Fotoausstellungen

25.07.2014 - 09.11.2014
Fotoausstellung Berlin . Berühmt wurde der amerikanische Fotograf Walker Evans durch seine Dokumentation der Armut in den USA während der Depression in den 30er Jahren. Die Ausstellung im Martin-Gropius-Bau zeigt mit über 200 Originalabzügen aus den Jahren 1928 bis 1974 sowohl berühmte als auch unbekannte Bilder des Fotografen. Vom 25. Juli bis 9. November 2014
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Walker Evans - Ein Lebenswerk
Fotoausstellung Berlin . Berühmt wurde der amerikanische Fotograf Walker Evans durch seine Dokumentation der Armut in den USA während der Depression in den 30er Jahren. Die Ausstellung im Martin-Gropius-Bau zeigt mit über 200 Originalabzügen aus den Jahren 1928 bis 1974 sowohl berühmte als auch unbekannte Bilder des Fotografen. Vom 25. Juli bis 9. November 2014

Pabst Blue Ribbon Sign, Chicago, Illinois, 1946, Collection of Clark and Joan Worswick
@ Walker Evans Archive, The Metropolitan Museum of Art

 

Walker Evans (1903–1975) gehört zu den großen Persönlichkeiten der Fotografiegeschichte des 20. Jahrhunderts. Weit über die Grenzen der USA wurde seine Dokumentation der Armut im Amerika in den Zeiten der Großen Depression, die am 29. Oktober 1929 mit dem Schwarzen Freitag begann und die 1930er Jahre dominierte, bekannt. Walker Evans Werk steht maßgeblich für eine Fotografierichtung, die als „dokumentarischer Stil“ bezeichnet wird. Das umfangreiche fotografische Werk von Walker Evans hat damit Vorbildcharakter erreicht. Mit den Bildern der Ausstellung folgt man zum einen der Biographie Evans aber auch dem sich wandelnden Zeitbild Amerikas, von der großen Wirtschaftskrise bis hin zu sich stabilisierenden Zeiten.

 

Robert Frank, Nova Scotia, 1969-71, Collection of Clark and Joan Worswick
@ Walker Evans Archive, The Metropolitan Museum of Art


Abwechslungsreich lernt man mit seinen Bildern die Wohngegenden in New York kennen, Architekturen des 19. Jahrhunderts, Tahiti und Kuba, afrikanische Skulpturen und Masken, oder den ländlichen Süden der USA, der im Kontrast zum Lebensstil der Großstädter und Passanten etwa New Yorks steht. Viele der Arbeiten stammen aus der Privatsammlung von Clark und Joan Worswick, sie werden begleitet von einigen Werkgruppen deutscher Sammlungsprovenienz.

 

Natürlich dürfen in der Ausstellung nicht die Ikonen der Fotografiegeschichte fehlen: Portraits von Farmerfamilien, verlassene Häuser, leerstehende Fabrikgebäude.  Evans wird 1935 von der amerikanischen Farm Security Administration (FSA) beauftragt, das Leben der Landarbeiter zu dokumentieren, die von der Großen Depression betroffen waren. Entstanden sind Fotografien, die Not und Anmut gleichermaßen zeigen und Evans berühmt gemacht haben.

 

Interior View of Heliker/Lahotan House, Walpole, Maine, 1062, Collection of Clark and Joan Worswick
@ Walker Evans Archive, The Metropolitan Museum of Art

 

 

Neben Straßenansichten, amerikanischen Denkmälern, Schaufensterauslagen fern des ,Big Business’, sind Beispiele seiner wichtigen Subway-Fotografien zu sehen, aufgenommen mit verdeckter Kamera. Des Weiteren erzählen Interieurs mit ihren bescheidenen Arrangements über das Leben ihrer Bewohner, Bilder, die unwillkürlich an Evans’ Bemerkung „I do like to suggest people by absence“ erinnern. Aus Evans Vorliebe für Typographie, Werbung und Massenprodukte erwachsen magische-fesselnde Aufnahmen, die als eine Vorschau auf die sich bald entwickelnde Pop Art und ihre Assemblagen gesehen werden können.

 

 

Frenchquarter, New Orleans, Februar März 1935
@ Walker Evans Archive, The Metropolitan Museum of Art

 

Im letzten fotografischen Kapitel sind farbige Polaroids verdichteter Teilansichten, seien es Fahrbahnmarkierungen oder Hausbeschilderungen, konkret wie abstrakt zusehen. Sie waren richtungsweisend für eine Art von Farbfotografie, wie sie Evans bereits während seiner Tätigkeit für Fortune angewandt hat und die er zeitweilig kritisch sah.  Die neue Form des Umgangs mit Farbe findet Fortsetzung in vielen Werken der nachfolgenden Generation; für sie wirkten Walker Evans’ Fotografien wie ein Befreiungsschlag.

 

Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7, Berlin

 

18.07.2014 - 13.09.2014
Fotoausstellung Berlin . Weltweit erstmals zeigt die Ausstellung "The Official Formula 1 Opus Exhibition" 40 Porträts der größten Legenden aus der Formel 1 Geschichte. Interessante Persönlichkeiten die von dem Künstler Zenon Texeira mit einer einzigartigen 100kg schwere 20x24-Polaroid-Kamera fotografiert wurden. Vom 18.7. bis 13.9. 2014
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The Official Formula 1 Opus Exhibition
Fotoausstellung Berlin . Weltweit erstmals zeigt die Ausstellung "The Official Formula 1 Opus Exhibition" 40 Porträts der größten Legenden aus der Formel 1 Geschichte. Interessante Persönlichkeiten die von dem Künstler Zenon Texeira mit einer einzigartigen 100kg schwere 20x24-Polaroid-Kamera fotografiert wurden. Vom 18.7. bis 13.9. 2014

© Zenon Texeira, Michael Schumacher II
Formula one World Champion 1945-95 & 2000-04.
Silverstone, 2006

 

»No driver, no person, will ever be bigger than Formula 1 itself.« – so äußerte sich Bernie Ecclestone. Kaum ein anderer Sport ist durchdringender geprägt von den besonderen Persönlichkeiten und individuellen Charakteren als die Formel 1. Die schnellsten Rennfahrer der Welt bewegen sich in ihrer oftmals von früh an prädestinierten Passion im Rausch der Extreme und ergeben sich dem unermüdlichen Rennen um Details, das nicht nur zwischen Sieg und Niederlage entscheidet, sondern auch erheblichen Einfluss auf das Individuum hat. Deren von inszeniert bis speziell reichende Selbstdarstellung resultiert in der Herausforderung für Künstler, Porträts zu erschaffen, die die Persönlichkeit in möglichst großer Gesamtheit darstellt. Zenon Texeira setzte den schier unnahbaren und opulenten Persönlichkeiten eine einzigartige 100kg schwere 20x24-Polaroid-Kamera gegenüber, die den Künstler mit der Kamera und den Formel-1­Stars auf Augenhöhe bringt.

 

© Zenon Texeira, Fernando Alonso I
Formula one World Champion 2005 & 2006.
Silverstone, 2006

 

 

© Zenon Texeira, Eddie Jordan
Founder of Jordan Grand Prix  Racing Team.
Silverstone, 2006

 

 

Im Jahr 2006 zum Grand Prix in Silverstone setzte Zenon Texeira das Vorhaben für »The Official Formula 1 Opus« um, die Legenden des Sports in ästhetisch seriell wirkenden Porträts zu manifestieren, die in ihrer Macht den Personen gerecht werden. Frühere Formel-1-Weltmeister wie Emerson Fittipaldi, Alan Jones, Niki Lauda, Nigel Mansell, Jackie Stewart oder der kürzlich verstorbene Sir Jack Brabham befinden sich mit faszinierenden Porträts ebenso in der Ausstellung wie die Champions der vergangenen 20 Jahre, darunter u.a. Fernando Alonso, Mika Häkkinen, Damon Hill, Lewis Hamilton und Jacques Villeneuve. Der erfolgreichste Formel-1-Pilot aller Zeiten wird in der Ausstellung mit zwei Porträts gewürdigt: Michael Schumacher. Auch Funktionäre und Teamchefs wie Flavio Briatore, Ron Dennis, Eddie Jordan, Max Mosley, Jean Todt oder Frank Williams traten im Juni 2006 in Silverstone vor die von Zenon Texeira geführte epochale Kamera. Ein künstlerisches Manifest der Serie setzt Zenon Texeira mit einem Triptych von Bernie Ecclestone, Präsident und CEO von Formula One Management.

 

© Zenon Texeira, Jean Todt I
President of Fédération Internationale de l'Automobile
Silverstone, 2006

 

Die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten der Formel-1-Legenden der Vergangenheit und Gegenwart zeichnen sich durch ihre besondere Stimmung aus, die im Prozess des Entwickelns entstand und durch einen dezenten Sepia-Ton unstrichen wird. »The Official Formula 1 Opus Exhibition« versteht sich als Huldigung des faszinierenden Rennsports, als Ehrwürdigung seiner Legenden, die seine Entwicklung bestimmt haben sowie als künstlerische Auseinandersetzung mit den Lichtgestalten des Universums Formel 1.

Die ausgestellten Arbeiten sind in einer Edition von 3 für jeweils 4.000 Euro erhältlich. Jedes Werk ist von Zenon Texeira und Bernie Ecclestone persönlich signiert.

Buchpräsentation »The Official Formula 1 Opus«

Zur Ausstellung wird das ultimative und umfassendste Buch zur Formel 1 bei CAMERA WORK vorgestellt: »The Official Forumla 1 Opus«. Auf über 850 Seiten in High-End-Qualität und mit einem Gewicht von 37 kg zelebriert das Meisterwerk den Formel-1-Sport beispielslos und beinhaltet neben der visualisierten Geschichte des Sports exklusive Interviews, weitreichende Statistiken und seltene Einblicke in den Rennzirkus.

 

© Zenon Texeira, Niki Lauda
Formula one World Champion 1975, 1977 & 1984.
Silverstone, 2006 

 

 

Zenon Texeira wurde 1968 in Dar-es-Salaam, Tansania geboren, wo sein Großvater ein lokales Fotostudio besaß. Im Alter von drei Jahren, kurz nach dem Tod seiner Mutter, wanderte seine Familie nach England aus. Zenon Texeira nahm schon früh die Olympus Pen seines Vaters mit zur Schule und fing die tägliche Arbeit und das Spiel seiner Freunde ein. 1991 beendete die Kunstschule mit Auszeichnung. Er war der erste Schüler in der Schulgeschichte, der gleichzeitig einen Abschluss in Grafikdesign und Fotografie innerhalb von zwei Jahren schaffte. Zenon Texeira arbeitete zunächst als Grafikdesigner, bevor er zusammen mit seinem Kindheitsfreund, Karl Flower, einem sehr erfolgreichen Banker, im Jahr 2005 Opus gründete. Beide kombinierten ihre Kreativität und ihren Geschäftssinn, um eine Marke zu kreieren, die epische und kulturelle Geschichten durch überwältigende Fotografien, Prints und luxuriöse Maßstäbe erzählt. Heute ist Opus Markenführer in großen Formaten, Veröffentlichungen und handgebundenen Bildbänden. Bis dato hat Opus beeindruckende Buch-Editionen zu Manchester United, Michael Jackson, Ferrari, Nelson Mandela oder den Super Bowl veröffentlicht. Die Dokumentar-und Porträtphotographie von Zenon Texeira kennzeichnet die Werke von Opus maßgeblich. Zenon Texeira fotografierte darüber hinaus u.a. die Vivienne Westwood Gold Laber Global Kampagne 2007, die in der »Vogue«, »Harper’s Bazaar«, »Dazed & Confused« und weiteren Publikationen veröffentlicht wurde. 2006 nahm Zenon Texeira seine legendäre 20x24-Polaroidkamera zum Silverstone-Grand-Prix, um die Legenden der Formel 1 zu porträtieren. Das Ergebnis ist im Werk »The Official Formula 1 Opus« und in der Ausstellung »The Official Formula 1 Opus Exhibition« zu sehen. Arbeiten von Zenon Texeira werden international ausgestellt, u.a. in Abu Dhabi, Hongkong, London und Tokio.

 

 

Camera Work, Kantstraße 149, Berlin

 

 

 

18.07.2014 - 09.11.2014
Fotoausstellung München . Sicher einen Höhepunkt im fotografischen Ausstellungsjahr hat das Museum Brandhorst zu bieten. Mit Richard Avedon zeigt sie einen der bedeutendsten Fotografen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Gezeigt werden nicht seine berühmten Modebilder, sondern Porträts aber vor allem auch vier große fotografische Wandbilder. Bis 9.11.2014
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Richard Avedon. Wandbilder und Porträts
Fotoausstellung München . Sicher einen Höhepunkt im fotografischen Ausstellungsjahr hat das Museum Brandhorst zu bieten. Mit Richard Avedon zeigt sie einen der bedeutendsten Fotografen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Gezeigt werden nicht seine berühmten Modebilder, sondern Porträts aber vor allem auch vier große fotografische Wandbilder. Bis 9.11.2014

 

Armin Zweite, Kurator der Ausstellung und Klaus Schrenk, Direktor der Bayerischen Staatsgemäldesammlung
bei der Pressekonverenz vor dem Richard Avedon Bild "Alain Ginsberg's Family"

 

Er war einer der bedeutendsten und einflussreichsten Modefotografen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Richard Avedon, der vor zehn Jahren im Alter von 81 Jahren verstarb , arbeitete von 1945­-65 für »Harper’s Bazaar« und prägte mit seinen spannenden Inszenierungen die wichtigsten Modetrends dieser Zeit. 1966 wechselt er zu »Vogue« . Von 1980 an gestaltete er die jährlichen Werbekampagnen für Gianni Versace, ab 1985 arbeitete er für die französische Zeitschrift »Egoïste«, ab 1992 außerdem für »The New Yorker«. Dieser hinlänglich bekannten und in Ausstellungen häufig dokumentierten Bereich seiner Arbeit zeigt die Ausstellung des Museums Brandhorst nicht, sondern Porträts und drei überdimensionale Wandbilder.

 

 

 Richard Avedon: The Mission Council, Saigon, Südvietnam, 28. April 1971,
Silbergelatine-Abzug 1975, 303,5 x 990,9 cm Sammlung Udo und Anette Brandhorst

 

Politisch aufgeklärt und liberal eingestellt, begann er zwischen 1969 und 1971 vor dem Hintergrund der sozialen und politischen Unruhen und Veränderungen in den USA vier große fotografische Wandbilder zu schaffen, die in der Geschichte des Mediums von herausragender Bedeutung sind. Auf den zwischen sechseinhalb und zehn Meter breiten und zweieinhalb bis über drei Meter hohen Darstellungen sind die Gestalten teilweise überlebensgroß und in frontaler Position vor weißem Hintergrund nebeneinander aufgereiht. Es sind schattenlose Schwarzweißbilder von rigoroser Klarheit und einer extremen Sachlichkeit, die scheinbar die ästhetische Autonomie der Werke unterlaufen, so dass sie nicht sofort als Kunst wahrgenommen werden. Ihre eminente Wirkung resultiert vor allem aus der Intensität der unmittelbaren Konfrontation des Betrachters mit diesen Fotografien bzw. den dargestellten Personen

 

Richard Avedon: Bob Dylan, Sänger New York City, 10. Februar 1965,
Silbergelatine-Abzug 1965, 35,6 x 27,9 cm Sammlung Udo und Anette Brandhorst

 

Drei der vier Arbeiten, die Avedon realisiert hat, werden im Museum Brandhorst gezeigt. »Allen Ginsberg’s Family« (3. Mai 1970) zeigt den Wortführer der Beat­Generation und bedeutenden Dichter im Kreise seiner Familie. »Andy Warhol and members of the The Factory« (30. Oktober 1969) ist wegen der großen Werkkomplexe Warhols im Museum Brandhorst in München von besonderem Interesse. »The Mission Council« (28. April 1971) entstand während des Vietnamkriegs in Saigon und zeigt Befehlshaber der amerikanischen Streitkräfte und verschiedene Vertreter der Washingtoner Regierung. Aus Platzgründen musste bedauerlicherweise auf »The Chicago Seven« (5. November 1969) verzichtet werden. Hierbei handelt es sich um politisch links orientierte Intellektuelle, die 1968 gegen den Nationalkonvent der Demokraten demonstriert hatten. Sie wurden wegen vermeintlich verschwörerischer Aktivitäten und Gewalttaten festgenommen und angeklagt, wobei der Prozess wegen fadenscheiniger Begründungen der Staatsanwaltschaft und einem offensichtlich parteiischen Richter als juristische Farce Geschichte gemacht hat. Anders als in New York, wo die vier »murals« und weitere thematisch mit ihnen verbundene Werke im Sommer 2012 von der Gagosian Gallery gezeigt wurden, werden die Wandbilder im Museum Brandhorst durch drei andere Werkgruppen ergänzt. Es handelt sich dabei um eine Auswahl bewegender Porträts, die seit den 50er Jahren entstanden. Das breite Spektrum reicht von Francis Bacon und Brigitte Bardot bis Samuel Beckett, Truman Capote und Marcel Duchamp, schließt aber auch Bob Dylan und Marilyn Monroe sowie Buster Keaton und Ezra Pound ein. Der Physiker Robert Oppenheimer sowie der Gouverneur von Alabama, George Wallace, markieren gleichsam die Extreme des politischen Spektrums der Bürgerrechtskonflikte in den USA.

 

Eine weitere Werkgruppe umfasst 1963 entstandene Fotos aus einer psychiatrischen Klinik in Louisiana. Sie zeigen eine andere, dunkle Seite der Gesellschaft. Es sind teilweise Darstellungen von Menschen, die sich offenbar ihrer Situation und ihres Schicksals bewusst sind, aber auch solche, die sich in einer Art von Trance zu befinden scheinen als wären sie medikamentös ruhig gestellt worden.

 

Zwischen 1979 und 1984 bereiste Avedon im Auftrag des Amon Carter Museums von Fort Worth 17 westliche Staaten der USA und machte Aufnahmen von Bergarbeitern, Farmern, Fabrikarbeiten, Landstreichern und anderen, meist sozial degradierten Personen. Der Werkkomplex »In the American West« vergegenwärtigt den Niedergang der Öl­und Kohleförderung und anderer Wirtschaftszweige. Eine Auswahl der 152 x 120 cm großen Arbeiten ergänzt und verändert die Vorstellung von einem Künstler, der weit mehr war als ein der Werbung verpflichteter Modefotograf.

 

Museum Brandhorst, Theresienstraße 35, München

 

 

 

 

 

17.07.2014 - 17.08.2014
Fotoausstellung Berlin . Anlässlich des 60. Geburtstags der Bundeskanzlerin zeigt das Museum The Kennedys 60 Bilder von Angela Merkel aufgenommen von Daniel Biskup. Die Motive zeigen die Kanzlerin ebenso mit politischen Weggefährten wie auf Reisen oder bei historischen Ereignissen. 17.7. bis 17.8.2014
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Daniel Biskup "Angela Merkel: 60 Jahre - 60 Bilder"
Fotoausstellung Berlin . Anlässlich des 60. Geburtstags der Bundeskanzlerin zeigt das Museum The Kennedys 60 Bilder von Angela Merkel aufgenommen von Daniel Biskup. Die Motive zeigen die Kanzlerin ebenso mit politischen Weggefährten wie auf Reisen oder bei historischen Ereignissen. 17.7. bis 17.8.2014

© Daniel Biskup, Angela Merkel am Ilulissat Fjord, Grönland, 2007

 

Die 60 Fotos umfassende Ausstellung zeichnet die politische Karriere von Angela Merkel nach, zeigt zahlreiche Porträts, Bilder mit politischen Weggefährten sowie Motive historischer Ereignisse und internationaler Treffen. Ob bei der Wahl zur Bundeskanzlerin 2005, während des »Petersburger Dialogs« 2006 mit Wladimir Putin oder beim Empfang im Weißen Haus mit Barack Obama 2011 – Daniel Biskup besitzt das Privileg, die Bundeskanzlerin seit vielen Jahren zu begleiten und sie in den bedeutendsten Stationen ihrer politischen Karriere zu porträtieren.

 

© Daniel Biskup, Angela Merkel und Joachim Sauer mit Barack Obama im Weißen Haus
Washington D.C. 2011


Daniel Biskup wurde 1962 in Bonn geboren. Das Studium der Politik und Geschichte in Augsburg brach er aus Liebe zur Photographie ab. 1982 erschien sein erstes Zeitungsphoto auf der Titelseite der »Augsburger Allgemeinen Zeitung«, für die er bis 1990 als freier Mitarbeiter arbeitete. Mit dem Fall der Berliner Mauer 1989 konzentrierte sich der Autodidakt auf die radikalen Veränderungen in Ostdeutschland, der Sowjetunion und im früheren Jugoslawien. Seine Bilder aus dieser Zeit berichten vom Leben und Überleben der Menschen nach dem Ende des Kommunismus in Osteuropa.

 

© Daniel Biskup, Angela Merkel bei ihrer Wahl zur Parteivorsitzenden
Essen, 2000


 

»Über Leben« hieß die Ausstellung dazu 2011 im Deutschen Historischen Museum in Berlin, gemeinsam mit dem Magnum-Fotografen Thomas Hoepker und eröffnet von Bundeskanzlerin Angela Merkel. In den letzten Jahren hat Daniel Biskup weltweit Prominente aus Politik, Kultur und Wirtschaft porträtiert. Dazu gehören u.a. Bill Gates, Karl Lagerfeld, Claudia Schiffer, Selma Hayek, Roger Moore, Mette Marit, Wladimir Putin, George W. Bush, Michail Gorbatschow, Vitali Klitschko, Gerhard Schröder und vor allem Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundeskanzler a.D. Helmut Kohl, den er seit 1998 als persönlicher Photograph begleitet. Seine Photographien werden heute in vielen Tageszeitungen, Magazinen und Büchern in Deutschland und anderen europäischen Ländern veröffentlicht. »Der Spiegel« bezeichnete ihn als »das Auge der Revolution in Osteuropa«. Seit November 2013 hat Daniel Biskup den Umbruch in der Ukraine photographiert und viele Bilder aus den vergangenen Wochen publiziert. Daniel Biskup lebt heute mit seiner Familie in Augsburg und Berlin. Seine Arbeiten befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen, darunter u.a. im Russischen Museum und im Deutschen Historischen Museum in Berlin.

 

© Daniel Biskup, Angela Merkel bei dem Besuch Pabst XVI in Deutschland München


 

Museum The Kennedys, Auguststraße 11-13, Berlin

 

 

15.07.2014 - 27.07.2014
Fotoausstellung Braunschweig Das Museum für Photographie stellt mit dem zweiunddreißgjährigen Samuel Henne einen ehemaligen Absolventen der HBK Braunschweig in seiner ersten Einzelausstellung vor, dessen Arbeiten sich zwischen Fotografie und Skulptur bewegen und hierbei vielschichtig das Spannungsverhältnis von Fläche und Raum im fotografischen Medium thematisieren. 15.7. bis 27.7.2014
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Samuel Henne. Formationen
Fotoausstellung Braunschweig Das Museum für Photographie stellt mit dem zweiunddreißgjährigen Samuel Henne einen ehemaligen Absolventen der HBK Braunschweig in seiner ersten Einzelausstellung vor, dessen Arbeiten sich zwischen Fotografie und Skulptur bewegen und hierbei vielschichtig das Spannungsverhältnis von Fläche und Raum im fotografischen Medium thematisieren. 15.7. bis 27.7.2014

 

In seinen Werkreihen erschafft Samuel Henne skulpturale Inszenierungen, deren Konstruktionen erst durch das Arrangement im fotografischen Bild vollendet werden. Kleine, aus Alltagsgegenständen inszenierte Objekte, skulptural arrangierte Bücher oder gefaltete Oberflächen bilden den Ausgangspunkt für seine fotografischen Kompositionen. Sorgfältig konzipierte Formen, Farben und Ebenen sowie das Zusammenspiel von Raum und Fläche präsentieren dem Betrachter die Verschmelzung von Dargestelltem und Darstellung im Bild. Vielfach findet sich in Hennes Arbeiten auch der Verweis auf die historisch enge Beziehung zwischen dem Medium Fotografie und der Gattung Skulptur wieder.

Samuel Hennes Ausstellung, als Zwischenspiel im Museum für Photographie, zeigt einen Überblick aktueller fotografischer Arbeiten, die 2013 u.a. auch in der Galerie Jette Rudolph in Berlin zu sehen waren. Des Weiteren werden fotografische und installative Arbeiten als Teile neuer Werkreihen im Museum für Photographie erstmals institutionell gezeigt.

 

Museum für Photographie, Helmstedter Straße 1, Braunschweig

 

08.07.2014 - 31.08.2014
Fotoausstellung Hamburg . Vor den Deichtorhallen werden in Kooperation mit CEWE 40 Fotos ausgestellt, die zu dem Langzeitprojekt „Photos of Hope“ des ARD-Fernsehkorrespondenten Philipp Abresch gehören und von Kindern und Jugendlichen aufgenommen wurden. DIe Motive sind Eindrücke der Situation nach dem Taifun Haiyan, der 2013 auf den Philippinen 2013 wütete.
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Die Kinder von Tacloban – 100 Kameras für 100 Kinder
Fotoausstellung Hamburg . Vor den Deichtorhallen werden in Kooperation mit CEWE 40 Fotos ausgestellt, die zu dem Langzeitprojekt „Photos of Hope“ des ARD-Fernsehkorrespondenten Philipp Abresch gehören und von Kindern und Jugendlichen aufgenommen wurden. DIe Motive sind Eindrücke der Situation nach dem Taifun Haiyan, der 2013 auf den Philippinen 2013 wütete.

 

Shailen Epil (13 Jahre), o.T., Philippinen/Tacloban/Barangay San Jose 2013 „Ein Junge schläft draussen vor dem Haus. Weil: er hat gar kein Haus mehr, in dem er schlafen kann.“

 

Im November 2013 verwüstete einer der heftigsten Wirbelstürme aller Zeiten weite Teile der Philippinen. Die Küstenstadt Tacloban war und ist von dem Taifun Haiyan besonders schwer getroffen worden. Im Rahmen seines SOS­Kinderdorf-Engagements spendete CEWE 40.000 Euro Soforthilfe für Einrichtungen in Tacloban. Als Premium-Partner der Deichtorhallen unterstützt der Fotodienstleister nun gemeinsam mit dem NDR Fernsehen die Outdoor-Ausstellung „Die Kinder von Tacloban – 100 Kameras für 100 Kinder“. Fast 4.000 Bilder wurden auf den Philippinen mit den Einwegkameras gemacht. Sie zeigen die Eindrücke und Momentaufnahmen der Kinder und Jugendlichen nach der Sturm-Katastrophe. CEWE ist für den Druck der 40 ausgestellten Motive auf Alu-Dibond verantwortlich und sorgt so dafür, dass sie im Außenbereich der Deichtorhallen großformatig zur Geltung kommen.

 

Christopher Castillo (14 Jahre), o.T., Philippinen/Tacloban/Barangay San Jose 2013 „Ich habe die kaputte Schule fotografiert. Wir packen jetzt alle mit an. Jeder hilft jedem. Und langsam werden wir wieder auferstehen.“

 

ARD-Korrespondent Philipp Abresch während der Verteilung von Einwegkameras an Jugendliche in der Region Tacloban/Philippinen, 2013 für das Projekt "Die Kinder von Tacloban - 100 Kameras für 100 Kinder", Fotograf: Johannes Anders

 

„Mit der Unterstützung dieses eindrucksvollen Foto-Projekts können wir unser Engagement für Tacloban weiterführen“, erklärt CEWE Vorstandsvorsitzender Dr. Rolf Hollander nach der Ausstellungseröffnung. „Das Projekt von Philipp Abresch gibt den Kindern und Jugendlichen eine Möglichkeit, sich auszudrücken und die entstandenen Fotos strahlen Hoffnung aus.“

 

Bei der Eröffnung der Ausstellung "Die Kinder von Tacloban": Dr. Rolf Hollander, Vorstandsvorsitzender von CEWE, Philipp Abresch, Initiator des Fotografie-Projekts und ARD-Fernsehkorrespondent, Hanni Hüsch, Abteilungsleiterin Ausland und Aktuelles des NDR Fernsehens und Dr. Dirk Luckow, Intendant der Deichtorhallen (v.l.n.r.) 

 

 

Das Langzeitprojekt „Photos of Hope“

Als Fernsehkorrespondent der ARD berichtet Philipp Abresch häufig aus Kriegs-und Krisengebieten. Im Rahmen von „Photos of Hope“ verwirklicht er seit 15 Jahren Projekte mit Einwegkameras. Sie sollen Kindern und Jugendlichen eine Stimme verleihen. Mittlerweile sind so zehntausende Fotos entstanden, die die Lebenswelt junger Menschen aus über 50 Ländern abbilden. Im Rahmen des Tacloban-Projekts entstanden fast 4.000 Bilder. 40 ausgewählte Motive sind in „Die Kinder von Tacloban – 100 Kameras für 100 Kinder“ zu sehen.

 

Kinder aus der Region Tacloban/Philippinen mit ihren Einwegkameras aus dem Projekt »Die Kinder von Tacloban - 100 Kameras für 100 Kinder«, 2013 Fotograf: Johannes Anders

 

 

 

05.07.2014 - 14.09.2014
Fotoausstellung Berlin . Mit einer Spur Ironie ist der Titel der Ausstellung in der Alfred Ehrhardt Stiftung zu sehen. Denn die zeitgenössische Tierfotografie die ausgestellt wird, zeigt keine wilden Tiere. Um die 50 Bildautoren beleuchten das Verhältnis zu Tieren auf unterschiedlichste Weise. 5. Juli bis 14. September 2014
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Wild - Tiere in der zeitgenössischen Fotografie
Fotoausstellung Berlin . Mit einer Spur Ironie ist der Titel der Ausstellung in der Alfred Ehrhardt Stiftung zu sehen. Denn die zeitgenössische Tierfotografie die ausgestellt wird, zeigt keine wilden Tiere. Um die 50 Bildautoren beleuchten das Verhältnis zu Tieren auf unterschiedlichste Weise. 5. Juli bis 14. September 2014

Thorsten Brinkmann, Ernie III, 2010 © Thorsten Brinkmann und VG Bild-Kunst, Bonn 2014, Courtesy Galerie Feldbuschwiesner, Berlin, Galerie Mathias Güntner, Hamburg, Gallery Hopstreet, Brüssel

 

Manche Tiere werden von uns Menschen mythisch aufgeladen und verehrt, andere unterworfen, geopfert, überzüchtet und ausgerottet. Dabei begleitet das Tier uns in wichtigen Bereichen unseres Daseins: sozial, ökonomisch, materiell, kulturell, religiös und symbolisch. All dies spiegelt sich auch in der zeitgenössischen Fotografie wider. Wir begegnen Tieren zuhause, im Wald oder im Zoo, kennen sie von Bildern, aus dem Film, als Spielzeug und nehmen sie als Nahrung zu uns. Seit Darwin wird der Mensch selbst evolutionsbiologisch den Säugetieren zugerechnet, und widmet sich wissenschaftlich dem eigenen wie auch anderen Stammbäumen. Wohl nie zuvor pflegten die Menschen ein aufgeklärteres Verhältnis zu den Tieren und gleichzeitig auch nie ein entfremdeteres als heute. Je mehr sie zu Objekten unserer Wissbegier werden, desto weiter scheinen wir uns von den Tieren zu distanzieren.

 

Birgit Kleber Animals #27, Berlin 2010 © Birgit Kleber  


Andrei Liankevich, Untitled, aus der Serie „Fake Animals“, Grodno/Belarus  2010 © Andrei Liankevich

 

Abgebildet werden Tiere schon seit Jahrtausenden, ja sie gehörten zu den ersten Motiven überhaupt, wie wir unter anderem aus den Höhlen von Lascaux oder Altamira wissen. Auch mit der Erfindung der Fotografie etwa 30.000 Jahre später bleibt das Tier ein zentrales Bildmotiv. Immer seltener wird es allerdings in seinem natürlichen Umfeld fotografiert, stattdessen inszeniert oder als Alter Ego personifiziert. Kein Medium eignet sich so gut, das Verhältnis von Menschen und Tieren zu analysieren wie die Fotografie, deren technische Möglichkeiten vom Schnappschuss bis zur digitalen Konstruktion alle Aspekte unseres Umgangs mit Tieren abzubilden vermag. Zahlreiche Bildbände zum Thema existieren von herausragenden Fotografen des 20. Jahrhunderts, einige werden in der Alfred Ehrhardt Stiftung zu sehen sein.

 

Ingar Krauss, ohne Titel, Zechin 2013 © Ingar Krauss

 

 

 

Martin Klimas, Untitled, 2006, © Martin Klimas, Courtesy the artist und Galerie Cosar HMT, Düsseldorf

 

Die Ausstellung selbst legt den Fokus auf die jüngste Entwicklung: Mit über 70 Werken von mehr als 35 künstlerisch arbeitenden Fotografen werden die unterschiedlichsten Facetten zwischen Nähe und Distanz, inniger Freundschaft und materieller Ausnutzung visuell reflektiert. Darunter sind Bilder von ausgestopften und musealisierten Tieren, von Haus- und Kuscheltieren, von Nutztieren auf der Weide oder toten Tieren als Vanitasmotive in klassischen Stillleben. Wie wir sehen, bekommt ein uraltes Thema immer wieder eine zeitgenössische Ausdrucksform und eine aktuelle Brisanz. Die Aufnahmen zeigen, wie sich der Mensch mit den Tieren identifiziert, sie als Trophäe sammelt oder zu Nahrungsmitteln verarbeitet. Dabei variieren die künstlerischen Herangehens- und Darstellungsweisen, mal wirken sie dramatisch, mal verspielt und ironisch. Schließlich beginnen wir darüber nachzudenken, wie “wild” Tiere heute überhaupt noch sind. Und in einer Mélange aus Angst und Faszination, Mitgefühl und Horror werden wir daran erinnert, dass wir selbst nur Teilchen des großen Mosaiks von Mutter Natur sind, ein Bestandteil des unerschöpflichen Spiels aus Geboren-Werden und Sterben, Essen und Gefressen-Werden. 

Text Matthias Harder / Maren Polte

 

Die ausgestellten Fotografen: Subhankar Banerjee, Katja Bilo, Nadine Blanke, Ursula Böhmer, Thorsten Brinkmann, Franck Christen, Amin El Dib, Sinje Dillenkofer, Daniel und Geo Fuchs, Mishka Henner, Kai Olaf Hesse, Dieter Hinrichs, Birgit Kleber, Martin Klimas, Ingar Krauss, Silke Krüger, Andrei Liankevich, Carina Linge, Vera Mercer, Ralf Meyer, Thilo Mokros, Bernhard Moosbauer, Stefan Moses, Dan Nelken, Pierpaolo Pagano, Marc Peschke, Romana Prinoth, Christiana Protto, Ria Patricia Röder, Arno Schidlowski, Alnis Stakle, Bernd Telle, Jens Ullrich, Alexandra Vogt, Marc Volk, Sascha Weidner, Tina Winkhaus, Harf Zimmermann

 

Alfred Ehrhardt Stiftung, Auguststraße 75, Berlin

 

 

04.07.2014 - 31.08.2014
Fotoausstellung München . Im Münchner Stadtmuseum werden die Ergebnisse der Projekte der vier Preisträger des Förderpreises der Wüstenrot Stiftung Christine Steiner, Paula Markert, Till Müllenmeister und Marcel Noack vorgestellt. Außerdem zeigt die Ausstellung die Diplomarbeiten der vier Preisträger. Bis 31. August 2014.
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Dokumentarfotografie Förderpreis 09 der Wüstenrot Stiftung
Fotoausstellung München . Im Münchner Stadtmuseum werden die Ergebnisse der Projekte der vier Preisträger des Förderpreises der Wüstenrot Stiftung Christine Steiner, Paula Markert, Till Müllenmeister und Marcel Noack vorgestellt. Außerdem zeigt die Ausstellung die Diplomarbeiten der vier Preisträger. Bis 31. August 2014.

 

 Till Müllenmeister, aus der Serei Menschen in Krisen, 2013 © Till Müllenmeister

 

Die 1990 gegründete Wüstenrot Stiftung fördert Arbeiten junger Fotografen, die sich mit verschiedenen Darstellungsweisen der Dokumenterarfotografie auseinandersetzen. Aus insgesamt 80 Bewerbungen hat eine international besetzte Jury insgesamt vier Preisträger ausgewählt: Paula Markert, Till Müllenmeister, Marcel Noack und Christine Steiner, deren Arbeiten sich mit "lebenswirklichen" Themen auseinandersetzen.

 

Christine Steiner, aus der Serie Mehr als ein Arbeitsplatz, 2013 © Christine Steiner

 

Neben den prämierten Werken werden die Diplomarbeiten der vier Preisträgerinnen und Preisträger präsentiert: Christine Steiner. 1978 in Bonn geboren und von 2003 - 2011 Studentin der Fotografie an der FH Dortmund, untersuchte Schularchitekturen im Hinblick auf ihre bildungspolitischen Ideologien und Leitlinien.

 

Paula Markert beschäftigte sich mit der Familie als Einflussfaktor auf die Entwicklung der Persönlichkeit.  Paula Markert wurde 1982 in Hamburg geboren, studierte 2006 - 2007 Studium Design and Image an der Facultad de Bellas Artes der Universität von Barcelona und ist seit 2008 freie Fotografin und Fotoassistentin. 2011 machte sie das Diplom Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Fotografie.

 

Paula Markert, aus der Serie Das Geld der Anderen, 2013, © Paula Markert

 

Till Müllenmeister dokumentierte mit der Kamera den Präsidentschaftswahlkampf in Nairobi dokumentierte. 1981 in Köln geboren, studierte er Politik und Wirtschaftswissenschaften und arbeitet seit 2008 als freier Fotograf u.a. für Die Zeit, taz, Handelsblatt, Der Spiegel. 2010 schloss er das Studium Fotografie und Medien mit Schwerpunkt Fotojournalismus an der Fachhochschule Bielefeld ab. Till Müllenmeister lebt in Köln und Nairobi (Kenia)

 

Marcel Noack, aus der Serie na wsón gwalt (Auf Teufel komm raus) 2013 © Marcel Noack

 

Der 1980 in Bad Muskau / Muzakow (Sachsen) geborene Marcel Noack nahm mit dem Abriss von Wohnraum und öffentlichen Einrichtungen den Wandel seiner Heimatstadt Weißwasser auf. 2001 - 2002 studierte er am Lehrinstitut für Design in Rheda-Wiedenbrück, von 2002 - 2013  Foto-Design an der HGB Leipzig. Seit 2012 ist er künstlerisch/wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abendakademie der HGB Leipzig und lebt in Leipzig und in der Lausitz.

 

Die Förderpreise werden alle zwei Jahre von der Wüstenrot Stiftung in Zusammenarbeit mit der Fotografischen Sammlung des Museum Folkwang ausgeschrieben und sind jeweils mit 10.000 Euro dortiert.

 

Münchner Stadtmuseum, St. Jakobs-Platz 1, München

 

 

 

03.07.2014 - 05.09.2014
Fotoausstellung Hamburg . Abgelegen Dörfer und Industriesiedlungen des Dschungels besuchte der dänische Fotograf Mads Nissen für sein Langzeitprojekt bei dem er über einen Zeitraum von sechs Jahren immer wieder das Amazonasbecken durchquerte. Die Freelens Galerie stellt die interessante Bildserie vor.
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Mads Nissen - Amazonas
Fotoausstellung Hamburg . Abgelegen Dörfer und Industriesiedlungen des Dschungels besuchte der dänische Fotograf Mads Nissen für sein Langzeitprojekt bei dem er über einen Zeitraum von sechs Jahren immer wieder das Amazonasbecken durchquerte. Die Freelens Galerie stellt die interessante Bildserie vor.


Mit 19 Jahren bereiste der Däne Mads Nissen erstmals das Amazonasgebiet, das ihn seither nicht mehr losgelassen hat. 2006 entschied er sich, seine Faszination für ein fotografisches Langzeit-Projekt zu nutzen. Über einen sechsjährigen Zeitraum  hat er immer wieder das Amazonasbecken durchquert, das sich als größtes zusammenhängendes Landschaftsgebiet auf 9 Länder verteilt. Ein Areal mit unendlicher Artenvielfalt, das heute noch etwas mehr als 300 indigene Bevölkerungsgruppen beherbergt. Doch es ist in seiner Existenz massiv bedroht: unaufhaltsam werden immer größere Flächen durch Abholzung und Brandrodung vernichtet.

 


 
Mads Nissens Serie führt zahlreiche grandiose, scheinbar unberührte Naturpanoramen vor. Sein eigentliches Interesse gilt den Bevölkerungsgruppen der exotischen Urlandschaft und ihren Lebensbedingungen. Dazu hat er sich in das Innere des Regenwaldes begeben, zu den abgelegenen Dörfern und Armutsvierteln der Industriesiedlungen des Dschungels, um dort auf Goldsucher, Jäger, Farmer, Minenarbeiter und Prostituierte zu treffen. Und seine Fotos zeigen immer wieder Bewohner unterschiedlichster Regionen in Ausübung ihrer archaisch anmutenden Rituale.
 
Amazonas ist ein düsterer, elegischer Bilderbogen, der  sich den üblichen Kategorisierungen entzieht. Kein Expeditions-, kein Abenteuer- und auch kein Selbsterfahrungsbericht. Die Welt, die Mads Nissen vorführt, oszilliert zwischen unbezwingbarer Wildnis und zerstörender Zivilisation, zwischen Paradies und Apokalypse. Letztendlich wirken die Bewohner hilflos angesichts der Ressourcenausbeutung und Umweltzerstörung, die eine Vernichtung ihrer Lebensgrundlage bedeutet. Mads Nissens Arbeit ist von einer enormen Intensität, die im Betrachter lange nachwirkt.
 
Mads Nissen (Jg. 1979) hat an der Danish School of Journalism in Kopenhagen studiert. Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Shanghai, fotografierte er zunächst für dänische Tageszeitungen. Heute arbeitet er als freier Fotojournalist. Seine Arbeiten erscheinen in Newsweek, TIME, Der Spiegel, Stern oder Sunday Time. Mads Nissen hat für seine Arbeiten zahlreiche Preise erhalten, u.a. einen World Press Photo Award,  den Manuel Rivera Ortiz-Preis und mehrere Auszeichnungen beim Dänischen Pressefoto des Jahres. Die Serie Amazonas ist letztes Jahr als gleichnamiges  Buch erschienen. 

 

Freelens Galerie, Steinhöft 5, Hamburg

02.07.2014 - 20.09.2014
Fotoausstellung Wien . Das fotografische Log Buch einer spannenden Reise zeigt die Ausstellung Arrivals and Departures mit Bildern von Jacob aue Sobol, die entlang der Transsibirischen Eisenbahnlinie entstanden sind. Präsentiert werden sie in der Wiener Leica Galerie. Bis 20. September 2014
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Jacob aue Sobol - Arrivals and Departures
Fotoausstellung Wien . Das fotografische Log Buch einer spannenden Reise zeigt die Ausstellung Arrivals and Departures mit Bildern von Jacob aue Sobol, die entlang der Transsibirischen Eisenbahnlinie entstanden sind. Präsentiert werden sie in der Wiener Leica Galerie. Bis 20. September 2014
 
Jacob Aue Sobol, Ulan Bator, März 2012 © Jacob Aue Sobol / Magnum Photos
 
 
Vor zwei Jahren machte sich der dänische Magnum Fotograf Jacob Aue Sobol auf die Reise quer über den asiatischen Kontinent, von Moskau über Ulan Bator nach Peking.  Aufgezeichnet hat er seine Reiseimpressioneen mit der Leica M Monochrom, der ersten digitalen Schwarzweiß-Kamera. In spanenenden Bildern erzählt er von den Begegnungen mit den Menschen entlang der Transsibirischen Eisenbahnlinie. Dabei sind die Fotografien nie der flüchtige Bericht eines Durchreisenden, im Gegenteil: Sobols Porträts kennzeichnet eine fast schmerzhafte Intensität, die Intimität der Bilder lässt keinen Betrachter unbeteiligt zurück.
 
 
 
Jacob Aue Sobol, Peking 2012 © Jacob Aue Sobol Magnum Photos
 
 
„Mich hat es nie interessiert, etwas von der anderen Seite der Straße aus zu beobachten, genauso wenig, wie als Fotograf unsichtbar zu bleiben. Ich hoffe, das ist der Grund, warum niemand sich beim Betrachten meiner Bilder als Voyeur fühlt – man ist ein Teil von ihnen. Für mich ist das der Punkt, an dem die Bilder vom bloßen Zeigen zum Sein wechseln, wenn sie keine Geschichte mehr von ‚denen‘ erzählen, sondern von ‚uns‘.“

Jacob Aue Sobol wurde 1976 in Brøndby Strand, Dänemark geboren und lebt zurzeit in Kopenhagen. Nach seinem Studium an der Europäischen Filmhochschule entwickelte er an der Dänischen Schule für Dokumentar- und Kunstfotografie Fatamorgana seine charakteristische fotografische Handschrift. Sobols Serien entstehen zumeist fern seiner Kopenhagener Heimat, sein erstes Buchprojekt Sabine ist das Porträt einer Liebesbeziehung und berichtet von seinem dreijährigen Aufenthalt in Grönland, wo er mit der Familie seiner Freundin als Jäger und Fischer lebte. Mit Sabine wurde Sobol 2005 für den Deutsche Börse Fotografiepreis nominiert. Sobols Buch I, Tokyo, eine Auseinandersetzung mit seiner japanischen Wahlheimat zwischen 2006 und 2008, wurde 2008 mit dem Leica European Publishers Award ausgezeichnet. Mit einer Reportage über eine guatemaltekische Bauernfamilie gewann Sobol 2006 einen World Press Photo Award in der Kategorie Alltagsgeschichten. Seine Arbeiten werden weltweit ausgestellt, seit 2007 ist er Mitglied der Agentur Magnum Photos.
 
 
Jacob Aue Sobol, Moskau März 2012 © Jacob Aue Sobol /Magnum Photos
 


Die Fotografien der Serie Arrivals and Departures stehen zum Verkauf. Preise auf Anfrage.

Der Katalog zur Ausstellung Jacob Aue Sobol. Arrivals and Departures ist im Leica Store für 15 Euro erhältlich. Im
 
 
 
Leica Galeroe, Walfischgasse 1, Wien
 
28.06.2014 - 07.09.2014
Fotoausstellung Ulm . Zum 100sten Mal jährt sich in diesem Jahr das Ende des Ersten Weltkrieges. Drei große Fotografen - Anja Niedringhaus, Jan Banning und Bryan Adams - dokumentieren mit ihren Bildern verschiedene Kriegserfahrungen. Ausgestellt im Stadthaus Ulm bis 7.9.2014
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Gesichter des Krieges - Fotografien von Anja Niedringhaus, Jan Banning und Bryan Adams
Fotoausstellung Ulm . Zum 100sten Mal jährt sich in diesem Jahr das Ende des Ersten Weltkrieges. Drei große Fotografen - Anja Niedringhaus, Jan Banning und Bryan Adams - dokumentieren mit ihren Bildern verschiedene Kriegserfahrungen. Ausgestellt im Stadthaus Ulm bis 7.9.2014

 

 

Basra, Irak, März, 2003. Eine irakische Frau flieht mit ihrem Kleinkind und anderen Einwohnern vor
schweren Gefechen aus der Stadt © Anja Niedringhais / AP

 

Noch gut im Gedächtnis ist den Meisten von uns der Tod von Anja Niedringhaus am 4. April 2014. Die Fotojournalistin war auf dem Weg zur Wahlbeobachtung in Afghanistan, wo sie erschossen wurde und ihre Kollegin Kathy Gannon schwer verletzt überlebte. Die Pulitzer-Preisträgerin Anja Niedringhaus  berichtete als Augenzeugin mehr als 20 Jahre mit eindringlicher Schonungslosigkeit unmittelbar aus weltweiten Krisen- und Kriegsgebieten, unter anderem aus Kroatien und Serbien, Irak, Afghanistan, Libyen und Israel. Unter extremen Bedingungen dokumentierte sie, oft Schulter an Schulter mit Soldaten, Leben und Sterben im Ausnahmezustand militärischer Auseinandersetzungen. Im Mittelpunkt der Bilder von Niedringhaus standen immer die Menschen denen sie mit Neugier und Respekt gleichermaßen begegnete, seien es Soldaten, die mit Verzweiflung, Wut, Schmerz oder Tränen kämpfen, oder eine strapazierte Zivilbevölkerung, die um Normalität und Würde ringt. Unter dem Titel "At War" hatte sie eine Auswahl ihrer Arbeiten der letzten 10 Jahre zusammen gestellt, die u.a. bei C/O Berlin 2011 und in der Deutschen Börse Frankfurt/M. ausgestellt wurde und nun im Stadthaus gezeigt wird. Ein Ausstellungskatalog erschien bei Hatje Cantz und ist derzeit vergriffen. 

 

Kabul, Afgahnistan, September 2009. Ein afganiscger hält eine Spielzeugwaffe, während er mit anderen Karussell fährt und das Ende des Ramadanfest feiert. © Anja Niedringhais / AP

 

Der Portraitzyklus  (erschienen 2010) Der niederländische Fotografen und World Press Photo Award- Preisträgers Jan Banning (*1954) ist in der Ausstellung mit der Porträtserie „Comfort Women“ vertreten. Si zeigt indonesische Frauen, die während des Zweiten Weltkrieges als sogenannte „Trostfrauen“ in Militärunterkünfte und Frontbordelle der japanischen Armee verschleppt und dort teilweise über Jahre Opfer sexueller Gewalt und systematischer Zwangsprostitution wurden. Mehr als sechs Jahrzehnte hatten die Frauen über die an ihnen begangenen Verbrechen geschwiegen - oft aus Scham und Angst vor sozialer Ächtung -, bevor sie sich von Jan Banning portraitieren ließen und über ihre leidvolle Geschichte, die seelischen Verletzungen und Folgeschäden berichteten. Das Buch „Comfort Women / Troostmeisjes“ ist 2010 bei Ipso Facto / Seltmann+Söhne erschienen.

 

Wainem Jahrgang 1925, Mojogedang, Zentraöl-Java © Jan Banning

 

Emah Jahrgang 1926, Kuningang, West-Java © Jan Banning

 

Corporal Ricky Fergusson MC, London, 2011 © Bryan Adams

 

Der Musiker und Fotograf Bryan Adams (*1959) fotografierte für seine seit 2008 entstandene Portraitserie „Wounded - The Legacy Of War“ britische Kriegsheimkehrer aus Afghanistan oder dem Irak. Mit der nüchternen Präzision einer Großbildkamera und vor sachlich ausgeleuchtetem Studiohintergrund dokumentiert er die Kriegsverletzungen der Männer und Frauen, zeigt ihre Verstümmelungen, Narben und Verbrennungen. Adams hat die Verwundung der oft noch sehr jungen Veteranen im Blick. Er portraitiert ihren trotzigen Willen und Stolz, mit dem sie um ihren Weg zurück ins Leben kämpfen. Sie posieren nicht in heroischem Patriotismus, sie umgibt vielmehr die Aura eines verstörend provokativen Optimismus. Die beinahe lebensgroßen, sehr monumentalen Abzüge machen eine direkte Konfrontation mit dem Menschen „hinter“ dem Bild unausweichlich, nicht als Darstellung eines Krieges, sondern als Realität des Krieges. Das Buch „Wounded - The Legacy Of War“ ist 2013 bei Steidl erschienen.

 

Marine Mark Ormrod, London, 2011 © Bryan Adams

 

Stadthaus Ulm, Münsterplatz 50, Ulm

 

28.06.2014 - 16.08.2014
Fotoausstellung Greifswald . Inspirieren ließ sich Arturas Valiaugas´ zu seiner Fotoserie von dem literarischen Werk von Kristijonas Donelaitis. Es ist eine fotografische Suche nach historischen Fakten, Legenden und Geschichten, die in der Galerie STP gezeigt wird. Bis 16. August 2014
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The Land of Longing
Fotoausstellung Greifswald . Inspirieren ließ sich Arturas Valiaugas´ zu seiner Fotoserie von dem literarischen Werk von Kristijonas Donelaitis. Es ist eine fotografische Suche nach historischen Fakten, Legenden und Geschichten, die in der Galerie STP gezeigt wird. Bis 16. August 2014

 

Das Foto- und Buchprojekt: The Land of Longing - Das Land der Sehnsucht versucht, Donelaitis 'Klein-Litauen im heutigen Rahmen zu sehen. Ortschaften im Königsberger Gebiet (Oblast Kaliningrad) sind in den Fotografien festgehalten. Eine fotografische Antwort auf ein Gedicht von Kristijonas Donelaitis in Form von Landschaft und sozialer Umwelt.

 

 

Die Jahreszeiten von Kristijonas Donelaitis, sind ein Fundament der litauischen Literatur und Inspiration für Arturas Valiaugas´ Serie: The Land of Longing –  Das Land der Sehnsucht. Beide zeugen von der Subtilität litauischer Geschichte und der komplizierten litauischen Identität. Die archaische Sprache, die vor fast drei Jahrhunderten verwendet wurde, ist nun weit entfernt von der heutigen Banalität. Paradoxerweise, beginnt die Fotografie, eine der jüngeren und universellen Kunstformen, einen komplexen Dialog mit der Wahrnehmung von Identität und historischen Ereignisse und mit kollektiven Erinnerungen, indem sie eines der kompliziertesten Werke der litauischen Literatur interpretiert. Diese Kombination kann auf den ersten Blick wie ein bedauerliches Missverständnis wirken, aber in Wirklichkeit vereinigt es das Denken des 17. Jahrhunderts und die Erfahrungen des 21. Jahrhunderts, hinterfragt die Existenz und Schaffung allgemeiner menschlicher Werte und Fehler.

Die vier Sprachen, die absichtlich im Buch verwendet werden, zeichnen Parallelen zwischen der Geschichte und dem Fluss der Zeit und bilden den Rahmen für das Fotografie-Projekt. Aber das ist noch nicht alles. Ein Buch im Buch greift die Bedeutung der sogenannten Klein-Litauen-Region für die Geschichte Litauens und seiner Kultur selbst auf. Vielleicht ist das der Grund, warum in diesem Land zu sein und historischen Fakten, Legenden und Geschichten zu reflektieren, ein Gefühl der Unruhe evoziert. Dies ist nicht die Angst vor Verlust, sondern die Angst, dass die Anerkennung, einst in ihrer Ganzheit wahrgenommen, nun zur Nostalgie wird. Es ist die Sehnsucht nach fremden und vertrauten Landschaften, Gesichtern, Sprache, Architektur und Erinnerung ohne Erfahrung. Valiaugas Fotografien lassen uns Bilder erleben und schaffen eine fotografische Rechtfertigung von Nostalgie.

 

 

 

Die Fotos sind aus einer russischen Region, in der die dritte Generation nach den Kriegen aufwächst, ohne nach ihren Wurzeln in den "breiten des Vaterlandes" zu suchen. Diese Generation schmiedet ihre eigene soziale Identität und verbinden diese mit der Wiederbelebung der Preußischen Kultur, eine verbraucherorientierte Version die wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Wandel in der Region fördert.

Diese subjektiven, fotografischen Dokumente, die die Geschichte immer wieder leicht berühren und hin und wieder in die Fußstapfen von Donelaitis Biographie treten, wurde zu einer Chronik des modernen Königsbergs, in einer visuellen, nonverbalen Zeit.

 

STP Galerie, Lange Straße 21, Greifswald

28.06.2014 - 06.09.2014
Fotoausstellung Berlin . Klingende Namen der Models wie Kate Moss oder Claudia Schiffer ebenso wie der Fotografen wie Ellen von Unwerth oder Herb Ritts zeichnen die Gruppenausstellung mit über 100 faszinierendne Fotoarbeiten in der CWC Gallery aus. Bis 6. September 2014
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Supermodels - Then and Now
Fotoausstellung Berlin . Klingende Namen der Models wie Kate Moss oder Claudia Schiffer ebenso wie der Fotografen wie Ellen von Unwerth oder Herb Ritts zeichnen die Gruppenausstellung mit über 100 faszinierendne Fotoarbeiten in der CWC Gallery aus. Bis 6. September 2014

 

© Albert Watson, Kate Moss with Hat, Marrakesh, 1993

 

 

Die eigenkuratierte Gruppenausstellung "Supermodels – Then and Now" zeigt über 100 Fotografieren der renommiertesten Künstler der Welt eine Auswahl an herausragenden Mode-, Porträt-und Aktbildern von den berühmtesten Topmodels der vergangenen Jahrzehnte.

 

© Albert Watson, Naomi Campbell, Palm Springs, 1989

 

Ein wahrhaft weltbekanntes Model muss durch ihre Gesten, Posen und ihre Körperform nicht nur die Intention der Designer für die Modewelt projizieren, sondern ihnen auch Inspiration liefern, erklärt Thomas P. Campbell, ehemaliger Direktor des Metropolitan Museum of Art. Damit erlangen Supermodels in ihrem Metier einen Sonderstatus und ihre Gesichter werden zu eigenständigen Marken. In der Kunst entwickelte sich das Motiv Supermodel zu einem international gefragten Genre heraus, welches bei Auktionen Höchstpreise erzielt. Die CWC Gallery zeigt diese Entwicklung mit der Gruppenausstellung "Supermodels – Then and Now" und präsentiert herausragende Werke der Fotokunstgeschichte aus der umfangreichen Sammlung der Camera Work AG sowie teilweise bisher nie gezeigte Werke der gefragtesten internationalen Fotokünstler.

 

© Bruno Bosang, Claudia Schiffer, Paris 1997


 

 © Bruno Bisang, Naomi Campbell

 

 

Seit über fünf Jahrzehnten zählen Supermodels zum festen Bestandteil der Fotokunst. Die Arbeiten von Richard Avedons  von Twiggy oder Veruschka oder die Werke von Peter Lindberghs und Michel Comtes von Naomi Campbell über Linda Evangelista und Iman bis hin zu Christy Turlington vermitteln ein neues Bild des Verständnisses des Supermodels. Mitte der 1990er trug die gesteigerte Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die berühmten Supermodels dazu bei, dass diese innerhalb der Welt der Mode eine Art Ikonenstatus erreichten. Im Kontrast zur Inszenierung der Models als unnahbare und makellos-schöne Göttinnen in Werbekampagnen und auf Covern stehen die atmosphärischen Schwarz-Weiß-Arbeiten von Fotografen wie Peter Lindbergh oder Irving Penn. Lindberghs intimen Porträt von Berri Smithers oder Penns verträumt-entrückt wirkendem Akt von Amber Valetta gelingt es, die natürliche und "ungeschminkte" Schönheit der Frauen darzustellen und dabei die Vertrautheit zwischen Künstler und Model zu suggerieren. Eine Sonderstellung unter den Supermodels als auch in der Fotokunst hat Kate Moss, deren Porträts und Akte von Ellen von Unwerth, Patrick Demarchelier oder Albert Watson die Wandlungsfähigkeit des Models zeigen. Auch die Fotokunst trug maßgeblich zum Aufbau der Weltmarke Kate Moss bei.

Die Gruppenausstellung ist eine exklusive Auswahl herausragender Porträts der Fotokunst aus über fünf Jahrzehnten sowie als Zeugnis für den Einfluss von Supermodels auf die Fotokunst.

 

© Michel Comte, Iman, 1992

 

Ausgestellt werden Werke von Richard Avedon, Tina Berning & Michelangelo Di Battista, Cecil Beaton, Bruno Bisang, Gavin Bond, Michel Comte, Anton Corbijn, Sante D’Orazio, Brian Duffy, Fernand Fonssagrives, F.C. Gundlach, Pamela Hanson, Marc Hispard, Dominique Issermann, Russell James, Nadav Kander, Steven Klein, Annie Leibovitz, Peter Lindbergh, Roxanne Lowit, Ralph Mecke, Helmut Newton, Margaretha Olschewski, Irving Penn, Jim Rakete, Rankin, Blaise Reutersward, Bettina Rheims, Herb Ritts, Paolo Roversi, Jeanloup Sieff, Ellen von Unwerth, Antoine Verglas, Albert Watson.

 

 

 © Ellen von Unwerth, Big in America (Claudia Schiffer), Nashville, 1989

 

CWC Gallery, Auguststraße 149, Berlin

 

27.06.2014 - 12.10.2014
Fotoausstellung Frankfurt am Main . Interessant aber sicher auch amüsant ist die Ausstellung "Paparazzi! Fotografen, Stars und Künstler" in der Schirn Kunsthalle, die mit rund 600 Arbeiten und Dokumenten dem globalen Phänomen der Paparazzi-Fotografie nachspürt. Bis 12. Oktober 2014
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Paparazzi! Fotografen, Stars und Künstler
Fotoausstellung Frankfurt am Main . Interessant aber sicher auch amüsant ist die Ausstellung "Paparazzi! Fotografen, Stars und Künstler" in der Schirn Kunsthalle, die mit rund 600 Arbeiten und Dokumenten dem globalen Phänomen der Paparazzi-Fotografie nachspürt. Bis 12. Oktober 2014

 

 

Paul Schmulbach, Marlon Brando und Ron Galella beim Benefizball der American Indians Development Association
im Waldorf Astoria Hotel, New York, 26. November 1974, Silbergelatineabzug
20,3 x 25,4 cm
© Ron Galella, Ltd

 

Der breühmte Regisseur Federico Fellini schuf 1960 in seinem berühmten Film „La Dolce Vita“ die Figur des „Paparazzo”.  Tälich gehen Paparazzi ihrem Handwerk nach: Heimlich verfolgen und belauern sie berühmte Persönlichkeiten ob Schauspieler, Musiker oder Politiker, mit dem Ziel, Ungeahntes, vermeintlich Geheimes und Privates exklusiv zu veröffentlichen. Veröffentlicht werden diese Aufnahmen vorwiegend in der Boulevardpresse, die dadurch zu einem der umsatzstärksten Bereiche im Pressesektor aufgestiegen ist.

 

 

Bruno Mouron, Kate Moss während der Fashion Week Paris, 1992
Silbergelatineabzug
20 x 30 cm
Courtesy Bruno Mouron/Agence Sphinx

 

In der umfassenden Ausstellung – organisiert vom Centre Pompidou-Metz in Kooperation mit der Schirn Kunsthalle Frankfurt – wird das Phänomen Paparazzi nun erstmals auch eingehend kunstsoziologisch beleuchtet. Die Ausstellung geht der Spur eines modernen Mythos nach, stellt die Techniken und die Ästhetik der Paparazzi-Fotografie dar und hinterfragt die komplexen Beziehungen, die sich mitunter zwischen Star und Fotograf entwickeln. Mit rund 600 Arbeiten und Dokumenten wird ein ganz neuer Blick auf dieses globale Phänomen präsentiert.

 

 

Pascal Rostain, Mick Jagger und Jerry Hall im Pré Catelan, Paris, 19 juin 1980
Silbergelatineabzug 20 x 30 cm
Courtesy Pascal Rostain/Agence Sphinx

 

 

In der Ausstellung sind „Ikonen“ der Paparazzi-Fotografie, die rund um die Welt gegangen sind, ebenso zu sehen wie künstlerische Positionen, u. a. von Gerhard Richter, Cindy Sherman, Richard Avedon, Thomas Demand oder Andy Warhol,.

 

 

Schirn Kunsthalle, Römerburg, Frankfurt am Main

 

 

 

26.06.2014 - 25.07.2014
Fotoausstellung Stuttgart . Die Straßen sind menschenleer, die Stadt in gleißendes Licht getaucht - Jürgen Pollak's Bilder sind alles andere als romantisch verklärte Stadtansichten. Kühl und distanziert zeigt er Bilder von Stuttgart, die in der Galerie f75 ausgestellt sind. Bis 25. Juli 2014
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Jürgen Pollak Stuttgart Nacht
Fotoausstellung Stuttgart . Die Straßen sind menschenleer, die Stadt in gleißendes Licht getaucht - Jürgen Pollak's Bilder sind alles andere als romantisch verklärte Stadtansichten. Kühl und distanziert zeigt er Bilder von Stuttgart, die in der Galerie f75 ausgestellt sind. Bis 25. Juli 2014

Charlottenplatz

 

Jürgen Pollak präsentiert mit mit seinen Motiven "Stuttgart Nacht" ein beeindruckendes Bild des nächtlichen Stuttgart. Was Stuttgart sonst bei Tag und bei Nacht beherrscht, scheint darin auf wundersame Weise ausgeblendet: Die Straßen und Verkehrsknotenpunkte in der Autostadt wirken auf Pollaks Bildern wie leergefegt, mit der Kamera zum Stillstand gebracht – so als hätte jemand das Leben selbst angehalten. Pollak läßt die grell ausgeleuchtete Bühne großstädtischer Selbstinszenierung zur Kulisse erstarren. Was tagsüber im Schatten liegt, ist bei Nacht in gleißendes Licht getaucht: Unterführungen, dunkle Ecken, Eingänge, Durchgänge, Tunnel. So wirken vertraute, tagsüber belebte Plätze in seinen Bildern wie verwandelt, sie kommen einem unwirklich und fremd vor. Jürgen Pollaks Bilder sind alles andere als romantisch verklärte Stadtansichten. Er sucht weder Idylle noch Heimeligkeit.  Im Gegenteil, er schaut sachlich und kühl distanziert auf das, was von einer Stadt bleibt, wenn alle Bewegung eliminiert ist.


Schillerplatz


Jürgen Pollak ist in Stuttgart geboren. Er studierte visuelle Kommunikation an der HdK Berlin. In den Jahren 2001 und 2002 lebte er in New York. Seit seiner Rückkehr nach Deutschland arbeitet er als freier Fotograf in Stuttgart. 2011 zeigte er in der Galerie f75 seine Fotoserie »NYX« (New York at night) und die ebenfalls in New York entstandene Serie »nine eleven«. 2014 ist er wiederum mit zwei Ausstellungen in der Galerie f75: »Stuttgart Nacht« und – im November – »eleven nine« (Berlin. 9. November 1989).


Tagblatturm Rathausgarage


Galerie f75, Fildersztaße 75, Stuttgart

 

 

26.06.2014 - 28.01.2015
Fotoausstellung Hamburg . Bilder ihres Fotografen LoÏc Bréard stellt die Galerie Hilaneh von Kories in der Helios Endo Privatklinik vor. Der Fotograf hat mit seiner Bilderserie aus Ägypten ein interessantes Bild des Landes gezeichnet. Bis 28.1.2015
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LoÏc Bréard - Ägypten im Spiegel der Zeitlosigkeit
Fotoausstellung Hamburg . Bilder ihres Fotografen LoÏc Bréard stellt die Galerie Hilaneh von Kories in der Helios Endo Privatklinik vor. Der Fotograf hat mit seiner Bilderserie aus Ägypten ein interessantes Bild des Landes gezeichnet. Bis 28.1.2015


 

 Ägypten #15, Edfu, 2011

 

Nach dem Studium der Malerei und Bildhauerei an der Ecole Nationale Supérieure des Arts Décoratifs in Paris arbeitete Loïc Bréard, der in Nantes in der Bretagne geboren ist, als selbständiger Stylist für namhafte Fotografen wie Jeanloup Sieff, Guy Bourdin, Helmut Newton, Bill King, Albert Watson, Jacques Olivar, Paolo Roversi und Oliver Toscani.

1982 zog Bréard nach Hamburg und gründete die internationale Styling-Agentur Bigoudi.Seit 1998 widmet sich Loïc Bréard der analogen Schwarz-Weiß-Fotografie in den Bereichen Portrait, Reportage, Landschaft und Architektur.

 

Ägypten #24, El Kharga, 2000


 

Ägypten #39, Esna, 2011

 

 

Seine Fotodokumentationen führten ihn unter anderem nach Südafrika (2000 – 2005), Südamerika (2006), El Rocío (Sevilla, Spanien, 2006), Semana Santa (Sevilla, Spanien, 2007) und Indien (2008)

Täglich geöffnet von 10 bis 18 Uhr

 

Helios Endo-Klinik, Holstenstraße 2, Haus 1, 8. Etage, Hamburg

21.06.2014 - 16.10.2014
Ausstellung Hannover . Hinter dem Titel der Ausstellung "The Little Brown Mushroom Ping-Pong Reading Room" steckt eine von Alec Soth und friends auf dem Platz vor dem Sprengel Museum Hannover installierte Mitmachaktion von der Tischtennisplatte bis zur kleinen Bibliothek. Natürlich werden auch Bilder des amerikanischen Fotokünstlers Alec Soth gezeigt. Bis 16.Oktober 2014
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Alec Soth & Friends
Ausstellung Hannover . Hinter dem Titel der Ausstellung "The Little Brown Mushroom Ping-Pong Reading Room" steckt eine von Alec Soth und friends auf dem Platz vor dem Sprengel Museum Hannover installierte Mitmachaktion von der Tischtennisplatte bis zur kleinen Bibliothek. Natürlich werden auch Bilder des amerikanischen Fotokünstlers Alec Soth gezeigt. Bis 16.Oktober 2014

Alec Soth, Little Brown Mashroom (LBM)-books, 2013 © Amec Soth / Magnum Foto

 

Er zählt zu einen der einflussreichsten Fotografen seiner Generation. Der amerikanische Fotokünstler Alec Soth wurde vor allem auch wegen seiner umfangreichen, meist mit einer Großformatkamera entstehenden Bildserien über den amerikanischen Mittleren Westen bekannz.
 
1969 geboren wuchs Alec Soth in Minnesota und absolvierte das renommierte Sarah Lawrence College, Yonkers, New York. Soth gelangt über eine Auseinandersetzung mit der Land Art und der Malerei zur Fotografie. Die Fotokunst von Soth beruht nicht allein auf fotografischer Recherche- und Forschungsarbeit und seiner Mitgliedschaft in der renommierten Bildagentur Magnum. Der von ihm betriebene Blog Litte Brown Mushroom und die gleichnamige Publikations- und Vertriebssplattform gelten als exemplarisch für ein erweitertes Verständnis des Mediums als Möglichkeit kommunikativen Handelns im Zeitalter des Internet. Sie dienen ihm zudem als eine Art Gegengewicht zu seinem Interesse an eremitischen Existenzen und der von ihm häufig als „beautiful loneliness in voyeurism“ thematisierten Einsamkeit des fotografischen Aktes.
 
Speziell für das Sprengel Museum Hannover richtet Alec Soth anlässlich des LUMIX-Festivals mit der Little Brown Mushroom Suitcase Show eine Lounge ein. Die großformatigen Arbeiten an den Wänden finden für die Besucher eine zweite, nach Hause zu tragende und dort nach eigenem Gutdünken zu installierende Form. Auch Tischtennis darf gespielt werden.

 

Sprengel Museum, Kurt-Schwitters-Platz, Hannover

20.06.2014 - 12.10.2014
Ausstellung München . Die Ausstellung im Münchner Haus der Kunst vereint unter anderem die neuesten, überwiegend großformatigen fotografischen Werkserien "Crowds and Riots", "Interiors" , "Midcentury Studio" , "Malabar People" und "Disco Angola". Bis 12-10.2014
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Stan Douglas: Mise en scène
Ausstellung München . Die Ausstellung im Münchner Haus der Kunst vereint unter anderem die neuesten, überwiegend großformatigen fotografischen Werkserien "Crowds and Riots", "Interiors" , "Midcentury Studio" , "Malabar People" und "Disco Angola". Bis 12-10.2014

Stan Douglas, Interiors, 2009-2010, Series of 4 color photographs, Tosi Foods Back, 2010
© Stan Douglas, courtesy the artist, David Zwirner, New York/London, and Victoria Miro, London

 

Derzeit steht Stan Douglas an einem ganz besonderen Moment seines künstlerischen Werdegangs: Seit 2008 produziert Stan Dpouglas großformatige fotografische Werkserien und in den jüngsten Werken sind Musik, Film, Theater, Fotografie sowie digitale Formate aufs engste verwoben, so dass sie gleichzeitig mehreren Medien zuzuordnen sind..

Die Ausstellung vereint  die neuesten, überwiegend großformatigen fotografischen Werkserien: "Crowds and Riots" (2008), "Interiors" (2009-2010), "Midcentury Studio" (2010-2011), "Malabar People" (2011) und "Disco Angola" (2012). Diese Fotografien inszenieren historische Momente, vorwiegend aus der Zeit vom Kriegsende bis Mitte der 1970er-Jahre: die Schwarzmarktkultur der Nachkriegszeit und den Übergang zu anderen Formen des Warenhandels, streikende Hafenarbeiter, Demonstrationen für die Redefreiheit sowie die Auseinandersetzung zwischen Hippies und Staatsmacht. Mit der Werkserie "Disco Angola", einer synchronen Betrachtung der Discokultur in New York und der spannungsgeladenen Atmosphäre in Angola, bindet Stan Douglas beide Kulturen in eine übergreifende Narration über Postkolonialismus ein.

"Midcentury Studio", 2010-2011

Nach dem Zweiten Weltkrieg widmeten sich u.a. ehemalige Soldaten der Fotografie, weil sie hofften, vom Fotojournalismus leben zu können. Ein bezeichnendes Beispiel hierfür war Raymond Munro. Stan Douglas schildert dessen Werdegang so: "ein Veteran der kanadischen Luftwaffe, der 1949 beschwipst und mit einer Schlüsselbeinfraktur in Vancouver auftauchte, um sich bei einer Lokalzeitung als Luftbildfotograf zu bewerben. Munro war kein ausgebildeter Fotograf, aber er war sich sicher, dass er ein Flugzeug mit einer Hand fliegen konnte; er bekam den Job." Im Archiv der Fotoagentur Black Star in der Universität Ryerson schaute sich Stan Douglas zahlreiche Bilder aus den Jahren 1945 bis 1950 an. Sie wurden von Autodidakten mit einer unhandlichen 4 x 5" Laufbodenkamera mit Blitz, die langsam zu laden und mühselig einzustellen war, aufgenommen. Die Motive waren Verbrechen, Unfälle, Straßenszenen, Tiere, Mondscheinkneipen, berühmte Leute -alles, was dem Fotografen Geld einbrachte. Für die 29-teilige Schwarzweißserie "Midcentury Studio" schlüpft Stan Douglas in die Rolle eines solchen Fotografen der Nachkriegszeit, der für praktische Zwecke fotografiert und "schlechte Fotos, aber manchmal ... interessante Bilder" macht. In "Camouflage, 1945", 2011 etwa soll die Beleuchtung das Modell eigentlich besser sichtbar machen, tatsächlich aber macht sie es völlig unsichtbar. Und "Athlete, 1946" ist das Porträt eines Sportlers, bei dem das Geschehen am Bildrand vom Thema ablenkt, weil der Moment des Abdrückens ungeschickt gewählt ist.

So sorgfältig Stan Douglas die historischen Ereignisse auch recherchiert und so aufwändig er sie inszeniert – die Fotografien sind dennoch frei von jedem Anspruch auf Geschichtstreue oder Deutungshoheit. Sie geben sich als Mutmaßungen und Fragmente zu erkennen, als eine im Konjunktiv II vorgetragene Erzählung. Stan Douglas wendet eine literarische Technik an: Nach Recherche der historischen Fakten erschafft der Autor eine fiktive Hauptfigur und erzählt aus auktorialer Perspektive, wie es gewesen sein könnte. Auch ein entsprechend konstruierter Roman vermittelt den Eindruck, dass Wissen Stückwerk ist, und Realität instabil.

"Disco Angola", 2012

Die 1974 und 1975 angesiedelte Serie von acht Farbfotografien kombiniert Situationen in Angola und New York. In dieser Zeit führte in Angola die Auseinandersetzung um Unabhängigkeit und Entkolonialisierung zum Bürgerkrieg. Diesmal schlüpft Stan Douglas in die Rolle eines Fotografen, der mit wenig Ausrüstung arbeitet, auf 35mm-Film, bereit schnell zu wechseln und schnell zu knipsen um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, das richtige Bild zu bekommen. "Irgendwie ist es ihm gelungen, das Vertrauen von einigen Rebellen zu gewinnen, die ihn mit wiederum anderen Leuten bekannt machen, die ihm dann die einheimischen Verhaltensregeln beibringen; die nicht zu kennen, wäre tödlich", sagt Stan Douglas über diesen fiktiven Abenteurer. Versklavte Afrikaner, die im 18. Jahrhundert von Luanda aus über die Mittelpassage verschifft wurden, hatten die afrikanisch-brasilianische Kampfkunst Capoeira in die Neue Welt gebracht. Mit "Disco Angola" stellt sich Stan Douglas vor, diese Kampfkunst sei in ihr Heimatland zurückgekehrt.

 

"Helen Lawrence", 2014

Die kinohafte Bühnenproduktion "Helen Lawrence" spielt in Vancouver im Jahr 1948 und zitiert die Ästhetik des Film Noir. Das Setting ist "eine heimtückische, wechselhafte Umgebung mit Polizisten, Rotlichtmilieu, Soldaten, Flüchtlingen, beschädigten Waren und geisterhaften Lovern, die im Treibsand Fuß zu fassen suchen" (Stan Douglas). Die Hauptfigur, Helen Lawrence, ist psychisch instabil und bleibt höchst ambivalent: Hat sie ihren Ehemann getötet, oder war der Mörder ein anderer?

"Helen Lawrence" verbindet Theater mit Film und computer­generierter Bildwelt. Die Schauspieler agieren gleichzeitig als Kameraleute, deren Abbild in übergroßen Projektionen präsent ist. "Helen Lawrence" hatte im März 2014 Weltpremiere am World Premiere Arts Club Theatre, Vancouver, und kommt als Gastspiel an die Münchner Kammerspiele.

 

 

Stan Douglas, Crowds and Riots, 2008, Series of 4 color photographs, Hastings Park, 16 July 1955
© Stan Douglas, courtesy the artist, David Zwirner, New York/London and Victoria Miro, London

 

 

 

Stan Douglas, Disco Angola, 2012, Series of 8 color photographs, Two Friends, 1975
© Stan Douglas, courtesy the artist, David Zwirner, New York/London, and Victoria Miro, London

 

 Haus der Kunst, Prinzregentenstraße, München

 

15.06.2014 - 14.09.2014
Fotoausstellung München . Passend zur Fußball Weltmeister eröffnet in der Münchner Villa Stuck die Ausstellung mit 45 spannenden Schwarzweißbildern von Regina Schmeken aus der Serie "Unter Spielern - Die Nationalmannschaft". Von den Bilder, die weit über Dokumentarisches hinausgehen, erzählt jedes einzelne eine Geschichte. 15.6. bis 14.9.2014
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Regina Schmeken: Unter Spielern - Die Nationalmannschaft
Fotoausstellung München . Passend zur Fußball Weltmeister eröffnet in der Münchner Villa Stuck die Ausstellung mit 45 spannenden Schwarzweißbildern von Regina Schmeken aus der Serie "Unter Spielern - Die Nationalmannschaft". Von den Bilder, die weit über Dokumentarisches hinausgehen, erzählt jedes einzelne eine Geschichte. 15.6. bis 14.9.2014

 

 

 

Michael Buhrs, Direktor Museum Villa Stuck und Regina Schmeken
in der Ausstellung "Unter Spielern - Die Nationalmannschaft".

 

Wer nach landläufiger Meinung Fußballer und Kulturausstellunge für zwei ganz unterschiedliche Paar Stiefel hielt, der irrt - zumindest was Oliver Bierhoff, den ehemaligen Nationalspieler und heutigen Manager der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft betrifft. Denn es war Bierhoff der die Bilder der Fotografin auf ihrer Ausstellung "No sports" in der Galerie Neumeister sah und Regina Schmeken fragt ob sie sich vorstellen könnte Bilder der Nationalmannschaft zu machen. Das gemeinsame Projekt dauerte von März 2011 bis zum Ende der Europameisterschaft 2012. Zu insgesamt 16 internationalen Spielen begleitete die Fotografin die Mannschaft.

 

 

 

Ausgerutscht: Fast schon Symolcharakter hat das Bild hinsichtlich der WM
von Marco Reus bei der EM Deutschland-Italien, Warschau, 28.6.2012, 1:2

 

 

 

EM Deutschland - Italien, Warschau 28.6.2012, 1:2 , Thomas Müller

 

 

 Deutschland - Belgien , Düsseldorf 11.10.2011 3:1, Michael Neuer

 

Entstanden sind rund 9.000 Bilder von denen 45 in der Ausstellung zu sehen sind - Motive wie sie nicht der üblichen Weise einer Sportreportage zu sehen sind. Da ragt ein Finger ins Bild auf dem ausrutschenden Marco Reus, da spielen Thomas Müllers Beine mit dem Ball, da zeigt ein Ausschnitt die kampfverzerrten Gesichter der Spieler. Weder ein Negativ noch eine Datei zeigen für Regina Schmeken die fertige Arbeit. Erst in der Nachbearbeitung ensteht das Bild, wo sie Ungewünschtes wie zum Beispiel Zuschauer oder Werbebanner im Schwarz verschwinden lässt. Seit wenigen Jahren arbeitet die Fotografin erst digital aber nach wie vor bevorzugt sie schwarzweiß. "Farbe ist nicht mein Ding", erklärt sie und es verwundert nicht, denn ihre Bilder sind Kompositionen aus Lichtführung, Perspektive und der Konzentration auf das Wesenliche. Dass sie von Fußball eigentlich keine Ahnung hat, findet sie gut. Nicht erst seit ihrer Fußballserie begeistert sie sich aber für Bewegung, sie ist ein Schwerpunkt ihrer Arbeit. Ob Tanz Stabhochsprung, Fechten oder eben Fußball der entscheidende Moment fasziniert sie und ihn hält sie in spannenden Bildern fest.

 

Regina Schmeken arbeitet seit mehreren Jahrezehnten schwerpunktmäßig für die Süddeutsche Zeitung. Ihre Arbeiten wurde in zahlreichen Ausstellungen gezeigt und sie erhielt für ihre Fotografie mehrfach Auszeichnungen wie 1996 den Dr. Erich-Salomon-Preis.

 

 

Villa Stuck, Prinzregentenstraße 60, München

 

 

 

 

 

 

 

 

 

13.06.2014 - 24.08.2014
Fotoausstellung München . Seit dem Jahr 2008 arbeitet Jens Schwarz an seinem Langzeitprojekt "Beirut - Eight Thirteen". Die umfangreiche fotografische Arbeit wir als Auftakt der diesjährigen Kabinettausstellungen der Sammlung Fotografie im Münchner Stadtmuseum gezeigt. Bis 24.8.2014
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Jens Schwarz - Beirut Eight Thirteen
Fotoausstellung München . Seit dem Jahr 2008 arbeitet Jens Schwarz an seinem Langzeitprojekt "Beirut - Eight Thirteen". Die umfangreiche fotografische Arbeit wir als Auftakt der diesjährigen Kabinettausstellungen der Sammlung Fotografie im Münchner Stadtmuseum gezeigt. Bis 24.8.2014

 

Das Leben in Beirat ist geprägt von drohenden Bürgerkrieg, politischen Morde und Dauerkonflikten mit den Nachbarländern. Jens Schwarz zeigt Bilder aus einer Stadt, für die Instabilität der Normalzustand ist. Diese kollekti­ve Unsicherheit macht er zum Thema. Seine Bilder handeln von Sehnsucht und Leidenschaft, von Hoffnung und Verzweiflung, von Schönheit und Gewalt – und von der Suche nach Identität. 

In den den vergangenen Jahren ist der Fotograf immer wieder in den Libanon gereist und traf junge Libanesen, die den Bürgerkrieg selbst nicht mehr erlebt haben. Eben jene Generation, die 2005 nach dem Mord am damaligen Ministerpräsidenten Rafik Hariri auf die Straße ging und heute den Großteil der Protestbewegung „Anti-Sectarian-Movement“ ausmacht.  „Anti-Sectarian-Movement“ will denfestgeschriebenen konfessionellen Proporz bei der Regierungsbildung beseitigen. Jens Schwarz lernte politische Aktivisten, Künstler und Theatermacher kennen und traf Bewohner der palästinen­sischen Flüchtlingslager. Manche Protagonisten begleitete er über viele Wochen. 2009 reiste er anlässlich der Wahlen in das Land, die die zur Überraschung aller weitgehend friedlich und fair verliefen und fotografierte Wahlbeobachter bei ihrer Arbeit.  „Es war mir wichtig, den Menschen nahe zu kommen“, meint Schwarz. „Durch das Teilen persönlicher Erlebnisse können die Bilder immer auch zu einem Spiegel subjektiver Erfahrung werden.“

 

 

In der Ausstellung im Münchner Stadtmuseum werden sowohl ältere als auch gänzlich neue, bisher nicht ausgestellte Aufnahmen gezeigt. Eine erweiterte Auswahl von „Beirut Eight Thirteen“ zeigt Schwarz in der zur Ausstellung erscheinenden gleichnamigen Publikation, die an der Museumskasse erhältlich ist.

Das Langzeit-Projekt wurde 2009 durch eine Förderung der deutschen VG Bild-Kunst unterstützt und war im selben Jahr für den Förderpreis Fotografie der Landeshauptstadt München nominiert. 2012 war eine Portfolio-Präsentation des Projekts im Schweizer Kulturmagazin ›DU‹ für den Henri Nannen-Preis nominier.

Jens Schwarz wurde 1968 in der Nähe von Berlin geboren und studierte Kunstgeschichteund anschließend Fotografie an der Staatlichen Fachakademie für Fotodesign in München. Seit 1997 arbeitet er als freischaffender Fotograf und verwirklicht vorwiegend Porträt- und Reportagethemen für die er weltweit unterwegs ist.

 

 

Stadtmuseum, St. Jakobs-Platz 1, München

 

13.06.2014 - 14.09.2014
Fotoausstellung Dresden Die Ausstellung „NAKED LIGHT. Die Belichtung des Unendlichen“ zeigt 30 Werke Heynes, darunter 15 gänzlich neue Fotografien. Als absolute Weltpremiere realisiert und präsentiert die Städtische Galerie Dresden darüber hinaus die erste raumgreifende, architekturbezogene Arbeit im Œuvre des Künstlers.
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Stefan Heyne - Naked Light. Die Belichtung des Unendlichen
Fotoausstellung Dresden Die Ausstellung „NAKED LIGHT. Die Belichtung des Unendlichen“ zeigt 30 Werke Heynes, darunter 15 gänzlich neue Fotografien. Als absolute Weltpremiere realisiert und präsentiert die Städtische Galerie Dresden darüber hinaus die erste raumgreifende, architekturbezogene Arbeit im Œuvre des Künstlers.

 

 

In der begehbaren Installation The Enlightenment (13 x 7 m) wird die Wahrnehmung der Auflösung des Ortes, die Wahrnehmung des Verschwindens der Realität, vor den Fotografien Stefan Heynes auf den Ausstellungsraum ausgeweitet. The Enlightenment ist offen in den Ausstellungsraum integriert, sodass ein gleitender Übergang zwischen den beiden »Welten« — dem Bildraum und dem Ausstellungsraum, der Installation und der klassischen Präsentation — geschaffen wird. Der Besucher kann somit in das Werk hineinlaufen und wird dadurch zum Teil dieses „unberechenbaren“ Universums. Die Reduktion des Mediums Fotografie auf Licht und Dunkelheit konfrontieren den Betrachter mit der Unendlichkeit.

 

Städtische Galerie Dresden, Wilsdruffer Straße 2, Dresden

13.06.2014 - 02.08.2014
Fotoausstellung München . Fußball bewegt zur Zeit die Welt und Brasilien steht im Fokus der Öffentlichkeit. Parallel zur Fußballweltmeisterschaft zeigt die Galerie Nicole Gnesa Aufnahmen des jungen Münchner Fotografen Malte Wandel von Rio de Janeiro. Bis 2.8.2014
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Malte Wandel: Rio
Fotoausstellung München . Fußball bewegt zur Zeit die Welt und Brasilien steht im Fokus der Öffentlichkeit. Parallel zur Fußballweltmeisterschaft zeigt die Galerie Nicole Gnesa Aufnahmen des jungen Münchner Fotografen Malte Wandel von Rio de Janeiro. Bis 2.8.2014

 

'Brazil, ?the Brazil that I knew, where I wandered with you, lives in my imagination.' Bob Russell, Brazil (Aquarela do Brasil)

Im morgendlichen Licht entfaltet sich in menschenleeren Straßenfluchten der Charme einer der größten Städte Südamerikas. Raffiniert blickt Malte Wandel dabei fotografisch um die Ecke und führt uns so nicht nur zu den touristischen Highlights wie dem Zuckerhut, sondern auch auf Abwege zu anscheinend bedeutungslosen Details, die doch beim näheren Hinsehen die ganz eigene, wahre Schönheit Brasiliens zeigen. Zur Ausstellung erscheint neben Fotografien in kleiner Auflage eine Edition von 100 Abzügen im Postkartenformat für den kleinen Geldbeutel.

 

 

Spannende Spiele werden übrigens live in der Galerie übertragen

 

Nicole Gnesa, Galerie und Kunstberatung, Kolosseumstraße 6/Innenhof, München

 

 

 

12.06.2014 - 07.09.2014
Fotoausstellung Bonn Seit 1994 hat das Kunstmuseum Bonn begonnen die Kunstform der Fotografie regelmäßig in Ausstellungen zu zeigen. Die Ausstellung „Enthüllung und Verzauberung“ zeigt, welche Spuren dieser systematischen Beschäftigung des Museums mit der Fotografie sich in seiner Sammlung niedergeschlagen haben.
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Enthüllung und Verzauberung
Fotoausstellung Bonn Seit 1994 hat das Kunstmuseum Bonn begonnen die Kunstform der Fotografie regelmäßig in Ausstellungen zu zeigen. Die Ausstellung „Enthüllung und Verzauberung“ zeigt, welche Spuren dieser systematischen Beschäftigung des Museums mit der Fotografie sich in seiner Sammlung niedergeschlagen haben.

Thomas Florschuetz, Multiple Entry #15, 1997-2004 (F120)
Foto: Kunstmuseum Bonn / Reni Hansen ©VG Bild-Kunst,  Bonn 2014

 

Abgesehen von einigen Positionen, die in den vergangenen Jahren in der ständigen Präsentation des Kunstmuseums gezeigt wurden wie z.B. Jürgen Klauke, Andreas Gursky oder Thomas Demand, sind bei dieser Präsentation erstmals oder selten gezeigte Fotografien zu sehen, die in den vergangenen zwanzig Jahren als Schenkungen oder Ankäufe Eingang in die Sammlung des Kunstmuseums gefunden haben.

Im Jahr 1994 hat das Kunstmuseum Bonn begonnen die Kunstform der Fotografie regelmäßig in sein Ausstellungsprogramm zu integrieren. Die Ausstellung „Enthüllung und Verzauberung“ reflektiert nun, welche Spuren dieser systematischen Beschäftigung des Museums mit der Fotografie sich in seiner Sammlung niedergeschlagen haben. Abgesehen von einigen Positionen, die in den vergangenen Jahren in der ständigen Präsentation des Kunstmuseums gezeigt wurden (wie z.B. Blume, Klauke, Sasse, Gursky, Demand oder Gefeller) sind bei dieser Präsentation erstmals oder selten gezeigte Fotografien zu sehen, die in den vergangenen zwanzig Jahren als Schenkungen oder Ankäufe Eingang in die Sammlung des Kunstmuseums gefunden haben.

 

Katharina Mayer, getürkt, 1992-96

 

Neben einigen Entdeckungen aus dem Bereich der amerikanischen und deutschen Fotografie der siebziger Jahre (Les Krims, Duane Michals, Sigmar Polke) konzentriert sich die Auswahl vor allem auf Werke, die in den neunziger Jahren entstanden sind. Es offenbart sich hier eine Vielzahl unterschiedlicher  Verwendungsweisen und Wirklichkeitsbegriffe der zeitgenössischen Fotografie. Besitzen die Bilder z.B. bei Roman Signer die Funktion einer Dokumentation von Performances, so nutzt der Bildhauer Hetum Gruber die abstrahierende Wirkung des Mediums. Auf andere Weise medienreflexiv nutzen auch Michael Wesely und Dieter Rübsaamen die Fotografie. Gleichermaßen dokumentarisch wie auch magisch-erzählerisch ist die Optik von Christopher Muller, Thomas Florschütz und Renate Brandt, während Thomas Struth die urbanen Kontexte nüchtern zeigt, aber dem Betrachter auch zur kritischen Reflexion anregt.

 

Kunstmuseum Bonn, Friedrich-Ebert-Allee 2, Bonn

 

06.06.2014 - 31.07.2014
Fotoausstellung München Mit Candida Höfer ist eine der wichtigsten Fotokünstlerinnen unserer Zeit in der Galerie Rüdiger Schöttle zu Besuch. Bekannt für ihre großformatigen Farbfotografien von menschenleeren Innenräumen sind diesmal Werke unter dem Titel "Düsseldorf" zu sehen.
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Candida Höfer - Düsseldorf
Fotoausstellung München Mit Candida Höfer ist eine der wichtigsten Fotokünstlerinnen unserer Zeit in der Galerie Rüdiger Schöttle zu Besuch. Bekannt für ihre großformatigen Farbfotografien von menschenleeren Innenräumen sind diesmal Werke unter dem Titel "Düsseldorf" zu sehen.

Candida Höfer
Benrather Schloss Düsseldorf IV 2011
C-Print 180 x 246 cm © Candida Höfer, Köln / VG Bild-Kunst, Bonn 2014

 

Candida Höfer's zumeist menschenleeren Innenräumen, haben eine künstlerische und kulturelle Bedeutung. Sie sind Orte des Wissens, der Bildung und des Kunstgenusses wie Bibliotheken und Museen, repräsentative Säle irdischer und himmlischer Macht in Palästen und Kirchen, kulturelle Begegnungsstätten wie Theater und Opernhäuser, die sie betont sachlich, aus der Zentralperspektive oder einer idealen Diagonale heraus komponiert.
Was auf den ersten Blick in seiner Perfektion zunächst unspektakulär erscheint, enthüllt bei genauerer Betrachtung ein die Architektur durchdringendes Ordnungssystem, das bis in die Tiefe des Bildes präzise wiedergegeben wird. In vielen Arbeiten durchbrechen zufällige Details wie eine verschobene Absperrung, ein stehen gebliebener Eimer oder ein unschöner fleckiger Boden die strikte Ordnung. Spuren von momentan nicht mehr anwesenden Menschen geben der auf den ersten Blick idealisiert erscheinenden Szenerie Alltäglichkeit und Normalität.

 

Candida Höfer
Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf I 2012
C-Print 180 x 252,5 cm© Candida Höfer, Köln / VG Bild-Kunst, Bonn 2014

 

Candida Höfer geboren 1944 in Eberswaldestellt stellt seit 1985 in der Galerie Rüdiger Schöttle aus. Die diesjährige Ausstellung trägt den Titel „Düsseldorf“. Für die Künstlerin ist Düsseldorf verbunden mit ihren Anfängen. vor allem ihr Studium in der bekannten Klasse von Bernd und Hilla Becher (1976 – 1982). Dem Thema widmete sich die große Einzelausstellung „Candida Höfer: Düsseldorf“ im dortigen Museum Kunstpalast (Sep 2013 – Feb 2014). Daraus zeigen wir in München eine Auswahl.

Im Erdgeschoss verweist die „Projektion Düsseldorf III 2012“ auf Candida Höfers frühe Erfahrungen mit dem Medium Film. Durchlaufend führt die Installation elf in der Mitte der 1970er Jahre entstandene Selbstportraits mit Kamera vor. Dabei wird die Künstlerin im Bild nur andeutungsweise als transparente Spiegelung in Schaufenstern von Läden des alltäglichen Bedarfs sichtbar. Begleitet wird die Wandinstallation von einer aktuellen fünfteiligen Bildergruppe kleineren Formats, „Düsseldorf IV 2012“. Größtenteils ohne Titel und somit ohne den gewohnten Hinweis auf den Entstehungsort, rücken die Arbeiten Farbflächen, Überblendungen und Lichtrefelexe in den Fokus - womöglich eine neue Tendenz der Künstlerin zu mehr abstrakt anmutenden Arbeiten. Gleiches gilt für zwei im ersten Stock gezeigte Großformate: „Neuer Stahlhof Düsseldorf I und II 2012“. Schneckenförmige dunkle Linien durchziehen die fast gänzlich in weiß gehaltenen Bildkompositionen. Erst auf den zweiten Blick erschließt sich, bedingt durch die ungewohnte Perspektive, dass dies einTreppenhaus einmal in Auf-, einmal in Untersicht ist. Weitere Großfotografien, darunter „Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf I 2012“ und Arbeiten aus dem Benrather Schloss, vervollständigen die Ausstellung.

 

 

Candida Höfer
Benrather Schloss Düsseldorf I 2011
C-Print 180 x 143,3 cm © Candida Höfer, Köln / VG Bild-Kunst, Bonn 2014


 Galerie Rüdiger Schöttle, Amalienstraße 41, München

 

06.06.2014 - 03.08.2014
Fotoausstellung Wien Die 85 Fotografien, die in den 1960er- und 70er-Jahren entstanden und von Garry Winogrand 1975 im gleichnamigen Buch veröffentlicht wurden, sind ein Porträt einer Zeit des Aufbruchs. Sie werden bei Westlich Schauplatz für Fotografie ausgestellt. Bis 3.8. 2014
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Garry Winogrand - Women are Beautiful
Fotoausstellung Wien Die 85 Fotografien, die in den 1960er- und 70er-Jahren entstanden und von Garry Winogrand 1975 im gleichnamigen Buch veröffentlicht wurden, sind ein Porträt einer Zeit des Aufbruchs. Sie werden bei Westlich Schauplatz für Fotografie ausgestellt. Bis 3.8. 2014

New York 1968 © Gary Winogrand courtesy of Lola Garrida Collection

 

 Die Ausübung neu gewonnener – und neu erkämpfter – innerer und äußerer Freiheiten brachte in den Nachkriegsjahrzehnten einen Wandel im Selbstbild der Frau. Winogrands Serie dokumentiert, wie die gesellschaftliche Veränderung im öffentlichen Leben Form annimmt. Seine Kamera folgt den Frauen durch die Straßen von Manhattan, durch die Parkanlagen und auf High Society Partys und beobachtet, wie sie mit selbstbewusster Eleganz den öffentlichen Raum für sich beanspruchen und sich soziale Transformation in Körpersprache, Auftreten und Habitus manifestiert. So sehr freilich die Serie Frauen als Subjekte der Geschichte zeichnet, so sehr bleiben sie Objekte eines männlichen Blicks und Beute eines brillanten Bilderjägers.

Garry Winogrand ist einer der einflussreichsten Fotografen seiner Generation. In den 1950er- und frühen 1960er-Jahren entwickelte er eine oft als instinktgeleitet apostrophierte fotografische Sprache, die sich wenig um klassische Konventionen des Bildaufbaus kümmert, sondern nach einer direkteren Repräsentation des Lebens in der Fotografie sucht. Winogrand, der „Prince of the Streets“, gilt als der Prototyp des Street Photographers: die Leica permanent im Anschlag, sein hochsensibles Gespür für den Augenblick gepaart mit einer gewissen Rücksichtslosigkeit gegenüber seinen Motiven. Niemand vor ihm hat wohl die Dynamik der Straßen seiner Heimatstadt New York City so unmittelbar eingefangen wie er. Verzerrungen, stürzende Linien und immer wieder der gekippte Horizont in den Fotografien verkörpern die Rastlosigkeit des großstädtischen Alltags ebenso wie Winogrands atemlose Arbeitsweise.

 

Weltausstellung New York 1964 © Gary Winogrand courtesy of Lola Garrida Collection



Winogrand war ein fast manischer Fotograf, das Bildermachen war ihm kein Metier, sondern eine Lebenseinstellung. Einem ähnlich obsessiven Bildersammler – dem tschechischen Künstler Miroslav Tichý (1926-2011) – widmet WestLicht eine ergänzende Kabinettausstellung mit einer Auswahl von Arbeiten aus der eigenen Sammlung. Ausschließliches Motiv seines seit den 1960er-Jahren entstandenen fotografischen Werks sind die Frauen und Mädchen seines Heimatorts Kyjov. Tichý fotografierte sie auf seinen täglichen Streifzügen durch die Stadt mit aus Altwaren zusammengebauten Kameras. Mit fast konzeptueller Rigorosität setzte er sich ein Tagespensum von einhundert Aufnahmen. Der voyeuristische Appeal von Tichýs Fotografien wird durch die technische Unvollkommenheit der selbstkonstruierten Objektive gleichzeitig zurückgenommen und verstärkt. Oft legen sich Unschärfen wie ein Schleier über die Körper der Frauen, mal wirken die Fotografien wie Erscheinungen zwischen Traum und Wirklichkeit, mal wie die Aufnahmen eines Überwachungsapparats. Ähnlich ungreifbar ist auch der Künstler Tichý selbst geblieben. Mit exzentrischem Eigensinn hat er sich Zeit seines Lebens allen Vereinnahmungsversuchen – durch den sozialistischen Staat ebenso wie in späteren Jahren durch den Kunstmarkt – entzogen.

Westlicht Schuaplatz für Fotografie, Westbahnstraße 40, Wien

05.06.2014 - 16.11.2014
Fotoausstellung Berlin . Zum zehnjährigen Bestehen zeigt die Helmut Newton Stiftung großformatige Landschaftsaufnahmen und Aktbilder von Helmut Newton wie sie in der gleichen Kombination schon in der Eröffnungsausstellung zu sehen waren. Bis 16.11.2014
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Helmut Newton / Alice Springs: US and Them // Helmut Newton: Sex and Landscapes
Fotoausstellung Berlin . Zum zehnjährigen Bestehen zeigt die Helmut Newton Stiftung großformatige Landschaftsaufnahmen und Aktbilder von Helmut Newton wie sie in der gleichen Kombination schon in der Eröffnungsausstellung zu sehen waren. Bis 16.11.2014

 

Helmut Newton, Monica Belluci, Monte Carlo 2001 © Helmut Newton Estate

 

Als Eröffnungsausstellung bestimmte Helmut Newton damals, kurz vor seinem Tod, „Us and Them“ und „Sex and Landscapes“. Nun, zum Jubiläum zehn Jahre später, wählt die Stiftungspräsidentin June Newton (alias Alice Springs) die gleiche Kombination.

 

Alice Springs Helmut Newton, Monte Carlo 1987 © Alice Springs

 

„Us and Them“ ist ein gemeinsames Ausstellungs-und Buchprojekt. Als eine Art fotografisches Tagebuch ihres Zusammenlebens und beinhaltet gegenseitige, teilweise intime Porträts und Selbstporträts sowie Aufnahmen von Schauspielern, Künstlern und anderen Prominenten der Zeit. Die Bildnisse dieser Protagonisten eines internationalen Jet-Sets der 1980er und 1990er Jahre, aufgenommen von Helmut und June Newton bei unterschiedlichen Porträtsitzungen, werden als Bildpaare unmittelbar nebeneinander präsentiert. Jedes dieser Porträts erzählt eine komplexe Geschichte, und die Protagonisten begegnen uns hier mal als private und mal als öffentliche Person respektive mit zwei unterschiedlichen emotionalen Facetten.

 

Helmut Newton, In our kitchen, Rue Aubriot, Paris 1072 © Helmut Newton Estate


Die Ausstellung „Sex and Landscapes“ vereint großformatige Landschaftsaufnahmen und Akte in Schwarz-Weiß und Farbe, entstanden zwischen 1974 und 2001. Das Ausstellungsprojekt beinhaltet wolkenverhangene Seestücke und sich brechende Wellen vor Monte Carlo, neobarocke Madonnenfiguren in italienischen Kleinstädten oder den Berliner Grunewaldsee, verwoben mit Glamour und mitunter provokanten Inszenierungen sexueller Obsessionen in weiblicher Besetzung.

 

Alice Springs, Chateau Marmont, Hollywood, 1991 © Alice Springs

 

Parallel zu dieser Doppelausstellung werden in „June’s Room“ großformatige Collagen von Helmut Newton präsentiert; einige waren bereits im Jahr 2000 Bestandteil von Newtons Retrospektive in der Neuen Nationalgalerie.

 

Helmut Newton Stiftung, Jebensstraße 2, Berlin

 

 

05.06.2014 - 02.08.2014
Fotoausstellung Salzburg . Diamanten als Sinnbild von unvergänglicher Schönheit...nach dieser Doktrin hat der belgische Aktfotograf Marc Lagrange schöne Frauen mit wertvollen Diamanten in einer Welt zwischen klassischem Hollywood Glamour und der Sinnlichkeit altmeisterlicher Gemälde inszeniert. Bis 2. August 2014
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Marc Lagrange - Diamonds and Pearls
Fotoausstellung Salzburg . Diamanten als Sinnbild von unvergänglicher Schönheit...nach dieser Doktrin hat der belgische Aktfotograf Marc Lagrange schöne Frauen mit wertvollen Diamanten in einer Welt zwischen klassischem Hollywood Glamour und der Sinnlichkeit altmeisterlicher Gemälde inszeniert. Bis 2. August 2014

 Copyright Marc Lagrange, "Diamonds and Pearls", Leica Galerie Salzburg

 

"Diamonds are a Girl's Best Friend" ein unvergeßlicher Song aus dem Broadway-Musical "Blondinen bevorzugt" von Marilyn Monroe als Lorelei gesungen - daran fühlt man sich bei den Bilder von Marc Lagrange erinnert. Die zeitlosen Fotos von Marc Lagrange sind mehr als Erotik. Seine Bilder erzählen Geschichten und sind von einer geheimnisvollen Atmosphäre geprägt. „Meine Szenerien sind Plätze für Träu­me, in denen das Phantastische überwiegt“, so Marc Lagrange über seine Arbeit. Seine Bilder sind durchkomponierte Meisterwerke. Mit viel Liebe fürs Detail schafft es Lagrange eine für ihn ganz typische und unvergleichliche Bildsprache zu kreieren.

 

 

Copyright Marc Lagrange, "Diamonds and Pearls", Leica Galerie Salzburg

 

Marc Lagrange, der in Antwerpen lebt und arbeitet, ist innerhalb kürzester Zeit zu einem der gefragtesten und originellsten Akt Fotografen weltweit aufgestiegen. Mit seiner unverwechselbaren Art, sinnliche Bildwelten zu inszenieren, gelingen dem Antwerpener Fotografen minutiös durchkomponierte, zeitlose Arrangements – in denen jede Location und jedes Requisit die romantische und freizügige Stimmung verstärken. Weil er Vertrauen aufbaut und die Chemie zwischen ihm und seinen Modellen stimmt, sind Lagranges Aufnahmen zwar gewagt, aber niemals einfach nur erregend. Die Spannung ist mit Händen zu greifen, und eine geheimnisvolle Atmosphäre durchströmt die ausgeklügelten Szenarien.

 

 Copyright Marc Lagrange, "Diamonds and Pearls", Leica Galerie Salzburg

 

Das Buch zur Ausstellung „Diamonds and Pearls“ ist im teNeues Verlag erschienen und in der Galerie erhältlich.

 

Leica Galerie Salzburg, Mirabellplatz 8, Salzburg

 

26.05.2014 - 18.01.2015
Fotoausstellung Essen Über 200 ausgewählten Fotografien von Chargesheimer sind in der Ausstellung im Ruhr Museum sechs Themen zugeordnet: „Ruhrgebietslandschaft“, die „Stadt“, die „Arbeit“, das „Wohnen“ und die „Freizeit“ und vor allem die „Menschen“, die Chargesheimer am meisten interessierten. Bis 18.1.2015
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Chargesheimer. Die Entdeckung des Ruhrgebiets
Fotoausstellung Essen Über 200 ausgewählten Fotografien von Chargesheimer sind in der Ausstellung im Ruhr Museum sechs Themen zugeordnet: „Ruhrgebietslandschaft“, die „Stadt“, die „Arbeit“, das „Wohnen“ und die „Freizeit“ und vor allem die „Menschen“, die Chargesheimer am meisten interessierten. Bis 18.1.2015

 

 

Als der Schriftsteller Heinrich Böll und der Fotograf Chargesheimer 1957 für ihr Buch „Im Ruhrgebiet“ die Region bereisten, befand sich das Ruhrgebiet auf dem Höhepunkt der industriellen Produktion. So beschreiben der Text von Heinrich Böll und vor allem die Fotografien von Chargesheimer das typische Ruhrgebiet der späten 1950er Jahre: einen industriellen Ballungsraum, der völlig von Kohle und Stahl geprägt ist. Sie zeigen die Zerstörung der Landschaft, die Gesichts-losigkeit der Städte, die Dominanz der schweren Männerarbeit, aber sie zeigen auch schon den beginnenden Strukturwandel: die Freizeit und die Unterhaltung, den modernen Konsum und den beginnenden Autoverkehr, vor allem aber die Menschen in ihrer alltäglichen Umge-bung, ihrer zur „Heimat“ gewordenen Industrieregion.

 

 

Der Band „Im Ruhrgebiet“ ist seit Jahren vergriffen und noch nie sind ausschließlich die Ruhrgebietsfotografien Chargesheimers ausgestellt worden. Vor allem aber sind noch nie jene Bilder gezeigt worden, die 1957 in Vorbereitung für den Bildband gemacht, seinerzeit aber nicht für das Buch ausgewählt wurden. Insgesamt liegen über 1.500 Negati-ve im Rheinischen Bildarchiv, die in diesem Zusammenhang entstan-den sind. Die Ausstellung „Chargesheimer. Die Entdeckung des Ruhr-gebiets“ zeigt über 150 dieser bisher unveröffentlichten und etwa 50 der im Bildband erschienenen Fotografien.

 

 

„Im Ruhrgebiet“ erschien im Herbst 1958 als großformatiger, für die Zeit fast überdimensionierter Bildband, der eindeutig den Schwer-punkt auf die Fotos von Chargesheimer legte. Die radikale Subjektivi-tät und Intensität des Buches entfachten eine Kontroverse, die viel über die Identität und den Kampf um die Deutungshoheit über das Bild der Region verrät. Außerhalb des Ruhrgebiets erfuhr das Buch höchs-tes Lob, während im Ruhrgebiet ein Sturm der Entrüstung losbrach. Bereits im darauffolgenden Jahr brachte der Siedlungsverband Ruhr-kohlenbezirk den ebenfalls aufwendig gestalteten Band „Ruhrgebiet – Porträt ohne Pathos“ heraus und in der Folge erschien eine Flut von Bildbänden und Fotobüchern, die bis heute nicht abgeebbt ist. Man kann sagen: Mit Bölls und Chargsheimers Band wurde das Ruhrgebiet als Thema für fotografische Reportagen populär. Die Ausstellung zeigt die wichtigsten Fotobücher dieser fast sechzig Jahre – insgesamt ca. 200 – und stellt sie den Fotografien Chargesheimers gegenüber, so dass eine Bildgeschichte des Ruhrgebiets entsteht.

 

 

Zur Ausstellung erscheint im Verlag der Buchhandlung Walther König ein umfangreicher, 340 Seiten starker Katalog, der alle Fotografien der Ausstellung und die wichtigsten Fotobücher der letzten sechzig Jahre präsentiert. Aufsätze von Stefanie Grebe, Heinrich Theodor Grütter, Dieter Nellen, Andreas Rossmann und Sigrid Schneider inter-pretieren die Fotografien von Chargesheimer und das begleitende Es-say von Heinrich Böll, die Kontroverse, die das Buch hervorgerufen hat, die Geschichte der Bildbände und Fotobände, die in der Folge ent-standen sind und den damit verbundenen Wandel des öffentlichen Bildes des Ruhrgebiets.

 

Ruhr Museum, UNECO Welterbe Zollverein, Essen

 

 

25.05.2014 - 07.09.2014
Fotoausstellung Oberhausen Die vor zwei Jahren verstorbene Eve Arnold gehört zu den wichtigsten Fotografinnen des 20. Jahrhunderts. Die Ludwiggalerie stellt neben Porträts von bekannten Persönlichkeiten wie Malcolm X und Marilyn Monroe Reisefotografie aus ihrer Arbeit vor.
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Eve Arnold – Eine Hommage an die Magnum-Fotografin
Fotoausstellung Oberhausen Die vor zwei Jahren verstorbene Eve Arnold gehört zu den wichtigsten Fotografinnen des 20. Jahrhunderts. Die Ludwiggalerie stellt neben Porträts von bekannten Persönlichkeiten wie Malcolm X und Marilyn Monroe Reisefotografie aus ihrer Arbeit vor.

 Malcolm X, Chicago, Illinois, 1961 © Eve Arnold / Magnum Photos

 

 

Ein facettenreiches Werk hat die Fotografin Eve Arnold hinterlassen, die 2012 wenige Monate vor ihrem hundertsten Geburtstag starb. Als Kind russischer Einwanderer repräsentiert ihre Lebensgeschichte ein Stück weit den amerikanischen Traum: Ende der 1940er Jahre beginnt sie ihre Karriere als Autodidaktin mit einer Rolleicord-Kamera und tritt 1957 als eine der ersten Frauen der legendären Fotoagentur Magnum bei. Berühmt wurde sie ebenso mit ihren ungewöhnlichen Modeaufnahmen in Harlem zur Zeit der Rassendiskriminierung als auch mit ihren politischen Reportagen zu Malcolm X, dem Anführer der Black Muslims. Gesellschaftliches Engagement war Eve Arnold wichtig: Ob sie verschleierte Frauen in den arabischen Ländern thematisierte oder das sich im Umbruch befindende China Ende der 70er Jahre.

Berühmt wurde sie aber vor allem auch mit ihren Portraitaufnahmen ob von Filmstars wie Marlene Dietrich, Marilyn Monroe und Joan Crawford, mit denen Eve Arnold Fotografiegeschichte geschrieben hat. Über fünfzig Jahre fotografiert sie die Monroe und Co. im Studio oder zu Hause und war auch als Standfotografin erfolgreich.

 

Marilyn Monroe am Set von "The Misfits", Nevada, 1960 © Eve Arnold / Magnum Photos

 

Eve Arnolds Bilder erschienen in den großen und bekannten Foto- und Modemagazinen wie Vogue oder Life.

Der Grande Dame des Bildjournalismus widmet die Ludwiggalerie nun eine umfassende Retrospektive. Den Schwerpunkt der Oberhausener Schau bilden dabei die Reisefotografien aus Afghanistan, China, Indien und Südafrika sowie ihre fotografischen Portrait-Studien von Marlene Dietrich, Marilyn Monroe, Joan Crawford, Isabella Rossellini und weiteren Berühmtheiten des 20. Jahrhunderts.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit Magnum Photos und der Versicherungskammer Kulturstiftung.

 

 

Ludwiggalerie, Konrad-Adenauer-Allee 46, Oberhausen

 

20.05.2014 - 10.08.2014
Ausstellung Berlin Die Vielseitigkeit von David Bowies Werk mit unterschiedlichsten Ausdrucksformen kann man in der Ausstellung im Martin Gropius Bau bewundern und seine Karriere als Ausnahmekünstler nachvollziehen. David Bowie hatte eine enge Beziehung zur Stadt Berlin und die dortige Etappe zählt deshalb zu den Höhepunkten der internationalen Ausstellungstournee 20.5. bis 10.8.2014
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David Bowie
Ausstellung Berlin Die Vielseitigkeit von David Bowies Werk mit unterschiedlichsten Ausdrucksformen kann man in der Ausstellung im Martin Gropius Bau bewundern und seine Karriere als Ausnahmekünstler nachvollziehen. David Bowie hatte eine enge Beziehung zur Stadt Berlin und die dortige Etappe zählt deshalb zu den Höhepunkten der internationalen Ausstellungstournee 20.5. bis 10.8.2014

Fotocollage mit bearbeiteten Film Stills aus The Man Who Fell to Earth, 1975-1976
Film Stills von David James
Courtesy: The David Bowie Archive Film Stills © STUDIOCANAL Films Ltd. Image

 

Sie gehörten mit zu seinen musikalisch produktivs­ten Jahren: In Berlin schrieb David Bowie in den Jahren von 1976 bis 78 Musikgeschichte. Das sogenannte Berliner Triptychon – mit den Alben Low (1977), Lodger (1979) und dem Hauptwerk Heroes (1977) – ist von der Hauptstadt inspiriert und teilweise in den Hansa Stu­dios unweit des Potsdamer Platzes entstanden. Bowie und Weggefährten verwischten mit ihren Werken die Grenzen zwischen Mode, Musik und Aktionskunst.

David Bowies war in Berlin fasziniert von historischen Ausdrucksformen in Architektur und Kunst faszinierten und fühlte sich zu den Künstlern der Brücke-Bewegunghingezogen. Wie umfassend seine Auseinandersetzung mit Berlin war, gibt der berühmte Songtext von Heroes wieder. Er handelt von zwei Liebenden, die sich an einer Mauer küssen. Bowie verarbeitet darin eigene Beobachtungen und Eindrücke des Expressionismus der zwanziger Jahre. In Berlin drehte Bowie außerdem den Film "Schöner Gigolo - armer Gigolo", den letzten Film mit Marlene Dietrich. Im Martin­Gropius-Bau zeigt ein exklusiv für das Berliner Publikum erweiterter Teil der Ausstellung diese intensiven Bezüge.

 

Werbefotografie für The Kon-rads, 1963 Fotografie von Roy Ainsworth
Mit freundlicher Genehmigung von The David Bowie Archive. Foto @ Victoria and Albert Museum



Im Zentrum der Ausstellung stehen die Vielseitigkeit von David Bowies Werk und das enge Wechselspiel zwischen den ver­schiedenen Disziplinen und Ausdrucksformen. Seine Musik und sein radikaler Individualismus wurden nicht nur von Bewegungen in Kunst, Mode, Design und zeitgenössischer Kultur beein?usst, sondern prägten diese zugleich auch selbst.

 

"Heroes" Contact Print (Piece No. 32), 1977
Foto Sukita @ Sukita / The David Bowie Archive

 

Die Ausstellung David Bowie zeichnet umfassend die Karriere des Ausnahmekünstlers nach – vom frühen künst­lerischen Werdegang des jungen Londoners David Robert Jones bis zum Weltstar Bowie. Die Exponate umfas­sen 60 Bühnenkostüme, darunter die von Freddie Burretti entworfenen Ziggy Stardust Overalls (1972), Kansai Yamamotos extravagante Entwürfe für die Aladdin Sane Tour (1973) und der Union-Jack-Mantel, den Bowie gemeinsam mit Alexander McQueen für das Plattencover von Earthling (1997) entwarf. Zu den Objekten zählen außerdem Fotogra?en von Brian Duffy, Terry O’Neill, Masayoshi Sukita, Helmut Newton, Herb Ritts und John Rowlands, Plattencover von Guy Peellaert und Edward Bell, Ausschnitte aus Filmen und Livekonzerten, darunter The Man Who Fell to Earth (1976) und Saturday Night Live (1979), Musikvideos von Songs wie Boys Keep Swinging (1979) und Let’s Dance (1983) sowie die Bühnenausstattung für die Diamond Dogs Tour (1974). Aus Bowies persönlichem Besitz sind unveröffentlichte Storyboards, handschriftliche Set-Listen und Songtexte, Wortcollagen sowie Zeichnungen, Noten und Tagebucheinträge ausgestellt.

 

 Aufnahme von David Bowie für das Albumcover von Aladdin Sane, 1973
Fotografie von Brian Duffy Foto  Duffy @ Duffy Archive & The David Bowie Archive

 

Martin Gropius Bau, Niederkirchnerstraße 7, Berlin

 

13.04.2014 - 09.11.2014
Fotoausstellung Völklingen . Der Fall der Berliner Mauer ist 25 Jahre her. Aus diesem Anlass präsentiert das Weltkulturerbe Völklinger Hütte Fotografien von Helmut R. Schulze, der wichtige Momente rund um dieses Ereignis festgehalten hat. 40 Schlüsselbilder dokumentieren in der Ausstellung die Deutsche Wiedervereinigung.
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25 Jahre Deutsche Wiedervereinigung
Fotoausstellung Völklingen . Der Fall der Berliner Mauer ist 25 Jahre her. Aus diesem Anlass präsentiert das Weltkulturerbe Völklinger Hütte Fotografien von Helmut R. Schulze, der wichtige Momente rund um dieses Ereignis festgehalten hat. 40 Schlüsselbilder dokumentieren in der Ausstellung die Deutsche Wiedervereinigung.

Fall der Mauer 9. und 10. November 1989: 25 Jahre Deutsche Wiedervereinigung, Weltkulturerbe Völklinger Hütte
 © Helmut R. Schulze



Helmut R. Schulze gehört zu den namhaften Fotojournalisten in Deutschland und begleitete über viele Jahre politische Persönlichkeiten wie Bundeskanzler Helmut Kohl, Bundespräsident Richard von Weizsäcker und Außenminister Hans-Dietrich Genscher. Als Fotojournalist war er hautnah dabei, als die Frage der Deutschen Einheit entschieden wurde. Die Ausstellung in der Möllerhalle des Weltkulturerbes Völklinger Hütte zeigt die 40 Schlüsselbilder von Helmut R. Schulze zur Deutschen Wiedervereinigung.
 

"Mit dem Fall der Mauer und der Deutschen Wiedervereinigung wurde die größte Sehnsuchtsfantasie der Deutschen Wirklichkeit. Die Ausstellung "25 Jahre Deutsche Wiedervereinigung" im Weltkulturerbe Völklinger Hütte bietet die Gelegenheit, die emotionale Ausnahmesituation des Jahres 1989/90 noch einmal zu erleben. Und sie ist ein Bildungsangebot für junge Menschen, die diese Zeit selbst nicht erlebt haben" sagt Meinrad Maria Grewenig, Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte.

 

 

 

Bundeskanzler Helmut Kohl in Dresden, 19. Dezember 1989. Volkspolizisten schirmen vor dem Kongresszentrum die Ankunft des Bundeskanzlers ab. Ein Kind zeigt das Victory-Zeichen © Helmut R. Schulze

 

Der Fall der Berliner Mauer markiert im Nachhinein den Beginn der Deutschen Einheit. Damals aber war die "Deutsche Frage" noch völlig offen. In den turbulenten Ereignissen des Jahres 1989/1990 und in einer spezifischen außenpolitischen Konstellation kam Politikern wie Helmut Kohl oder Hans-Dietrich Genscher eine enorme Bedeutung zu. Und es ist nicht zuletzt ihrem beherzten Vorgehen geschuldet, dass die zuvor für nahezu unmöglich gehaltene Deutsche Einheit tatsächlich Wirklichkeit wurde. Die Fotografien von Helmut R. Schulze zeigen aus nächster Nähe den politischen Weg zur Deutschen Einheit. In seinen Fotoarbeiten verdichten sich weltpolitische Ereignisse zu prägnanten Momentaufnahmen.

Die Fotos in der Möllerhalle des Weltkulturerbes Völklinger Hütte zeigen die entscheidenden politischen Ereignisse auf dem Weg zur Deutschen Einheit. Sie geben exklusive Einsichten in das politische Leben von Hans-Dietrich Genscher, Richard von Weizsäcker und Helmut Kohl. Und sie bieten charakteristische, aber auch ungewöhnliche Ansichten von der Zeit des Kalten Krieges bis zur Vollendung der Deutschen Einheit.

 

25 Jahre Deutsche Wiedervereinigung, Weltkulturerbe Völklinger Hütte
Richard von Weizsäcker vor der Berliner Mauer und dem Brandenburger Tor, Juni 1989 © Helmut R. Schulze



Zu sehen sind historische Ereignisse wie die Öffnung des Brandenburger Tores im Dezember 1989 oder Helmut Kohls Rede vor der Dresdner Frauenkirche, nach der nicht mehr "Wir sind das Volk!", sondern "Wir sind ein Volk!" die wichtigste Losung der Stunde war. Helmut R. Schulze Fotos lassen uns zum Zeugen des ersten Treffens zwischen Hans-Dietrich Genscher und Michail Gorbatschow werden. Sie erlauben uns aber auch einen Blick in das Wohnzimmer von Eduard Schewardnadse und zeigen beispielsweise, wie Außenminister Genscher und Bundeskanzler Kohl die prinzipielle Zusage Gorbatschows zur Deutschen Wiedervereinigung im Flugzeug mit Journalisten, Crew und Begleitern feiern.

Charakteristisch sind vor allem die Fotos aus der Zeit des Kalten Krieges – mit der Berliner Mauer vor dem Brandenburger Tor. In Erinnerung bleiben die im wahrsten Sinne des Wortes "kühle" Atmosphäre während eines Besuchs von Helmut Schmidt in der DDR und die russischen Kriegsveteranen auf dem Roten Platz. Am Ende liegt eine Lenin-Statue zerbrochen auf dem Boden und Dresdner Kinder zeigen das Victory-Zeichen.

Helmut R. Schulze hat mehrere Fotobücher zu Richard von Weizsäcker, Hans-Dietrich Genscher und Helmut Kohl veröffentlicht. Zu seinen Projekten zählt auch ein Fotobuch zu Hannelore Kohl und mehrere Foto-Ausstellungen zu Afghanistan, u.a. im Deutschen Historischen Museum Berlin. Helmut R. Schulzes Leitgedanke, den er bei seiner Arbeit als Fotojournalist und Fotograf verfolgt, gilt auch für die Ausstellung "25 Jahre Deutsche Wiedervereinigung" im Weltkulturerbe Völklinger Hütte: "Es sind Bilder, die uns die Welt erklären".

"25 Jahre Deutsche Wiedervereinigung" ist nach "Staatsgeschenke – 60 Jahre Deutschland" die zweite im Weltkulturerbe Völklinger Hütte kuratierte Ausstellung zur jüngeren Deutschen Geschichte. 2010 war im Weltkulturerbe Völklinger Hütte außerdem die Ausstellung "Feind ist, wer anders denkt" der Bundesbehörde für Stasi-Unterlagen zur SED-Diktatur zu sehen. 2009 feierte der Bundesrat im Weltkulturerbe Völklinger Hütte sein 60-jähriges Bestehen.

Die Ausstellung "25 Jahre Deutsche Wiedervereinigung" im Weltkulturerbe Völklinger Hütte steht unter der Schirmherrschaft des langjährigen Außenministers der Bundesrepublik Deutschland, Hans-Dietrich Genscher.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalogbuch zum Preis von 14,50 Euro.
Die Katalogbücher zu den Ausstellungen "Staatsgeschenke" und "25 Jahre Deutsche Wiedervereinigung" bietet das Weltkulturerbe Völklinger Hütte zusammen zum Sonderpreis von 20 Euro an.

 

Weltkulturerbe Völklinger Hütte, Völklingen

11.04.2014 - 30.12.2014
Ausstellung Oberhausen Die Vielfalt der Schönheit in der Kunst zeigt die Ausstellung „Der schöne Schein“ im Gasometer Oberhausen. Ein künstlerischer Höhepunkt ist die Installation „320° Licht“ der Bremer Künstlergruppe Urbanscreen. Mit 20.000 Quadratmetern ist sie eine der größten und technisch anspruchsvollsten Innenraumprojektionen weltweit. Realisiert wird die Projektion mit 21 Epson Installationsprojektoren.
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Der schöne Schein
Ausstellung Oberhausen Die Vielfalt der Schönheit in der Kunst zeigt die Ausstellung „Der schöne Schein“ im Gasometer Oberhausen. Ein künstlerischer Höhepunkt ist die Installation „320° Licht“ der Bremer Künstlergruppe Urbanscreen. Mit 20.000 Quadratmetern ist sie eine der größten und technisch anspruchsvollsten Innenraumprojektionen weltweit. Realisiert wird die Projektion mit 21 Epson Installationsprojektoren.

Auf Christo folgt Urbanscreen. Die Installation "320° Licht" ist künstlerischer Höhepunkt der Ausstellung
Bild: Sven Siebenmorgen

 

Die Schönheit kennt viele Gesichter. Sie zeigt sich uns in der zeitlosen Schlichtheit der Nofretete ebenso wie im unergründlichen Lächeln der Mona Lisa. Sie liegt in den ruhigen Landschaften Caspar David Friedrichs, aber auch in Hokusais kraftvoller großer Welle, die sogar den Berg Fuji unter sich zu begraben scheint. Schönheit kann einfach sein und strahlend. Elegant und verführerisch. Prachtvoll und verspielt. Sie kann aber auch dunkel sein, geheimnisvoll und verstörend. Künstler aller Epochen haben diese Vielfalt der Schönheit in ihren Bildern und Skulpturen sichtbar gemacht, und so spiegelt sich in den größten Werken der Kunstgeschichte immer auch die Suche nach der Schönheit.

 

Eine der anspruchsvollsten Innenraumprojekionen realisert "320° Licht" mit 21 Epson Installationsprojektoren.
Bild Wolfgang Volz

 

Ein multimediales Raumerlebnis ist die Installation "320° Licht" im Luftraum des Gasometers  der Bremer Künsltergruppe Urbanscreen, die ein faszinierendes Spiel mit Formen und Licht bietet. In einem Radius von 320 Grad wachsen und verändern sich auf der 100 Meter hohen Innenwand des Gasometers grafische Muster. "320° Licht" wird mit der Projektionstechnik von Epson realisiert.

37 Wochen, über 230 Tage und mehr als acht Stunden pro Tag sind die Installationsprojektoren von Epson im Gasometer im Einsatz. Sieben Projektorentürme mit jeweils drei 10.000 Lumen-Projektoren (Epson EB-Z10005) sind im Innenraum des Gasometer aufgebaut. Sie werden die über 100 Meter hohen Innenwände illuminieren.

"Das Projekt im Gasometer ist einzigartig und auch für uns als Weltmarktführer im Projektorenbereich außergewöhnlich. Es sind diese Projekte, die in ihren Extremen zeigen, was Technik kann: herausragende Inhalte zum Leben erwecken“, sagt Henning Ohlsson, Geschäftsführer der Epson Deutschland GmbH. „Die künstlerischen Arbeiten von Urbanscreen haben international für Aufsehen gesorgt. Wir sind überzeugt, dass die Installation im Gasometer Oberhausen weltweit Beachtung finden wird.“

 

Epson EB-Z10005

 

"Der schöne Schein" ist eine Ausstellung der Gasometer Oberhausen GmbH unter der Gesamtleitung von Jeanette Schmitz.

Die Künstlergruppe Urbanscren wurde international bekannt durch die spektakulären Illuminationen des Opernhauses in Sydney (Australien), der Rice-University in Houston (USA) und die Light-Sound-Kompositionen auf der Kunsthalle Hamburg, dem Kunstquartier Wien und dem Bauhaus Dessau.

 

 

Gasometer, Arenastraße 11, Oberhausen

 

 

21.03.2014 - 27.07.2014
Ausstellung Frankfurt am Main . Während der Ausstellung „Die Göttliche Komödie. Himmel, Hölle, Fegefeuer aus Sicht afrikanischer Gegenwartskünstler“ wird das MMK Museum für Moderne Kunst auf über 4500 Quadratmetern zum Schauplatz von Dantes „Göttlicher Komödie.
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Afrikanische Kunst: Die göttliche Komödie. Himmel, Hölle, Fegefeuer
Ausstellung Frankfurt am Main . Während der Ausstellung „Die Göttliche Komödie. Himmel, Hölle, Fegefeuer aus Sicht afrikanischer Gegenwartskünstler“ wird das MMK Museum für Moderne Kunst auf über 4500 Quadratmetern zum Schauplatz von Dantes „Göttlicher Komödie.

 Aïda Muluneh, The 99 Series (Detail), 2013, Series of seven photographs © Aïda Muluneh

 

In dem Epos "Die Göttliche Komödie" setzt sich der italienische Dichter Dante Alighieri (1265-1321) mit theologischen, philosophischen und moralischen Fragen auseinander, die bis heute von gesellschaftlicher und politischer Brisanz sind. Das Werk bildet die Grundlage für die Ausstellung, die der Kurator Simon Njami zusammen mit dem MMK konzipiert hat und die in der Folge an vier weiteren internationalen Ausstellungsorten zu sehen sein wird.

Auf drei Etagen, denen jeweils das Paradies, die Hölle und das Fegefeuer zugeordnet sind, werden Arbeiten in unterschiedlichen Medien präsentiert: Malerei, Fotografie, Skulptur, Videoarbeiten, Installationen und Performances. Es werden zahlreiche Neuproduktionen entstehen, die explizit für die Räume des MMK konzipiert sind.
Ausgehend von ihren unterschiedlichen kulturellen und religiösen Hintergründen untersuchen die Künstlerinnen und Künstler einzelne thematische Sequenzen der Göttlichen Komödie.

 

Kudzanai Chiurai, Iyeza, 2012, Film still, Courtesy The Artist and the Goodman Gallery

 

Nach den vielen auf Afrika bezogenen Ausstellungen will man diesmal die Bedeutung afrikanischen Schaffens nicht nur im postkolonialen Kontext, sondern auch im Hinblick auf Fragen der Ästhetik zeigen. Die Ausstellung konzentriert sich daher nicht auf historische oder politische Darstellungen, vielmehr setzt sie auf Dichtung und Kunst als Ausdrucksformen, Unausgesprochenes zu transportieren und zu kommunizieren.

Das Konzept der Ausstellung überträgt die universellen Fragestellungen der „Göttlichen Komödie“, einer Inkunabel der europäischen Literatur, in unsere Gegenwart und setzt sie in einen aktuellen, transnationalen Zusammenhang. 50 Künstlerinnen und Künstler mit afrikanischen Wurzeln werden auf der gesamten Fläche des Museums gezeigt. 23 Werke sind Neuproduktionen die für die Ausstellung konzipiert wurden. "Hier geht es nicht konkret um die 'Göttliche Komödie' auch nicht um Dante. Es geht um etwas wahrhaft Universelles. Etwas, das uns alle, unabhängig von unserem Glauben oder unsere Überzeugungen, im Innersten berührt: unser Verhältnis zum Jenseits. Genau das wird hier ins Werk gesetzt von einem vielstimmigen Chor, dessen Schönheit ungeachtet er Dissonanzen und Gegensätze sich wie bei einer Oper oder einer Symphonie gerade den einzigartigen Visionen verdankt, die jeder Einzelne einbringt. Mit anderen Worten, es geht um unser Verhältnis zum Leben also auch zum Tod", erklärt Kurator Simon Njami

 

 

MMK Museum für Moderne Kunst, Domstraße 10, Frankfurt

 

http://www.mmk-frankfurt.de/

 

 

21.03.2014 - 01.09.2014
Fotoausstellung Salzburg Eine Landschaft von unwiderstehlicher Schönheit ist das UNESCO Weltkulturerbe Wattenmeer. Prof. Dr. Jürgen Wettke hat diese Schönheit in atemberaubenden Bildern festgehalten. Ausgestellt sind die Luftbildaufnahmen in Schloss Arenberg in Salzburg.
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Jürgen Wettke – Die Kunst des Wattenmeeres
Fotoausstellung Salzburg Eine Landschaft von unwiderstehlicher Schönheit ist das UNESCO Weltkulturerbe Wattenmeer. Prof. Dr. Jürgen Wettke hat diese Schönheit in atemberaubenden Bildern festgehalten. Ausgestellt sind die Luftbildaufnahmen in Schloss Arenberg in Salzburg.


 

 

Mit Jürgen Wettkes Luftbildaufnahmen lernt man das Gebiet rund um Amrum, Föhr und Sylt aus der Vogelperspektive kennen. Entstanden sind Aufnahmen von weißen Sandbänken, Inseln und türkisfarbene Küstenstreifen, die man in der Südsee vermuten würde. Die Strukturen und Variationen, die auf seinen Bildern zu sehen sind, werden jeden Tag, jede Stunde, von Wind und Wellen neu komponiert. Es ist die Kunst der Natur- die Kunst des Wattenmeeres!

 


 
Prof. Dr. Jürgen Wettke wurde 1953 in Hagen/Westfalen geboren. Er studierte Pharmazie an der Universität Braunschweig und wurde dort 1980 zum Dr. rer. nat. promoviert. Danach war er zwei Jahre als selbständiger Apotheker tätig. Ab 1982 war er bei Bayer Pharmaceuticals beschäftig, 1986 wechselte Dr. Wettke als Berater zur Firma McKinsey, seit 1996 ist er Leiter der Healthcare Practice Deutschland.
Seit seinem 13. Lebensjahr fotografiert Jürgen Wettke. Seine Liebe gilt vor allem der Landschaftsfotografie.
 
Das Buch "Die Kunst des Wattenmeeres" ist im TeNeues Verlag 2013 erschienen und kann während der Ausstellungszeit im Schloss Arenberg käuflich erworben werden.
 
Die Bilder sind auf eine Edition von fünf Stück limitiert und signiert.

 

Schloss Arenberg,  Arenbergstrasse 10, Salzburg

 

21.03.2014 - 03.08.2014
Fotoausstellung Köln . Anlässlich seines 50. Todestages widmet die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur August Sander, einem der wichtigsten Fotografen des 20. Jahrhunderts eine große Jubiläumsausstellung mit rund 300 originalen Exponaten.
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August Sander: Meisterwerke und Entdeckungen
Fotoausstellung Köln . Anlässlich seines 50. Todestages widmet die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur August Sander, einem der wichtigsten Fotografen des 20. Jahrhunderts eine große Jubiläumsausstellung mit rund 300 originalen Exponaten.

August Sander: Fußballverein, um 1920
© Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv, Köln; VG Bild-Kunst, Bonn, 2014

 

August Sander (1876-1964) ist einer der Wegbereiter der dokumentarisch-sachlichen Fotografie und sein Einfluss auf das Werk international bekannter Künstler ist weltweit unumstritten. Gezeigt wird eine kaleidoskopische Sicht auf mehrere Themenbereiche, die Sander in einem Zeitraum von fünf Jahrzehnten bearbeitete. Die Ausstellung bietet einen außergewöhnlichen Blick auf das Werk von August Sander. Freie künstlerische Arbeiten werden neben Auftragsarbeiten, bekannte neben unbekannten Motiven gezeigt. Die unterschiedlichen Ausarbeitungen, vom Kontaktabzug über das gerahmte Bild für den Auftraggeber bis hin zum Abdruck im Buch, lassen die Wirkungsweisen von Bildern nachvollziehen. Viele der Arbeiten sind weltweit das erste Mal zu sehen.

 

August Sander: Zirkusartisten, 1926–1932
© Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv, Köln; VG Bild-Kunst, Bonn, 2014

 

 


„Durch unsere Arbeit an der Ausstellung und am umfangreichen Katalog konnten wir den Forschungsstand erheblich erweitern. Wir präsentieren Sanders dokumentarisches und visionäres Werk, das über den Gegenstand hinaus einen Zeitabschnitt verdeutlicht“, erklärt Gabriele Conrath-Scholl, Leiterin der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur. „Es zeigt uns eine sich wandelnde Welt, die verletzlich, doch beständig ist. August Sander lässt uns im besten Sinne des Wortes zwei Mal hinschauen - auf die Welt und auf das Bild von ihr."
 

Portraits, die im Rahmen des Projektes Menschen des 20. Jahrhunderts entstanden sind, zeigen, wie eng in Sanders Werk Auftragsarbeit und freies Schaffen verknüpft sind. Auch Fotografien, die in Verbindung mit Sanders Heimatort Herdorf im Westerwald stehen oder seiner frühen und langjährigen Wirkungsstätte im österreichischen Linz an der Donau, sind Teil der Ausstellung. Eine Werkgruppe mit Aufnahmen aus seiner Wohnung und seiner Werkstatt in Köln-Lindenthal vermittelt darüber hinaus einen fast privaten Blick in Sanders Arbeits- und Lebensumfeld.

 

August Sander: Blick von der Wolkenburg auf die Löwenburg, 1930
© Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv, Köln; VG Bild-Kunst, Bonn, 2014


Wie sehr Sander seiner Wahlheimat Köln verbunden war, kommt in seinen Stadtbildern der Rheinmetropole, die auch das im 2. Weltkrieg zerstörte Köln zeigen zum Ausdruck. Landschaftsbilder, vorwiegend aus verschiedenen deutschen Regionen, aber auch aus Sardinien und botanische Studien betonen zudem Sanders natur- und kulturgeschichtlich geschulten Blick. Schließlich vermitteln Photographien aus dem Bereich des Handwerks und der Industrie eine Idee seiner vielfältigen Auftragsarbeit, die auch in Künstler- und Architektenkreisen gefragt war. Dies dokumentieren von Sander angefertigte Reproduktionen von insbesondere Gemälden bedeutender Künstler aus dem Umfeld der Kölner Progressiven.

 

August Sander: Am Ofen im Arbeitszimmer, 1943
© Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv, Köln; VG Bild-Kunst, Bonn, 2014


Gefördert von der Kunststiftung NRW

 

Photographische Sammlung (1.OG), Im Mediapark 7, Köln

 

 



08.03.2014 - 24.08.2014
Fotoausstellung Winterthur . Hat sich die Fotografie durch den digital turn weiterentwickelt? Wie verändert sich unser Bezug zum Ausstellungsobjekt, wenn wir im Alltag nicht mehr Abzüge in Fotoalben, sondern Files auf Screens anschauen? Ergebnisse zu diesem Thema zeigt die Ausstellung "Surfaces – Neue Fotografie aus der Schweiz" im Fotomuseum Winterthur.
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Surfaces - Neue Fotografien aus der Schweiz
Fotoausstellung Winterthur . Hat sich die Fotografie durch den digital turn weiterentwickelt? Wie verändert sich unser Bezug zum Ausstellungsobjekt, wenn wir im Alltag nicht mehr Abzüge in Fotoalben, sondern Files auf Screens anschauen? Ergebnisse zu diesem Thema zeigt die Ausstellung "Surfaces – Neue Fotografie aus der Schweiz" im Fotomuseum Winterthur.

 


A. C. Kupper Classic She-Man (Klassischer She-Man), 2003
Sammlung Fotomuseum Winterthur © A.C. Kupper

 

Die Schweizer Fotoklassen an der Zürcher Hochschule der Künste, der ECAL in Lausanne oder der HEAD in Genf bildeten in den letzten Jahren eine Reihe von Künstlern und Künstlerinnen aus, die sich neben inhaltlichen vor allem mit medienspezifischen Fragestellungen auseinandersetzen.  Was geschieht perspektivisch, wenn immer neue Applikationen und Plattformen das Private öffentlich und das Öffentliche privat werden lassen? Sind Oberflächen gar die wahren Inhalte unserer Zeit? Und können aus der Perspektive der Kunst Schlussfolgerungen für heutige und zukünftige Produktionen von fotografischen Werken gezogen werden? Surfaces – Neue Fotografie aus der Schweiz zeigt mit Ankäufen und Schenkungen aus der Sammlung des Fotomuseum Winterthur, wie Sammlungsobjekte in teils engem Zusammenspiel mit Künstlerinnen und Künstlern auch nach dem Übertritt in den Museumskontext aktualisiert und in neue Formen überführt werden.

 


Shirana Shahbazi Aus Der Garten 2002/2007
Sammlung Fotomuseum Winterthur, Ankauf mit Unterstützung des Bundesamt für Kultur
© Shirana Shahbazi

 

 

Flüssige Werkformen erzeugen eine Vielzahl möglicher Zustände und neue diskursive Deutungen. Die 2010 erworbene Installation Prussian Summer von Cédric Eisenring/Thomas Julier etwa ist nicht nur in unterschiedlichen Zusammenhängen im Fotomuseum Winterthur präsentiert worden, sondern hat dabei auch ihre Textur stets verändert. Das Werk existiert als gerahmte Bildreihe (vgl. die Ausstellung Karaoke, 2009), als Box mit rund einhundert gebundenen Themenheften sowie in mehrere Varianten von farbig und S/W gehaltenen Publikationen, die 2013 im Rahmen der Veranstaltung 102 vorgestellt wurden. Derselbe Inhalt nimmt in Surfaces eine weitere neue Form an, diesmal als farbreduzierte und schlichte 1:1-Reproduktion. Mit jedem veränderten und erweiterten „Zustand“ löst sich der Begriff des fotografischen Originals Schritt für Schritt auf: Der Kern des Werks ist das flüssige und dehnbare Image und nicht länger die definierte und fixierte Form. Auch die mit Tusche überarbeiteten, schwarzweissen Siebdrucke von Dominique Koch widersetzen sich der Vorstellung von Fotografie als statischem Zeitzeugnis. Dokumentarische Motive erscheinen in Kochs Arbeiten manipuliert und entfremdet: Ganze Szenen sind ausradiert, an ihre Stelle treten hypothetische Sätze und Textfragmente. Auf diese Weise öffnet sich der Interpretationsspielraum des Dargestellten, und die Bilder rufen eine Skepsis hervor, die gegenüber analogen wie digitalen Bildbearbeitungen angebracht ist. Sehen wir in Fotografien Abbilder von Wirklichkeiten oder wandelbare Oberflächen? Beni Bischof beantwortet diese Frage indirekt anhand von amerikanischen Sportwagen der 1980er-Jahre. Mit grobem digitalem Werkzeug und der Lust an der Verformung macht er sich daran, die Abbildungen aus Zeitschriften und Magazinen bildnerisch aufzupolieren, sie zu versiegeln und am Ende als metallische Fetischobjekte zu Handicapped Cars (2009) werden zu lassen.

In den archaischen Fotokameras, die Taiyo Onorato/Nico Krebs im Jahre 2012 gebaut haben, zeigt sich eine prägnante schöpferische Kraft. Ein alter Schemel mit Hohlraum dient bei Voodoo (2012) als Balgen, ein Objektiv sowie ein Rückteil für Filme ermöglichen es, mit dem Holzkörper tatsächlich Fotografien herzustellen. Ausgestellt in einer wertvollen Vitrine, mit Samtboden ausgelegt, wirkt das massive Gerät in seiner groben Form wie aus einer anderen Zeit. Zugleich stellt sich das künstlerische Voodoo-Werkzeug mithilfe haptischer Objekte und analoger Technologie gegen das Immaterielle in der heutigen Fotografie.

 


Matthias Gabi Flamingos, 2010
Sammlung Fotomuseum Winterthur
© Matthias Gabi

 

Mit Werken von Beni Bischof, Stefan Burger, collectif_fact, Cédric Eisenring/Thomas Julier, Matthias Gabi, Thomas Galler, Dominik Hodel, Dominique Koch, A.C. Kupper, Adrien Missika, Nils Nova, Taiyo Onorato/Nico Krebs, Shirana Shahbazi, Jules Spinatsch und Herbert Weber.

Kurator: Thomas Seelig

Mit grosszügiger Unterstützung der George Foundation.

 

Fotomuseum Winterthur, Grüzenstraße 44, Winterthur, Schweiz

 

 

 

 


 


 


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