur in schwarz-weiß. Sie selbst sieht  sich als unpolitische Bürgerin Chinas. Aber ihre Werke sind voller Anspielungen auf die repressive Situation, in der sich die Menschen in China befinden. In einer ganzen Serie ihrer Bilder stehen Puppen im Vordergrund, die sie selbst „hässliche Babies“ nennt. Empörung und Entsetzen scheinen ihre weit aufgerissenen Münder zu demonstrieren. Eines ihrer Gedichte, geschrieben im November 1998, lautet:

„Wir leben mit den Puppen zusammen
und sind von der Kraft der Stille umgeben
Mit der offenen Welt um uns herum
kommunizieren wir mit Gesten“

 

Liu Xia © Guy Sorman Untitled Photograph by Liu Xia from the „ugly babies“ series 1996-1999

 

Die Puppen sitzen vor Werken des Horrorklassikers Edgar Allan Poe (1809-1849) und vor Büchern des Henry David Thoreau (1817-1862), dessen Essay über den zivilen Ungehorsam aus dem Jahre 1849 ein Klassiker der Zivilgesellschaft ist. Eine andere Puppe sitzt vor kalligraphierten chinesischen Texten. Im Werk von Liu Xia gibt es ebenso Einflüsse aus dem Westen wie aus China.

Zum Verständnis des Werks von Liu Xia muß man die Umstände ihres Lebens kennen. Verheiratet ist sie mit Liu Xiaobo, Friedensnobelpreisträger des Jahres 2010 und einer der Anführer der studentischen Bewegung des Jahres 1989, die verbunden ist mit dem Namen des Platzes Tiananmen. Die Regierung schlug damals den Studentenaufstand blutig nieder. Für seine Beteiligung wurde Liu Xiaobo damals zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Liu Xiaobo lebte dann in Peking, betätigte sich als Essayist. 1995 wurde er erneut inhaftiert und in eines jener Lager eingewiesen, die man als chinesisches GULAG bezeichnet. In solche Lager konnte man ohne jede richterliche Anordnung, allein aufgrund polizeilicher Befehle eingewiesen werden. 1996 heiratete Liu Xia in diesem Lager Liu Xiaobo, mit dem sie bereits seit den 1980er Jahren befreundet war.

 

Liu Xia © Guy Sorman Untitled Photograph by Liu Xia from the „ugly babies“ series 1996-1999

 

1999 wurde Liu Xiaobo aus der Haft entlassen, 2003 zum Präsidenten des unabhängigen chinesischen PEN gewählt. Im Jahre 2008 verfasste er die Charta 08, ein liberales Manifest nach dem Vorbild der Charta 77. Über dreihundert Gelehrte, Künstler und Politiker waren die Erstunterzeichner, unter ihnen auch Ai Weiwei. Über 5.000 Unterschriften fand die Charta im Netz, bevor die Regierung deren weitere Verbreitung verbat. Liu Xiaobo wurde wegen seiner Autorenschaft 2009 wegen angeblicher ‚Untergrabung der Staatsgewalt’ zu elf Jahren Haft verurteilt. Nachdem bekannt wurde, dass er den Friedensnobelpreis 2010 erhalten hat, stellte man seine Frau Liu Xia unter Hausarrest, ohne jede rechtliche Grundlage. Nur wenige Male im Jahr darf sie ihren Mann besuchen.

Im Werk von Liu Xia spiegelt sich auch die Wirklichkeit Chinas. In China aber ist ihr Werk verboten. Liu Xia durfte Liu Xiaobo Bücher ins Gefängnis mitbringen, Thomas Mann, Dostojewski, Kafka.

 

Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7, Berlin

 

21.02.2015 - 18.04.2015
Über 20 großformatigen Arbeiten aus mehreren der berühmten Serien von Robert Polidori stellt Camera Work aus. Es sind ausschließlich Arbeiten zu sehen, die noch nie zuvor gezeigt wurden – darunter vier epochale Unikate des Künstlers. 21.2. bis 18.4.2015
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Robert Polidori
Über 20 großformatigen Arbeiten aus mehreren der berühmten Serien von Robert Polidori stellt Camera Work aus. Es sind ausschließlich Arbeiten zu sehen, die noch nie zuvor gezeigt wurden – darunter vier epochale Unikate des Künstlers. 21.2. bis 18.4.2015

 

© Robert Polidori, Salle de la Smalah, Salles de l'Afrique, Aile du Nord - 1er Étage, Chateau de Versailles, 2003

 

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die umfangreicher Dokumentation der Umbau-und Restaurationsarbeiten im Schloss Versailles, die Robert Polidoris über einen Zeitraum von 25 Jahren fotografisch begleitet hat. Die prunkvollen Räume, die aufwendigen Restaurierungsarbeiten am Schloss in den 80er-Jahren bis zu den präzisen Details, die Robert Polidori zu seinen Subjekten auserkoren hat, geben dem Betrachter einen Einblick in die Vergangenheit dieses geschichtsträchtigen Ortes, die so behutsam konserviert wird. Gleichzeitig verbindet sich die Historie mit der Gegenwart und lässt die glanzvolle Ästhetik dieser sorgsam geschmückten, verzierten und doch längst vergangenen feudalen Welt neu erleben.

 

 

© Robert Polidori, Musée de Moulages Grandes Écuries - R.D.C.  Chateau de Versailles, 2007

 

Die Detailgenauigkeit der großformatigen Arbeiten ermöglicht es dem Betrachter, die Oberflächenstrukturen und Formen mit dem Auge regelrecht abzutasten: eine komplexe Bildfläche, welche die Räume auf ganz neue Weise erfahren lässt. Subtil versteht der Fotograf es, die Schnittstellen zwischen Alt und Neu aufzuspüren. Die von ihm fotografierten Räume, obwohl vollkommen menschenleer, erzählen mit ihrer einzigartigen Patina oder ihrem höfischen Glanz mannigfache Geschichten. Die Arbeiten von Polidori sind komplexe Stillleben, die in ihrer Farbigkeit und einzigartigen Qualität eine Kulisse für die Fantasie des Betrachters bilden. In der friedvollen Stille sowie in der Detailgenauigkeit seiner Werke liegt eine außergewöhnliche Kraft. Neben nie zuvor gezeigten Arbeiten von Versailles zeigt die Einzelausstellung auch ausgewählte neue Arbeiten von Robert Polidori, die in Kuba und in den USA entstanden sind.

 

 

© Robert Polidori, Salle de l'Assemblé Constituante, Salles des Peintures XIXE Attique Chimay, Corps Central -
Attique  Chateau de Versailles, 2002

 

Der 1951 im kanadischen Montreal geborene Robert Polidori lebt in New York und Paris. Für seine Arbeit wurde er unter anderem mit dem Deutschen Fotobuchpreis oder den Alfred-Eisenstaedt-Award gewürdigt. Robert Polidoris Arbeiten wurden nicht nur in zahlreichen Galerien, sondern auch in international renommierten Museen wie dem Metropolitan Museum of Art in New York, dem Musée d’Art Contemporain de Montréal und dem Martin-Gropius-Bau in Berlin gezeigt. Zudem sind zum umfangreichen Werk Robert Polidoris zahlreiche Publikationen erschienen, unter anderem der mit dem Liliane Bettencourt Prix de la Photographie ausgezeichnete, dreibändige Bildband »Parcours Muséologique Revisité« mit der monumentalen photographischen Dokumentation des Schloss Versailles.

 

© Robert Polidori, Darbanga Ghat, Viewed from the Boats Leading into the Ganga Varanasi,
Uttar Pradesh, India, 2003

 

CAMERA WORK, Kantstraße 149, Berlin

 

21.02.2015 - 31.05.2015
Seit den 1970er-Jahren hat Gerald Domenig ein umfangreiches Konvolut seiner Zeichnungen und Fotografien aufgebaut. Mit über 100 Fotografien und 144 Zeichnungen präsentiert die Ausstellung im MMK 1 des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main eine Auswahl seines Werkes, das sich sowohl durch eine thematische Offenheit als auch eine formale Strenge auszeichnet. 21.2. – 31. 5. 2015
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Gerald Domenig
Seit den 1970er-Jahren hat Gerald Domenig ein umfangreiches Konvolut seiner Zeichnungen und Fotografien aufgebaut. Mit über 100 Fotografien und 144 Zeichnungen präsentiert die Ausstellung im MMK 1 des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main eine Auswahl seines Werkes, das sich sowohl durch eine thematische Offenheit als auch eine formale Strenge auszeichnet. 21.2. – 31. 5. 2015

Gerald Domenig, Ausstellungsansicht MMK 1
© Gerald Domenig, Foto / photo: Axel Schneider




Der in Frankfurt lebende Domenig, geboren 1953 in Villach, Österreich, studierte von 1972 bis 1973 an der Kunstakademie in Düsseldorf und von 1974 bis 1978 an der Städelschule in Frankfurt am Main. Seine bevorzugten Medien sind die Bleistiftzeichnung und die Fotografie. 1976 initiierte Gerald Domenig die Fotografie an der Städelschule und hatte auf nachfolgende Studentengenerationen als Künstler und Fotograf großen Einfluss. Kasper König lud ihn 1988 zusammen mit Franz West für eine Doppelausstellung in den Portikus ein.
Im Laufe der Präsentation im MMK 1 werden die ausgestellten Zeichnungen vom Künstler immer wieder neu geordnet. Domenig zufolge gelingt ihm diese Arbeit im Museum besser als in seinem Atelier, denn „das Museum ist die einzige Institution neben dem Gefängnis, die dafür in Frage kommt, letztlich die einzige, weil die Gefängniszelle noch weniger Platz bietet als das Atelier", so Gerald Domenig.

 

Gerald Domenig, ohne Titel, o.J.v © Gerald Domenig

 



In seinen Fotografien untersucht Domenig die Veränderung, die das Motiv durch die Fotokamera erfährt. Das Motiv muss dabei nicht spektakulär sein, sondern für den Künstler das Potential haben, in ein Bild verwandelbar zu sein. „Es geht Domenig nicht um den Vergleich zwischen dem Motiv und seinem Abbild, sondern vielmehr um die Herstellung eines Bildes, das für sich besteht. Natürlich können Dinge erkannt und benannt werden. Sie sind aber nur soweit von Bedeutung, als sie Elemente eines innerbildlichen Spiels sind. Dabei sind die Bildelemente von noch größerer Bedeutung, die nicht zuordenbar sind, die ‘flirren‘ und sich der Eindeutigkeit entziehen“, sagt Kurator Klaus Görner.

 

Gerald Domenig, ohne Titel, o.J.v © Gerald Domenig



Im Werk Domenigs gibt es einige Motive und Plätze, zu denen der Künstler immer wieder zurückkehrt. Der fotografische Teil der Ausstellung ist durch solche Zentren gegliedert. Es gibt die Reihen der "Mäntel", der "Häuserecken und -fassaden", die "Klamm", die Autos, und Bilder, die im weitesten Sinne als Stillleben bezeichnet werden können. Viele dieser Orte liegen ganz in der Nähe seiner Wohnung, andere sind Gegenden in Österreich, die er aus seiner Kindheit kennt. Neben der Variation der Orte, variiert Domenig auch die Abzüge seiner Fotos: Für ihn wichtige Bilder vergrößert er immer wieder neu, wechselt die Fotopapiere oder deckt Teile des Negativs ab. Andere werden als Drucke in sehr großen Formaten hergestellt. Diese Verfahren machen deutlich, dass es ihm um die Bilder geht und nicht so sehr um die Referenz zum Motiv.

Museum für Moderne Kunst, Domstraße 10, Frankfurt am Main

 

20.02.2015 - 06.05.2015
Fotoausstellung Bochum . Bäume sind das zentrale Bildthema der Ausstellung in der die Galerie m Bochum Arbeiten der Düsseldorfer Fotografin Simone Nieweg zeigt Vom 20. Februar bis zum 6. Mai 2015
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Simone Nieweg - Bäume
Fotoausstellung Bochum . Bäume sind das zentrale Bildthema der Ausstellung in der die Galerie m Bochum Arbeiten der Düsseldorfer Fotografin Simone Nieweg zeigt Vom 20. Februar bis zum 6. Mai 2015

 

© Simone Nieweg, Holterhöfe, Krefeld, 2013 Courtesy Galerie m Bochum

 


Bäume sind ein Sujet, das in Simone  Niewegs Werkgruppen wiederholt vorkommt. Die 1962 in Bielefeld geborene Fotografin zeigt präzise komponierte Landschaften, Gärten, Äcker, Felder oder Gartenkonstruktionen. Der Baum findet sich innerhalb dieser ruralen Naturdarstellungen in der vom Menschen genutzten Peripherie als vielgestaltiges Motiv wieder.

 

© Simone Nieweg, Wallnussbaum, Willich Niederheide, 1991 Courtesy Galerie m Bochum


Dicht bewachsene Waldstücke, formatfüllende Weiden oder gestaffelte Obstbäume sind in der Ausstellung als Groß- und Kleinformate zu sehen. Mal tritt eine entlaubte Krone als flächendeckende, rasterhafte All-Over-Struktur ins Bild. Auf anderen Fotografien rahmen einzelne Bäume am Bildrand den Ausblick auf weitläufige Landschaften und verstärken die Illusion von Raumtiefe wie klassische Repoussoirs in der Malerei.

 

© Simone Nieweg, Zitronen und Avocado Courtesy, Hollywood, Kalifornien, 1013 Courtesy  Galerie m Bochum

 

Galerie M Bochum, Schlossstr. 1a, Bochum

19.02.2015 - 12.04.2015
Fotoausstellung Berlin . Ungewöhnlich dass ein Fotoschatz von geschätzten 150.000 Aufnahmen erst nach dem Tod seiner Schöpferin den Weg an die Öffentlichkeit findet. Vivian Maier hat sogar einen Großteil ihrer Fotografien selbst nie gesehen, denn sie dämmerten unentwickelt ihrer Entdeckung entgegen. Bei einer Zwangsversteigerung wurde das Werk entdeckt und machte posthum Vivian Maier zu einer der wichtigsten, amerikanischen Fotografinnen des 20. Jahrhunderts. Jetzt zeigt der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus zum ersten Mal in Deutschland eine Auswahl von 120 Werken. 19. Februar bis 12. April 2015
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Vivian Maier - Street Photographer
Fotoausstellung Berlin . Ungewöhnlich dass ein Fotoschatz von geschätzten 150.000 Aufnahmen erst nach dem Tod seiner Schöpferin den Weg an die Öffentlichkeit findet. Vivian Maier hat sogar einen Großteil ihrer Fotografien selbst nie gesehen, denn sie dämmerten unentwickelt ihrer Entdeckung entgegen. Bei einer Zwangsversteigerung wurde das Werk entdeckt und machte posthum Vivian Maier zu einer der wichtigsten, amerikanischen Fotografinnen des 20. Jahrhunderts. Jetzt zeigt der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus zum ersten Mal in Deutschland eine Auswahl von 120 Werken. 19. Februar bis 12. April 2015

 

Selbstporträt Vivian Maier, 1955 New York © Vivian Maier/Maloof Collection, Courtesy Howard Greenberg Gallery, NY

 

 

In New York am 1. Februar 1926 als Ki nd europäischer Einwanderer geboren, arbeitete Vivian Maier 40 Jahre als Kindermädchen in Chicago. Ihre Leidenschaft aber galt der Fotografie. Sie fing mit einer Rolleiflex-Kamera, später mit einer Leica IIIc, das urbane Leben auf den Straßen New Yorks und Chicagos ein. So entstanden eindringliche Porträtstudien. Der Betrachter von heute erlebt nicht nur die Passanten von damals, sondern erhält ganz nebenbei einen Einblick in die Wohn- und Lebensverhältnisse, den Alltag der Großstadt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

 

New York Public Library, New York, ca. 1952
© Vivian Maier/Maloof Collection, Courtesy Howard Greenberg Gallery, NY


 

Aber Vivian Maier hat zeitlebens niemandem ihre auf über 150.000 geschätzten Aufnahmen gezeigt und einen Großteil ihres Werks selbst nie gesehen. Einige tausend unentwickelte Filmrollen fanden sich neben Vintages und Negativen 2007 in der Zwangsversteigerungsmasse, die von drei Höchstbietenden erworben wurde. Während Vivian Maier 2009 verarmt starb, erfreut sich ihr Werk unter Sammlern größter Beliebtheit.  Vivian Maiers fotografischer Blick von damals fasziniert noch heute. Eine Spurensuche hat begonnen.

 

 

16. Mai 1957, Chicago © Vivian Maier/Maloof Collection, Courtesy Howard Greenberg Gallery, NY


 

Willy-Brandt-Haus, Stresemannstraße 28, Berlin

 

18.02.2015 - 19.04.2015
Fotoausstellung Wien . Es gibt wohl kaum einen Fotografen der so viele Berühmtheiten vor seiner Kamera hatte wie Edward Steichen, Das Fotomuseum WestLicht widmet ihm als einem der großen Fotopioniere des 20. Jahrhunderts der die Mode- und Magazinfotografie revolutionierte, eine Ausstellung. 18.2. bis 19.4.2015
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Edward Steichen High Fashion
Fotoausstellung Wien . Es gibt wohl kaum einen Fotografen der so viele Berühmtheiten vor seiner Kamera hatte wie Edward Steichen, Das Fotomuseum WestLicht widmet ihm als einem der großen Fotopioniere des 20. Jahrhunderts der die Mode- und Magazinfotografie revolutionierte, eine Ausstellung. 18.2. bis 19.4.2015

Edward Steichen: Actree Gloria Swanson, 1924 Courtesy Condé Nast Archive
© 1924 Condé Nast Publications

 

 

In den Jahren von 1923 bis 1937 war Edward Steichen Cheffotograf des Condé Nast Verlags. Rund 200 seltene Vintage-Prints aus dem Condé Nast Archiv führen das eindrucksvoll vor Augen. Für Vogue und Vanity Fair fotografiert er unter anderem Greta Garbo, Marlene Dietrich, Winston Churchill, Katherine Hepburn, Charlie Chaplin, Joan Crawford, Gloria Swanson, Cecil B. De Mille, George Gershwin, Fred Astaire, Gary Cooper, Maurice Chevalier.

 

 

Edward Steichen: Marlene Dietrich, 1934 Courtesy Condé Nast Archive
© 1934 Condé Nast Publications

 

 

Schon in den Anfängen seiner Karriere gehörte Edward Steichen zu den wichtigsten Vertretern des Piktorialismus, einer vom Impressionismus beeinflussten Strömung, die mit Edeldruckverfahren die Fotografie als vollwertiges künstlerisches Ausdrucksmedium der Malerei an die Seite zu stellen suchte. Während des Ersten Weltkriegs etablierte sich Edward Steichen als Vorreiter einer sachlichen Fotografie. 1923 trat er dann als Cheffotograf von Vogue und Vanity Fair eine Stelle an, die zu den renommiertesten im Bereich der kommerziellen Fotografie zählte. In den kommenden 15 Jahren setzte er gänzlich neue Maßstäbe in diesem Metier. Für die Condé Nast Magazine fotografierte Steichen die bekanntesten Persönlichkeiten aus Film, Theater, Musik, Literatur, Journalismus, Tanz, Sport und Politik, vor allem aber auch die Kreationen der Haute Couture, und schuf so ein einzigartiges Oeuvre. Selbstbewusst setze er durch, dass seine Arbeiten nur unter Nennung seines Namens, als Autorenfotografie, publiziert werden durften.

 

 

Edward Steichen: Schauspieler Gary Cooper, 1930 Courtesy Mathieu Humery Collection
© 1930 Condé Nast Publications

 

Edward Steichen verzichtete dabei, anders als etwa Man Ray und Erwin Blumenfeld, auf avantgardistische Stilelemente und ließ die künstlerischen Einflüsse seines Frühwerks wie Impressionismus, Jugendstil und Symbolismus hinter sich. Er entwickelte eine ganz neuartige professionelle Bildsprache, die sich weltmännisch, elegant und mit oft unterkühlter Erotik ganz im Geist des Art déco präsentierte. Wie auf einem Filmset arbeitete er dabei mit einem großen Team von Mitarbeitern, das für Bühnenaufbau und Ausleuchtung, Styling und Makeup verantwortlich war. Steichen komponierte bildnishaft, dekorativ verfremdend, schnappschussartig oder nüchtern realistisch. Das am Modell wie an einer Modepuppe drapierte Kleid hatte bei ihm ausgedient. Er arrangierte Situationen, inszenierte Settings, in denen die Persönlichkeit des Modells in den Mittelpunkt gerückt wurde. 

 

Edward Steichen: Marion Morehouse und ein unbekanntes Modell in der Mode von Vionnet 1930
Courtesy Condé Nast Archive © 1030 Condé Nast Publications

 

Eine Ausstellung der Foundation for the Exhibition of Photography Minneapolis/New York City/Paris/Lausanne, in Kooperation mit WestLicht. Schauplatz für Fotografie

Edward Steichen wurde 1879 in Luxemburg geboren. Im Alter von zwei Jahren wanderte seine Familie in die USA aus. Von 1894 bis 1898 studierte er Kunst in Milwaukee, von 1906 bis 1914 ging er zum Studium der Malerei nach Paris. Als Fotograf war Steichen Autodidakt. 1905 gründete er gemeinsam mit Alfred Stieglitz, der ihn schon früh als Fotograf förderte, in New York die „Little Galleries of the Photo-Secession“, auch „291“ genannt. Hier wurden neben Fotografien auch Werke von Pablo Picasso, Henri Matisse oder Paul Cézanne ausgestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Edward Steichen Direktor der fotografischen Abteilung des New Yorker Museum of Modern Art und kuratierte die berühmt gewordene Fotoausstellung The Family of Man (1955). Im März 1973 starb Edward Steichen wenige Tage vor seinem 94. Geburtstag. 

 

 

Die Ausstellung wird ergänzt durch eine zeitgenössische Intervention der in Wien lebenden Künstlerin Caroline Heider (*1978). In ihren Arbeiten greift sie vorgefundenes Bildmaterial auf und macht sich dieses vermittels vielfältiger Strategien zu eigen – so auch Modefotografien aus der Vogue der Steichen Ära, die sie reproduziert und mit wenigen Knicken zu unwahrscheinlichen Körpern formt. Heiders Aneignungen hinterfragen die gängigen Modi der Repräsentation. Durch das Schichten der Faltung kommt Disparates zur Deckung, stülpen sich Peripherien ins Zentrum, verschwinden Blicke im Verborgenen.

 

WestLicht Schauplatz für Fotografie, Westbahnstraße 40, Wien

 

 

 

13.02.2015 - 28.04.2015
Fotoausstellung München. Dem Münchner Komiker Karl Valentin hätte sie sicher gefallen – die Sicht von München wie sie Herbert Becke in seinen Fotografien zeigt – bodenständig aus der Perspektive wie sie zum Beispiel eine Maus hat. Passenderweise werden die Fotos jetzt im Valentin-Karlstadt Musäum ausgestellt. 13. Februar bis 28. April 2015
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Herbert Becke - M... aus der Sicht der PerspekTIEFE
Fotoausstellung München. Dem Münchner Komiker Karl Valentin hätte sie sicher gefallen – die Sicht von München wie sie Herbert Becke in seinen Fotografien zeigt – bodenständig aus der Perspektive wie sie zum Beispiel eine Maus hat. Passenderweise werden die Fotos jetzt im Valentin-Karlstadt Musäum ausgestellt. 13. Februar bis 28. April 2015

 

 

 

 

„Das "M" steht für München, aber auch für die (Sicht) der Maus - ‚Sicht der PerspekTIEFE’ als etwas satirisch-(hinter)sinniger valentinesker Hinweis der ‚Perspektive der Sicht’ oder aber auch der ‚Sicht ohne einer Perspektive’? und die ‚PerspekTIEFE’ verstanden tatsächlich als Tiefe, weil überwiegend aufgenommen mit der Kamera unmittelbar auf dem Boden der Tatsachen.  Zudem TIEFE auf den Grund gehend, versuchen das Wesentliche zu zeigen, als Gegensatz zur reinen Oberfläche und der Oberflächlichkeit, hin zur Aussage eines Bildes“, das eine kleine Einführung  von Herbert Becke in seine Bilderwelt, die er mit den Worten des unvergesslichen Münchner Komikers Karl Valentin begleitet „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“.

 

 

 

Die meisten Fotos entstehen aus einer natürlichen Sichtweise, stehend, ca. 1,70 Meter über dem Erdboden. Die Perspektive des Projektes von Herbert Becke ist eine ganz andere. Es ist die Sicht von Kleinkindern, Hunden oder einer Maus bzw. noch tiefer; auf dem Boden, auf dem Untergrund, der täglich unser Laufsteg ist: "Fotos auf dem Boden der Realität“.

 

 

 

Becke hat seine Heimatstadt München mehrere Jahre lang aus ganz speziellen Perspektiven fotografiert. Aus dieser Sichtweise sind völlig unbekannte Bilder von zum Teil ganz bekannten Motiven entstanden. Winzig kleine Dinge werden auf seinen Bildern auf einmal riesengroß und bedeutend. Oder es "konkurriert" ein überdimensionaler Kanaldeckel mit dem wunderbaren Schloss Nymphenburg. Wie sieht ein Krabbelkind eine Dogge? Wenn ein Turnschuh Augen hätte, was würde er am U-Bahnhof am Marienplatz oder an der Münchner Freiheit sehen? In dieser Ausstellung kann man das alles erleben, ohne sich selbst auf den Boden legen zu müssen.

 

 

 

 

Der Münchner Komiker und Volksphilosoph Karl Valentin könnte zu den "bodenständigen" Fotos möglicherweise gesagt haben:  "Einige Dinge muss man eben aus der Sicht der Perspektive betrachten"

 

Herbert Becke ist in München geboren und aufgewachsen und hat in den vergangen Jahrzehnten in dieser Stadt so ziemlich "alles" fotografiert.

 

Herbert Becke

 

„Aber ich war mit meinen Ergebnissen nicht so hundertprozentig zufrieden. Es waren auch überwiegend nur Einzelbilder. Ich wollte mal eine abgerundete Bild-Geschichte erzählen, und dabei eine ganz spezielle Sichtweise von Anfang bis zum Ende durchhalten. So kam ich auf die Idee meine Heimatstadt "bodenständig" zu fotografieren. Ich habe mir dann konsequent vorgenommen, alle Motive aus der "PerspekTIEFE", also mit der Kamera unmittelbar auf dem "Boden der Realität" zu betrachten“; erklärt Herbert Becke. „Ich arrangiere meine Bilder nicht. Mein fotografisches Motto lautet: Es ist, wie es ist. Das Leben posiert nicht, es findet statt, und zwar auf "allen Ebenen. Diese Art des Fotografierens ist auch sehr kommunikativ. Wenn man sich an belebten öffentlichen Plätzen längere Zeit auf dem Boden mit der Kamera beschäftigt, kommt man zwangsläufig mit den Menschen um sich herum in Kontakt, z.B. wird einem ‚Hilfe’ zum Aufstehen angeboten, die Leute fragen, ‚was machen Sie da?’ manchmal vorwurfsvoll, meist aber interessiert und freundlich, oder auch ‚nette Bekanntschaften’ mit dem unterschiedlichsten Sicherheitspersonal und den ‚Staatsgewalten’ entstehen (Überprüfung durch Zivilpolizei, wenn man am Boden vor Geldautomaten fotografisch aktiv ist, usw.). Fotografieren wird so zu einem kleinen Abenteuer und macht richtig Spaß.“

 

Herbert Becke war 33 Jahre lang Leiter der Volkshochschule LK-München-Nord, ist Fotodozent, Initiator und Leiter von „FotoArt Münchn“ und der Münchner Fototage. Er gründete 1977 den Fotoclub der Volkshochschule „CC77“.

Für seine Arbeit wurde er unter anderem mit dem „Tassilopreis“ der Süddeutschen Zeitung ausgezeichnet.

www.derbecke.de

 

Der Fotograf Herbert Becke ist während der Ausstellungszeit jeden Samstag von 16:30 Uhr bis 17:30 Uhr im Valentin-Musäum anwesend.

 

"Valentin-Karlstadt-Musäum" im Isartor, Im Tal 50, München

 

 

13.02.2015 - 06.09.2015
Ausstellung Hamburg MKG Museum für Kunst und Gewerbe . Tattoos sind weit mehr als ein Massenphänomen und kultiges Modeaccessoire. Sie erzählen persönliche Geschichten, schaffen Identität und Zugehörigkeit, schmücken, heilen und schützen, faszinieren oder stoßen ab. Die Ausstellung Tattoo zeigt mit Fotografien, Farbholz­schnitte, Gemälde und Skulpturen, Videoarbeiten und Audioinstallationen sowie Vorlageschablonen und historische Hautpräparate erstmals das breite Spektrum dieser alten und noch immer sehr lebendigen Kulturtechnik im Fokus von Kunst und Design. 13.2. bis 6.9.2014
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Tattoo
Ausstellung Hamburg MKG Museum für Kunst und Gewerbe . Tattoos sind weit mehr als ein Massenphänomen und kultiges Modeaccessoire. Sie erzählen persönliche Geschichten, schaffen Identität und Zugehörigkeit, schmücken, heilen und schützen, faszinieren oder stoßen ab. Die Ausstellung Tattoo zeigt mit Fotografien, Farbholz­schnitte, Gemälde und Skulpturen, Videoarbeiten und Audioinstallationen sowie Vorlageschablonen und historische Hautpräparate erstmals das breite Spektrum dieser alten und noch immer sehr lebendigen Kulturtechnik im Fokus von Kunst und Design. 13.2. bis 6.9.2014

Porträt von Maud Stevens Wagner, Tattoo Künstlerin, USA, 1877-1961
Foto: Library of Congress, Washington

 

 

Ein Schwer­punkt der Ausstellung liegt auf der wechselseitigen Beeinflussung von Kunst, traditioneller Tätowierpraxis und visueller Gestaltung. Tattoo zeigt über 250 Arbeiten aus dem späten 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart: Darunter Fotografien, Farbholz­schnitte, Gemälde und Skulpturen, Videoarbeiten und Audioinstallationen sowie Vorlageschablonen und historische Hautpräparate. Tätowiergeräte von einfachen Naturwerkzeugen bis zu filigranen Präzisionsmaschinen, Farben und Pig­mente vermitteln ein Bild von der handwerklichen Praxis. Mit der Schau blickt das MKG auch zurück auf die traditions­reiche Geschichte der Hamburger Tattoo-Szene, deren Wiege im Hafenmilieu des späten 19. Jahrhunderts zu finden ist. Bisher unveröffentlichte historische Fotografien dokumentieren die typischen Tätowierungen der Hamburger Arbeiter­schaft um 1890. Tattoo-Legenden wie Christian Warlich („der König der Tätowierer“) und Herbert Hoffmann stehen für eine vielfältige und ausdrucksstarke Kunstform, die immer neue gestalterische Experimente hervorbringt. Einen Einblick geben Arbeiten lokaler Tattoo-Künstler, die sich von der Sammlung des Museums inspirieren ließen. Eine Videoprojekti­on zeigt zahlreiche Arbeiten renommierter Tätowier und Tätowiererinnen aus der aktuellen internationalen Szene, die sich durch eine Vielfalt an Stilrichtungen und neuen künstlerischen Bewegungen auszeichnet.

 

El Gangster de Iberia, San Salvadore, 2008. Der Bandenkrieg der Mara Salvatrucha in El Salvador.
Foto Christian Poveda © Christian Poveda / Agence VU

 

 

Weltweit nutzen viele Kulturen die menschliche Haut als Bildträger. Die Tradition der Tätowierung gehört zu den frühen Kunstformen und ältesten Handwerkspraktiken. Sie prägt heute noch das Alltagsbild. Die Ausstellung stellt ausgewählte Beispiele vor. Die Gesichtstätowierungen der Chin-Frauen in Birma etwa sind Teil eines Rituals, das den Übergang von der Kindheit zur Welt der Erwachsenen markiert. Mit Hilfe von Dornen oder Nadeln bringen Tätowiererinnen Muster in die Haut ein, die sich von Familienclan zu Familienclan unterscheiden. Auch die neuseeländischen Gesichtstätowierungen der Maori, geben Auskunft über die Familienzugehörigkeit und soziale Stellung der Person. Jede Gesichtspartie ist bestimmten Informationen vorbehalten, so zeugt eine Tätowierung der Stirnmitte etwa von einem hohen Status. In Thailand sind sakrale Tätowierungen – Sak Yant genannt – weit verbrei­tet. Sie sollen ihre Träger vor Unglück bewahren und sie unterstützen, ein moralisch korrektes Leben zu führen. Tattoos haben auch in Japan eine lange Tradition, die erste Erwähnung stammt aus dem 3. Jahrhundert. Die Gestaltung folgt dabei einer besonderen Harmonie und Eleganz und zeichnet sich durch klar gegliederte Farbbereiche aus.

Num, gesegnete Fotografie, Thailand 2010, Sak Yant, Sakrale Tätowierungen, Thailand,
Foto Aroon Thaewchatturat © Aroon Thaewchatturat

 

 

Im 18. und 19. Jahrhundert prägen illustrierte Reiseberichte den Blick auf die fremden Kulturen in Übersee und wecken die Neugier für die damals exotischen Tätowierpraktiken. Das Wort Tattow aus dem polynesischen Sprachgebrauch findet Erwähnung in James Cooks Forschungsberichten über seine Expeditionen in die Südsee im 18. Jahrhundert. Durch die sehr beliebten frühen ethnografischen Zeichnungen und Sti­che sowie später folgende Fotografien erfolgt eine Popularisierung der modernen Tätowierung in der westlichen Welt. Die Kunst des Tätowierens steht anfangs oftmals für das erotisierte Fremde und eine magisch-mythische, von Kulten und Riten begleitete Welt. Tattoos erleben in Europa und in Amerika in der Zeit bis zum Ersten Weltkrieg eine Blütezeit. So sind selbst die Angehörigen der amerikanischen Oberschicht und nahezu aller europäischen Fürstenhäuser – einschließ­lich des Deutschen Kaiserhauses – tätowiert. In dieser Zeit gilt diese Form des Körperschmucks als Ausdruck von gutem Geschmack. Im 19. Jahrhundert bildet sich aber vor allem im Bürgertum eine ambivalente Haltung gegenüber der Täto­wierung heraus. Faszination und Ablehnung liegen in der westlichen Tattoo-Geschichte folglich eng beieinander und begründen den Doppelcharakter der Tätowierung als Stigma und Auszeichnung.

Durch die Verbreitung des Tätowierens in verschiedenen gesellschaftlichen Schichten und Gruppierungen vervielfältigen sich im letzten Jahrhundert die Funktionen und Bedeutungen des Tattoos. Vor allem die Doppeldeutigkeit von Stigma und Auszeichnung zeigt sich symptomatisch im milieuspezifischen Umgang mit Tätowie­rungen. Während Seeleute und Soldaten mit exotischen Bildmotiven ihre Reisetätigkeit dokumentieren, entwickeln sich im kriminellen Milieu Tätowierungen regelrecht zu Erkennungszeichen. Im Kontext der aufkommenden Fahndungsfoto­grafie erlangen sie bereits Anfang des 20. Jahrhunderts als erkennungsdienstliches Identifikationsmerkmal besondere Bedeutung. In russischen Gefangenenlagern werden im späten 19. Jahrhundert Tätowierungen und Brandmarkungen systematisch von staatlicher Seite eingesetzt, um Straftäter zu kennzeichnen.

 

Japanese Tattoo, 1880-1890, Albuminpapier, handkoloriert , 27 x 21 cm
© Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

 

 

Ein weiterer Aspekt der Ausstellung widmet sich mit zahlreichen Objekten dem Verhältnis von Frauen und Tattoos. Historische Fotografien zeigen schlaglichtartig die wechselhafte Geschichte von der Ausstellung stark tätowierter weiblicher Körper als Jahrmarktattraktion in den 1920er Jahren bis zu den Glamourgirls in den Varie­tés der 1960er Jahre. Schließlich stellt sie auch ausgewählte Pionierinnen vor, die sich selbstbestimmt in dem von Män­nern dominierten Bereich behaupteten. Frauen sind mittlerweile nicht mehr aus der Tattoo-Kultur wegzudenken und spielen als Künstlerinnen eine wichtige Rolle in der zeitgenössischen Szene.

Das komplexe Bedeutungsspektrum spielt auch in der zeitgenössischen Kunst eine große Rolle. So beschäftigt sich etwa die Japanerin Fumie Sasabuchi in ihren skulpturalen und fotografischen Arbei­ten mit dem Wechselspiel zwischen traditionellen Tattoo-Motiven der japanischen Yakuza und der Ästhetik westlicher Massenkultur. Auch Enrique Martys Skulpturen aus der Serie Art is Dangerous greifen auf die Yakuza-Ikonografie zu­rück, um in Verbindung mit der grotesken Anmutung der Figuren ironische Fragen nach der Rolle der Kunst und der Bedeutung von Tätowierungen aufzuwerfen. Der spanische Konzeptkünstler Santiago Sierra thematisiert in seiner filmi­schen Arbeit die Tätowierung aus gesellschafts-und kapitalismuskritischer Sicht. Er bezahlte Angehörige sozialer Rand­gruppen dafür, sich in einer Performance eine durchgehende Linie auf den Rücken tätowieren zu lassen. Mit der bewusst unsauber gesetzten Linienführung verweist er auf deren prekäre Stellung und die damit verbundene gesellschaftliche Stigmatisierung.

Tattoo ist eine Produktion des Gewerbemuseum Winterthur, Schweiz, kuratiert von Susanna Kumschick, und wird erstmals in Deutschland gezeigt.

Für die Ausstellung im MKG entsteht ein vielfältiges Rahmenprogramm in Zusammenarbeit mit Hamburger Tätowie­rer/innen und Grafikdesigner/innen. Es erscheint ein kostenloses 36-seitiges Booklet in Deutsch und Englisch

 

Museum für Kunst und Gewerbe, Steintorplatz, Hamburg

 

13.02.2015 - 02.05.2015
Fotoausstellung Wien "Just the two of us" heißt das Fotoprojekt, von Klaus Pichler: Da sitzt ein Büroangestellter als Einhorn in der Badewanne, oder ein Außerirdischer ist vor der Spülmaschine in seiner Einbauküche gelandet. Zu sehen bei AnzenbergerGallery. 13. Februar bis 2. Mai 2015
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Klaus Pichler - „Just the two of us“ und andere Arbeiten
Fotoausstellung Wien "Just the two of us" heißt das Fotoprojekt, von Klaus Pichler: Da sitzt ein Büroangestellter als Einhorn in der Badewanne, oder ein Außerirdischer ist vor der Spülmaschine in seiner Einbauküche gelandet. Zu sehen bei AnzenbergerGallery. 13. Februar bis 2. Mai 2015



Es sind österreichische Kostüm-Enthusiasten, die Klaus Pichler fotografisch porträtiert: Menschen, die aus ihrem alltägliches Selbst schlüpfen und sich durch die Verkleidung in Fabelwesen erreichen.
Klaus Pichler ist fasziniert von dem Persönlichkeitswechsel, der mit der Verwandlung durch die Kostümierung einhergeht. Durch die Verkleidung schaffen sich die Menschen eine zweite Haut, ein Alter Ego oder zweites Ich, das von außen mit anderen Augen wahrgenommen wird.

 

 

 

Für seine Fotoserie hat sich Klaus Pichler auf die Suche nach verschiedensten Traditionen gemacht, in denen die Verkleidung eine Rolle spielt, und die Menschen, die diese Traditionen leben, in ihren eigenen vier Wänden porträtiert. Egal ob Cosplayer, Furry, Live- Rollenspieler, Star Wars-Fan, Krampus oder Ritter, 'Just the two of us' beschäftigt sich mit beidem: mit der Verkleidung und dem Menschen darunter.

 

Im zweiten Raum der Galerie werden Werke aus Klaus Pichler's anderen Serien 

Skeletons in the Closet, One Third und Dust gezeigt.

 

 

AnzenbergerGallery, Absberggasse 27, Wien

 

 

 

12.02.2015 - 12.04.2015
Fotoausstellung Hannover. GAF stellt die berührenden Bilder der Fotografin und Pulitzer-Preisträgerin Anja Niedringhaus vor. Die Fotografin, die im letzten Jahr einem Attentat zum Opfer fiel, hat die Schrecknisse des Krieges nicht in markschreierischer Weise dargestellt, sondern meist in Motiven die ohne Blut und Gewalt auskommen. 12.2. bis 12.4. 2015
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Anja Niedringhaus – Bilder vom Krieg
Fotoausstellung Hannover. GAF stellt die berührenden Bilder der Fotografin und Pulitzer-Preisträgerin Anja Niedringhaus vor. Die Fotografin, die im letzten Jahr einem Attentat zum Opfer fiel, hat die Schrecknisse des Krieges nicht in markschreierischer Weise dargestellt, sondern meist in Motiven die ohne Blut und Gewalt auskommen. 12.2. bis 12.4. 2015

 

Fallujah Irak, 14. November 2004 Ein U.S. Marine der 1st Division trägt sein Maskottchen in seinem Rucksack.
AP Photo/Anja Niedringhaus Aus dem 2005 Pulitzer Prize ausgezeichneten Portfolio von AP Fotografen.

 

 

Am 4. April 2014 ist die deutsche Fotografin Anja Niedringhaus bei einem Attentat auf sie und ihre Kollegin Kathy Gannon in Afghanistan ums Leben gekommen. Es waren vor allem die Bilder aus den Krisengebieten wie Kosovo, Kroatien, Serbien, Bosnien, Irak, Afghanistan, Kuwait, Libyen und Israel, die sie berühmt gemacht haben.

 

Kandahar, Afghanistan 20. April, 2013 In einem Interview erzählt Masooma von einem Überfall der ein Jahr zurückliegt bei dem U.S. Soldaten 16 Menschen töteten unter anderem ihrem Ehmann. AP Photo/Anja Niedringhaus

 

 

Dabei ging es ihr nie um die reine Kriegsillustration. Vielmehr standen vor allem die Opfer der Kriege im Fokus ihrer Bilder. Die Verletzten, die Geschundenen, die Trauernden, die Hinterbliebenen. Aber auch den Soldaten, in denen sie ebenfalls Opfer der Kriege sah, begegnete sie mit humanistischem Respekt. Selbst in den schwierigsten und gefährlichsten Situationen war Anja Niedringhaus auf der Suche nach dem Menschlichen, getrieben von dem Glauben an den Sinn ihrer Arbeit. Die Bilder, die dabei entstanden, unterscheiden sich von vielen anderen Kriegsbildern. Sie sind ehrlich und gerade. Auf jede Form fotografischer Effekthascherei hat sie in ihrer Fotografie verzichtet, simplifizierende Bilder vermieden.

 

Salavat, südwestlich von Kandahar, Afghanistan 11. September, 2010 Ein kanadischer Soldat ddes 1st RCR Battle Group, The Royal Canadian Regiment, jagt ein Huhn wenige Sekunden bevor er und seine Enheit mit Granaten angegriffen werden. AP Photo/Anja Niedringhaus, File

 

Die Ausstellung ist mit Unterstützung der Associated Press und Michael Ebert entstanden.

 

 

Galerie für Fotografie in Hannover (GAF) Seilerstraße 15d, Hannover

 

 

 

08.02.2015 - 03.05.2015
Fotoausstellung Oberhausen . Den in Münster 1923 geborenen Rudolf Holtappel stellt die Ludwiggalerie vor. Feine Beobachtungsgabe zeichnet seine Motive aus, der zum einen einen Schatz mit Bildern der Region geschaffen hat, aber auch andere Themen wie die Theaterfotografie haben sein Interesse gefunden. Bis 3. Mai 2015
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Rudolf Holtappel – Augenzwinkern Fotografie
Fotoausstellung Oberhausen . Den in Münster 1923 geborenen Rudolf Holtappel stellt die Ludwiggalerie vor. Feine Beobachtungsgabe zeichnet seine Motive aus, der zum einen einen Schatz mit Bildern der Region geschaffen hat, aber auch andere Themen wie die Theaterfotografie haben sein Interesse gefunden. Bis 3. Mai 2015

 

 

Jugend-Europameisterschaften, Duisburg 1988 © Rudolf Holtappel


 

Einem der großen Beobachter des 20. und frühen 21. Jahrhunderts ist die Ausstellung "Augenzwinkern Fotografie" gewidmet. De längste Zeit seines Lebens hat Rudolf Holtappel in Oberhausen verbracht und von hier aus das Ruhrgebiet und die Welt darüber hinaus mit der Kamera festgehalten. Holtappel ist einer der großen Chronisten der hiesigen Region. Doch hat er auch thematische Reihen geschaffen. Die Theaterfotografie war eines seiner zentralen Themen, und auch die Welt des Kaufhauses – genauer gesagt des Karstadt- Kaufhauses – bildete einen ebensolchen Schwerpunkt.

 

 

Ruhrchemie, Oberhausen, 1970 © Rudolf Holtappel

 

Für Henkel arbeitete er jahrelang und machte vorrangig Industrieaufnahmen. Besonders haben ihn die Menschen interessiert, auch wenn zahlreiche seiner Architekturaufnahmen des Reviers heute zu Ikonen geworden sind. Mit einem Augenzwinkern näherte er sich den kleineren und größeren Schwächen und Stärken der Menschen, unseren Besonderheiten und manchmal auch Marotten. Bis ins hohe Alter hat er seine Liebe zur Fotografie verfolgen können. Dies hat ihm zahlreiche Ausstellungen und Preise eingebracht. Die Ausstellung vereint Bekanntes und Unbekannteres. Erstmals wird die letzte Serie des im November 2013 Verstorbenen zu den Übergängen und Ortsschildern der Ruhrgebietsstädte gezeigt.

 

 

Menschen im Revier, Am Hochofen A der Hoag Oberhausen, 1960 © Rudolf Holtappel

 

 

Publikation Zur Ausstellung erscheint ein Booklet mit einem Beitrag von Christine Vogt, 4,00 €

Die  Ausstellung  wird  gefördert  durch  die  Peter  und  Irene  Ludwig  Stiftung,  die Stadtsparkasse Oberhausen und WDR3.

 

 

Ludwiggalerie Schloss Oberhausen, Konrad-Adenauer-Allee 46, Oberhausen

 

06.02.2015 - 19.04.2015
Fotoausstellung Essen . Rund 150 Bilder zeigt das Museum Folkwang aus der Arbeit von Detlef Orlopp mit Bildern die sich ganz der plastischen Vielfalt von Landschaften und Gesichtern widmen. Bis 19. April 2015
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Detlef Orlopp - Nur die Nähe – auch die Ferne
Fotoausstellung Essen . Rund 150 Bilder zeigt das Museum Folkwang aus der Arbeit von Detlef Orlopp mit Bildern die sich ganz der plastischen Vielfalt von Landschaften und Gesichtern widmen. Bis 19. April 2015

Detlef Orlopp, Helene von Boch, 8.10.1963 © Detlef Orlopp

 

Seit nunmehr sechs Jahrzehnten entwickelt Detlef Orlopp (1937*) ein äußerst eigenständiges fotografisches Werk, das sich ganz der plastischen Vielfalt von Landschaften und Gesichtern widmet. Die nun kommende, erste umfassende Werkschau zeigt in rund 150 Fotografien die fortwährenden Grenzgänge dieses Fotografen zwischen seiner Arbeit am Bild und seiner Faszination am morphologischen Reichtum unserer Erde.

 

Detlef Orlopp, 22.9.2003 © Detlef Orlopp

 
Mitte der 1950er Jahre studierte Detlef Orlopp bei Otto Steinert an der Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken. Die experimentellen Methoden und bildnerischen Konzepte des Initiators der «subjektiven Fotografie» waren zunächst prägend für den jungen Fotografen. Doch bald schon entwickelte Orlopp konsequent eine fotografische Sichtweise, welche die Oberfläche von Landschaft zugleich in ein gestaltetes, und reduziertes Bild verwandelt, ohne jedoch den Bezug zum Gegenstand aufzugeben. Gebirgsformationen, Gletscher und Wasseroberflächen aber auch Gesichter gehören zu den immer wieder variierten Motivgruppen dieses Fotografen.
 
 
 
 

Detlef Orlopp, Kilian Breier in Ensheim, 1958 © Detlef Orlopp

 
 
 
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in der Edition Folkwang / Steidl
 

Museum Folkwang, Goethestraße 41, Essen

05.02.2015 - 31.05.2015
Mit Formen des fiktionalen Erzählens in der zeitgenössischen Medienkunst beschäftigt sich die Ausstellung in der Pinakothek der Moderne und im Museum Brandhorst, eine Kooperation mit der Sammlung Goetz und Kino der Kunst 5.2. bis 31.5.2015
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Creating Realities - Begegnungen zwischen Kunst und Kino
Mit Formen des fiktionalen Erzählens in der zeitgenössischen Medienkunst beschäftigt sich die Ausstellung in der Pinakothek der Moderne und im Museum Brandhorst, eine Kooperation mit der Sammlung Goetz und Kino der Kunst 5.2. bis 31.5.2015

Yang Fudong, Lock Again | 2004, 1-Kanal-Videoprojektion (Farbe, Ton), 3 min.
Sammlung Goetz, München © Yang Fudong

 

 

Die Schenkung von 375 Arbeiten der Medienkunst aus der Sammlung Goetz an den Freistaat Bayern 2014 schließt eine Lücke in der bayerischen Museumslandschaft und fügt sich in die langjährige Tradition Münchens als bedeutender Film- und Medienstandort ein. Sie bietet vielfältige Perspektiven für Präsentationen in diesem zentralen Bereich der Gegenwartskunst. 2013 wurde erstmals das Kunstfilmfestival KINO DER KUNST ausgerichtet, das bereits bei seiner Premiere internationalen Anklang fand. Die zweite Ausgabe von KINO DER KUNST findet von 22. bis 26.04.2015 statt. 

 

 

Yang Fudong, Lock Again | 2004, 1-Kanal-Videoprojektion (Farbe, Ton), 3 min.
Sammlung Goetz, München © Yang Fudong

 

Schenkung und Festival bilden den Anlass für die breit angelegte Ausstellung »Creating Realities« in der Pinakothek der Moderne und im Museum Brandhorst. Die Ausstellung befasst sich mit Formen des fiktionalen Erzählens in der zeitgenössischen Medienkunst und nimmt damit auch das Thema des diesjährigen Festivals KINO DER KUNST auf. 

Präsentiert werden Werke von 17 Medienkünstler/innen, die in den 1960er- bis 1980er-Jahren geboren wurden. Diese Künstlergeneration setzt sich in ihrem Schaffen besonders intensiv mit Rezeption und Reflexion des Erzählkinos auseinander. Gezeigt werden Filme und mehrkanalige Filminstallationen mit fiktionalem Charakter und innovativer Erzählstruktur. Ihnen gemeinsam ist eine abgeschlossene, immersive Bildwelt sowie ein poetisches oder utopisches Potenzial.

 

Kapitel 1: A Question of Silence

05.02.-31.05.2015 | Pinakothek der Moderne
Arbeiten von Ulla von Brandenburg (D), Sven Johne (D), Jesper Just (DK), Sam Taylor-Wood (UK), Yang Fudong (CHN)

 

Kapitel 2: L’ellipse

10.03.-31.05.2015 | Pinakothek der Moderne
Arbeiten von Keren Cytter (IL), Omer Fast (IL), John Gerrard (IRL), Pierre Huyghe (F), Philipp Lachenmann (D), Clement Page (UK)

 

Kapitel 3: Neighbour’s Yard

16.04.-31.05.2015 | Pinakothek der Moderne
Arbeiten von Ed Atkins (UK), Brice Dellsperger (F), Bjørn Melhus (D), Ryan Trecartin (USA), Andro Wekua (GE)

 

Pinakothek der Moderne und Museum Brandhorst, Kunstareal, München

 

 

 

 

05.02.2015 - 17.05.2015
Fotoausstellung Bonn Die erste Einzelausstellung des amerikanischen Fotografen Larry Sultan in einem deutschen Museum zeigt das Kunstmuseum Bonn. In einem umfassenden, retrospektiven Blick wird das von Sultan gemeinsam mit Mike Mandel erarbeitete Frühwerk in mehreren Serien vorgestellt. Bis 17.5.2015
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Larry Sultan
Fotoausstellung Bonn Die erste Einzelausstellung des amerikanischen Fotografen Larry Sultan in einem deutschen Museum zeigt das Kunstmuseum Bonn. In einem umfassenden, retrospektiven Blick wird das von Sultan gemeinsam mit Mike Mandel erarbeitete Frühwerk in mehreren Serien vorgestellt. Bis 17.5.2015

Larry Sultan Sharon Wild, 2001 Aus der Serie The Valley
© The Estate of Larry Sultan, courtesy Galerie Thomas Zander, Köln

 

Larry Sultan (1946–2009) ist in Deutschland bislang nur Kennern bekannt, zählt aber im amerikanischen Kunstdiskurs zu den zentralen Positionen der post-konzeptuellen Fotografie. Nachdem Sultan bereits 1977 zusammen mit Mike Mandel durch die medienkritische Serie Evidence einen ganz wichtigen Beitrag zur neueren Geschichte der Fotografie geliefert hatte, sorgte er zu Beginn des 21. Jahrhunderts erneut durch den Blick hinter die Kulissen der Pornoindustrie in der Reihe The Valley für großes Aufsehen.

 

Larry Sultan / Mike Mandel Ooh La La!, 1982 Aus der Serie Billboards
© Mike Mandel, The Estate of Larry Sultan, courtesy Galerie Thomas Zander, Köln

 

Darüber hinaus werden auch exemplarische Fotografien aus den drei farbigen Bildreihen seines Spätwerks, Pictures from Home, The Valley und Homeland, zu sehen sein. Erstmals wird auch ein Beispiel aus der Reihe Billboards gezeigt, deren Motive ursprünglich in den 1970er-Jahren für den öffentlichen Raum entstanden sind.

 

Larry Sultan, Canal District San Rafael, aus der Serie Homeland, 2006;
© The Estate of Larry Sultan, courtesy Galerie Thomas Zander, Köln

 

Der in Kooperation mit dem S.M.A.K. in Gent entstandene Katalog vermittelt mit zahlreichen Beiträgen einen umfassenden Überblick über das Werk von Larry Sultan.

 

Kunstmuseum Bonn, Museumsmeile, Friedrich-Ebert-Allee 2, Bonn

 

 

 

03.02.2015 - 19.04.2015
Fotoausstellung Hamburg . Die Motive der Blüten, Blätter und Zweige von Wilhelm Weimar vereinen botanisches Interesse, ansprechende Bildgestaltung und wahrheitsgetreue Darstellung und sind aber vor allen auch von einer gefangen-nehmenden Schönheit und Ästhetik. Die Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe zeigt rund 40 Arbeiten und stellt ihnen Pflanzenfotografien von Constant Alexandre Famin , der Gebrüder Alinari sowie einer Vorlagenmappe für Kunstgewerbe des Verlegers Martin Gerlach gegenüber. Bis 19. April 2015
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Wilhelm Weimar Herbarium
Fotoausstellung Hamburg . Die Motive der Blüten, Blätter und Zweige von Wilhelm Weimar vereinen botanisches Interesse, ansprechende Bildgestaltung und wahrheitsgetreue Darstellung und sind aber vor allen auch von einer gefangen-nehmenden Schönheit und Ästhetik. Die Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe zeigt rund 40 Arbeiten und stellt ihnen Pflanzenfotografien von Constant Alexandre Famin , der Gebrüder Alinari sowie einer Vorlagenmappe für Kunstgewerbe des Verlegers Martin Gerlach gegenüber. Bis 19. April 2015

Wilhelm Weimar, Hyazinthe 1897-1902 © Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg

 

 

Wilhelm Weimars (1857-1917) fotografisches Herbarium entsteht um die Jahrhundertwende und vereint den geschärften Blick der botanischen Wissenschaft mit jenem für ästhetische Komposition. Vor neutralem Hintergrund lichtet der Fotograf Blüten, Blätter und Zweige ab, stets bemüht um eine ansprechende Bildgestaltung und eine wahrheitsgetreue Übertragung der Formen und Farbwerte der Natur. Seine Aufnahmen entstehen in Rahmen kunstgewerblicher Gestaltungslehre, die zu dieser Zeit auf der Suche nach neuen Schmuckformen auf die Strukturen und den Aufbau der Natur zurückgreift. Weimar rückt jedoch die starre, tektonische Form der Pflanzen in den Hintergrund und vermittelt einen Eindruck von ihrer organischem Lebendigkeit und Dynamik. Seine Arbeiten vereinen botanisches Interesse, die Tradition des kunstgewerblichen Vorlagenwerks und das erwachende Interesse am autonomen fotografischen Bild, das über den Status des Hilfsmediums hinausgeht. Die Ausstellung gibt mit rund 40 Arbeiten Einblick in einen bisher gänzlich unbekannten und bedeutenden Bestand aus dem Werk Wilhelm Weimars und setzt ihn in Bezug zu Pflanzenfotografien von Constant Alexandre Famin (1827-1888), der Gebrüder Alinari (aktiv 1854 - 1890) sowie einer Vorlagenmappe für Kunstgewerbe des Verlegers Martin Gerlach (1846-1918), die ebenfalls gezeigt werden.

 

 

Wilhelm Weimar, Pflanze 1898 © Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg

 

 

Die mehr als 250 Pflanzenbilder, die sich heute in der Sammlung Fotografie und Neue Medien des MKG befinden, fertigt Weimar zwischen 1890 und 1906. In seinem Bestreben, ein getreues Abbild von der Natur zu schaffen, nutzt er ein mechanisches Bildverfahren und verzichtet auf retuschierende Eingriffe als „verschönernde Zwischenhand“. Besondere Faszination bergen die hauchfeinen Blätter, die Weimar aufwendig bei durchscheinendem Tageslicht aufnimmt, um ihren inneren Aufbau zu beleuchten. Diese Fotografien werden für das morphologische Studium, die Struktur- und Formlehre der Biologie, sehr geschätzt und 1913 sogar von der Versammlung Deutscher Naturforscher und Ärzte prämiert. Den Hauptteil seiner Arbeiten bilden Porträts einzelner Blumen vor neutralem Hintergrund. Struppige Distelblüten und knorriges Astwerk sind weitere Motive seines Werkes. Die abgebildeten Pflanzen heben sich in Anlehnung an die japanische Formfindung wie dunkle Tusche vom weißen Hintergrund ab und lassen den grafischen Einfluss in der Fotografie des gelernten Graveurs erkennen.

 

 

 Wilhelm Weimar, Iris 1898-10902 © Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg

 

 

Durch seine Aufnahmen macht Weimar es möglich, die empfindlichen Pflanzenoriginale durch Abbildungen zu ersetzen und diese zu einem fotografischen Herbarium zusammenzustellen, das für die kunstgewerbliche Lehre von großem Nutzen ist. Der konventionellen Formen des historistischen Ornaments in Architektur und Kunsthandwerk überdrüssig suchen Kunstgewerbemuseen und Gewerbeschulen Ende des 19. Jahrhunderts nach Vorbildern für eine neue, aus der direkten Naturbeobachtung gewonnene Gestaltung. In diesem Zusammenhang steht auch das 1893 herausgegebene umfangreiche Vorlagenwerk „Festons und decorative Gruppen“ des Verlegers Martin Gerlach, welches in der Ausstellung zu sehen ist. Ebenfalls reiht Weimar sich in die Tradition der Künstlervorlagen, der sogenannten „Etudes après nature“ ein, wie die Gegenüberstellung mit frühen Pflanzenfotografien Famins und der Alinaris zeigt. 1901 veröffentlicht er seinen Bildband „Blumen-Aufnahmen nach der Natur photographiert“. 

 

Wilhelm Weimar, Pflanze 1901© Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg

 

 

Wilhelm Weimar im MKG

Der Gründungsdirektor des Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG), Justus Brinckmann, stellt Weimar 1883 zur Dokumentation der Sammlungsbestände ein. Im Rahmen dieser Arbeit beschäftigt sich der kunstgewerbliche Zeichner mit Techniken der fotografischen Reproduktion und wendet sie bald professionell an. Er erforscht die Geschichte des Mediums und setzt sich dafür ein, dass im MKG auch eine Sammlung fotografischer Bilder und Objekte angelegt wird. 

Der 1894 von Brinckmann veröffentlichte „Führer durch die Sammlungen des Museums für Kunst und Gewerbe“ wird auch aufgrund seiner zahlreichen materialgetreuen Abbildungen schnell ein bedeutsames Grundlagenwerk für das Kunstgewerbe. Sowohl der Großteil der fein gearbeiteten Zeichnungen, als auch die fotografischen Reproduktionen stammen aus der Hand Wilhelm Weimars. Darüber hinaus nimmt er für Brinckmanns Denkmalarchiv Hamburger Archi-tektur und Interieurs auf. Ein großer Teil dieser Aufnahmen befindet sich heute im Hamburg Museum. Sein breites fotografisches Wissen gibt Weimar auch in externen Vorträgen und an der Gewerbeschule weiter, die sich zu dieser Zeit das Gebäude mit dem MKG teilt. Im Naturwissenschaftlichen Verein Hamburg referiert er unter anderem über seine Aufnahmen von Pflanzen und Blättern. Weimars anfängliche Anstellung als Zeichner wird schon bald in eine Assistenten-stelle umgeschrieben und 1913 wird ihm schließlich – auf Initiative Brinckmanns – der Professorentitel verliehen. Zudem setzt sich Weimar für eine Neubewertung der Fotografie als historisches und künstlerisches Medium ein. Seine umfassende Publikation „Die Daguerreotypie in Hamburg 1839-1860“, widmete er 1915 posthum seinem Förderer Justus Brinckmann.

 

Museum für Kunst und Gewerbe, Steintorplatz, Hamburg

01.02.2015 - 26.04.2015
Fotoausstellung Kaiserslautern . Unter dem Titel „At War“ zeigt das Museum Pfalzgalerie insgesamt rund 100 Arbeiten der Kriegsfotografin Anja Niedringhaus. Afghanistan, Libyen, der Irak, Israel (Gaza) und Bosnien waren Kriegs- und Krisengebiete, aus denen sie berichtete. Professionalität, Risikobereitschaft und ein unparteiischer Blick zeichnen ihre Aufnahmen aus. Bis 26.4.2015
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Anja Niedringhaus. At war 26. April 2015
Fotoausstellung Kaiserslautern . Unter dem Titel „At War“ zeigt das Museum Pfalzgalerie insgesamt rund 100 Arbeiten der Kriegsfotografin Anja Niedringhaus. Afghanistan, Libyen, der Irak, Israel (Gaza) und Bosnien waren Kriegs- und Krisengebiete, aus denen sie berichtete. Professionalität, Risikobereitschaft und ein unparteiischer Blick zeichnen ihre Aufnahmen aus. Bis 26.4.2015

Anja Niedringhaus: Albanischer Panzer während einer Waffenpause, Kukes, Albanien, 3. Juni 1999.
© picture-alliance / EPA

 

„Sie blieb ruhig, während um sie herum das Chaos herrschte“, beschrieb Kathleen Caroll, Chefredakteurin der Nachrichtenagentur „The Associated Press“ Anja Niedringhaus.  Die Arbeit der Fotografin zeichnete Spontaneität, technisches Know-How, sowie die Gabe, in einem Moment das Besondere zu erkennen und dabei intuitiv den richtigen Ausschnitt einer Situation festzuhalten aus. Dieses Können führte zur herausragenden Qualität der Bilder von Anja Niedringhaus. Jenseits von spektakulären Situationen zeigte sie in ihren Aufnahmen Geschichten von Menschen. Unvoreingenommen spiegeln sie Gefühle wie Trauer, Angst, Enttäuschung, Zuneigung und Begeisterung, daneben Leid, Gewalt, Zerstörung und Tod, denen die Betroffenen permanent ausgeliefert sind.

 

 

 

Ar Rutbah, Irak, Februar 2005. (Im Lager Korean Village trauert ein amerikanischer Marine Infanterist während eines Gedenkgottesdienstes um 31 getötete Kameraden.). © picture-alliance /AP

 

 

So zeigt sie einen italienischen Soldaten, der 2003 im Irak einsam und erschüttert auf dem Gelände einer Kaserne steht, auf dem sechzehn seiner Kameraden und acht irakische Zivilisten durch ein Selbstmordattentat starben. Die Aufnahme strahlt eine große Ruhe aus. Das eigentliche Drama, die brutale Zerstörung erscheint im Hintergrund, als Subtext. Unsicher und sorgenvoll sind die Gesichter der Soldaten, die sich in Falludscha vor einer Schlacht zum Gebet aufgestellt haben. Sie bilden Reihen und doch wird in der Aufnahme klar, dass ein jeder von ihnen schon in diesem Moment die existenzielle Einsamkeit spürt, der er im Gefecht ausgeliefert sein wird.

 

 

 

Anja Niedringhaus: Salavat, Afghanistan, September 2010, (Afghanische Männer auf einem Motorrade überholen kanadische Soldaten des Royal Canadian Regiment auf einer Patrouille im Bezirk Panjwayi, südwestlich von Kandahar.). © picture-alliance /AP

 

 

Daneben hält Niedringhaus skurrile Augenblicke fest, wie jenen, als südlich von Kandahar auf einer weiten Ebene drei afghanische Männer in traditioneller Kleidung auf einem Motorrad an Soldaten des Royal Canadian Regiment vorüberfahren. Diese sind mit technischem Gerät befasst und stehen in Uniformen, bewaffnet und mit Rucksäcken bepackt, am Weg als kämen sie von einem anderen Stern. Man mag lächeln, würde nicht im selben Atemzug das Aufeinanderprallen der Kulturen und das Ungleichgewicht der Verhältnisse deutlich.

Andere Aufnahmen zeigen Kinder: so beispielsweise die der spielenden Buben rund um einen Panzer. Sie wirken, als gäbe es keine Gefahr um sie herum und wieder andere Bilder belegen auf erschütternde Weise, wie der Krieg in den Alltag eingreift. Unmittelbarkeit und Nähe stehen dabei im Zentrum. Das Kriegsgeschehen bleibt im Hintergrund und ist angesichts verletzter Humanität und der darin begründeten Tragödie umso vehementer präsent.

Anja Niedringhaus hat für ihre Bilder zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter 2005 den Pulitzerpreis für Fotografie. Sie wurde in zahlreichen Printmedien gedruckt, im Fernsehen ausgestrahlt und im Internet zur tagespolitischen Illustration der Kriegsereignisse veröffentlicht. Gezeichnet von epa, der european press agency, die Niedringhaus im Alter von nur 24 Jahren als erster Frau, und einer der jüngsten im Team, eine Festanstellung geboten hat, und von AP, der US-amerikanischen Nachrichten Agentur, für die sie bis zuletzt gearbeitet hat, sind ihre Bilder nahezu jedem von uns geläufig, auch wenn wir in der Regel nicht wissen, dass Anja Niedringhaus ihre Urheberin ist. Sie wurde am 4. April 2014 in Afghanistan erschossen, als sie mit einem Konvoi der Wahlbehörde in der Provinz Khost unterwegs war, um die Wahl des Staatspräsidenten zu dokumentieren.

Museum Pfalzgalerie, Museumsplatz 1, Kaiserslautern

 

31.01.2015 - 10.05.2015
Fotoausstellung Herford . Erstmals in Deutschland präsentiert das Museum Marta Herford über 200 Fotografien aus der umfangreichen Bildersammlung, die der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo als Erinnerung, Inspirationsquelle und Arbeitsmaterial diente. Bis 10.5.2015
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Frida Kahlo – Ihre Fotos
Fotoausstellung Herford . Erstmals in Deutschland präsentiert das Museum Marta Herford über 200 Fotografien aus der umfangreichen Bildersammlung, die der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo als Erinnerung, Inspirationsquelle und Arbeitsmaterial diente. Bis 10.5.2015

Frida auf dem Bauch liegend von Nickolas Muray, 1946 © Frida Kahlo Museum

 

Die mexikanische Künstlerin Frida Kahlo wurde mit ihrer einzigartigen Malerei weltbekannt, in der sie ihr bewegtes Leben verarbeitete – ihre Krankheit, ihre Leiden, ihre Ehe mit Diego Rivera. Erst nach Kahlos Tod aber öffnete sich ein riesiges privates Fotoarchiv, das noch einmal ganz neue Einblicke vermittelt: Bilder der Familie, ihres politischen Kampfes, ihres versehrten Körpers.

Erstmals in Deutschland präsentiert das Marta Herford diese Sammlung, die Kahlo als Erinnerung, Inspirationsquelle und Arbeitsmaterial diente: Aufnahmen weltberühmter Fotografen wie Man Ray, Martin Munkácsi, Edward Weston, Brassaï, Tina Modotti u. a. verbinden sich mit Fotos von ihr selbst zu einem eindringlichen Dokument ihrer Zeit. Zusammengestellt wurde die Auswahl von dem renommierten Fotohistoriker Pablo Ortiz Monasterio für das Museo Frida Kahlo in Mexico City.

 

Frida Kahlo vor dem blauen Haus 1930

 

 

Frida Kahlo de Rivera wurde am 6. Juli 1907 in Coyoacán, Mexiko-Stadt, als Magdalena Carmen Frieda Kahlo y Calderón geboren. Am 17. September 1925 wurde sie Opfer eines Busunglücks, bei dem sich eine Stahlstange durch ihr Becken bohrte, so dass sie ihren Alltag fortan immer wieder liegend und in einem Ganzkörpergips oder Stahlkorsett verbringen musste. Zum Zeitvertreib begann sie im Bett zu malen.

 

Frida Kahlo im alte von fünf Jahren, Anonym 1912 © Frida Kahlo Museum

 

 

Erst 1953 wurden ihre Werke erstmals in einer Einzelausstellung in ihrer Heimat gezeigt, eine Anerkennung, die sie sich schon lange gewünscht hatte. Zu dieser Zeit bereits ans Bett gefesselt, ließ sie sich darin zur Vernissage tragen. Wenig später wurde ihr rechter Unterschenkel (vom Knie abwärts) amputiert. Die emanzipierte Malerin und charismatische Rebellin starb am 13. Juli 1954 an einer Lungenembolie. Einige ihrer Freunde schlossen auch einen Selbstmord nicht aus, da die Malerin schon früher versucht haben soll, sich das Leben zu nehmen.

 

Frida malt das Porträt ihres Vaters von Gisèle Freund, 1951 © Frida Kahlo Museum

 

Marta Herford, Goebenstraße 4-10, Herford

 

 

 

30.01.2015 - 11.04.2015
Fotoausstellung Köln In der ersten Einzelausstellung in Deutschland stellt die Galerie Priska Pasquer beeindruckende Werke aus den wichtigsten Bildserien des südafrikanischen Fotografen Pieter Hugo vor. 30.1. bis 11.4.2015
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Pieter Hugo - Corporeality
Fotoausstellung Köln In der ersten Einzelausstellung in Deutschland stellt die Galerie Priska Pasquer beeindruckende Werke aus den wichtigsten Bildserien des südafrikanischen Fotografen Pieter Hugo vor. 30.1. bis 11.4.2015

Pieter Hugo, from the series "There's a Place in Hell for Me and My Friends" (2011-2012)

 


„Südafrika ist so ein zerbrochener, schizophrener, verwundeter und problematischer Ort,“ sagt Pieter Hugo. Wie kann man dort leben? Er empfinde sich als ein Stück „koloniales Treibholz“. Pieter Hugo hat ein Gespür für die Widersprüche und Dissonanzen, für die Reibungszonen und Spannungsfelder innerhalb der (süd-) afrikanischen Gesellschaft. In seiner 2005-2007 entstandenen „The Hyena Men Series“ hat Pieter Hugo das Drama der postkolonialen Gesellschaft erstmals exemplarisch erfasst. In Nigeria fand er eine  Gruppe junger Männer, die mit Hyänen, Pavianen und Schlangen leben. Einer Tradition folgend, ziehen sie mit ihren Tieren als Schausteller umher und verkaufen traditionelle Medizin. Ihre Auftritte gelten als Sensation und finden ein begeistertes Publikum.

 

Pieter Hugo: Abdullahi Mohammed with Mainasar, Lagos, Nigeria, from the series "Gadawan Kura" -
The Hyena Men Series II (2005-2007) 2007



Müllkippe Europas – auch das ist Afrika. So landet ein Großteil der im Westen ausrangierten Handys, Computer und Laptops in Ghana, wo sich der containerweise herbeigeschaffte Computerschrott zu riesigen Halden türmt. Die Deponien liegen nicht einfach brach, sondern sind zu einem prekären Arbeitsraum für Tausende von Menschen geworden, die hier als Metallsammler ihr Auskommen suchen. Zusammen mit ihren Kühen leben sie auf den hochgiftigen, schwelenden Abfallbergen und versuchen, durch Verbrennen der Geräte an verwertbare Metalle zu kommen.

 

 

Pieter Hugo: Theresa Makwenya, Carletonville, from the series "Kin" (2006-2013) 2013

 

 

Zwischen 2006 und 2013 arbeitete Pieter Hugo an einem Projekt, das er „Kin“ (Sippe) nannte. Darin geht es um Heimat, Nähe, Identifikation und Zugehörigkeitsgefühl – etwas, das er in Südafrika von jeher als kritisch und konfliktgeladen erlebt hat: Wie kann man leben in diesem Land, das sein koloniales Erbe noch lange nicht hinter sich gelassen hat und geprägt ist von Rassismus und einer immer größer werdenden Kluft zwischen Arm und Reich? Denn die Einigkeit der so genannten Regenbogennation ist Wunschdenken. Auch zwanzig Jahre nach dem Ende der Apartheid sind Schwarz und Weiß in Südafrika noch lange nicht eins.

In der 94 Platinum-Prints umfassenden Serie “There's a Place in Hell for Me and My Friends” (2011-2012) beschäftigt sich Pieter Hugo mit den vermeintlichen Unterschieden der Hautfarben. Dafür hat er hat sich selber und südafrikanische Freunde porträtiert.  Die Bildmanipulation, bei der die Farbkanäle in Grauwerte übersetzt wurden, betont die Pigmentierung der Haut und macht durch UV-Einstrahlung entstandene Hautschäden sowie kleine, direkt unter der Haut liegende Blutgefäße sichtbar. Das Ergebnis ist verblüffend: Auf diesen Fotografien sind alle Menschen farbig.         
„Auch wenn es sich so anfühlt, als würde ich es schon seit jeher tun, bin ich immer noch schüchtern. Es ist einfacher, einen Fremden zu verprellen, als ihn kennenzulernen", so Pieter Hugo, Man muss zuerst erklären, wer man ist und welche Absichten man hat, und dann das unvermeidliche WARUM? beantworten. Dann der Akt der Überzeugung, um zu einer Übereinkunft zu gelangen. Das Gegenüber muss bereit sein, etwas zu geben. Ich möchte ihm nicht das Gefühl vermitteln, dass das Bild nur durch mein Handeln entstanden ist. Dafür braucht es – und darauf hoffe ich – einen Moment freiwilliger Verletzlichkeit."

Das fotografische Werk von Pieter Hugo (*1976) kreist um die Frage, was es heißt, heute in Städten zu leben. Der südafrikanische Fotokünstler, der schon mit Anfang 20 – damals noch als Bildjournalist für u.a. die New York Times tätig – durch ganz Afrika reiste, erfasst vor allem die körperliche Präsenz von Menschen in ihren jeweiligen, oftmals von Dissonanzen geprägten Kulturen. Seine eindringlichen Porträts formieren sich zu einem sozialen Tableau, das die aktuelle und radikal kritische Lebenswirklichkeit nicht nur in afrikanischen Großstädten abbildet.

 

PRISKA PASQUER, Albertusstr. 9-11, Köln

 

 

 

29.01.2015 - 18.07.2015
Fotoausstellung München . Eine der faszinierendsten Fotografinnen stellt die Sammlung Goetz vor. Das zentrale Thema der amerikanischen Künstlerin ist die Inszenierung weiblicher Rollenbilder, die sie provokant und spannend mit sich als Akteurin in Szene setzt. 29.1. bis 18.7.2015
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Cindy Sherman
Fotoausstellung München . Eine der faszinierendsten Fotografinnen stellt die Sammlung Goetz vor. Das zentrale Thema der amerikanischen Künstlerin ist die Inszenierung weiblicher Rollenbilder, die sie provokant und spannend mit sich als Akteurin in Szene setzt. 29.1. bis 18.7.2015

 

 

Cindy Sherman Untitled #222 1990 Farbphotographie, C-print 151 x 110,3 cm
Courtesy of the artist and Sammlung Goetz, München

 

Selfies nennt man heute die Mode mit denen Hinz und Kunz der Welt zeigen wollen, wo und mit welcher meist schrecklich langweiligen Beschäftigung sie zu Gange sind. Mit Selbstporträts ist die Fotokünstlerin Cindy Sherman weltberühmt geworden. Ihre Motive sind aber alles andere als flach und langweilig. Cindy Sherman 1954 in Glen Ridge, New Jersey, US geboren hat mit ihren Fotografien die Kunst des 20. Jahrhunderts nachhaltig geprägt. Ähnlich wie eine Schauspielerin inszeniert sie sich in unterschiedlichen Rollen vor der Kamera. Obwohl es sich bei den Fotografien von Sherman im klassischen Sinne um Selbstporträts handelt, verraten sie nicht viel von der Persönlichkeit der Künstlerin. Vielmehr geht es ihr um die Dekonstruktion von Rollenbildern und Klischees.

 

Cindy Sherman Untitled Film Still #11 1978 Silbergelatineabzug, 17,5 x 23.5 cm
Courtesy of the artist and Sammlung Goetz, München


Bereits in ihrer Kindheit entwickelte Sherman eine Obsession für Verkleidung und Maskerade, die sie auch an der Kunstakademie in Buffalo weiterverfolgte. Bekannt wurde die Künstlerin durch die Schwarz-Weiß-Serie Untitled Film Stills (1977-1980), in denen sie stereotype Frauenfiguren aus fiktiven Filmszenen der 50er-Jahre verkörpert. Später entstanden Serien mit großformatigen Farbfotografien, die Themen wie Modefotografie, Märchengestalten, Horrorszenen und Society Ladies aufgreifen. Die Sammlung Goetz besitzt umfangreiche Werkgruppen aus nahezu allen Schaffensphasen. Mit rund 60 Arbeiten gibt die retrospektive Ausstellung im Sammlerhaus, die in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin konzipiert wurde, einen guten Überblick auf das Gesamtwerk.

 

Cindy Sherman Untitled #125 1983 Farbphotographie,48,5 x 91 cm
Courtesy of the artist and Sammlung Goetz, München

 

Die Sammlung Goetz der Kunstsammlerin und Kuratorin Ingvild Goetz ist in einem vom Schweizer Architekturbüro Herzog & Meuron entworfenen Museumsgebäude entworfen, das allein schon einen Besuch lohnt. Die Sammlung Goetz ist die größte Privatsammlung zeitgenössischer Kunst und umfasst über 4000 Kunstwerke von rund ein Viertel Fotografie. Ein Schwerpunkt der Sammlung sind auch Video- und Filmarbeiten, die auch immer wieder im Münchner Haus der Kunst gezeigt werden. 2013 hat Ingvild Goetz einen Teil ihrer Sammlung und das Sammlungsgebäude dem Freistaat Bayern geschenkt. Die anderen Teile der 5000 Werke großen Sammlung stellt sie für zehn Jahre der Pinakothek der Moderne, dem Haus der Kunst und dem Neuen Museum Nürnberg als Dauerleihgabe zur Verfügung.

 

Sammlung Goetz, Oberföhringer Straße 103, München

24.01.2015 - 10.04.2015
Fotoausstellung Berlin . "Ein Koffer voller Bilder" der deutschen Fotografin Lore Krüger zeigt C/O Berlin im Amerika Haus. Die Ausstellung ist eine Odyssee in Bildern, die ein abenteuerliches Leben zeigen.
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Lore Krüger: Ein Koffer voller Bilder - Fotografien von 1934 bis 1944
Fotoausstellung Berlin . "Ein Koffer voller Bilder" der deutschen Fotografin Lore Krüger zeigt C/O Berlin im Amerika Haus. Die Ausstellung ist eine Odyssee in Bildern, die ein abenteuerliches Leben zeigen.

 

Fotogramm, 1942 © Lore Krüger

Magdeburg, London, Mallorca, Barcelona, Paris, Marseille, Trinidad, New York, Wisconsin, Berlin – Stationen einer abenteuerlichen Flucht. Eine bewegende, existenzielle Odyssee Mitte des 20. Jahrhunderts. Die deutsch-jüdische Fotografin Lore Krüger erlebt und überlebt Emigration, Widerstand, Verhaftung, Konzentrationslager, Verfolgung und Exil nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten und während des Zweiten Weltkrieges. Ihre Kamera hat sie immer dabei. So erschafft sie einzigartige, historische Dokumente zwischen intimen Privatfotografien, Auftragsarbeiten, Sozialstudien und abstrakten, fotografischen Experimenten. Ihre beeindruckenden Bilder geben nicht nur einen tiefen Einblick in das Leben europäischer Intellektueller im Exil, sondern auch einen seltenen, persönlichen Blick auf die politischen Ereignisse jener Zeit – jenseits schon bekannter fotojournalistischer Reportagen oder Propagandabilder der jeweiligen Kriegsparteien. Die Entdeckung des fotografischen Nachlasses Lore Krügers ist ein Glücksfall, der anhand ihres Schicksals einen neuen und unmittelbaren Zugang zur Zeitgeschichte ermöglicht.

 

Porträt 1938 © Lore Krüger



Lore Krügers Fotografien sind dabei stark geprägt von der im Kontext des Bauhauses entstandenen Strömung des sogenannten Neuen Sehens, aber auch von den damaligen künstlerischen Strömungen wie Kubismus, Dadaismus und Surrealismus. Sie gehört in Paris zu den Künstlern, die die fotografische Bildsprache vom rein reproduzierenden zu einem produzierenden Medium zu erweitern suchten. Als Schülerin der großen Fotografin und Bauhaus-Absolventin Florence Henri erlernt Lore Krüger in Paris das fotografische Handwerk sowie den freien, experimentellen Umgang mit diesem Medium. So experimentiert sie im Labor mit der Technik der Montage, des Fotogramms und der Mehrfachbelichtung. Schnell macht sie sich jedoch von den reinen, ästhetischen Studioaufnahmen ihrer Lehrerin unanhängig und wendet sich dem realen Leben auf der Strasse zu. So entstehen unter anderem die Serie „Gitans“ im Wallfahrtsort Saintes-Maries-de-la-Mer und soziologische Reportagen über Provinz, Arbeiter und Bourgeoisie in Frankreich.

 

Paris 1935 © Lore Krüger



Nicht mehr nur Muse oder Modell sondern selbst Künstlerin – Lore Krüger steht mit ihrer Arbeit zudem für die neue, emanzipierte Stellung der Frau innerhalb der Avantgarde der 1930er und 1940er Jahre. Neben Künstlerinnen wie Sonia Delaunay, Hannah Höch, Florence Henri oder Claude Cahun gilt Lore Krüger mit ihren Fotografien als Pionierin der Bildenden Künste. Hinzu kommt ihre starke Politisierung durch die Ereignisse in Deutschland und ihre Erfahrungen im Exil. Sie hat regen Austausch mit den Intellektuellen der Zeit – Anna Seghers, László Radványi, Walter Benjamin und Alfred Kantorowicz. Zudem ist sie in New York aktiv an der Gründung der antifaschistischen Exilzeitschrift „The German American“ beteiligt, in der viele bekannte Schriftsteller veröffentlichen.

C/O Berlin präsentiert weltweit als erste Institution eine große Retrospektive von Lore Krüger. Die Ausstellung umfasst ca. 100 schwarz-weiße Originalabzüge sowie weitere Exponate wie Bücher und zeithistorische Dokumente. Mit dieser Werkschau schließt C/O Berlin an eine Reihe von Ausstellungen an, in denen bisher unveröffentlichte Arbeiten gezeigt wurden – wie etwa Jerry Berndt (2008), Fred Herzog (2010) und Anja Niedringhaus (2011).

 

Gitanes, Pfeifen rauchender Junge, 1936 © Lore Krüger



Lore Krüger, 1914 in Magdeburg geboren, geht mit 19 Jahren als Au-Pair nach London und macht hier erste fotografische Versuche. 1934 wird ihre Aufenthaltsgenehmigung in Großbritannien nicht verlängert, so dass sie zu ihren nach Mallorca geflohenen Eltern zieht. Im gleichen Jahr reist sie nach Barcelona und fängt eine Ausbildung als Fotografin an. Diese führt sie 1935 bei Florence Henri in Paris fort, beginnt als professionelle Fotografin zu arbeiten und wirkt im Kreis der großen Fotografinnen der Weimarer Zeit mit. In den folgenden Jahren beteiligt sie sich aktiv an politischen Aktionen gegen die Nationalsozialisten und an ersten Hilfsaktionen für die Spanienkämpfer. 1940 wird sie in das Konzentrationslager Gurs an den Pyrenäen deportiert. Nach Monaten wird sie freigelassen und flieht Richtung Toulouse mit dem Vorhaben, über Marseille nach Mexiko auszuwandern. 1941 erhält sie zuammen mit ihrer Schwester Gisela und ihrem späteren Mann Ernst Krüger ein Visa für Mexiko und die USA und kann auf einem Frachter Europa verlassen. Vor der mexikanischen Küste wird dieser jedoch von der holländischen Armee gekapert, die Insassen in ein britisches Internierungslager auf der Insel Trinidad eingeliefert. Statt nach Mexiko emigriert Lore Krüger mit ihrer Familie in die USA und heiratet 1942 in New York. Im selben Jahr gründet sie die „German American Emergency Conference“ und deren Zeitschrift „The German American“ mit. Im Exil arbeitet sie in erster Linie als Dolmetscherin und Übersetzerin. 1946 kehrt sie mit ihrer Familie nach Ostberlin zurück und arbeitet die folgenden Jahrzehnte im Aufbau-Verlag als Übersetzerin für englische und amerikanische Literatur von R.L. Stevenson, Joseph Conrad, Daniel Defoe, Mark Twain, Doris Lessing, Henry James und anderen. Lore Krüger stirbt 2009 in Berlin.




Ort C/O Berlin im Amerika Haus, Hardenbergstraße 22-24, Berlin

 

24.01.2015 - 10.04.2015
Fotoausstellung Berlin. Als einzige deutsche Station stellt C/O Berlin rund 250 Fotografien und Ausschnitte aus "Blow-Up" sowie ergänzende Film- und Videoinstallationen vor. Fotografien, Filme und Videoinstallationen zeigen charakteristische Aspekte aus Antonionis Oeuvre, die gleichzeitig wesentliche Positionen der Foto- und Kunstgeschichte repräsentieren – von Voyeurismus über Sozialreportage und Modefotografie bis hin zu Medienreflexion. 24.1. bis 10.4.2015
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Blow Up . Antonionis Filmklassiker und die Fotografie
Fotoausstellung Berlin. Als einzige deutsche Station stellt C/O Berlin rund 250 Fotografien und Ausschnitte aus "Blow-Up" sowie ergänzende Film- und Videoinstallationen vor. Fotografien, Filme und Videoinstallationen zeigen charakteristische Aspekte aus Antonionis Oeuvre, die gleichzeitig wesentliche Positionen der Foto- und Kunstgeschichte repräsentieren – von Voyeurismus über Sozialreportage und Modefotografie bis hin zu Medienreflexion. 24.1. bis 10.4.2015

 

Foto Arthur Evans. David Hemmings in Blow Up (Regie Michelangelo Antonioni), 1966. BFI Stills © Neue Visionen Filmverleih GmbH/Turner Entertainment Co. - A Warner Bros Entertainment Company

 

Michelangelo Antonionis berühmter Filmklassiker "Blow up" war einer der wichigsten Filme der 60er Jahre. Er spielt im Swinging London der 1960er Jahre. In einer Welt von hektisch-schriller Oberflächlichkeit meint der Modefotograf Thomas, mit seiner Kamera zufällig etwas Unfassbares festgehalten zu haben – einen Mord im Park am helllichten Tag. Doch es gibt keine Leiche, und seine Aufnahmen sind kein Beweis für Realität, nur Indiz. Ist das Verbrechen vielleicht pure Einbildung? In seinem Film Blow-Up (1966) lässt Michelangelo Antonioni die Kamera des Fotografen eine eigene subjektive Welt schaffen. So entlarvt er Realität und Wahrheit als Produkte einer grandiosen kollektiven Illusion und Manipulation. Die Ausstellung zeigt Fotografien, Filme und Videoinstallationen rund um dieses Thema und umfasst Werke von David Bailey, Ron Galella, Terence Donovan, Richard Hamilton, John Hilliard, Hiroshi Sugimoto, Don McCullin, Cecil Beaton, Ian Stephenson, John Stezaker, Arthur Ewans, Alicja Kwade und vielen anderen Künstlern.

 

Foto Terry O'Neill . David Bailley photographing Moyra Swan , 1965. Courtesy Philiooe Garner

 
Oft als milieukritischer Popfilm interpretiert, ist „Blow-Up“ jedoch weit mehr als ein soziokulturelles Dokument, in dem die Bilder die sich entfaltende Handlung stützen. Er wirft die Frage auf was ist Abbild, was Trugbild? Michelangelo Antonioni entlarvt Realität und Wahrheit als Produkt von Irrtum und Einigung – also einer grandiosen gemeinschaftlichen Illusion und Manipulation. Wir sehen nur das, was wir sehen wollen. Michelangelo Antonionis menschliche Wahrnehmung und sein Verhältnis zur Realität ist auch in der heutigen Welt der Massenmedien und digitalen Distribution von größter Aktualität. Inhaltlich und formal bietet der Film zahlreiche neue Ansatzpunkte und Themen, die in der Ausstellung analysiert und durch unterschiedliche Medien verdeutlicht werden.

 

  Erstmals werden in Form von sieben thematischen Schwerpunkten Fotografien, Filme und Videoinstallationen gezeigt, die sich in verschiedener Hinsicht als charakteristisch für Michelangelo Antonionis Film erweisen und darüber hinaus wesentliche künstlerische Positionen der Foto- und Kunstgeschichte verdeutlichen.

Anhand ausgewählter Werke wird das Verhältnis von bewegtem Film und statischer Fotografie und und deren unterschiedliche Wirkungsweisen dargestellt. Denn Michelangelo Antonioni bricht mit den vertrauten narrativen Mustern des Films, die Handlung von „Blow-Up“ scheint sich fragmentarisch zu entwickeln – wie bei einer Dia-Show. So setzt sie sich fast assoziativ zusammen und offenbart die Prinzipien medialer Selbstreflexivität und Gleichzeitigkeit.

Zahlreiche Werke der Ausstellung ermöglichen einen pointierten Querschnitt durch unterschiedliche künstlerische Strömungen der 1950er- und 1960er Jahre und dokumentieren die Wechselwirkung von Film und damaliger Kunst und Gesellschaft. Zusätzlich werden auch zeitgenössische Arbeiten präsentiert, die die Zeitlosigkeit und Modernität von Michelangelo Antonionis Bildsprache demonstrieren.

Foto: David Montgomery. Donyale Luna am Set von Blow Up, 1966

 

Die Ausstellung wurde von C/O Berlin, der Albertina Wien und dem Fotomuseum Winterthur gemeinsam entwickelte und produziert. C/O Berlin zeigt sie als einzige Station in Deutschland. Die Ausstellung umfasst ca. 250 Fotografien und Ausschnitte aus "Blow-Up" sowie ergänzende Film- und Videoinstallationen. Begleitet wird die Ausstellungen durch ein Filmprogramm sowie einen Katalog, der im Verlag Hatje Cantz erschienen ist. Im Februar 2015 veranstaltet C/O Berlin ein umfangreiches Symposium.

 

Richard Hamilton. Swinging London III, 1972. Kunstmuseum Winterthur. Ankauf 1997 © Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft, Zürich, Jean-Pierre Kuhn

 

C/O Berlin, Amerika Haus, Hardenbergstraße 22-24, Berlin

24.01.2015 - 10.04.2015
C/O Berlin zeigt in der Ausstellung Beyond the Visible Surface Arbeiten der finnischen Künstlerin Niina Vatanen, mit der die neue thematische Reihe Thinking About Photography gestartet wird. Erstmals in Berlin präsentiert die umfassende Ausstellung das Gesamtwerks von Niina Vatanen, bestehend aus vier Serien mit über 80 Arbeiten.
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Niina Vatanen . Beyond the Visible Surface
C/O Berlin zeigt in der Ausstellung Beyond the Visible Surface Arbeiten der finnischen Künstlerin Niina Vatanen, mit der die neue thematische Reihe Thinking About Photography gestartet wird. Erstmals in Berlin präsentiert die umfassende Ausstellung das Gesamtwerks von Niina Vatanen, bestehend aus vier Serien mit über 80 Arbeiten.

 

Niina Vatanen: Viewpoint from the series A Cloud Hunter's Eyes

 

„Ich kann der Fotografie nicht auf den Grund kommen, sie nicht durchdringen. Nur meinen Blick vermag ich, über ihre stille Oberfläche schweifen zu lassen.“ Roland Barthes
In ihren Arbeiten stellt die finnische Künstlerin Niina Vatanen mit einfachen, spielerischen Interventionen bewusst die notwendige Distanz her und lenkt den Blick direkt auf die fotografische Oberfläche, um den Akt des Sehens als inhärenten Teil der Fotografie herauszustellen.
Ja, so ist es gewesen! Genau dort hat es sich ereignet. Diese Personen erkenne ich wieder. Beim Betrachten von Fotografien bleibt der Blick des Betrachters meist stark am Inhalt haften – an der vermeintlich exakten Aufzeichnung und Verortung einer vergangenen Realität. Mit der intensiven Fokussierung auf das Dargestellte jedoch dringt der Betrachter paradoxerweise nicht tiefer in die Bedeutung des Bildes ein, sondern prallt lediglich an dessen Oberfläche ab – er sieht das Foto vor lauter Abbild nicht. Erst mit einem gewissen Abstand wird somit das ambivalente Wesen der Fotografie sichtbar.

 

Niina Vatanen: Composition Studies (Lines) from the series Archival Studies  A Portrait of an Unvisible Woman

 

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die neueste Serie Archival Studies / A Portrait of an Invisible Woman, in der Niina Vatanen das fotografische Archiv der finnischen Amateurfotografin Helvi Ahonen erkundet. Basierend auf diesem Material kreiert Niina Vatanen eine neue Arbeit – eine Art imaginäres Museumslabor, in der fiktive Elemente mit Archivmaterial gemischt werden. Ihre Eingriffe durch das Hinzufügen von Formen, Farbflächen und Linien auf der Oberfläche der Fotos sowie die Nachbearbeitung der Negative, Manipulationen bei der Entwicklung in der Dunkelkammer, Doppelbelichtungen oder digitale Collagen verändern den Blickfokus und eröffnen neue Bedeutungsebenen und Zusammenhänge. Indem sie die Materialität der Fotografie in den Vordergrund stellt, befreit sie das Medium von Außenreferenzen.


Niina Vatanen An Album from the series Grey Diary



Diese Arbeit wird ergänzt durch die Serie Grey Diary, in der Niina Vatanen eine fotografische Spurensuche dokumentiert – die Suche nach dem, was von einem Toten bleibt, der einem nahestand. Es entsteht ein zersplittertes Porträt ihres verstorbenen Stiefvaters und thematisiert zugleich eine vielschichtige Reflexion über die Abwesenheit eines Menschen und dessen Gedenken. Auch ihr Zyklus Cloud Hunter‘s Eyes befasst sich mit Erinnerung und Imagination. Hier konzentriert sich Niina Vatanen jedoch auf das in Fotografien Sichtbare.
 
Niina Vatanen, geboren 1977 in Kuopio, Finnland, studierte Fotografie an der TaiK – Aalto University School of Arts, Design and Architecture in Helsinki und schloss ihr Studium 2008 mit einem Master of Arts ab. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Finnland, Mitteleuropa, Russland, Südkorea und auf der Paris Photo präsentiert sowie in Publikationen veröffentlicht. Niina Vatanen lebt und arbeitet in Helsinki.

Mit Thinking about Photography schafft C/O Berlin ein für Berlin vollkommen neues Format und legt bewusst den Fokus auf neue Tendenzen der zeitgenössischen Fotografie. Seit jeher war die Fotografie ein stark durch technische Entwicklungen beeinflusstes Medium, welches in der noch relativ jungen Fotografiegeschichte zu konstanter Weiterentwicklung und Veränderung des Mediums geführt hat. Seit der Digitalisierung ist die Fotografie aktuell erneut in einem Transitionsprozess begriffen, dessen Auswirkungen und Folgen erst langsam sichtbar werden und somit auf internationaler Experten- und Künstlerebene seit einigen Jahren intensiv diskutiert werden. „Thinking about Photography“ gibt zukünftig mit bis zu drei Ausstellungen pro Jahr Anlass, über neue Tendenzen und künstlerische Entwicklungen innerhalb des Mediums Fotografie zu reflektieren. Neue Produktions-, Wahrnehmungs-, und Präsentationsformen werden dabei in den Fokus gerückt, um stärker auch die Zukunft des Mediums im Blick zu haben.

 

 


Niina Vatanen Composition Studies (Focus) from the series Archival Studies A Portrait of an Unvisible Woman

 

C/O Berlin . Amerika Haus, Hardenbergstraße 22-24, Berlin

23.01.2015 - 17.04.2015
Fotoausstellung Berlin Seit fast zwanzig Jahren arbeitet der belgische Fotograf Stephan Vanfleteren an seinem Projekt Belgicum und präsentiert jetzt in der Galerie Hilaneh von Kories erstmalig eine Auswahl aus dieser einzigartigen Hommage an sein Heimatland. 23.1. bis 17.4.2015
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Stephan Vanfleteren - Belgicum
Fotoausstellung Berlin Seit fast zwanzig Jahren arbeitet der belgische Fotograf Stephan Vanfleteren an seinem Projekt Belgicum und präsentiert jetzt in der Galerie Hilaneh von Kories erstmalig eine Auswahl aus dieser einzigartigen Hommage an sein Heimatland. 23.1. bis 17.4.2015

Stephan Vanfleteren, Brüssel 2004

 

 

Wie kaum ein anderer hat Stephan Vanfleteren Belgien bei seinen unzähligen Reisen in die Provinz kennengelernt. Er sucht das Besondere im Alltäglichen und hat  Porträts, Situationen und Landschaften zu einem vielteiligen, aber unverwechselbaren Kaleidoskop zusammengefügt. Rund 40 Motive auf Hahnemühle Photo Rag sind in der Galerie Hilaneh von Kories jetzt zu sehen.

Stephan Vanfleteren ist immer dicht an seinen Zeitgenossen. Er zeigt in den Porträts nicht austauschbare Masken seiner Mitmenschen, sondern Charakterköpfe. Und Belgien scheint einen besonders großen Fundus an Originalen, rauen Typen oder eigenwilligen Sonderlingen aufzuweisen.

 

Stephan Vanfleteren, Pojottenland 2004

 

Der Fotograf nimmt den Betrachter mit auf eine Entdeckungsreise. Die Landschaft ist grau, die Zeit scheint auf vielen Bildern stehen geblieben zu sein. Seine Arbeiten wirken zeitlos, oft melancholisch und seltsam entrückt. Nicht die Hauptstadt Brüssel und ihre weltstädtische Pracht sind sein Thema, sondern die kleinen Welten der einfachen Leute auf dem Land. Keine bunten Bilder von Sehenswürdigkeiten oder Folklore in Flandern und Wallonien werden gezeigt, sondern Momentaufnahmen, die weit mehr über die Identität des Landes aussagen, als jeder bunte Prospekt.

Mit „Emotionen und Patriotismus“ schlendert der Fotograf seit vielen Jahren durch sein Belgien, erst als Auftragsfotograf einer Tageszeitung, später mehr und mehr in seinem eigenen Tempo. Für Vanfleteren ist das Projekt „eine Reise durch ein vernarbtes Land, das in der Suche nach einer unauffindbaren Identität gefangen ist, aber mit der melancholischen Seele einer 177 Jahre alten Nation“ ausgestattet ist.

 

Stephan Vanfleteren, Edelare 1994

 

Fragt man den Fotografen nach Gründen für seine spezielle Sicht auf sein Land, so erinnert er gern an sein persönliches kleines Trauma, das er als Junge erlebt hat, als sich die Küste an der er aufgewachsen ist, der vertraute Lebensraum der Fischer, in eine Betonwüste verwandelte: „Das neurotische Getue, rasche Fortschritte und drastische Veränderungen machen mich traurig.“ Daher mag der verlangsamte Blick Vanfleterens auf das Land und seine Bewohner rühren. Mit fotografischen Mitteln stemmt er sich gegen eine fortschrittsgläubige Gesichtslosigkeit und rückt das Einzigartige, Skurrile in den Blickpunkt. Auch und gerade mit dem Wissen, dass es verschwinden wird.

 

Stephan Vanfleteren, Georgette, Brüssel 2004

 

 Stephan Vanfleteren (Jahrgang 1969) gehört zu den renommiertesten Fotografen Belgiens. Nach seinem Fotografie-Diplom an der Kunsthochschule Sint-Lukas in Brüssel begann 1993 seine Karriere als freiberuflicher Fotograf. In seiner oft radikalen schwarzweißen Bildsprache arbeitet er sowohl für belgische, als auch internationale Zeitungen und Magazine wie die New York Times, Le Monde, Paris Match oder  Die Zeit. Sein Blick richtet sich weit über Belgiens Grenzen hinaus um faszinierende Menschen und Landschaften zu fotografieren. Seine typische Schwarzweiß- Fotografie, meist in der Mischung aus Melancholie und Nostalgie, ist zu seinem Markenzeichen geworden, sie zeigt sich auch in Serien aus der ganzen Welt, ob nun in Kolumbien, den USA, Äthiopien, dem Kosovo, Afghanistan. Schon oftmals wurde seine Arbeit ausgezeichnet und in vielen Büchern veröffentlicht: neben „Belgicum“ unter anderem „Flandrien“, „Tales of a Globalizing World“, „Portret 1989-2009“ oder „Elvis & Presley“.

Galerie Hilaneh von Kories, Belziger Straße 35, Berlin

 

21.01.2015 - 10.04.2015
Fotoausstellung Berlin Unter dem Titel Somewhere On Disappearing Path zeigt C/O Berlin Bilder von Iveta Vaivode und Texte von Jule Hillgärtner und setzt damit die Serie Talents fort. Talents präsentiert junge Fotografen und Kunstkritiker an der Schwelle zwischen Ausbildung und Beruf. 21.1. bis 10.4.2015
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Talents 31 . Somewhere On Disappearing - Path Iveta Vaivode / Jule Hillgärtner
Fotoausstellung Berlin Unter dem Titel Somewhere On Disappearing Path zeigt C/O Berlin Bilder von Iveta Vaivode und Texte von Jule Hillgärtner und setzt damit die Serie Talents fort. Talents präsentiert junge Fotografen und Kunstkritiker an der Schwelle zwischen Ausbildung und Beruf. 21.1. bis 10.4.2015

 

Foto Iveta Vaivode




Pilcene, ein kleines Dorf in Lettland, das aus der Zeit gefallen scheint. Ein Ort, der eigene Erinnerungen wachruft, obwohl man nie zuvor dort war. Kristallklare Seen, riesige Heuballen, Fliegenpilze auf Waldlichtungen, Holzhäuser unter dichter Schneedecke, bunt dekorierte Wohnzimmer und deren Bewohner. In den Bildern der lettischen Fotografin Iveta Vaivode stehen nicht die Unmittelbarkeit und begleitende Dokumentation im Vordergrund, sondern die bewusste Darstellung einer bestimmten Atmosphäre – die eines ursprünglichen, heute kaum noch existierenden Landlebens.

Iveta Vaivode begibt sich auf eine Reise in die Heimat der eigenen Familie, in der sie selbst jedoch vorher nie war. Es ist eine visuelle Exkursion ins gleichzeitig Fremde wie Vertraute, die die Fotografin in regelmäßigen Abständen unternimmt – ohne vorher festgelegte Reihung oder formale Kriterien, nur mit einem offenen, neugierigen Blick. Die Bilder vermitteln nicht nur eine fast archaische Langsamkeit des Lebens, sondern auch die langsame Entstehung der Serie selbst. Denn die Nähe zu den Protagonisten und deren Zutrauen und Offenheit hat sich Iveta Vaivode als vom Dorfleben Außenstehende peu à peu erarbeiten müssen. Dadurch erst gelingt ihr die seltene Innensicht einer verschlossenen Gemeinschaft in der Tradition klassischer Dokumentarfotografen wie Josef Koudelka, Joakim Eskildsen, Walker Evans und Robert Frank.

 

Foto Iveta Vaivode

 



Die Kamera ist Türöffner und Auslöser für menschliche Begegnungen, und somit ist die Fotografie für Iveta Vaivode rein subjektiv. Anders als in der reinen Dokumentarfotografie geht es ihr immer um den Urheber selbst und nicht um einzelne Vorgänge oder Ereignisse. Das die Realität abbildende Medium Fotografie erweitert Iveta Vaivode, um eigenen Visionen und Fantasien Ausdruck zu geben. Dabei ist das Fotografieren bei ihr nicht nur eine Methode, um etwas festzuhalten und sich später daran zu erinnern, sondern darüber hinaus ein bewusster Akt des Hinterfragens von Erinnerungsmechanismen zwischen Rezeption und Konstruktion.

Iveta Vaivode, geboren 1979, machte 2008 ihren Abschluss am Art Institute von Bournemouth (GB) und schließt derzeit ihren Master in Fotografie an der TaiK (Aalto Universität für Kunst, Design und Architektur) in Helsinki ab. In den letzten Jahren widmete sich Iveta Vaivode langfristig angelegten fotografischen Essays, um ihre Sujets mit größerer Tiefe angehen zu können. Ihre fotografischen Arbeiten beschäftigen sich hauptsächlich mit der Darstellung ländlicher Gemeinschaften im östlichen Teil von Lettland, Lattgale genannt. Ivetas Fotografien wurden in Lettland, Litauen, Großbritannien, Frankreich, China und Belgien ausgestellt. Sie wurde auch mit folgenden Preisen ausgezeichnet: Nikon Discovery Award (2008), FreshFaced+WildEyed (The Photographers Gallery, UK) sowie dem Burn Magazine Grant. Iveta Vaivode lebt und arbeitet in Riga.

 

Foto Iveta Vaivode



Jule Hillgärtner, geboren 1978, promovierte zur Kriegsdarstellung im eingebetteten Journalismus als Stipendiatin des DFG-Graduierten-Kollegs für „Zeiterfahrung und ästhetische Wahrnehmung“ an der Goethe-Universität Frankfurt. Sie ist seit 2001 am Museum für Moderne Kunst Frankfurt tätig, lehrt seit 2009 Fototheorie an der Hochschule für Gestaltung Offenbach und schreibt für „Album, Magazin für Fotografie“. Sie realisierte Ausstellungen im Rahmen von F-Stop Leipzig (2010), RAY Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain (2012), am Frankfurter Kunstverein (202/13) und an der Akademie der Künste Berlin (2014). Jule Hillgärtner lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

Nachwuchs fördern und ihm eine erste Chance für die Zukunft geben – Talents ist kreativer Campus für junge internationale Gegenwartsfotografie und Kunstkritik. Seit 2006 fördert C/O Berlin mit dieser Ausstellungsreihe angehende Fotografen und Kritiker, die sich an der Schwelle zwischen Ausbildung und Beruf befinden. Begleitet wird jede Einzelausstellung von einer Publikation, in der Bild und Text einen Dialog eingehen. Talents ist ein internationaler Wettbewerb, der jährlich ausgeschrieben wird. Aus den eingereichten Bewerbungen wählt eine Fachjury jeweils vier Fotografen für einen Jahrgang aus. Mit Hilfe starker Partnerschaften schickt C/O Berlin die Fotografen und Kunsthistoriker in die Welt. Dieses in Europa einzigartige Programm ist für viele junge Künstler der Ausgangspunkt für Ausstellungen, z.B. in den Goethe-Instituten Stockholm, Paris, New York oder Santiago de Chile.



C/O Berlin, Amerika Haus, Hardenbergstraße 22-24, Berlin



20.01.2015 - 26.07.2015
Fotoausstellung Berlin . Mit 125 Bildern stellt die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin in den Sonderausstellungshallen am Kulturforum Mario Testino mit seiner fotografischen Arbeit vor. Provokant und respektlos, aber nie langweilig sind die Akt- und Modeaufnahmen des bekannten Fotografen. 20. Januar bis 26. Juli 2015
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Mario Testino: In Your Face
Fotoausstellung Berlin . Mit 125 Bildern stellt die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin in den Sonderausstellungshallen am Kulturforum Mario Testino mit seiner fotografischen Arbeit vor. Provokant und respektlos, aber nie langweilig sind die Akt- und Modeaufnahmen des bekannten Fotografen. 20. Januar bis 26. Juli 2015

 

Tasha Tilberg. Paris, Dutch Magazine, 1997 ©  Mario Testino

 

Erstmals ist der einflussreiche Fotograf Mario Testino in einer Ausstellung in Berlin zu sehen. Die Ausstellung „In Your Face“ feierte ihre Premiere 2012 im Museum of Fine Arts, Boston, und war 2014 im Museo de Arte Latinoamericana de Buenos Aires (MALBA) sowie im Museu de Arte Brasileira (FAAP) in Sao Paolo zu sehen. Nun kommt sie erstmals nach Europa. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Experimentierfreude und Vielfalt im fotografischen Schaffen Mario Testinos. 

 

Claudia Schiffer. Paris, Vogue Deutsch, 2008 ©  Mario Testino

 

"In Your Face” stellt für mich die freieste Art dar, mich auszudrücken.“ sagt Testino. „Als Bildermacher wollen die Leute dich immer in eine Schublade stecken. Ich glaube, dass jeder von uns viele verschiedene Seiten hat, und nicht immer dürfen wir alle diese Seiten zeigen, schon gar nicht gleichzeitig ausleben, so wie in dieser Ausstellung. Die besondere Art der Hängung dieser fotografischen Arbeiten erlaubt es all diesen verschiedenen Aspekten meiner Neugier miteinander ins Gespräch zu kommen; sie existieren nicht nur für sich, sondern lösen eine Reaktion aus, wenn sie nebeneinander zu sehen sind.“

 

Trent Ford. New York, V Man, 2003 ©  Mario Testino

 

Seit fast 150 Jahren sammelt die Kunstbibliothek Zeichnungen, Grafiken und Fotografien zur Geschichte der Mode. Gemeinsam mit den Buchbeständen bildet ihre Bildersammlung eines der weltweit bedeutendsten kostümgeschichtlichen Archive. Mit großen Ausstellungen zur Modegeschichte von der Renaissance bis hin zu den Looks und Lifestyles des 20. und 21. Jahrhunderts begeistert die Kunstbibliothek das Museums- und Modepublikum.

 

 Meghan Douglas. Paris, Vogue Paris, ©  Mario Testino


Mode im Bild, Bilder der Mode: Diese jahrhundertealten Traditionen, die in der Kunstbibliothek am Kulturforum bewahrt und gesammelt werden, gewinnen in den Arbeiten von Mario Testino eine neue Qualität. Mit der Kamera verwandelt Mario Testino die schönsten Augenblicke der Mode in unvergängliche Bildmonumente, die in ihrer Pracht, Raffinesse und Formvollendung Erinnerungen wachrufen an die großen Epochen der Malerei.  Auch Mario Testino vollzieht in jedem seiner Bilder eine Wandlung – vom Bildzeugen der Modegeschichte zum Bildenden Künstler, der mit seinen Arbeiten Kunstgeschichte schreibt. Moritz Wullen, Direktor der Kunstbibliothek: „Für diese Ausstellung von und mit Mario Testino, einem Grenzgänger zwischen Kunst- und Modewelt, ist das Kulturforum der ideale Ort.“ 

Die Ausstellung wird in Partnerschaft mit Swarovski realisiert. Nadja Swarovski, Mitglied des Swarovski Executive Board: “Wir freuen uns sehr, im Rahmen unseres kontinuierlichen Swarovski Engagements für Kultur und Kreativität das Europa-Debut von „Mario Testino: In Your Face? zu unterstützen. Mario Testino ist ein Visionär an der Schwelle zu Mode, Kunst und Fotografie. Die dynamischen Bilder seiner Ausstellung sprühen vor Glanz und Vitalität und zeigen uns, wie Testino im Laufe seiner drei Jahrzehnte umspannenden Karriere unsere Kultur geprägt hat und die Welt durch seine Leidenschaft und Kreativität  bereichert.“

 

Zu der Ausstellung erscheint im Taschen Verlag ein Buch mit den Arbeiten des Fotografen

 

Sonderausstellungshallen am Kulturforum, Matthäikirchplatz, Berlin-Tiergarten

 

18.01.2015 - 26.04.2015
Fotoausstellung Bedburg-Hau Einen faszinierenden Blick in die frühe Farbfotografie verspricht die Fotoausstellung Museum Schloss Moyland. Die Bilder sind sowohl von großer ethnografischer wie künstlerisch-dokumentarischer Bedeutung.
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Around the World: Farbfotografie vor 1914 - eine Entdeckungsreise
Fotoausstellung Bedburg-Hau Einen faszinierenden Blick in die frühe Farbfotografie verspricht die Fotoausstellung Museum Schloss Moyland. Die Bilder sind sowohl von großer ethnografischer wie künstlerisch-dokumentarischer Bedeutung.

Albert Kahn, Les archives de la planète, Stéphane Passet
Indien, Amber, Elefant vor dem Königspalast der Dhundar, 23. Dezember 1913
© Musée Albert-Kahn, Département des Hauts-de-Seine

 

Ein faszinierender fotografischer, künstlerischer und historischer Bilder-schatz entstand, als auf Betreiben des Bankiers Albert Kahn (1860–1940) ab 1908 zahlreiche Fotografinnen und Fotografen sowie Kameramänner durch Europa, Asien, Amerika und Afrika reisten. Im Verlauf von zwei Jahrzehnten produzierten diese mit innovativen Methoden Farbbilder von lokalen Szenerien und Alltagssituationen, von Menschen in traditioneller Tracht, von Architekturen und Monumenten der Kulturgeschichte sowie von Objekten aus Kunstgewerbe und Handwerk.

 

Albert Kahn, Les archives de la planète Auguste Léon, Schweden, Laksund, Karinberget,
Frisch verheiratetes Paar im Fotoatelier von Gerda Söderland, 28. August 1910
© Musée Albert-Kahn, Département des Hauts-de-Seine

 

Diese Bilder sind heute von großer ethnografischer wie künstlerisch-dokumentarischer Bedeu-tung. Die Präsentation dieser Farbfotografien im Museum Schloss Moyland stellt zugleich eine Anknüpfung an den eigenen Sammlungs-bestand der frühen Fotografie dar.

 

Albert Kahn, Les archives de la planète, Stéphane Passet, Marokko, Benguerir, Dorfbewohner,
Dezember 1912 / Januar 2013

© Musée Albert-Kahn, Département des Hauts-de-Seine

 

Eine Ausstellung des LVR-LandesMuseum Bonn und der Stiftung Museum Schloss Moyland.

 

Museum Schloss Moyland, Am Schloss 4, Bedburg-Hau,

 

 

 

27.12.2014 - 31.05.2015
Fotoausstellung Noch bis ins Neue Jahr sind die schönsten Bilder des Naturfotowettbewerbs an mehreren Ausstellungsorten zu sehen: Bis 5. Januar im Museum Alexander Koenig Bonn und im Urwelt-Museum Bayreuth, bis 22. Februar in Klipp's Wasserwelten in Klipphausen bei Dresden und noch bis zum 31. Mai 2015 im Nationalparkhaus Ilsetal im Harz. Im Jahr 2015 wird es noch weitere Termine geben wie im Naturkundemuseum im Marstall Paderborn vom 17. Januar bis 6. April und im Museum der Natur Gotha auf Schloss Friedenstein vom 2. Februar bis 31. März
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Glanzlichter-Deutschland-Tournee
Fotoausstellung Noch bis ins Neue Jahr sind die schönsten Bilder des Naturfotowettbewerbs an mehreren Ausstellungsorten zu sehen: Bis 5. Januar im Museum Alexander Koenig Bonn und im Urwelt-Museum Bayreuth, bis 22. Februar in Klipp's Wasserwelten in Klipphausen bei Dresden und noch bis zum 31. Mai 2015 im Nationalparkhaus Ilsetal im Harz. Im Jahr 2015 wird es noch weitere Termine geben wie im Naturkundemuseum im Marstall Paderborn vom 17. Januar bis 6. April und im Museum der Natur Gotha auf Schloss Friedenstein vom 2. Februar bis 31. März

Unter dem Titel "Glanzlichter" steht jedes Jahr ein Naturfotowettbewerb, der vom projekt natur & fotografie veranstaltet wird. Die besten Bilder der verschiedenen Kategorien gehen nach ihrer Vorstellung auf den Fürstenfelder Naturfototagen auf Deutschlandtournee.

 

Museum Alexander Koenig Bonn, Adenauerallee 160, Bonn

Bis 5. Januar  2015

https://www.zfmk.de/de

 

Urwelt-Museum Oberfranken, Kanzleistraße 1, Bayreuth

Bis 5. Januar 2015

http://www.urwelt-museum.de

 

 

Klipp's Wasserwelten  Meißner Straße 12, Klipphausen

Bis 22. Februar 2015

http://www.klippswasserwelt.de/ausstellung

 

 

Naturkundemuseum im Marstall Paderborn, im Schlosspark 9, Paderborn-Schloß Neuhaus

17. Januar bis 6. April

http://www.paderborn.de/microsite/naturkundemuseum/

 

Nationalparkhaus Ilsetal im Harz, Ilsetal 5, Ilsenburg

31. Mai 2015

http://www.nationalpark-harz.de

 

Museum der Natur Gotha auf Schloss Friedenstein

2. Februar bis 31. März 2015

http://www.stiftungfriedenstein.de/

 

 

http://www.glanzlichter.com

 

27.11.2014 - 17.05.2015
Fotoausstellung Berlin . Zum zehnjährigen Jubiläum zeigt die Helmut Newton Stiftung knapp 200 Bilder unter dem Titel "Permanent Loan Selection" in denen sowohl Porträt- als auch Akt- und Modebilder zu sehen sein werden. Viele der Aufnahmen wurden in Berlin noch nie vorgestellt. 27. November 2014 bis 17. Mai 2015
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Helmut Newton: Permanent Loan Selection
Fotoausstellung Berlin . Zum zehnjährigen Jubiläum zeigt die Helmut Newton Stiftung knapp 200 Bilder unter dem Titel "Permanent Loan Selection" in denen sowohl Porträt- als auch Akt- und Modebilder zu sehen sein werden. Viele der Aufnahmen wurden in Berlin noch nie vorgestellt. 27. November 2014 bis 17. Mai 2015

 

Helmut Newton, Sigourney Weaver, Los Angeles, 1983 © Helmut Newton Estate

 

Helmit Newton, der 1920 in Berlin geboren wurde, wurde vor allen durch seine provokanten Aktfotografien und seine beeindruckenden Modebilder weltberühmt. Seine Aktofotografien erregten in den 90er Jahren vor allem in der feministischen Szene Unwillen, wo sie als sexistisch angesehen wurden. So angegriffen Helmut Newton zum Teil war, blieben seine fotografischen Erfolge unumstritten. So wurde er mit mehreren Kulturpreisen ausgezeichnet. Vor zehn Jahren verstarb er nach einem Verkehrsunfall in Los Angeles. Nach seinem Wunsch wurde er in seiner Heimatstadt Berlin beigesetzt.

 

Helmut Newton, David Lynch und Isabella Rossellini, Los Angeles, 1983 © Helmut Newton Estate

 

Als Helmut Newton im Herbst 2003 seine Stiftung in Berlin gründete, übertrug er ihr mehrere Hundert Originalfhotografien als Dauerleihgabe. Zum zehnjährigen Jubiläum zeigt die Helmut Newton Stiftung daraus nun erstmals knapp 200 Bilder unter dem Titel „Permanent Loan Selection“. Die drei Hauptgenres – Porträt, Akt und Mode – werden, räumlich getrennt, mit vielen bisher in Berlin noch nicht gezeigten Aufnahmen vorgestellt.

 

Helmut Newton, Catherine Deneuve for a photo-essay in Nouvel Observateur, Pairs 1983
© Helmut Newton Estate

 

 

Darunter finden sich viele Porträts bekannter Persönlichkeiten, etwa von Catherine Deneuve, Paloma Picasso, Karl Lagerfeld oder David Bowie. Bei den Modephotographien dieser Auswahl, ebenfalls in Schwarz-Weiß und Farbe, handelt es sich vor allem um Editorial-Aufträge für international bedeutende Magazine, aufgenommen in den 1970er und 1980er-Jahren. Newtons lebensgroße Big Nudes entstanden 1980 in Paris; fünf von ihnen hängen seit Stiftungsgründung in der Museumslobby. In der aktuellen Ausstellung tauchen nun auch andere lebensgroße Aktaufnahmen auf.

 

Helmut Newton, US Vogue, Monaco 1996 © Helmut Newton Estate

 

 

In June’s Room schließlich begegnet dem Besucher eine Auswahl vergrößerter Kontaktbögen mit unterschiedlichen Figurenkonstellationen, die einen ungewöhnlichen Einblick in Newtons Arbeitsprozess gewähren.

 

Helmut Newton Stiftung, Museum für Photographie, Jebenstraße 2, Berlin

 

 

21.11.2014 - 28.05.2015
Fotoausstellung Salzburg Im Schloss Arenberg zeigt die Leica Galerie Salzburg großformatige Bilder des Leica Fotografen Michael Agel der auf dem Montreux Jazz Festival in der Schweiz, einem der renommiertesten Musikfestivals in Europa, fotografiert hat. Vom 21.11.2014 bis 28.5. 2015
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Michael Agel - Montreux Impressionen
Fotoausstellung Salzburg Im Schloss Arenberg zeigt die Leica Galerie Salzburg großformatige Bilder des Leica Fotografen Michael Agel der auf dem Montreux Jazz Festival in der Schweiz, einem der renommiertesten Musikfestivals in Europa, fotografiert hat. Vom 21.11.2014 bis 28.5. 2015

 Der amerikanische Saxofonist James Carter fotografiert von Michael Agel


 

Das Montreux Jazz Festival ist eines der renommiertesten Musikfestivals in Europa und nach dem kanadischen Montreal International Jazz Festival das größte Jazz Festival der Welt. Seit 1967 findet es jährlich in Montreux, am Ufer des Genfersees, in der Schweiz statt.
 

Für Leica- offizieller Partner des Festivals von 2011 bis 2013 - fotografierte er mit seiner Leica Monochrom und M die Stars auf der Bühne. Entstanden sind beeindruckende Momentaufnahmen großer Stars wie Alanis Morisette, Eryka Badu, Herbert Grönemayer, Katie Melua oder den amerikanischen Saxofonisten James Carter.

 

 

Michael Agel, 1970 in Wetzlar geboren, ist bekannt für seine authentischen und ausdrucksstarken Portrait- und Live-Fotografien. Schon als Jugendlicher pilgert Michael Agel zu den Konzerten seiner Lieblingsbands, wie z.B. Metallica, Bryan Adams, die Toten Hosen, Red Hot Chili Peppers oder Motörhead.
 

Neben zahlreichen Ausstellungen, Kalender- und Buchveröffentlichungen begleitete er fotografisch die deutsche Fußballnationalmannschaft bei der WM 2010.

Die ausgestellten Fotografien sind auf 6 Stück limitiert, in 2 Größen erhältlich, und käuflich  zu erwerben.

 

Schloss Arenberg, Salzburg

 

 

 

 

15.11.2014 - 06.04.2015
Fotoausstellung Wolfsburg In der Ausstellung RealSurreal zeigt das Kunstmuseum Wolfsburg rund 200 Meisterwerke aus der in diesem Umfang noch nie gezeigten, bedeutenden Münchner Sammlung Siegert zur Fotografie des Neuen Sehens zwischen Neuer Sachlichkeit und Surrealismus in Deutschland, Frankreich und der Tschechoslowakei.
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RealSurreal. Meisterwerke der Avantgarde-Fotografie
Fotoausstellung Wolfsburg In der Ausstellung RealSurreal zeigt das Kunstmuseum Wolfsburg rund 200 Meisterwerke aus der in diesem Umfang noch nie gezeigten, bedeutenden Münchner Sammlung Siegert zur Fotografie des Neuen Sehens zwischen Neuer Sachlichkeit und Surrealismus in Deutschland, Frankreich und der Tschechoslowakei.

 

Hans Bellmer: Die Puppe, 1935, Foto: Christian P. Schmieder, München © VG Bild-Kunst, Bonn 2014



Bei der Fotografie bleibt immer die Frage bildet sie die Wirklichkeit naturgetreu ab, oder ist sie ein inszeniertes Bild? Das Kunstmuseum Wolfsburg wirft mit der Ausstellung RealSurreal einen umfassenden Blick auf die Avantgarde-Fotografie zwischen 1920 und 1950. Präsentiert werden mit der Ausstellung RealSurreal rund 200 Meisterwerke aus der in diesem Umfang noch nie gezeigten, bedeutenden Münchner Sammlung Siegert zur Fotografie des Neuen Sehens zwischen Neuer Sachlichkeit und Surrealismus in Deutschland, Frankreich und der Tschechoslowakei. Ausgehend von einem Prolog mit beispielhaften Fotografien des 19. Jahrhunderts lässt sich im Kunstmuseum Wolfsburg anhand seltener Originalabzüge bedeutender Fotografen die Bandbreite und Vielschichtigkeit der Fotografie zwischen real und surreal neu entdecken. Dazu machen historische Fotobücher und Zeitschriften sowie seltene Künstlerbücher und Beispiele avantgardistischer Umschlaggestaltungen den neuen Blick auf die Welt erlebbar. Einige berühmte Filmbeispiele von Luis Buñuel, László Moholy-Nagy, Hans Richter u. a., die in einem 45-minütigen Loop permanent in der Ausstellung gezeigt werden, machen auf die fruchtbare Wechselbeziehung zwischen Avantgarde-Fotografie und dem Kino dieser Zeit aufmerksam.

 

Erwin Blumenfeld: Totenschädel, 1923/33 Foto Christian P. Schmieder, München © The Estate of Erwin Blumenfeld

 

 

Ausgestellte Künstler:

Eugène Atget – Herbert Bayer – Hans Bellmer – Aenne Biermann – Brassaï – František Drtikol – Jaromír Funke – Florence Henri – André Kertész – Germaine Krull – Herbert List – Man Ray – László Moholy-Nagy – Albert Renger-Patzsch – August Sander – Josef Sudek – Maurice Tabard – Raoul Ubac – Umbo – Wols u. a.



Kunstmuseum Wolfsburg, Hollerplatz 1, Wolfsburg

19.10.2014 - 14.06.2015
Ausstellung Frankfurt . Im TaunusTurm der neuen Dependance des MMK Museum für Moderne Kunst zeigt das MMK2 als erste Ausstellung "Boom She Boom. Werke aus der Sammlung des MMK", die den Künstlerinnen der Sammlung gewidmet ist. Bis 14.6.2014
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Boom She Boom
Ausstellung Frankfurt . Im TaunusTurm der neuen Dependance des MMK Museum für Moderne Kunst zeigt das MMK2 als erste Ausstellung "Boom She Boom. Werke aus der Sammlung des MMK", die den Künstlerinnen der Sammlung gewidmet ist. Bis 14.6.2014

 

Anja Niedringhaus, Amerikanischer Infanterist, 2004
Foto / photo: Axel Schneider © Anja Niedringhaus

 

 

Zum ersten Mal in Deutschland ist ein Museum in ein Bürohochhaus gezogen. Mit der Erweiterung bekommt das Museum rund 2.000 zusätzliche Quadratmeter für die Präsentation seiner umfangreichen Sammlung internationaler Gegenwartskunst. Die Immobilienentwickler Tishman Speyer und die Commerz Real AG stellen dem MMK diese Fläche für 15 Jahre miet- und nebenkostenfrei zur Verfügung.

Die Eröffnungsausstellung "Boom She Boom. Werke aus der Sammlung des MMK" ist ausschließlich mit Künstlerinnen bestellt und zeigt einen Schwerpunkt des MMK das von der ersten Stunde an im Jahr 1991 bis heute ein ganz besonderes Augenmerk auf die starken Positionen der Künstlerinnen der letzten Jahrzehnte gerichtet hat.
Insbesondere bei den Ankäufen der letzten Jahre ist auffällig, dass ausgesprochen viele Werke von Künstlerinnen unter den Neuzugängen der MMK Sammlung zu finden sind. Hauptwerke von Vanessa Beecroft, Rineke Dijkstra, Teresa Margolles, Sarah Morris oder Taryn Simon markieren wichtige Erweiterungen der Sammlung.

 

Vija Celmins, Night Sky#15, 2000#2001
Foto/photo: Axel Schneider © Vija Celmins

 


Mit der Vielfalt und Stärke, die von den Werken dieser Künstlerinnen ausgeht, möchte das MMK seine neue Präsenz im Zentrum Frankfurts beginnen. Die Ausstellung umfasst unterschiedliche künstlerische Verfahren und konzeptuelle Ansätze, sie präsentiert eine Vielzahl von Perspektiven und Fragestellungen. In Skulpturen und Installationen, Gemälden und Zeichnungen, Filmen und Fotografie hinterfragen die Künstlerinnen die Repräsentation und gesellschaftliche Konnotation des weiblichen Körpers, sie beschäftigen sich mit sozialen und globalen Zusammenhängen, untersuchen Formen von Narration und Abstraktion und analysieren Strategien der Raumaneignung.

 

Isa Genzken, Oil XV & Oil XVI, 2007 Installationsansicht im MMK 2 des MMK Museum für Moderne Kunst. Foto/photo: Axel Schneider © Isa Genzken / Galerie Daniel Buchholz



Der Titel der Ausstellung „Boom She Boom“ zitiert den erfolgreichen Doo Wop-Song der Band „The Chords“ aus dem Jahr 1954, der seither zahlreiche Neuinterpretationen erfuhr. War der Song in erster Linie als Liebeserklärung an eine Frau gedacht, bezog sich „Sh-Boom“ – lautmalerisch für den Abwurf einer Bombe – auch auf die Zuspitzung des Kalten Krieges im Entstehungsjahr des Songs. Im Kontext der Ausstellung erhält der sinnliche wie fatalistische Titel eine weitere Bedeutungsebene, die die Forderungen und Lebenswirklichkeiten von Künstlerinnen in der Museumslandschaft nachdrücklich unterstreicht.

 

Sturtevant, The Dark Threat of Absence Fragmented and Sliced, 2002
Foto / photo: Axel Schneider © Sturtevant



Künstlerinnen der Ausstellung:
Jo Baer / Vanessa Beecroft / Shannon Bool / Andrea Buüttner / Vija Celmins / Hanne Darboven / Rineke Dijkstra / Marlene Dumas / Parastou Forouhar / Katharina Fritsch / Isa Genzken / Tamara Grcic / Bethan Huws / Anne Imhof / Barbara Klemm / Eva Kotátková / Franziska Kneidl / Teresa Margolles / Sarah Morris / Cady Noland / Anja Niedringhaus / Christa Näher / Charlotte Posenenske / Jewyo Rhii / Taryn Simon / Sturtevant / Rosemarie Trockel / Adrian Williams

Das MMK 2 wird ermöglicht durch den TaunusTurm – ein Joint Venture von Tishman Speyer und der Commerz Real AG. Gründungspartner sind Stefan Quandt, die Ernst Max von Grunelius-Stiftung, die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen und die DekaBank Deutsche Girozentrale. Weitere Förderer sind die MMK Stiftung, die Freunde des MMK und die New Contemporaries.

Für die Eröffnungsausstellung „Boom She Boom“ im MMK 2 übernehmen die DekaBank Deutsche Girozentrale und die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen die Schirmherrschaft.

 

MMK 2, Taunus Turm, Taunustor 1, Frankfurt am Main

 

 

17.10.2014 - 30.08.2015
Ausstellung München . Im Verkehrszentrum des Deutschen Museums erzählt eine Sonderausstellung mit interessanten Exponaten,und Fotografien die Geschichte der längsten Eisenbahnstrecke der Welt - der legendären Transsib. Sie zeigt die Menschen, die mit ihr unterwegs sind ebenso wie die vielfältigen Landschaften und Städte durch die ihr Weg führt. Bis 30.8.2015
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Transsib - Ein Jahrhundertprojekt auf Schienen
Ausstellung München . Im Verkehrszentrum des Deutschen Museums erzählt eine Sonderausstellung mit interessanten Exponaten,und Fotografien die Geschichte der längsten Eisenbahnstrecke der Welt - der legendären Transsib. Sie zeigt die Menschen, die mit ihr unterwegs sind ebenso wie die vielfältigen Landschaften und Städte durch die ihr Weg führt. Bis 30.8.2015

Bis 2004 wurden im Güterverkehr auf dem chinesischen Teil der Strecke nach Peking noch Dmpfloks eingesetzt.  Foto: Thomas Waidelich

 

 Die Fahrt auf der längsten Eisenbahnstrecke durch das flächenmäßig größte Land der Erde führt durch sieben Zeitzonen und ist eine der legendären Reiseabenteuer unserer Erde. Zahlreiche Hindernisse mussten bei ihrem Bau überwunden werden. Sie lernt man in der Ausstellung ebenso kennen wie Menschen, die mit der Transsib unterwegs sind und in den durchreisten Landstrichen leben. Aufnahmen von den Orten an der Strecke von Moskau bis Wladiwostok oder Peking vermitteln einen Eindruck von der landschaftlichen Vielfalt Sibiriens. 

Die ursprünglichen Streckenabschnitte der Transsibirischen Eisenbahn wurden zwischen 1891 und 1916 angelegt. Tausende Arbeiter errichteten die Bahnstrecke mit einfachen Werkzeugen und Transportmitteln in kaum besiedeltem Gebiet und schwierigem Terrain. Die bis heute längste Bahnlinie der Welt erschloss den Osten Russlands und verband Moskau mit dem Pazifik. Schon bald nach der Jahrhundertwende fuhren auch die ersten Reisezüge von Europa durch Sibirien in den fernen Osten. Nach anfänglichen Rückschlägen durch Bauprobleme und Kriege entwickelte sich die Transsibirische Eisenbahn im 20. Jahrhundert zu einer unverzichtbaren Lebensader des Verkehrs zwischen Europa und Asien, die bis heute immer wieder erneuert und ausgebaut wurde. Sie transportiert Menschen und Güter und durchquert zwei Kontinente. Dabei fährt sie durch sieben Zeitzonen und viele Landschaften, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die Transsibirische Eisenbahn hatte großen Einfluss auf die Erschließung Sibiriens und die damit verbundene wirtschaftliche Entwicklung. Die Anbindung Russlands an den Pazifischen Ozean eröffnete neue Handelswege und Geschäftsbeziehungen. Seit einigen Jahren steigern neue Kommunikationstechnologien und eine Verkürzung der Zollformalitäten beim Überschreiten der Ländergrenzen die Bedeutung der Strecke als „Transeurasische Landbrücke“. Das Land ist auch die Heimat einer großen Zahl unterschiedlichster Ethnien, deren Lebensraum durch den Anstieg der Industrialisierung in den vergangenen hundert Jahren immer weiter eingeschränkt wurde. Die Sonderausstellung erschließt das Thema mit zahlreichen Fotos und Bildern und präsentiert viele landestypische Exponate – von Nahrungsmitteln bis zu regionalen Trachten, von Jagdzubehör bis zu Lok- und Wagenmodellen.

 

Entstanden ist die Ausstellung in einer Kooperation zwischen dem Deutschen Museum in München und dem Industriemuseum Lauf. 

 

 

 

Bis in die 1970er Jahre wurde im damals Nicht elektrifizierten Ostteil der Transsibirischen Eisebahn die berühmte Schnellzuglok P36 mit einer Leistung  von 1840 kW eingesetzt. Foto: Hansjoerg Brutzer

 

Galerie der Halle III im Verkehrszentrum des Deutschen Museums, Theresienhöhe 15, München

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