Fotoausstellungen

11.06.2016 - 18.09.2016
Fotoausstellung Berlin . Tomas Struth hat sich in den von 2007 bis 2015 entstandenen Arbeiten „Nature & Politics“ vorwiegend mit öffentlich nicht zugänglichen Industrie- und Forschungsanlagen und Erlebnisparks beschäftigt. Im Martin-Gropius-Bau, der Thomas Struth zum ersten Mal ausstellt, werden etwa 35 großformatige Fotografien gezeigt. Vom 11. Juni bis 18. September 2016.
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Thomas Struth – Nature & Politics
Fotoausstellung Berlin . Tomas Struth hat sich in den von 2007 bis 2015 entstandenen Arbeiten „Nature & Politics“ vorwiegend mit öffentlich nicht zugänglichen Industrie- und Forschungsanlagen und Erlebnisparks beschäftigt. Im Martin-Gropius-Bau, der Thomas Struth zum ersten Mal ausstellt, werden etwa 35 großformatige Fotografien gezeigt. Vom 11. Juni bis 18. September 2016.

Resaerch Vehicle, Armstrong Flight, Research Center, Edwards 2014
copyright Thomas Struth

 

Thomas Struth wurde 1954 in Geldern geboren, studierte Malerei und Fotografie an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. Er gehört zu dem Kreis der der erfolgreichen deutschen Fotografen der Düsseldorfer Fotoschule  wie Andreas Gursky, Thomas Ruff und Candida Höfer - einer Gruppe von Studenten die bei dem Fotografenpaar Bernd und Hilla Becher studierten.

Bezeichnend für Struths künstlerische Praxis ist die Arbeit an Werkgruppen, die sich mit Themen wie Straßenzügen, Menschen, Museen und Natur beschäftigen.. Meist fotografiert Struth mit einer Großformatkamera  und in Farbe, wobei er im Unterschied beispielsweise zu  Andreas Gursky oder Thomas Ruff seine Bilder nur unwesentlich digital bearbeitet.

 

Tokamak Asdex Upgrade Periphery, Max Planck IPP, Garching 2009
Copyright Thomas Struth

 

Thomas Struth hat sich mit seinen Arbeiten in der Kunstszene eine großen Namen gemacht. Dazu haben Werkgruppen wie  „Unbewusste Ort“  oder „Porträts“ beigetragen aber auch seine Teilnahme an der Biennale in Venedig (1990) und an der Documenta IX (1992) haben ihm zu unternationale, Ansehen verholfen.

Veranstalter Berliner Festspiele / Martin-Gropius-Bau.Mit Unterstützung der Siemens AG.
In Zusammenarbeit mit dem Museum Folkwang, Essen, dem High Museum of Art, Atlanta und dem Saint Louis Art Museum, St. Louis.

Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7, Berlin

05.06.2016 - 20.07.2016
Fotoausstellung Köln . Zwei fotografische Arbeiten, die sich mit der Bürde schwerer Last auseinandersetzen, stellt die Kölner Michael Horbach Stiftung vor: Anja Bonhof mit „Bahak – Die Last der Dinge“ und Mario Marino mit „Kalbelia- Die Vergessenen“. 5. Juni bis 20. Juli 2016
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Michael Horbach Stiftung - Schwere Lasten
Fotoausstellung Köln . Zwei fotografische Arbeiten, die sich mit der Bürde schwerer Last auseinandersetzen, stellt die Kölner Michael Horbach Stiftung vor: Anja Bonhof mit „Bahak – Die Last der Dinge“ und Mario Marino mit „Kalbelia- Die Vergessenen“. 5. Juni bis 20. Juli 2016

 

© Anja Bonhof: Bahak, Rahamatulla


In einem mobilen Studio fotografierte Anja  Bohnhof  Lastenträger  auf  den  Straßen  Kolkatas  in  Indien. Die Arbeit über die Lastenträger ist eine von zahlreichen fotografischen  Ausstellungs-  und Buchprojekten, die Anja Bohnhof in den letzten Jahren in Indien realisiert hat. „Bahak“   ist   im   Revolver   Verlag   als   Bildband   erschienen   und   mit   dem   Deutschen Fotobuchpreis nominiert worden. Für ihre in Indien realisierten Arbeiten erhielt Bohnhof 2015 vom   Indian   Council   for   Cultural   Relations,   New   Delhi   den   Gisela   Bonn-Award   in Anerkennung  ihres  bedeutenden  Beitrages  zur  Vertiefung  der  deutsch-indischen Beziehungen.

 

© Anja Bonhof: Bahak, Ishahar

 

Anja Bohnhof,1974 in Hagen geboren, und studierte Visuelle Kommunikation und Fotografie an der Bauhaus-Universität Weimar. Sie arbeitet seit 2004 freiberuflich als Fotografin und lebt in Dortmund. Von 2006-2014 war  Anja Bohnhof zudem kontinuierlich als Lehrbeauftragte für Fotografie an der FH Köln tätig. Ihre Arbeiten werden international ausgestellt und sind bereits vielfach mit Stipendien und Förderpreisen ausgezeichnet und publiziert worden

 

Mario Marino - „Kalbelia- Die Vergessenen“


© Mario Marino: Kalbelia – die Vergessenen


Im Herbst 2014 und Frühling 2015 reiste Mario Marino in die nordwestliche Provinz Indiens, nach Rajasthan., wo deo Bilderserie "Kalbelia - die Vergessenen" entstand.Der Fotograf der Kultur der Sinti und Roma, deren Ursprünge in Indien und Pakistan liegen.

In Indien „Kalbelia“ genannt, stehen sie, ähnlich wie in Europa, auf der untersten Stufe derGesellschaft. Analphabetismus, sowie fehlender Zugang zu frischem Trinkwasser, prägen den Alltag der Kalbelia Kinder in Rajasthan. Häusliche Gewalt und Betteln stehen für sie auf der Tagesordnung. Der schlechte physische, aber vor allem der seelische Zustand der Kalbelia Kinder, hat sich tief in das Gedächtnis des Fotografen eingeprägt.

Mario Marino, geboren (1967) in Österreich, lebt und arbeitet als freier Fotograf und Künstler in Deutschland. Auf seinen Reisen durch Europa, nach Afrika, Kuba, Indien, Nepal und Mexiko entwickelte Mario Marino seine eigenständige Bildsprache. Getragen von Empathie, gewähren seine Bilder dem Betrachter Einblicke in den Alltag der Portraitierten und darüberhinaus eine zutiefst berührende Ahnung deren seelischen Befindens.

Seine Werke wurden in den letzten Jahren von zahlreichen Galerien und Museen in Amsterdam, Berlin, Brüssel, Dubai, London, Miami, Paris und Stockholm ausgestellt.

 

03.06.2016 - 26.06.2016
Fotoausstellung Berlin . Jedes Jahr wird die Entscheidung mit Spannung erwartet: Welches Bild wird das World Press Photo des Jahres? Aber es geht in dem Wettbewerb nicht nur um dieses eine Foto, sondern um die besten Bilder in acht verschiedenen Kategorien. Die Vielfalt der Motive kann man in den Ausstellungen erleben. Im Willy-Brandt-Haus gastiert die Ausstellung vom 3. bis 26. Juni 2016.
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Willy-Brandt-Haus - World Press Photo Ausstellung
Fotoausstellung Berlin . Jedes Jahr wird die Entscheidung mit Spannung erwartet: Welches Bild wird das World Press Photo des Jahres? Aber es geht in dem Wettbewerb nicht nur um dieses eine Foto, sondern um die besten Bilder in acht verschiedenen Kategorien. Die Vielfalt der Motive kann man in den Ausstellungen erleben. Im Willy-Brandt-Haus gastiert die Ausstellung vom 3. bis 26. Juni 2016.

World Press © Anuar Patjane Floriuk - Whale Whisperers
Nature Singles 2. Platz

 

 

Der jährliche World Press Photo Award, vergeben von der World Press Photo Foundation, ist der weltweit größte und renommierteste Wettbewerb für Pressefotografie. Die Mission ist „hohe professionelle Standards im Fotojournalismus aufrechtzuerhalten und für einen freien und uneingeschränkten Informationsaustausch einzutreten“.

 

World Press © Rohan Kelly - Storm Front on Bondi Beach
Gewinner der Kategorie "Nature Singles"

 

 

Die Jury wählte aus rund 82.951 Fotos von 5.775 Fotografen aus 128 Ländern die Sieger aus. Preise wurden in acht Kategorien an 41 Fotografen aus 21 Ländern vergeben. Die Siegerfotos werden in erst in  Amsterdam und anschließend in über 45 Ländern gezeigt. von World Press Photo bewundern. Vom 3. bis 26. Juni 2016 macht die Ausstellung im Willy-Brandt-Haus in Berlin Station.

 

World press © Warren Richardson - Hope for a New Life World Press Photo 2015

 

Als World Press Photo  2015 wurde das Bild des australischen Fotografen Warren Richardson ausgezeichnet, das sicher Jeder von uns aus unterschiedlichsten Medien kennt. Aufder Flucht nach Europa an der ungarisch-serbischen Grenze am 28. August 2015 reicht ein Mann sein Baby unter einem Stacheldrahtzaun hindurch. Fünf Tage, so schilderte es Warren Richardson, habe er an der Grenze mit den Flüchtlingen übernachtet bis ihm dieses Bild gelang, das um 3 Uhr früh im Mondlicht entstand.

 

Willy-Brandt-Haus, Stresemannstr. 28, Berlin

28.05.2016 - 28.08.2016
Fotoausstellung Winterthur . Mit der Ausstellung „Provoke: Zwischen Protest und Performance – Fotografie in Japan 1960–1975“ gibt das schweizerischer Fotomuseum Winterthur einen umfangreichen Einblick rund um die Entstehungsgeschichte der Zeitschrift, ihre innovative Ästhetik und die maßgeblich Beteiligten. 28.5. bis 28.8.2016
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Provoke: Fotografie in Japan 1960–1975
Fotoausstellung Winterthur . Mit der Ausstellung „Provoke: Zwischen Protest und Performance – Fotografie in Japan 1960–1975“ gibt das schweizerischer Fotomuseum Winterthur einen umfangreichen Einblick rund um die Entstehungsgeschichte der Zeitschrift, ihre innovative Ästhetik und die maßgeblich Beteiligten. 28.5. bis 28.8.2016

 

Yutaka Takanashi, ohne Titel (Tatsumi Hijikata), 1969
copyright Yutaka Takanashi / Taka Ishii Gallery
 

Die japanische Zeitschrift Provoke erschien zwischen November 1968 und August 1969 in drei Ausgaben und gilt als einer der Höhepunkte der Foto- grafie der Nachkriegszeit. In der bisher grössten Ausstellung zu diesem Thema bietet das Fotomuseum einen umfangreichen Einblick rund um die Entstehungsgeschichte der Zeitschrift, ihre innovative Ästhetik und die massgeblich  Beteiligten. Die 1960er und 1970er Jahre markieren eine tur- bulente Zeit in der japanischen Geschichte: Arbeiter, Bauern und Studen- ten protestierten nicht nur gegen die Geschwindigkeit, mit der die Moder- nisierung des Landes vorangetrieben wurde, sondern auch gegen Japans Bündnis mit den USA im Kalten Krieg. Die Ausstellung zeigt auf, wie stark die Fotografie in die ästhetischen und politischen Debatten der Zeit einge- bunden war und ältere dokumentarische Formen hinterfragte und erneu- erte. Mit rund 250 Objekten bringt Provoke Fotografien und Publikationen von einigen der einflussreichsten Fotografen Japans wie Nobuyoshi Araki, Daid? Moriyama, Takuma Nakahira und Sh?mei T?matsu zusammen.

In der dreiteiligen Ausstellung wird die Fotografie sowohl im politischen als auch im künstlerischen Sinne als „performativ “ definiert. Die Entstehung der Zeitschrift Provoke erscheint damit vor dem Hintergrund weit ver- breiteter sozialer Unruhen, welche 1960 mit großen öffentlichen Protesten gegen die Verlängerung eines Sicherheitsabkommens mit den USA ihren Anfang nahmen. Der Zusammenbruch der parlamentarischen Politik in Japan führte zur Explosion eines alternativen Journalismus,  der unter anderem das fotografische „Protestbuch“ hervorbrachte. Die Publikation wurde von Gewerkschaftlern, Studenten und Umweltaktivisten erstellt und dokumentiert 15  Jahre eines heftigen Kampfes, der Proteste gegen die Regierung und eine Bewegung zur Abschaffung von amerikanischen Mi- litärstützpunkten auf japanischem Boden umfasste. Häufig sehr einfach produziert und innovativ gestaltet, fangen die Beiträge den Geist des gewaltsamen Protests ein und entwickeln eine Ästhetik körperlicher Anteilnahme und Entkopplung. Neben den Arbeiten der etablierteren Fotografen revolutionierte das „Protestbuch“ durch seinen Umsturz der traditionellen humanistischen Formen dokumentarischer Darstellung auch die realistische Ästhetik.

 

 Yutaka Takanashi, Beatles, Marunouchi Shochiku, Chiyoda-ku, 1965
copyright Yutaka Takanashi / Taka Ishii Gallery


Die Zeitschrift Provoke fand in dieser Kultur der turbulenten Erneuerung ihren Nährboden.  Miteinem Fokus auf das städtische Umfeld behaupteten die drei Ausgaben von Provoke das Ephemere des fotografischen Blicks und seine Grundlage in der performativen Anwesenheit des Fotografen. Die Fotografie bildete nicht mehr die Realität ab, sondern war zum Anreiz für theoretische Überlegungen zur Beziehung von Kunst, Sprache und Gesellschaft geworden.  Berühmt wurde das Magazin auch für seine Ästhetik des are-bure-boke (rauh, körnig, unscharf), das mit älteren, objektivierenden Formen eines dokumentarischen Humanismus brach. In ihren Experimenten mit verschiedenen  fotografischen Reproduktionsweisen lieferten sich die Beteiligten mit anderen fotografischen Medien einen Schlagabtausch. Ihre Aufgabe war die Erneuerung der Bildfindung in einer zunehmend von Medienkonstruktionen beherrschten Gesellschaft.

Schliesslich untersucht die Ausstellung die Fotografie als eine Variante der japanischen Performance-Kunst sowie ihre Rolle bei der Dokumentation von Live-Aktionen. Hier geht es unter anderem um Kollaborationen von Fotografen und Künstlern, wie im Fall von Eik? Hosoe und dem Tänzer Tatsumi Hijikata, aber auch um die Arbeiten von Kollektiven wie dem Hi Red Center, welches die Fotografie und den Film ab 1964 als Modus sozialer Kritik in Performances einsetzte. Wieder andere, zum Beispiel Nakahira, Araki und K?ji Enokura, zeigten die Arbeit in der Dunkelkammer  und weitere Prozesse der fotografischen Reproduktion als aktive Bestandteile einer performativen Verwandlung. In Jir? Takamatsus Fotografien von Fotografien treten die beinahe plastischen Aspekte des Mediums reflexiv hervor. Die Fotografie wird sowohl als Provokation wie auch als Performance verstanden – als eine philosophische und materielle Auseinandersetzung mit der Bedeutung  fotochemischer Reproduktionsprozesse, wie sie für die Konzeptkunst der 1970er Jahre typisch war.

Provoke: Zwischen  Protest und Performance – Fotografie in Japan 1960–1975 wurde vom Fotomuseum in Zusammenarbeit mit der Albertina, LE BAL und The Art Institute of Chicago kuratiert. Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter, 680-seitiger Katalog  beim Steidl Verlag.

Die Ausstellung am Fotomuseum wird ermöglicht durch Swiss Re. Die Publikation wurde von der International Music and Art Foundation unterstützt.

Fotomuseum Winterthur Grüzenstrasse 44+45, Winterthur, Schweiz

 

14.05.2016 - 09.07.2016
Fotoausstellung Berlin . Ihn einzuordnen in Kategorien wie Tier- oder Naturfotograf gelingt bei Nick Brandt nicht. Seine Bilder sind Botschaften mit dem Ziel darauf aufmerksam zu machen welche Bedeutung die Erhaltung der afrikanischen Tierwelt und des afrikanischen Ökosystems hat. Camera Work zeigt Nick Brandt mit nie zuvor gezeigten Werken der 2015 fertiggestellten Fotoserie „Inherit the Dust“. Bis 9. Juli 2016
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Nick Brandt – Inherit the Dust
Fotoausstellung Berlin . Ihn einzuordnen in Kategorien wie Tier- oder Naturfotograf gelingt bei Nick Brandt nicht. Seine Bilder sind Botschaften mit dem Ziel darauf aufmerksam zu machen welche Bedeutung die Erhaltung der afrikanischen Tierwelt und des afrikanischen Ökosystems hat. Camera Work zeigt Nick Brandt mit nie zuvor gezeigten Werken der 2015 fertiggestellten Fotoserie „Inherit the Dust“. Bis 9. Juli 2016

 

Copyright Nick Brandt, Factory with Rhino, 2014

 

Nick  Brandt, 1966 geboren, wuchs in  England  auf, studierte  Malerei  und  Film,  bevor  er  in  den 1990er Jahren in die USA  auswanderte. Im  Jahr  2000  startete  Nick  Brandt  sein  ambitioniertes  Fotoprojekt: eine Fototrilogie, um der schwindenden Herrlichkeit der  Natur Ostafrikas ein Denkmal zu setzen.  

Nick  Brandts  Werke  zeichnen  sich  durch  eine  Kombination  von  epischen  Panoramen,  Tieren  in dramatischen  Landschaften  und  der  Ästhetik  von  Personenporträts  des  frühen  20.  Jahrhunderts  aus. Nicht  zuletzt  durch diese unverwechselbare  Bildsprache hebt sich Nick Brandts fotografisches Schaffen von dem anderer Fotografen  ab. Nick Brandt fotografiert ausschließlich in schwarzweiß mit einer Mittelformatkamera.  

Nick  Brandt  hatte 2005  seine weltweit  erste Einzelausstellung bei Camera Work und wurde anschließend in zahlreichen Ausstellungen präsentiert, darunter in New York,  Los Angeles, London,  Sydney, München, Brüssel und Paris. 2010  gründete  Nick  Brandt die   Non Profit Organisation  „Big   Life Foundation“ mit dem Ziel der Erhaltung der afrikanischen Tierwelt und des dortigen Ökosystems.

 

 Copyright Nick Brandt, Road to Factory with Zebra, 2014

 

 Copyright Nick Brandt, Underpass with Elephants, 2015

 

Seit über 15 Jahren arbeitet Nick Brandt in Ostafrika, um das Lebens der  dort  beheimateten  Tierarten  sowie des  natürlichen  Lebensraums  zu  dokumentieren.  Er erschuf beeindruckende,  majestätisch  anmutende Porträts  der  dort  lebenden  Löwen,  Elefanten  oder  Giraffen.  Drei  Jahre  nach  dem  Abschluss  seiner weltbekannten Fotokunsttrilogie  „On  This  Earth,  A  Shadow  Falls,  Across  the  Ravaged  Land“  –  die jeweils mit Ausstellungen in der Galerie Camera Work und in Museen weltweit gewürdigt wurden – ist Nick Brandt  nach  Afrika  zurückgekehrt, um die nächste Stufe der Eskalation  der  Verwüstung  des  Lebensraumes seltener  Tierarten  zu  fotografieren. Unter  dem  Serientitel  „Inherit  the  Dust“  hat  Nick Brandt atemberaubende,  großformatige  Panoramen  erschaffen,  in  denen  die  Auswirkungen  der  Zivilisation  auf dem afrikanischen Kontinent aufgezeigt werden – in Lebensräumen,  in  denen  Zebras,  Nashörner  oder Gorillas  gewohnt  waren,  in  Harmonie  mit  der  Natur  zu  leben,  es aber heute nicht mehr können.

Auf  Grundlage  eines  komplexen  künstlerischen  Konzeptes  hat  Nick  Brandt  für  die  Arbeiten  der  Serie  "Inherit  the  Dust"  lebensgroße  Tafeln  von  Tieren  gebaut,  um  diese  anschließend  in  die  von  urbaner  Zerstörung  geprägten  Landstriche  zu  setzen.  So  erscheinen  Elefantenherden  vor  Industriefabriken  des  21.  Jahrhunderts und Löwen auf Mülldeponien, die in ihrem Ausmaß über den Horizont hinausgehen.  

Camera Work, Kantstraße 149, Berlin

10.05.2016 - 14.06.2016
Fotoausstellung München . Seit mehreren Jahren dokumentiert der Foto­graf Peter Unter­mai­er­ho­fer verlassene Orte. In der Ingo Seufert Galerie für Fotografie der Gegenwart werden 19 seiner Fotoarbeiten vom 10.5. bis 14.6.2016 präsentiert , die in den letz­ten Jah­ren in Deutsch­land, Öster­reich, Bel­gien, Frank­reich und Ita­lien ent­stan­den sind.
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Peter Untermaierhofer: Lost Places
Fotoausstellung München . Seit mehreren Jahren dokumentiert der Foto­graf Peter Unter­mai­er­ho­fer verlassene Orte. In der Ingo Seufert Galerie für Fotografie der Gegenwart werden 19 seiner Fotoarbeiten vom 10.5. bis 14.6.2016 präsentiert , die in den letz­ten Jah­ren in Deutsch­land, Öster­reich, Bel­gien, Frank­reich und Ita­lien ent­stan­den sind.

 

Sleep, Baby, sleep ... (IT) (2014)

 

Viel stär­ker noch als das Beste­hende, Intakte sti­mu­liert das sich selbst Über­las­sene, Mor­bide, unsere Vor­stel­lungs­kraft. Beson­ders da, wo die Pracht grün­der­zeit­li­cher Ball­säle und Thea­ter, die Aura einst moder­ner tech­ni­scher Appa­ra­tu­ren oder die gehei­ligte Sphäre kirch­li­chen Glau­bensei­fers Spinn­we­ben ange­setzt hat, durch­lebt der Betrach­ter nicht nur ein per­sön­li­ches Memento Mori, son­dern erfährt unmit­tel­bar die Fol­gen kul­tu­rel­len Wan­dels, dem, wie jedem Wan­del, Unter­gang innewohnt.

 

Sleep, Baby, sleep ... (IT) (2014)

 

Deep in the Woods (BE) (2013)

 

Der in Burg­hau­sen lebende Foto­graf Peter Unter­mai­er­ho­fer (* 1983) doku­men­tiert bereits seit meh­re­ren Jah­ren der­ar­tige ver­las­sene Orte, die von vie­len nur­mehr als „Schand­fleck“ betrach­tet wer­den und frü­her oder spä­ter Neu­pla­nun­gen zum Opfer fal­len. Seine Inter­pre­ta­tion reicht jedoch noch wei­ter: „Meine Bil­der doku­men­tie­ren diese Objekte in ihrer Schön­heit und geben einen Aus­blick, wie die Welt nach dem Ver­schwin­den des Men­schen aus­se­hen könnte.“

 

Ingo Seufert Galerie für Fotografie der Gegenwart, Schleißheimer Straße 44, München

 

05.05.2016 - 07.08.2016
Fotoausstellung Hamburg . Abgründe und Gefahren der Subkulturen in Großstädten sind das Thema der Ausstellung im Haus der Photographie, die auch gesellschaftliche Tabus zeigen. Vorgestellt werden die Bilder der drei Fotografen Ken Schles, Jeffrey Silverthorne und Miron Zownir. Vom 5. Mai bis 7. August 2016
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Ken Schles - Jeffrey Silverthorne - Miron Zownir
Fotoausstellung Hamburg . Abgründe und Gefahren der Subkulturen in Großstädten sind das Thema der Ausstellung im Haus der Photographie, die auch gesellschaftliche Tabus zeigen. Vorgestellt werden die Bilder der drei Fotografen Ken Schles, Jeffrey Silverthorne und Miron Zownir. Vom 5. Mai bis 7. August 2016

 

Ken Schles, Drowned In Sorrow, 1984. © Ken Schles

 

Die Großstadt als Thema mit ihren Subkulturen, Verheißungen und Gefahren eint die drei fotografischen Positionen von Ken Schles, Jeffrey Silverthorne und Miron Zownir, die im Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg gezeigt werden.
Das fotografische Werk Jeffrey Silverthornes (geb. 1946) stellt pointiert existenzielle Lebensfragen nach Identität, Geschlecht, Liebe, Gewalt, Sexualität und Tod. In Auseinandersetzung mit antiken Dramen und Malereitraditionen entstand sein vielschichtiges Oeuvre, das sich zwischen Intimität und Inszenierung bewegt. Silverthornes Werke offenbaren eine Faszination für das Rollenspiel. Das Transsexuelle wird zum ultimativen Symbol. Silverthorne sucht dabei Wege, sein Inneres zu zeigen, um sich bewusst angreifbar und verletzbar zu machen.

 

Jeffrey Silverthorne, Chili con Carne, Rhonda Jewels, and Friend, 1971.
© Jeffrey Silverthorne. Courtesy Kehrer Galerie


Im Zentrum der Ausstellung mit Ken Schles (geb. 1960) stehen zwei Werkgruppen, »Invisible City« und »Night Walk«, die der amerikanische Fotograf Ende der 1980er Jahre in New York fotografiert hat. »Invisible City« (1988) gilt bis heute als Kult-Dokumentation urbanen Lebens. Ursprünglich im legendären Twelvetrees Press Verlag erschienen, wurde es jüngst im Steidl Verlag zusammen mit »Night Walk« (2013) neu aufgelegt. Dokumentiert wird das Leben in der Lower East Side über den Zeitraum von zehn Jahren. Es ist die packende Darstellung einer Welt, zu der nur wenige Zutritt hatten. »Invisible City« gilt neben Brassaïs »Paris de Nuit« oder van der Elsken »Love on the Left Bank« als eine der großen Darstellungen nächtlicher Bohème im 20. Jahrhundert. 25 Jahre nach seinem bahnbrechenden Buch erzählt Ken Schles in der Serie »Night Walk« von seiner verlorenen Jugend.

 

Miron Zownir, NYC 1982. © Miron Zownir



Miron Zownir (geb. 1953) gehört seit mehr als 30 Jahren zu den radikalsten Fotografen der Gegenwart. Seine Fotografien aus westlichen Metropolen wie Berlin, London und New York oder dem postkommunistischen Osteuropa wurden weltweit in zahlreichen Ausstellungen präsentiert. Von Anbeginn an setzte sich Zownir in seinem fotografischen Werk konsequent mit gesellschaftskritischen und tabu-brechenden Themen auseinander. In seiner drastischen und düsteren fotografischen Sprache beschreibt Zownir die Parallelwelten von Außenseitern in einer scheinbar zeitlosen Schattenwelt. Es sind die Nachtseiten des menschlichen Daseins, die finstere Einsamkeit im sozialen Unter, die existenziellen Ausnahmezustände und Grenzsituationen der menschlichen Psyche, die Zownir ohne Sicherheitsabstand aufspürt und sichtbar macht. In der Hamburger Ausstellung stehen die Bilder aus New York im Mittelpunkt.

 

Haus der Photographie, Deichtorhallen Hamburg

 

29.04.2016 - 04.06.2016
Fotoausstellung Salzburg . In einer Gruppenausstellung zeigt die Leica Galerie Salzburg ein eigens für das Jubiläum „200 Jahre Salzburg zu Österreich“, ein neu konzipiertes Projekt mit den Künstlern Helge Kirchberger, Christian Steinwender, Kurt Perlak und Franz Eder. Vom 29. April bis 4. Juni 2016
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Grenzen
Fotoausstellung Salzburg . In einer Gruppenausstellung zeigt die Leica Galerie Salzburg ein eigens für das Jubiläum „200 Jahre Salzburg zu Österreich“, ein neu konzipiertes Projekt mit den Künstlern Helge Kirchberger, Christian Steinwender, Kurt Perlak und Franz Eder. Vom 29. April bis 4. Juni 2016

          
Foto Kurt Perlak
    

Vier Salzburger Fotografen  visualisieren das Thema „Grenzen“  aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln.
Herausgekommen sind spannende fotografische Serien, die einen Begriff der heutzutage in aller Munde ist sehr individuell interpretieren.
Die Künstler sind ein Mix aus Autodidakten, Profi- und Hobby-Fotografen.
Der professionelle Fotograf Helge Kirchberger zählt unter anderem BMW, Red Bull oder Swarovski zu seinen Kunden. In der Leica Galerie Salzburg präsentiert er eine Kombination aus Bildern und Installationen. In dieser Serie werden die Grenzen, die ihren Ursprung in unseren Köpfen haben, aufgelöst.  In Zusammenarbeit mit Christian Steinwender (Grafiker und Künstler aus Salzburg) portraitierten sie bekannte Persönlichkeiten (wie Elke Winkens, Anna Fenninger, Roland Trettl, uvm). Die Aufnahmen wurden auf Nebelwolken projiziert und der  Augenblick des sich Veränderns und Auflösens fotografisch festgehalten.

Der Salzburger FotografKurt Perlak  machte sich auf die Suche nach Grenzen, die unser alltägliches Leben bestimmen. In erster Linie fand er dabei unsichtbare Grenzen, die meist nur auf Informationen basieren. Durch Gegenüberstellungen von Textfragmenten hat er einen Weg gefunden, einige dieser unsichtbaren
Grenzen darzustellen.

 

Foto Franz Eder

Schon als Teenager fotografierte der Autodidakt Franz Eder gerne, seit 2011 intensivierte er sein Hobby.
Seine Salzburgerischen-schwarz-weiß-Motive entfalten ihr volles Potential durch den Titel des jeweiligen Bildes. Das Bild, in Verbindung mit dem Titel, regt zum Schmunzeln an und bringt dem Betrachter zum Nachdenken. Der Betrachter wird so, durch die individuelle Auslegung ein Teil des Kunstwerks und kann seine eigenen persönlichen Grenzen erfahren.
Alle drei Künstler fotografierten mit Leica Kameras.
Die Bilder sind in limitierter Stückzahl über die Leica Galerie Salzburg erhältlich.
Am 12. Mai wird die Ausstellung um einen Künstler temporär erweitert. Der Fotograf  Michael Sobotka präsentiert eine Fotografische Reise zu den tatsächlichen Grenzen, welche aktueller nicht sein könnte

Leica Galerie, Gaisbergstraße 12, Salzburg




15.04.2016 - 10.07.2016
Fotoausstellung Salzburg . Lassen sich emotionale Momente fotografisch abbilden und was löst das beim Betrachter aus? Im Schloss Arenberg zeigt Sven Barnow Bilder aus seinem Projekt "Wenn Gefühle verrückt spielen".
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Sven Barnow - Authentic Moments: Fotografien von Menschen und Gefühlen
Fotoausstellung Salzburg . Lassen sich emotionale Momente fotografisch abbilden und was löst das beim Betrachter aus? Im Schloss Arenberg zeigt Sven Barnow Bilder aus seinem Projekt "Wenn Gefühle verrückt spielen".


Im Schloss Arenberg zeigt Prof. Sven Barnow, Leiter des Lehrstuhls für Psychologie und Psychosomatik an der Universität Heidelberg, Bilder aus seinem Projekt  "Wenn Gefühle verrückt spielen". Dabei setzt er sich mit Emotionen, Emotionsregulation und deren Bedeutung auseinander. Schon lange hat Barnow sich für die Fotografie interessiert vor allem um Menschen zu fotografieren. Wie verändert sich der Gesichtsausdruck der Porträtierten in verschiedenen Situationen. Fotografie kann verschiedene Aspekte der Persönlichkeit beleuchten – vorausgesetzt der Fotograf ist sensibel genug. Das Medium Fotografie ist für solche Beobachtungen wie geschaffen.

 

 

In der Ausstellung präsentiert Prof. Barnow auch eine Auswahl seiner Straßenfotografie in der er, mit sensiblem Blick, Authentizität und Gefühl miteinander verbindet. Alle Bilder sind in schwarzweiss, da nach Meinung von Sven Barnow Bilder grafischer sind, die die Reflektion unterstützen und man sich auf das Wesentliche konzentriert.

Am Eröffnungsabend Donnerstag, 14. April 2016, 19:00 Uhr gibt Sven Barnow eine Einführung in seine Arbeit als Psychologe und Fotograf.

Leica Galerie im Schloss Arenberg, Arenbergstraße 10, Salzburg

05.04.2016 - 10.06.2016
Fotoausstellung Hamburg . Aus ihrer Sammlung moderner und zeitgenössischer japanischer Fotografien zeigt das Museum für Kunst und Gewerbe 30 ausgewählte Positionen freier, künstlerischer Fotografie, die der Frage nachgehen gibt es eine spezifisch japanische Fotografie. 5. April bis 10. Juni 2016
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Japanische Tagträume
Fotoausstellung Hamburg . Aus ihrer Sammlung moderner und zeitgenössischer japanischer Fotografien zeigt das Museum für Kunst und Gewerbe 30 ausgewählte Positionen freier, künstlerischer Fotografie, die der Frage nachgehen gibt es eine spezifisch japanische Fotografie. 5. April bis 10. Juni 2016

Shoji Ueda (1913-2000) aus der Serie "Sand Dunes", 1948
copyright Shoji Ueda Office

 

Zwischen 1981 und 1985 konnte das MKG mit Unterstützung des Vereins der Freunde der Photographie eine umfangreiche Sammlung moderner und zeitgenössischer japanischer Fotografien aufbauen und besitzt damit einen der umfangreichsten Bestände in einem Museum außerhalb Japans. Dieses gut 900 Werke umfassende Konvolut stellt die Kuratoren heute vor Herausforderungen: Gibt es eine spezifisch japanische Fotografie? Zeichnet sie sich durch ihre Themen oder durch eine gemeinsame Bildsprache aus? Ermöglichen die Werke aus der Sammlung einen repräsentativen Überblick über die Geschichte der japanischen Fotografie oder vermitteln sie eher einen Eindruck davon, was zu Beginn der 1980er Jahre als „typisch japanisch“ erschien? Anhand von rund 30 ausgewählter Positionen freier, künstlerischer Fotografie geht die Ausstellung diesen Fragen nach. In der Reihe Die Sammlung Fotografie im Kontext stellt das MKG Schwerpunkte der Sammlung Fotografie und neue Medien vor und ermöglicht fokussierte Einblicke in die umfangreichen Bestände.

 

 Irie Taikichi (1905-1992)Aus der Folge Bunraku Theater, Osaka 1941
copyright Irie TaikichiMemorial Museum

 

 Kanbei Hanaya (1903-1991) Revolving, 1930
copyright Kanbei Hanaya

 

 

 

 Toshio Shibata (*1949) Sandstructure I, 1978
copyright Toshio Shibata

 

 Der rapide gesellschaftliche Wandel in Japan zu Beginn des 20. Jahrhunderts und die Spannungen zwischen Innovation und Tradition spiegeln sich in den Arbeiten verschiedener Fotografen. In seinen abstrakten Dunkelkammerexperimenten setzt sich Kanbei Hanaya in den 1930er Jahren mit der Bildsprache des Konstruktivismus auseinander und thematisiert Licht und Bewegung als Phänomene der Moderne. Taikichi Irie beschäftigt sich ganz unmittelbar mit den magisch-religiösen Wurzeln der japanischen Kultur. Seit den späten 1930er Jahren porträtiert er die Puppen des Bunraku-Theaters in Osaka, die er in seinen Bildern eindrucksvoll verlebendigt. Auch Shoji Ueda arbeitet in seinen Fotografien mit surrealistischen Stilmitteln. In den Sanddünen von Tottori inszeniert er seine Modelle wie Pantomimen auf einer Bühne, losgelöst von Raum und Zeit.

In den 1960er Jahren etabliert sich unter den japanischen Fotografen ein stark subjektiver Stil. Sie nutzen die Kamera als Instrument, um ihre Gegenwart, die eigene und die kollektive Identität zu erforschen. Miyako Ishiuchi betrachtet in ihrer Serie „Yokosuka Story“ die Stadt ihrer Kindheit, die als US-Marinestützpunkt eine strategische Rolle im Korea- und Vietnam-Krieg spielte. Foumio Takashima arbeitet mit Tänzern zusammen, die in seinen archaischen Bilderzählungen als Personifikationen von Naturphänomen auftreten. Masamichi Harada und Toshio Shibata zeigen in ihren Stillleben beschlagene Fensterscheiben oder Strukturen aus Sand und fragen nach der verborgenen Schönheit im Alltäglichen. Eine Erweiterung dieser lyrischen Fotografie um medienreflexive Ansätze findet sich in den Bildern des Künstlers Satoshi Saito, der fotografierte Wirklichkeitsausschnitte am Ort ihrer Entstehung in Szene setzt und erneut ablichtet.

Künstlerinnen und Künstler: Kanbei Hanaya, Masamichi Harada, Taikichi Irie, Miyako Ishiuchi, Satoshi Saito, Toshio Shibata, Foumio Takashima und Shoji Ueda

 

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Steintorplatz, Hamburg

25.03.2016 - 05.06.2016
Fotoausstellung Ulm . Zu den frühesten bekannten Fotografien aus Ulm gehören Aufnahmen, die der Reisefotograf Felix Alexander Oppenheim (1819-1898) im Jahre 1855 anfertigte. Zwölf Bilder, die einen Blick in die Vergangenheit bieten, stellt das Stadthaus Ulm aus. Vom 25.3. bis 5. Juni 2016.
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Fundstücke - Ulm-Fotografien
Fotoausstellung Ulm . Zu den frühesten bekannten Fotografien aus Ulm gehören Aufnahmen, die der Reisefotograf Felix Alexander Oppenheim (1819-1898) im Jahre 1855 anfertigte. Zwölf Bilder, die einen Blick in die Vergangenheit bieten, stellt das Stadthaus Ulm aus. Vom 25.3. bis 5. Juni 2016.

 Ulmer Münster Hauptportal, um 1856
Foto Felix Alexander Oppenheim / Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin

 

Wer liebt nicht den Blick in die Vergangenheit - wie mag es an uns bekannten Plätzen in der Vergangenheit ausgesehen haben? Die Bilder Felix Alexander Oppenheim befriedigt die Neugier zumindestens für die Ulmer Innenstadt. 1855 lichtete er die tpischen Touristenattraktionen wie das Rathaus, den Marktplatz mit dem Fischkastenbrunnen und das berühmte Münster ab. Manches wirkt vertraut, und doch verströmen die Fotografien den Geist des 19. Jahrhunderts: Der Münsterplatz ist noch dicht bebaut, das Münsterinnere erscheint deutlich schlichter als heute. Das Rathaus wirkt sehr sanierungsbedürftig. Auf einem Bild ist neben dem Rathaus die ehemalige Hauptwache zu sehen, auf einem anderen der Doppelgiebel  des im Krieg zerstörten Hauses der Ulmer Museumsgesellschaft mit den Oberen Stuben.

 

Ulmer Marktplatz um 1856
Foto Felix Alexander Oppenheim / Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin

 

Ulmer Münster Innenansicht, Blick Richtung Westportal, um 1856
Foto Felix Alexander Oppenheim / Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin

 

Felix Alexander Oppenheim  entstammte der einflussreichen Bankiersfamilie Oppenheim und studierte zunächst Jura. Seine gutbürgerliche  Karriere als Jurist endete jäh, als er im Scheidungsprozess der Gräfin Sophie von Hatzfeldt als ihr Rechtsbeistand 1846 in den so genannten "Kölner Kassettendiebstahl" involviert war. Um 1852 begann Oppenheim in Paris eine Ausbildung zum Fotografen bei Gustave le Gray. Er arbeitete intensiv an der Verbesserung von fotografischen Verfahren, nahm an zahlreichen großen Fotografie- und Gewerbeaus- stellungen in Europa teil und gewann einige Medaillen und Preise. Die weitaus umfangreichsten Konvolute  seines überlieferten Werks liegen in mehreren Häusern der Staatlichen Museen zu Berlin. Sie wurden bislang nur fragmentarisch veröffentlicht. Die 12 Aufnahmen aus Ulm werden nun erstmalig in einer Kabinett-Ausstellung gezeigt.

 

Stadthaus Ulm, Münsterplatz 50, Ulm

19.03.2016 - 12.06.2016
Fotoausstellung Berlin . Lee Miller, eine der außergewöhnlichsten und schillerndsten Fotografinnen des 20. Jahrhunderts. war Fotomodell bei Vogue, arbeitete mit dem berühmten Fotografen Man Ray mit dem sie auch einige Zeit liiert war zusammen und dokumentierte mit ihren Bildern als Kriegsfotografin unter anderem die Befreiung der KZs in Buchenwald und Dachau. Im Marti-Gropius-Bau wird ihre Arbeit vom 19. März bis 12. Juni 2016 vorgestellt.
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Lee Miller – Fotografien
Fotoausstellung Berlin . Lee Miller, eine der außergewöhnlichsten und schillerndsten Fotografinnen des 20. Jahrhunderts. war Fotomodell bei Vogue, arbeitete mit dem berühmten Fotografen Man Ray mit dem sie auch einige Zeit liiert war zusammen und dokumentierte mit ihren Bildern als Kriegsfotografin unter anderem die Befreiung der KZs in Buchenwald und Dachau. Im Marti-Gropius-Bau wird ihre Arbeit vom 19. März bis 12. Juni 2016 vorgestellt.

Befreite Gefangene auf ihren Schlafpritschen, Dachau, Deutschland 1945
copyright Lee Miller Archives, England, 2016

 

Lee Miller (1907-1977)  war in gegensätzliche Genres wie den Surrealismus, Mode-, Porträt-, Reisefotografie sowie und Kriegsberichterstattung unterwegs. Die rund 100 vorgestellten Aufnahmen veranschaulichen Lee Millers Leben aus unterschiedlichen Perspektiven: als Assistentin, Muse und Partnerin von Man Ray im Paris der 1930er-Jahre, als Pionierin der Kunstfotografie und als Fotojournalisten während  des Zweiten Weltkriegs.

Ihre Aufnahmen des Luftbombardements des nationalsozialistischen Deutschlands auf London, der Befreiung von Paris und der Konzentrationslager in Dachau und Buchenwald  zählen zu den eindringlichsten Kriegsdokumenten des 20. Jahrhunderts.

Ihre künstlerische Laufbahn startete Lee Miller 1929 in Paris, als sie gemeinsam  mit Man Ray surrealistische Fotografien anzufertigen begann. Dabei war sie mehr als nur Muse und Assistentin, denn häufig entstanden die Aufnahmen in enger Zusammenarbeit. In Aktbildern, die Man Ray von ihr anfertigte, setzte sich Miller – ein Fotomodell der Vogue – bewusst in Szene. In ihren eigenen Fotografien – Akte, Porträts und Straßenszenen – beschäftigte sie sich mit den Stilmitteln des Surrealismus und entwickelte ihre eigene künstlerische Sprache.

Nach einem kurzen Aufenthalt ab 1932 in den USA, wo sie ihr in Paris gegründetes Fotostudio weiterbetrieb, folgte Miller 1934 ihrem damaligen Ehemann nach Ägypten. Dort und auf anschließenden Reisen über Athen nach Bukarest hielt die Fotografin Landschaft, Architektur und Menschen auf ihren Fotografien fest.

1938 ließ sich Miller in England nieder, um ab 1940 als Fotografin für die britische Vogue zu arbeiten und in Reportagefotografien die gesellschaftlichen Umstände und desaströsen Folgen des Zweiten Weltkrieges festzuhalten. Als eine der wenigen Amerikanerinnen ließ sich Miller als Kriegskor- respondentin akkreditieren und berichtete ab 1944 an vorderster amerikanischer Front für die Vogue: Sie fotografierte die Eroberung der Normandie durch die Alliierten und bewegte sich mit den vorstoßenden amerikanischen Truppen durch Europa. Ab 1945 fotografierte Miller die Folgen des Krieges in Deutschland und Österreich und hielt die Verbrechen der Nationalsozialisten in den soeben befreiten Konzentrationslagern in Dachau und Buchenwald  als eine der ersten Fotografin- nen und Fotografen fest.

 

David E. Sherman, Lee Miller in Hitlers Badewanne, München, Deutschland 1945
copyright Lee Miller Archives, England, 2016

 

Während einer Zwischenstation in München hielt sich Miller in der von amerikanischen Soldaten besetzten Privatwohnung von Adolf Hitler auf und inszenierte sich in der berühmt gewordenen  Fotografie in der Badewanne des Diktators – ein politisch aufgeladener Akt der Aneignung, der vielfältige Deutungen zulässt. Das Foto wurde von ihrem Kollegen David E. Scherman aufgenommen.

Die Ausstellung präsentiert das fotografische Werk Lee Millers in seiner ganzen Bandbreite. Alle Fotografien der Ausstellung – überwiegend Vintageprints -, darunter auch Porträts Lee Millers von Man Ray, Sacha Masour und David E. Scherman, sind Leihgaben der Lee Miller Archives.

Eine Ausstellung der Albertina Wien in Zusammenarbeit mit dem Martin-Gropius-Bau und der Lee Miller Foundation. Kurator: Walter Moser

 

Der Katalog zur Ausstellung erscheint im Hatje Cantz Verlag. Das Pädagogische Programm  wird von der Aventis Foundation unterstützt.

Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße, Berlin

 

 

09.03.2016 - 28.05.2016
Fotoausstellung Frankfurt/Main . In einer Einzelausstellung stellt die DZ BANK Kunstsammlung Arbeiten der Künstlerin und Pyrotechnikerin Sandra Kranich vor in der 23 Fotoarbeiten, sechs Zeichnungen sowie vier Videos gezeigt werden.
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Sandra Kranich – Bag Bang
Fotoausstellung Frankfurt/Main . In einer Einzelausstellung stellt die DZ BANK Kunstsammlung Arbeiten der Künstlerin und Pyrotechnikerin Sandra Kranich vor in der 23 Fotoarbeiten, sechs Zeichnungen sowie vier Videos gezeigt werden.

Sandra Kranich
BAG BANG, Firework 18.1.2014 (Detail) Foto: Christian Lauer, 2014

 

 

„Bag Bang“ nennt Sandra Kranich ihre in Beton gegossene Damenhandtasche voller Knallkörper, die der Ausstellung der DZ BANK Kunstsammlung ihren Titel gibt. Feuerwerk und Ruß sind die Elemente der international arbeitenden Künstlerin, die sich im September dieses Jahres auch auf der Biennale in São Paulo präsentieren wird.

Fast immer sind Zeichnungen der Ausgangspunkt ihrer Arbeiten, die geprägt sind von ihrem Interesse an Geometrie, Konstruktion und Dekonstruktion. Ihr Anliegen ist die Transformation, die Erkundung des Übergangs in die nächste Dimension. Feuerwerke werden zu Skulpturen, Lichtfeuer im Innenraum werden zu Zeichnungen an der Wand. In ihren Dekonstruktionen kommen sowohl die sorgfältige Planung als auch Zufälligkeiten des Prozesses zum Tragen.

Die Fotografien und Videos, die sie dabei erstellt, sind sehr viel mehr als nur Dokumente ihrer pyrotechnischen Inszenierungen. Mit Hilfe der fotografischen Serien konserviert sie die Augenblicke des Feuerwerks. Dabei kann die Künstlerin aber auch die Abfolge der Explosionen überprüfen und neu zusammensetzen. So entstehen in der Reihung Abwandlungen der ursprünglich abgelaufenen Aktion. Auf diese Weise wirkt nach dem Zünden, in dem auch der Zufall seine Spuren hinterlässt, noch einmal eine ordnende, schöpferische Hand.

 

Sandra Kranich
Back 4, Video (Detail), 2010

 

In ihren Filmen lässt die Künstlerin die Bilder rückwärts laufen und verbindet sie dabei mit dem Klang der zischenden und knallenden Explosionskörper. Somit ist die erste Einstellung des Films eine Zeichnung aus Schmauchspuren und Zündschnüren auf einer Wand, welche das Zündeln hinterlassen hat. Nach und nach setzen sich die Teile wieder zu einem Ganzen zusammen. Die weggeflogenen Einzelteile verbinden sich wieder mit dem Objekt. Die Zündschnüre brennen rückwärts, bis am Ende das Relief in seiner ursprünglichen geometrischen Form wieder unversehrt an der Wand entsteht.

Die 1971 in Ludwigsburg geborene Wahl-Frankfurterin nutzt bereits seit 15 Jahren Pyrotechnik, um Zeichnungen, Skulpturen, Videos und Fotoserien zu schaffen. Nach dem Studium an der Hochschule für Gestaltung Offenbach bei Heiner Blum und an der Frankfurter Städelschule bei Thomas Bayrle machte die Künstlerin eine Ausbildung in einer Feuerwerkerei und ist seit 2003 "staatlich anerkannte Pyrotechnikerin für Großfeuerwerke".

Sandra Kranich lebt und arbeitet in Frankfurt. Ihre Arbeiten werden in internationalen Museen und Ausstellungen gezeigt und im September auf der Biennale von São Paulo, Brasilien, präsentiert.

 

DZ BANK Kunstsammlung - ART FOYER, Friedrich-Ebert-Anlage / Cityhaus I Frankfurt/Main

 

12.02.2016 - 12.06.2016
Fotoausstellung München Mit über 50, in unterschiedlichsten Formaten und Verfahren produzierten Werken präsentiert diese Ausstellung im Münchner Haus der Kunst sämtliche Perioden aus 40 Jahren künstlerischen Schaffens von James Casebere. 12. Februar - 12. Juni 2016
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James Casabere - Flüchtig
Fotoausstellung München Mit über 50, in unterschiedlichsten Formaten und Verfahren produzierten Werken präsentiert diese Ausstellung im Münchner Haus der Kunst sämtliche Perioden aus 40 Jahren künstlerischen Schaffens von James Casebere. 12. Februar - 12. Juni 2016

Sea of Ice, 2014
archival pigment print, 96 x 126 cm, Edition of 5 with 2 artist’s proof,
Courtesy the Artist and Galerie Daniel Templon, Paris © James Casebere, 2016

 

Begonnen hat der 1953 in Lansing, Michigan, USA geborene James Casebere mit Darstellungen, die das etablierte mittelständische Wertesystem des Mittleren Westens der USA in Zweifel zogen. Bekannt ist sein latent gewalttätig und morbid wirkendes Foto eines Kühlschranks, in dem eine überdimensionale Gabel steckt (Fork in the Refrigerator, 1975). Üblicherweise zeigen seine detailreichen Aufnahmen selbst gefertigte Architekturmodelle aus Materialien wie Styropor, Papier und Gips. Dabei sind die Modelle eindeutig Modelle, d.h. sie verstecken die Konstruktion nicht. Über die Jahre hat Casebere mit seinem filmischen und gleichzeitig architektonischen Ansatz eine eigene, unverwechselbare Bildsprache geschaffen.
Als sich James Casebere (geb. 1953 in Lansing, Michigan, USA) Mitte der 1970er-Jahre künstlerisch zu betätigen begann, befand sich die Fotografie im Umbruch. Zu dieser Zeit formulierten Künstler für dieses Medium verschiedene neue Ansätze. Casebere gehört zu einer Generation von Künstlern, welche die Wahrhaftigkeit von Bildern von Anfang an hinterfragte, und für die eine Fotografie etwas anderes ist als ein Dokument.

 

Yellow Hallway #2, 2003
Digital dye destruction print, 118 x 147 cm,
Edition of 5 with 2 artist’s proofs, Courtesy the Artist and Sean Kelly Gallery, New York
© James Casebere 2016

 

 

92nd Street Storm, 2015, Archival pigment print, 119 x 159 cm, Edition of 5 with 2 artist’s proofs,
Courtesy the Artist and Lisson Gallery, London © James Casebere, 2016

 

 

 „Ich versuche, etwas zu schaffen, das eine bestimmte Art des psychischen Raums verkörpert oder dramatisiert, so dass bestimmte Vorstellungen und Erfahrungen verstärkt werden", beschreibt Casebere sein Bildverständnis. Seine Modelle verkörpern beispielhaft das architektonische Unbewusstsein einer gegebenen Raumfolge.

Mit über 50, in unterschiedlichsten Formaten und Verfahren produzierten Werken präsentiert diese Ausstellung sämtliche Perioden aus 40 Jahren seines künstlerischen Schaffens: große ein- und mehrteilige Farbfotos, schwarzweiße Silbergelatine-Abzüge, im Farbausbleichverfahren hergestellte Drucke sowie wasserlose Lithografien. Zudem präsentiert Casebere erstmals Arbeitshefte und Skizzenbücher, und eine umfangreiche Auswahl von bisher nie gezeigten Polaroid-Studien macht den Entstehungsprozess ausgewählter Werke sichtbar: von den verschiedenen Produktionsstufen bis zum fertigen Einzelbild.

Eigens für den großen Treppenaufgang der Ausstellungsräume hat Casebere ortsspezifische großformatige Werke produziert: vier Friese, die sich auf die komplexe politische Geschichte des Hauses als nationalsozialistischer Repräsentationsbau beziehen sowie das von Albert Speer für die Zeremonien des Regimes entworfene Zeppelinfeld in Nürnberg näher ergründen. Damit reihen sie sich ein in die fortdauernde Auseinandersetzung mit historisch belasteter Architektur - ein Gebiet, das sowohl James Casebere als auch das Haus der Kunst seit langem untersuchen.

Überlegungen zu Problemen der Darstellung von Architektur und Ideologie haben bereits in anderen Arbeiten von Casebere eine Rolle gespielt, etwa wenn er sich mit Thomas Jeffersons Herrenhaus Monticello in Virginia, der Arena der Akropolis von Athen, dem Sklavenschlafsaal des Topkapi-Serails in Istanbul oder den mobilen Gefängniszellen im Staat Georgia auseinandersetzt.

Geflutete und verlassene Räume - mal erleuchtet, mal dunkel -, sind regelmäßig wiederkehrende, illusionistische Motive in den Werkserien, die Ende der 1990er und Anfang der 2000er-Jahre entstanden. Casebere zeigt in „Monticello No. 3" (2001) den Eingangsbereich von Thomas Jeffersons Wohnhaus, knöcheltief von Wasser geflutet und dunkel. „Man muss hinter den Mythos davon, wofür Jefferson steht, schauen, und genau davon handelt die Dunkelheit", so Casebere.

Die Idee, Räume mit Wasser zu fluten, kam dem Künstler auf einer Reise nach Berlin, kurz nach der Wende 1989. Obwohl - oder gerade weil - in Berlin damals vor allem Aufbruchsstimmung und Begeisterung herrschte, sah sich Casebere die vernachlässigten Orte der Stadt aufmerksam an: das Abwassersystem und die U-Bahn-Stationen, die den Westen mit dem Osten verbanden. Sie brachten für ihn „das historische Unbewusstsein Deutschlands" besonders deutlich zum Ausdruck.

Bei der Überflutung von Räumen hatte Casebere ursprünglich ganz direkt auch an die Toiletten und Abwasserleitungen in den Gefängnissen gedacht. Recherchen führten ihn zu Modellzuchthäusern des frühen 19. Jahrhunderts, wie Auburn, Sing Sing und Eastern State Penitentiary in den USA. Reformer hatten damals versucht, die Erlösungsideen der Quäker in der Architektur von Gefängnissen umzusetzen. So sollte Einzelhaft die Insassen zu Einkehr, Gebet und Besserung bewegen. Doch diese Methode hatte die Zerstörung ihres Gemüts zur Folge und wurde zu etwas Monströsem. Bereits Charles Dickens hatte das Eastern State Penitentiary 1842 besucht und die Eindrücke in seinem Reisetagebuch („Notizen aus Amerika"/„American Notes") festgehalten und die Isolationshaft angeprangert.

 

Fork in The Refrigerator, 1975, Gelatin silver print, 25 x 20 cm, Edition 9/10.
Courtesy National Gallery of Art, Washington, DC © James Casebere, 2016

 

Das Licht fällt in Caseberes Darstellungen von Zellen häufig von außen und von oben ein, durch einen einzigen Strahl. In Nachempfindung des Quäkergedankens kann dies als Möglichkeit der Erlösung durch göttliche Gnade interpretiert werden. Doch steht das Wasser wiederum als Metapher für Vergänglichkeit und das Verstreichen von Zeit; und in den überfluteten Gefängniszellen zugleich für ein System, das dem Verfall ausgesetzt ist. Für Casebere werfen die bisherigen Methoden von Bestrafung und Freiheitsentzug ein Schlaglicht auf die Spannung, die der Architektur von Gefängnissen innewohnt.

Ein Bild von Casebere bezieht sich nicht auf einen stabil existierenden Gegenstand. Vielmehr verdichtet sich darin ein System von politischen und assoziativen Bezügen, auch zu flüchtigen Dingen wie Erinnerungen oder Träumen. So faszinieren ihn z.B. auch die von dem osmanischen Architekten Mimar Sinan (1489/1490-1588) erbauten Moscheen, Koranschulen und Karawansereien in Istanbul - u.a. weil ihre ästhetischen, lichten Innenräume trotz der Höhe menschlichen Maßstab wahren. Seine Recherchen über die komplexe Vergangenheit des Islams haben Casebere hin zu Epochen und Kulturen geführt, die für ein Miteinander von Islam, Judentum und Christentum sowie für gegenseitige kulturelle Bereicherung stehen, wie etwa Spanien in den Jahren von 711 bis 1492. Mit Werken wie „Mosque (after Sinan) #2", „Spanish Bath" oder „La Alberca" ruft Casebere diese Epochen oder Momente des Sublimen im Bewusstsein des Betrachters wach.

Die Ausstellung wird begleitet von einem Katalog, herausgegeben und mit einem Essay von Okwui Enwezor sowie mit Beiträgen von Caleb Smith und Brian Wallis (Prestel Verlag).

 

Haus der Kunst, Prinzregentenstraße 1, München

12.12.2015 - 29.05.2016
Fotoausstellung München In einer Sonderausstellung zeigt das Museum Mensch und Natur die beeindruckenden Bilder die Michael Martin während seiner Reise vom Nordpol zum Südpol und viermal um die Erde gemacht hat. Neben den Bilder ergänzen zahlreiche geologische, botanische und zoologische Objekte den Eindruck der außergewöhnlichen Natur der Wüstengebiete.
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Michael Martin - Planet Wüste
Fotoausstellung München In einer Sonderausstellung zeigt das Museum Mensch und Natur die beeindruckenden Bilder die Michael Martin während seiner Reise vom Nordpol zum Südpol und viermal um die Erde gemacht hat. Neben den Bilder ergänzen zahlreiche geologische, botanische und zoologische Objekte den Eindruck der außergewöhnlichen Natur der Wüstengebiete.

Hayes Gletscher an der Ostküste Spitzbergens
copyright Michael Martin / Knesebeck Verlag

 

Eine spannende Reise durch die Wüsten der Erde mit ihrer unglaublichen Vielfalt bietet die Ausstellung im Münchner Museum Mensch und Natur. Seit über 30 Jahren bereist der Fotograf, Autor und Diplom-Geograf Michael Martin die Wüsten der Erde. Seine Bilder zeigen neben den Trockenwüsten auch die Kälte- und Eiswüsten der Polarregionen. Man kann sich an großartigen Landschaftsbildern erfreuen und die Lebensräume der Wüsten und Polarregionen kennenlernen. Auf vierzig abenteuerlichen Expeditionen durchquerte Michael Martin unter anderem Grönländ und die Antarktis, die Sahara und die Namib - mal mit dem Motorrad oder auf Kamelen, mit dem Hundeschlitten, im Helikopter oder auf Skiern.

 

Eisschollen im Nordpolarmeer
copyright Michael Martin / Knesebeck Verlag

 

 

Michael Martin am Südpol
opyright Michael Martin / Knesebeck Verlag

 

 

Neben den beeindruckenden Bildern sind es zahlreiche geologische, botanische und zoologische Objekte, die von den Besonderheiten und der außergewöhnlichen Natur der Wüstengebiete zeugen. Großartigen Präparate von Eisbär, Moschusochse und Oryx-Antilope oder das größte Landtier der Antarktis, das man unter der Lupe betrachten muss, lassen die Wüste lebendig werden. Aber auch wertvolle Platinminerale aus Sibirien, eine riesige Sandrose aus Mexiko, ein Meteorit aus der Antarktis und Dinosaurierspuren aus Franken sind in der Ausstellung zu sehen und erzählen ihre ganz eigene Geschichte vom „Planet Wüste“.

 

Weitere Infos und Bilder finden Sie auf unserer News Seite vom 4.11.2015

 

Zu dieser Reise ist der Bildband "Planet Wüste" im Knesebeck Verlag erschienen, der für 49,95 Euro ein wunderbares Weihnachtsgeschen ist und im Shop des Museums Mensch und Natur erhältlich ist.

 

Museum Mensch und Natur, Schloß Nymphenburg, München

 

26.11.2015 - 14.08.2016
Fotoausstellung Leipzig . Fotografien von Gundula Schulze Eldowy stellt das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig vor. Es sind Bilder die so manches Skurille und Befremdliche aus dem Leben der DDR zeigen und einen ungeschönten Blick in den Alltag der SED-Diktatur geben.Bis zum 14. August 2016
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Zuhause ist ein fernes Land
Fotoausstellung Leipzig . Fotografien von Gundula Schulze Eldowy stellt das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig vor. Es sind Bilder die so manches Skurille und Befremdliche aus dem Leben der DDR zeigen und einen ungeschönten Blick in den Alltag der SED-Diktatur geben.Bis zum 14. August 2016

 Berlin, 1987 © Gundula Schulze Eldowy

 

Die 1954 in Erfurt geborene Künstlerin Gundula Schulze Eldowy, die von 1979 bis 1984 in Leipzig Fotografie studierte, wendet sich fernab der staatlich verordneten Propaganda dem wirklichen Leben zu. Sie fotografiert Menschen aus ihrer Nachbarschaft in Ost-Berlin, dokumentiert staatliche Zwänge und private Rückzugsversuche, porträtiert Arbeiter in der DDR. Rund 75 Fotografien aus unterschiedlichen Werkgruppen präsentiert das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig in der neuen Atelierausstellung.

Gundula Schulze Eldowy gibt in Fotografien und Texten den Menschen, die in der SED-Propaganda nicht vorkommen, ein würdiges Gesicht und eine eindringliche Stimme. Sie fotografiert Wohn- und Arbeitsstätten, zeigt Zwischenmenschliches und Eigensinniges. Sie stellt eine Gesellschaft der 1980er Jahre vor, die zwischen wirtschaftlicher Misere und individuellem Aufbegehren zu überleben versucht. Rückblickend stehen die verschiedenen Fotozyklen symbolisch für den allmählichen Niedergang der DDR.

 

Der Führer, Berlin, 1987 © Gundula Schulze Eldowy

 


„Berlin in einer Hundenacht“
In dieser schwarz-weiß gehaltenen Fotoserie, die zwischen 1977 und 1989 entsteht, treffen einfühlsames Interesse an den Menschen und kunstvolle fotografische Perspektiven aufeinander. Die Künstlerin lebt damals in Ost-Berlin und fotografiert die Nachbarn in ihrem „Kiez“. In Prenzlauer Berg oder im Scheunenviertel findet sie das „wahre Leben“ jenseits propagandistischer Schönfärberei.

 

Leipzig, 1989 © Gundula Schulze Eldowy



„Der große und der kleine Schritt“
Anfang der 1980er Jahre beginnt Gundula Schulze Eldowy auch in Farbe zu fotografieren. Ihre Arbeiten zeigen ein Land zwischen Erstarrung und Aufbruch, Menschen in Gefühlsausbrüchen und an privaten, teils intimen Rückzugsorten. Die Bilder sind Gleichnisse des Übergangs, der Auflösung, des Verfalls, der Zerstörung, aber auch des Lebenshungers und des Neuanfangs.

„Arbeit“
Zwischen 1985 und 1988 dokumentiert die Fotografin die Arbeitssituation in den veralteten Fabriken der DDR. Jenseits der offiziellen Bildsprache porträtiert sie Menschen bei schwerer Arbeit, umgeben von Schmutz und Lärm, die trotz allem ihre Würde bewahren.

Gundula Schulze Eldowys Fotografien finden schon sehr bald im westlichen Ausland Beachtung und Anerkennung. Das Ministerium für Staatssicherheit verdächtigt sie, für westliche Geheimdienste zu spionieren. Sie wird beobachtet und schikaniert, schließlich droht ihr sogar die Verhaftung. Die Künstlerin arbeitet dennoch weiter und versteckt ihre Negative auf dem Dachboden. Als sich 1989 die Montagsdemonstrationen formieren, ist sie mit ihrer Kamera erneut mittendrin. Nach dem Mauerfall kommt der internationale Erfolg mit Ausstellungen, Preisen und der Aufnahme in private und museale Sammlungen.

 

Zeitgeschichtliches Forum Leipzig, Grimmaische Str. 6, Leipzig

20.09.2015 - 14.08.2016
Ausstellung Remagen . Zum zehnten Mal bietet die Kunstkammer Rau Einblicke in die Sammlung des Humanisten und Arztes Gustav Rau, die er UNICEF, dem Kinderhilfswerk er Vereinten Nationen, vererbt hat. 20. September 2015 bis 14. August 2016
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Menschenskinder. Kinderleben zwischen Wunsch und Wirklichkeit
Ausstellung Remagen . Zum zehnten Mal bietet die Kunstkammer Rau Einblicke in die Sammlung des Humanisten und Arztes Gustav Rau, die er UNICEF, dem Kinderhilfswerk er Vereinten Nationen, vererbt hat. 20. September 2015 bis 14. August 2016

 

Chris de Bode, My-Taelle aus Haiti träumt davon, ein Clown zu werden, 2013
© 2015 Chris de Bode / laif

 

 

Einer der Sammlungsschwerpunkte von Gustav Rau ist Ausgangspunkt der Ausstellung: Darstellungen aus dem Leben von Kindern, beobachtet von Künstlern zu allen Zeiten. Das reicht vom Kindersegen in behüteten Familien, schildert aber auch den harten Kriegsalltag vieler Kinder und das Leben in den Elendsvierteln am Rande der barocken Gesellschaft. Die Motive beschäftigen sich mit der Entwicklung vom Kleinkind bis zum Jugendlichen, von gesellschaftlichen Rollenspiele und den Spielräume von Kindern im Wandel.
Den Bogen in die Gegenwart schlagen  zeitgenössische Kinderfotografien, die als Jahresfotografien von UNICEF eindringlich Themen wie Flüchtlingsschicksale, Krieg, Armut, Umwelt und Bildung thematisieren. Was ist zu tun – hierfür steht UNICEF – und was steht weiteren konkreten Maßnahmen eigentlich entgegen? Das Arp Museum Bahnhof Rolandseck setzt die historischen Kinderdarstellungen aus der Sammlung Rau in Beziehung zu prämierten fotografischen Aufnahmen aus heutiger Zeit. Kinder waren es, die dem Kunstsammler und Philanthropen Dr. Gustav Rau besonders am Herzen lagen – gerade auch während seiner Zeit als Tropen-und Kinderarzt im Kongo.

 

 

Max Liebermann, Pause im Waisenhaus in Amsterdam, 1876,
© Arp Museum Bahnhof Rolandseck / Sammlung Rau für UNICEF

 

In der 10. Ausstellung der Kunstkammer Rau im Arp Museum Bahnhof Rolandseck werden diese Werke in einem spannungsvollen Dialog mit prämierten Fotografien aus dem internationalen Wettbewerb „UNICEF-Foto des Jahres“ präsentiert. Die faszinierende Gegenüberstellung von historischen Gemälden und herausragenden Reportagefotos zeigt den Blick auf Kinder und Kindheit – vom Mittelalter bis in die Gegenwart – wie er sich verändert und zugleich immer wieder Parallelen aufweist in der Wahrnehmung kindlicher Existenz durch die Jahrhunderte.

 

 

 

August Macke, Clown im grünen Kostüm, um 1909/10
© Arp Museum Bahnhof Rolandseck / Sammlung Rau für UNICEF, Foto: Peter Schälchli, Zürich

 

Anlässlich des Weltkindertages 2015 eröffnet die Ausstellung am 20. September 2015 mit einem großen Kinderfest. Dabei gibt es neben spannenden Familienführungen durch die Ausstellung auch einen Kinderzirkus zum Mitmachen, sowie Musik, Tanz und Delikatessen aus aller Herren Länder. Passend zu den Bildern der Ausstellung können die Kinder außerdem Frisuren, Kopfbedeckungen, Masken, Körperbemalungen und Kleidung verschiedener Kulturen kennen lernen und in eine andere Rolle schlüpfen. – Der Weltkindertag steht in diesem Jahr unter dem Motto „Kinder willkommen!“ UNICEF und viele andere Kinderrechts­organisationen rufen dazu auf, die Rechte und Bedürfnisse aller Kinder in Deutschland in das Zentrum von Politik und Gesellschaft zu stellen. Insbesondere machen sie auf die schwierige Lage von Flüchtlingskindern aufmerksam.

 

 

Laura Boushnak, Jemen - Ich lese, ich schreibe, 2013
© 2015 Laura Boushnak

 

 

Arp Museum, Bahnhof Rolandseck, Hans-Arp-Allee 1, Remagen

 

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